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Wiedereingliederung und die Fahrtkosten?

l}ess-?of-a>-clwue hat die Diskussion gestartet


Ist stecke zur Zeit in der beruflichen Wiedereingliederung und muss (darf) hierfür zur Arbeit und zurück täglich 100 km im Auto zurücklegen. Arbeite ich normal, so kann ich diese Wegstrecke steuermindernd über die Lohnsteuerkarte geltend machen und bekomme so eine finanzielle Unterstützung.

Nur wie sieht das während der Wiedereingliederung aus? Durch das Krankengeld bekomme ich ja sowieso weniger netto. Kann ich zusätzlich Fahrtkosten bei der Krankenkasse geltend machen? Oder sollte dies nicht gehen, kann ich diese Fahrtkosten dann auf der Steuererklärung für dieses Jahr zumindest ausweisen?

Fragen über Fragen...

Antworten
tRatxua


Dein Arbeitgeber zahlt ja derzeit nicht für deine Arbeitskraft.

Ich würde eventuell mal anfragen, ob er dir dein Krankengeld aufstockt, damit du wenigstens die Fahrtkosten erstattet bekommst.

Mein AG hat damals mein Krankengeld bis zu meinem Netto aufgestockt.

l5ess-uof-a-5clxue


Ich würde eventuell mal anfragen, ob er dir dein Krankengeld aufstockt, damit du wenigstens die Fahrtkosten erstattet bekommst.

Nachgefragt habe ich. Und mir eine deutliche Antwort der Firma eingefangen. Insofern suche ich ja nach alternativen Wegen, diese Kosten doch wenigstens zum Teil wieder reinzubekommen. Denn mit reduziertem Krankengeld + zusätzlichen Fahrtkosten (2000 km / Monat) wird es knapp.

noicewVoman


Wenn die Krankenkasse Träger der REHA-Maßnahme, wäre es sinnvoll, dort nachzufragen

Schau mal nach § 53 SGB IX (Reisekosten) und § 60 SGB V (Fahrkosten):

"(5) Im Zusammenhang mit Leistungen zur medizinischen Rehabilitation werden Fahr- und andere Reisekosten nach § 53 Abs. 1 bis 3 des Neunten Buches übernommen."

lvessF-of]-a-Bclxue


Nun ja, ist eine Wiedereingliederung als Reha-Maßnahme anzusehen? Ich weiss es nicht. Du?

Aber die entsprechenden Gesetze werde ich mir am WoE zu Gemüte führen. VIelleicht weiss ich dann mehr. Danke für den Tip.

tYatua


Bei meiner Anfrage damals hat die Kasse mitgeteilt, dass keine Fahrtkosten erstattet werden können.

Die Rechtsgrundlage ist § 74 SGB V

Kommentiert auf Rehadat:

"Der Arbeitnehmer erhält während der Stufenweisen Wiedereingliederung entweder

Krankengeld von der Krankenversicherung,

Übergangsgeld von der Rentenversicherung,

Verletztengeld von der Unfallversicherung oder

Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit von der Agentur für Arbeit.

Arbeitgeber können während der Maßnahme auch freiwillig Arbeitsentgelt entrichten, was zu Kürzungen bzw. zum Wegfall der Entgeltersatzleistung führt.

Zusatzleistungen wie beispielsweise Fahrtkosten für den Weg zur Arbeit können für die Dauer der Stufenweisen Wiedereingliederung vom zuständigen Rehabilitationsträger oder vom Arbeitgeber gewährt werden."

Da steh leider können – Es scheint eine "kann-Leistung" zu sein und wird deshalb gern nicht bezahlt.

nJiceuwomaxn


Nun ja, ist eine Wiedereingliederung als Reha-Maßnahme anzusehen?

öhm... unter Reha-Maßnahme vestehe ich eine Rehabilitation im Sinne von Wiedereingliederung in den bisherigen Beruf, also jetzt bei dir less-of-a-clue, natürlich gibt es viele andere Reha-Maßnahmen.

Die Maßnahme findet bei deinem bishergen Arbeitgeber statt oder irgendwo extern (so kams bei mir an)?

Dann wäre es ja nicht der Weg zum "normalen" Arbeitgeber....

@:)

AEnbnalVena64


Eine Wiedereingliederung ist DEFINITIV keine Reha-Maßnahme!

Schönen Gruß,

A.

t^atuxa


Deine Wiedereingliederung ist eine medizinische Rehamaßnahme

"Die stufenweise Wiedereingliederung ist eine Maßnahme der medizinischen Rehabilitation und wird als Leistung der gesetzlichen Kranken- oder Rentenversicherung gewährt."

[[http://www.einfach-teilhaben.de/DE/StdS/Ausb_Arbeit/ArbPl_sichern/Wiedereingliedern/wiedereingliedern_node.html Quelle]]

Leider werden vom Träger der Rehamasssnahme dennoch in der Regel keine Fahrtkosten gewährt – Begründung ist oft, dass es ja der normale Arbeitsweg ist. Das der Betroffene in der Zeit aber kein Gehalt sondern wesentlich geringeres Übergangs- oder Krankengeld bezieht, wird bequemerweise ausgeblendet.

Leider hat vor allem die Krankenkasse oft nur ein halbherziges Interesse an einem Hamburger Modell, so dass die Ankündigung, die Massnahme wegen zu hoher Kosten abzubrechen, ein zahnloser Tiger ist.

l(ess-iof-ax-clue


tatua & co.,

danke für die Infos. Also hätte ich rein theoretisch während der Wiedereingliederung, die ja eine Rehamaßnahme ist, eventuell Anspruch auf Fahrtkostenunterstützung. Da mein Arbeitsgeber – trotz Bedarf an meiner Arbeitskraft – hier mir nur die kalte Schulter zeigt, so ist also die Krankenkasse mein Ansprechpartner.

Dumm natürlich nur, dass einem keiner (kein Arzt, niemand) diese Infos einfach mal so mitteilt, sondern man sich alles erst wieder im Laufe der Zeit zusammenreimen und selbst heraussuchen darf. Aber eigentlich sollte ich dies ja langsam kennen. Auch der eigentliche Ablauf eines Hamburger Modell kann einem bei besonderen Fällen keiner erklären. Nicht mal die Spezialisten der Krankenkasse; von den betreuenden Ärzten ganz zu schweigen.

nvicewAoman


Also hätte ich rein theoretisch während der Wiedereingliederung, die ja eine Rehamaßnahme ist

zumindest das konnten wir DEFINIV klären ]:D

würde mich interessieren, wie das ausging, berichte doch bitte mal bei Gelegenheit :)*

l5es{s-of-"a-clxue


Ich werde berichten. Allerdings – so ich meine vorherigen Erfahrungen berücksichtige - so wird dies wohl ein bisschen Zeit und vor allem Geduld brauchen.

N3anfni7x7


Ich kenne das Problem leider nur zu gut! Bei meiner Wiedereingliederung im letzten Jahr ging das auch an meine finanzielle Grenzen. Habe dann deshalb nach 4 MOnaten wieder angefangen zu arbeiten. Tja nach 2 Monaten gings dann Gesundheitlich nicht mehr, zu schnell zu viel. Bin nun wieder krank geschrieben. Jetzt bin ich seit Ende September auch noch ausgesteuert und erhalte nur ALG II. Ich will jetzt wieder anfangen zu arbeiten, mit einer Wiedereingliederung, weiß aber leider überhaupt nicht wie ich das finanzieren soll. Es ist ein Teufelskreis und interessiert leider kein Schwein. Ich komm schon so mit dem ALGII nicht aus, wie soll ich da jetzt noch jede Woche für 60€ tanken gehen? Man wird damit komplett allein gelassen und bekommt keine Hilfe. Dadurch das ich mir die ganze Zeit auch noch Gedanken um meine finanzielle Situation machen muß, werden meine Depressionen auch nicht besser. Man würde gerne wieder arbeiten, aber man kann sich das nicht leisten, ist doch eigentlich verückt oder? Meine Reserven sind auch alle aufgebraucht. Also falls Du noch irgendeine Lösung findest wäre es toll wenn du sie hier postest. Ich weiß nämlich nicht mehr weiter.

RvHxW


Hallo Nanni77,

wenn ich das richtig in Erinnerung habe, gibt es in solchen Fällen Leistungen des Jobcenters. Es sind aber immer Ermessensleistungen, die grds. nur für die Zukunft gezahlt werden. Ermessen heißt, dass man individuell die Notwendigkeit darlegen muss und dann geklärt wird, ob noch Geld im "Topf" ist. Ggf. kann der Zuschuss auch als Darlehen gewährt werden und nach der ersten Gehaltszahlung in Raten zurückgezahlt werden.

[[http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__16.html]]

Gute Beserung!

Gruß

RHW

lkess-o@f-aS-clxue


Nun ja, mit "dem Amt" würde ich mich ungern anlegen, da a) die Wiedereingliederung nahezu abgeschlossen ist und ich somit kaum noch Anspruch auf Leistung hätte und b) von derern Sichtweise (Harz IV Satz oder so was in der Art) durchaus noch Luft nach unten vorliegen dürfte. Somit rechne ich pauschal einmal mit keiner Übernahme von deren Seite.

Ich habe jetzt erst einmal begonnen mich mit der KK auseinanderzusetzen. Also ein wohl geformtest Schreiben an diese auf den Weg gebracht. Mal schauen was kommt.

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