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Halten sich Ärzte für was besseres?

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Dabei sind menschliche Qualitäten eines Arztes eines der wichtigsten persönlichen Eigenschaften. Aber ich finde, die meisten machen das schon sehr gut! Wobei ich mir sehr gut vorstellen kann, dass dieser Job auch nur zu ertragen ist, wenn man etwas Sarkasmus an den Tag legt. Das ist nicht böse gemeint sondern nur ein Selbstschutz. Allerdings sollte der Patient davon nichts mitbekommen.

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Ich finde, es gibt zunehmend nette Ärzte. Die Klinik-Hierarchie ändert sich leider nicht bis nur minimal, so dass junge Ärzte auch unter Druck stehen, da selber irgendwie durchzukommen. Aber mit jüngeren Ärzten (Mitte 40 und drunter) mache ich zunehmend bessere Erfahrungen. V.a. in Kliniken abseits des universitäten Elite-Umfelds.

Klar, es gibt auch Deppen. Die werden dann entweder Arzt dem Image zuliebe oder weil es Familientradition ist. Interessant ist, dass die sich auch untereinander z.T. dann nicht anders verhalten, als Patienten etc. gegenüber. Ein Ex von mir war Medizin-Student und ich war da z.T. mit auf Parties. Die arroganten angehenden Mediziner waren zu ihresgleichen auch nicht anders! ]:D

Was sich leider nicht ändert: Dieses unglaubliche "Wir"-Gefühl der Ärzte, Die werden umhätschelt von der Pharma-Industrie und halten ich selber einfach für was Besonderes.

Was mir persönlich auffällt:

Ich habe als Psychologin selber einen "akademischen Heilberuf". Und somit keine Hemmungen, mich gegen arrogante Ärzte zu wehren. Eine vernünftige Behandlung einzufordern. Weil ich sie schlichtweg nicht für was Besseres oder Besonderes halte.

Aber... in meiner Klinikzeit (obendrein mit "Praktikantenstatus" wg. einer Weiterbildung vgl. der Facharztausbildung) konnte ich mich gegen arrogante Ärzte nicht wehren. Weil die einem sonst das Leben zu Hölle gemacht hätten. Und ich glaiube, durch dieses System gewöhnen sich auch viele eigentlich nette Ärzte einen Stil an, der nicht vorteilhaft ist. Um selber halt durchzukommen.

Und naja...In allen Feldern, in denen eine Hierarchie eher ausgeprägt ist (und das ist bei Medizinern nun mal besonders) oder denen doch so ein best. "Ruf" anhängt ("Lebensretter"; besondere Verantwortung,...) gibt es nun mal Leute, die dann selber hierarchisch denken und "Untergebene" nur im Befehlston behandeln.

Ich habe längere Zeit an der Uni gearbeitet. Habe mich total gut mit unseren Technikern und IT'lern verstanden (wobei ich durchaus auch einen scharfen Unterton bekommen konnte, wenn ein Problem nach zahlreichen Versuchen nicht behoben war). Für mich waren das Leute, auf die ich angewiesen bin, weil ich nicht über ihr Spezialwissen verfüge. Ich kann nun mal keinen Beamer warten oder reparieren. Habe mich super mit allen verstanden, auch mal persönliche Gespräche geführt. Wenn dann was war (Beamer im Seminar kaputt), dann kam der eine Techniker SOFORT. Klar habe ich Druck gemacht, aber mich immer auch ganz nett bedankt etc. Ihn einfach gleichwertig behandelt.

Einige meiner Kollegen hatten eher den Akademiker-Dünkel. Und haben nicht um Hilfe gebeten bei einem Problem, sondern Befehle erteilt. Die mussten dann halt ihr Seminar ohne Beamer halten, weil die Technik "einen anderen Notfall" hat. War oft nicht so, aber man hat dann die eigene Macht sehr subtil ausgespielt. Der eine Techniker hat sich auch mal bei mir beklagt, dass etliche meiner Kollegen ihn nur kommandieren würden. V.a. die, derne Eltern auch schon Akademiker waren (mein Vater hat 8 Jahre Volksschule, eine Lehre und einen Meisterbrief...).

Kurzum:

Es gibt überall Arschlöcher. Und in dem einen oder anderen Bereich ist die Quote halt etwas höher. Aber man muss sich nicht alles gefallen lassen.

GFesundMjens?chx80


@ Bella2708

Hallo, ich kann Dich sehr gut verstehen! :)^

Ich habe mal in einer Klinik ein Praktikum als Krankenpfleger gemacht.

Die Ärzte haben sich immer ungefragt Kaffee genommen und die Krankenschwestern haben sich alle aufgeregt.

Berichte mal in einer ruhigen Stunde Deinem Chef, dass Du noch Geld zurück bekommst. Wenn der Chef nicht mithält, dann sag, dass Du immer ansonsten auf dem Geld sitzen bleibst.

Oder noch einen Rat: Fertige eine Liste an, in dieser müssen sich Ärzte einschreiben und kurz unterschreiben.

s?iesxta


...die meisten Ärzte, die ich kennengelernt habe-und ich bin mit einem aufgewachsen- sind verunsicherte, emotional unzulängliche kleine Kinder mit einer Streichholzschachtel, die einen Großteil Ihrer Persönlichkeit nur auf Ihren Beruf stützen. Da Sie von der von Ihnen gesundheitlich abhängigen Gesellschaft als "Gott im weißen Kittel" betittelt werden und Zugang zu Medikamenten haben ;-D

Ich wette es gibt viele Ärzte, die genau hier in diesem Thread gelandet sind, sich das durchlesen und denken: "ja!..ich bin ja auch was Besseres...".

Manche Mediziner vergessen ab und an, wer Ihr Gehalt zahlt.

mearipIoxsa


Und für diese Erkenntnis hast Du Dich extra angemeldet und den Sargdeckel aufgemacht für einen Faden, der seit sechs Jahren in Frieden ruht? zzz

_ySurfe@rixn


Tja mariposa, jeder so wie er mag.

Da der Faden nun einmal aufgeweckt wurde und nun wieder fit in die Runde schaut, will ich auch direkt etwas sagen:

Die "untergebenen" Krankenschwestern können doch, wenn sie wollen, den Ärzten von vorherein genauso arrogant gegenübertreten und sich "hochwertig" fühlen.

Wie man sich gibt, und für wie toll man sich hält, hängt nicht vom Beruf ab.

Eine arrogante und überhebliche Krankenschwester, ein Drachen also, kann durchaus einen schüchternen Arzt im Griff haben. :)z

bYeetleUjuixce21


Vor allem weil der eine Beruf neben dem anderen steht und nicht über oder unter dem anderen. Mein Chef ist stationsleitung und pdl aber nicht der stationsarzt auch wenn sie das vielleicht gern so hätten.

sLiesxta


Doch ja..das war es mir wert! Da ich, vermutlich, im Gegensatz zu meinen Vorerednern, nicht spekulativ an die Frage herangehe, sondern mich intensv und analytisch damit beschäftigt habe, kann ich hier mein Fazit guten Gewissens preisgeben. Dieses Thema wird in SE auf der ersten Seite gezeigt, daher denke ich nicht, dass dieses Thema schon "in Frieden ruht" :-)

Shunflwowe]r_73


Wenn ich von der genervten Reaktion EINER Einzelperson in EINEr Situation auf ALLE Mitglieder der Berufsgruppe schlussfolgern würde... Prost Mahlzeit! Arrogante Idioten gibt es in jedem Beruf.

RLh9eli{a


Ja, es gibt Ärzte, die sind einfach arrogant. Genauso gibt es Pflegepersonal, die man als Stationsdrachen betitelt und das ist noch geschmeichelt.

Gerade im Krankenhaus gibt es eine informelle Hierarchie, die dringend entstaubt werden muss. Da gibt es tatsächlich Chefärzte, die den roten Teppich erwarten, sobald sie die Station betreten. Und glauben sie sind der Chef von allen, der ihm über den Weg läuft.

Der Chefarzt tritt bei Visite dann den Oberarzt, der wiederum den Stationsarzt, der den kleinen Assistenzarzt rüffelt.

Der will seinen Frust ebenfalls abladen und glaubt, da ist die Pflege der richtige Ansprechpartner. Weit gefehlt, denn nun kommt der Auftritt des Stationsdrachens. Nach einer klaren Ansage an den Arzt ärgert sie sich trotzdem maßlos über den arroganten Schnösel von Assi und verpasst den Pflegeschülern dann erst mal kollektiv einen verbalen Einlauf. Jawoll, denn die sind eh alle blöd. Und entschwebt mit ihrer Wolke von Macht wieder an ihren Schreibtisch, zufrieden damit, mal zur Seite und nach unten getreten zu haben.

Jetzt mal im ernst. Arroganz kann man nicht am Berufsbild festmachen. Es gibt in allen Berufsgruppen Deppen, aber auch nette herzliche Menschen.

Es gibt tatsächlich Ärzte, die dem Team mal Kaffee kochen, die sich ans Bett einer älteren Dame setzen und die Hand streicheln, damit die Pflege ihren Rundgang fortsetzen kann. Die der Pflege auch mal beim Umbetten helfen, wenn es einen diarrhoeischen Unfall gab. Die wirkliches Interesse haben, bei einer Behandlung einen gemeinsamen Weg einzuschlagen. Junge Ärzte, die erfahrenes Pflegepersonal um Rat bitten und damit ihre Hose runterlassen.

Und, um gut zusammen zu arbeiten, muss jede Seite bzw. Berufsgruppe seinen Teil beitragen. Da reicht es nicht zu sagen, die Ärzte sind arrogant. Den Zahn der Arroganz kann man im Team ganz gut ziehen, gerade den jungen Assistenten.

Trotz allem ist der Ungangston im Krankenhaus oft rau. In speziellen Situationen kann man einfach nur "Befehle" bellen, weil es die Umstände erfordern. Da ist dann kein Raum für Sprachkultur und ein "Würden sie bitte..."

Und ja, Götter in Weiß gibt es nicht mehr. Der Patient hat jetzt schließlich Google ]:D

p:enniLbenni


Ärzte - besonders Chrirurgen - sind ganz seltsame Zäpfchenköpfe (oft jedenfalls), die sich für göttergleich halten. Heile gemacht haben mich nach einem Unfall, den ich mal hatte, nicht die Ärzte, sondern die Pfleger.

Die sind teilweise nicht mal richtig Lese-Schreib-kompetent. >:( >:(

PBlacerbo09x06


Junge Ärzte, die erfahrenes Pflegepersonal um Rat bitten und damit ihre Hose runterlassen.

Ich würde das nicht mal als Hose runterlassen bezeichnen, denn letztendlich ist es einfach Fakt, dass man als junger Arzt zwar massig theoretisches Wissen angehäuft hat, praktisch hingegen doch unter dem Pflegepersonal anzusiedeln ist.. vor allem am Anfang. Und dann um Hilfe zu bitten hat nichts mit Hosen runter lassen zu tun.. ist ja nichts schlimmes ;-) besser mal um Hilfe bitten als scheiße bauen und überheblich sein..

aber denke da ist viel auch Erziehungssache schon von Kindheit an.. ob man gelernt hat mit anderen "zu arbeiten" oder eben sein Ding um jeden Preis durchzuziehen..

Aber wie hier ja schon mehrfach geschrieben wurde: verallgemeinern ist in allen Berufsgruppen fehl am Platz.

Überall gibts Arschlöcher, Besserwisser, Feiglinge, Faulpelze, Überflieger aber eben auch sozial Kompetente, Menschliche, Liebenswürdige, Nette und herzliche Personen ;-) und vieles mehr und dazwischen an Charakterzügen..

Aber keinen Charakterzug kann man an einer Berufsgruppe fest machen.. ;-)

pwenninbeKnni


Aber keinen Charakterzug kann man an einer Berufsgruppe fest machen.. ;-)

So ist es wohl. :-X

R$helixa


Um Rat fragen, empfinde ich selbst auch nicht als Hose runter lassen, aber für manch anderen ist es leider so ;-)

s2oph,ica


Meine Erfahrung ist: ich hatte in den letzten Jahren leider mit einer ganzen Reihe von Ärzten zu tun und ich muss sagen, die meisten haben sehr wenig kommunikative Kompetenz bis dahin, dass sie nervös, gestresst wirken und einem Blödsinn erzählen; wie z. B. dass noch nie irgendwo die Rede davon war, dass bei bestimmten Kontrastmitteln, die den Stoff Gadolinium enthalten, sich dieser im Gehirn anreichert, dort andockt.

Ein anderer sagte zu mir, die ich 7 Jahrzehnte hinter mir habe: "bei alten Leuten spielt das keine Rolle mehr".

Ich finde hinter solchen Äußerungen steht alles andere als eine heilsam wirkende Haltung, solange man definitiv nicht weiß, welche Folgen solche Anlagerung im Gehirn hat - könnte ja vielleicht auch ein Faktor für Demenz sein, werden. Das behaupte ich nicht; finde aber schlimm, dass sich in der gängigen Medizin kaum das Ziel "wirkliche Heilung" zeigt.

Ärzte, die ich als kontruktiv in ihrer Kommunikation erlebe, sind leider eine seltene Ausnahme.

Unser Medizinwesen, -system ist eine Katastrophe, hat sehr abgewirtschaftet.

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