» »

Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit Helios Kliniken ?

hNwb0W010 hat die Diskussion gestartet


Im August 2012 habe ich bedingt durch einen schweren Schlaganfall meines Vaters 2 Helios Klniken und einige Stationen innerhalb dieser Kliniken kennenlernen dürfen.

Meine Erfahrungen sind sehr zwiespältig.

Der Oberarzt und die Schwestern der akuten Station der Stroke-Unit in Wuppertal sind hervorragend und haben wirklich nur das Wohl des Patienten im Blick. Besonders deutlich wird der Leistungsabfall der einzelnen Abteilungen, wenn der Patient auf dem gleichen Flur - zwei Zimmer entfernt - von der akuten Station auf die "Normalstation" verlegt wird. Absprachen mit dem Oberarzt und dem Pflegepersonal haben keine Gültigkeit mehr. Der Stationsarzt fällt seine eigenen Entscheidungen und ist nicht an die Weisungen des Oberarztes gebunden. Der Stationsarzt ist wohl von Helios angewiesen, zunächst den Patienten innerhalb des Helios-Verbundes zur Gewinnoptimierung zu halten. Der Wunsch des Patienten und seiner Angehörigen auf Verlegung in eine Spezialklinik für Schlaganfallpatienten (keine Helios-Klinik) wurde mit dem Hinweis auf die nicht vorhandene Transportfähigkeit des Patienten zurückgewiesen.

Obwohl die Verlegung vom Oberarzt befürwortet wurde, weigerte sich der Stationsarzt der Verlegung zuzustimmen.

Vielmehr wurde mein Vater am nächsten Tag in die Helios-Klinik nach Schwelm verlegt.

Dort begann das gleiche Spiel. Oberarzt wieder sehr aufgeschlossen, Stationsärztin stimmte zunächst einer Verlegung nicht zu.

Durch sehr starken Druck auf die Ärzte und auf den sozialen Dienst wurde dann angeblich per Fax die Verlegung in die Spezialklinik vorbereitet und beantragt. So steht es auch im Arztbericht. Nur leider ist diese Anmeldung scheinbar nie erfolgt. Die Anmeldung ist dort nicht angekommen. Angebliche Telefonate mit der Neurologischen Klinik waren wohl auch nur vorgeschoben, um mich zu beruhigen.

Ganz plötzlich und unerwartet wurde dann mein Vater innerhalb weniger Stunden eines Tages von nicht transportfähig über transportfähig mit Arzt zu transporstfähig mit Sanitätern eingestuft.

Dem Personal auf der Geriatrie in Schwelm kann ich nur das beste Zeugnis ausstellen. Die Schwestern kümmern sich sehr gut um jeden einzelnen Patienten, sind immer freundlich und hilfsbereit. Die einzelnen Therapeuten, insbesondere die Logopäden, leisten hervorragende Arbeit. Werden leider oftmals durch Angehörige, eingesetzte Betreuer und Krankenkassen ausgebremst. So habe ich es zumindest empfunden. Die Ärzte stöhnen unter den von Helios geforderten und von den Ärzten oft als unnötig empfundenen Dokumentationen. Das gleiche gilt auch für die Dokumentationspflicht durch das Pflegepersonal.

Fazit: Ärzte und Personal der kennengelernten Abteilungen in den Helios-Kliniken Wuppertal und Schwelm sind fachlich sicherlich sehr gut. Solange man in dieser Gegend wohnt und im Klinikverbund bleibt wird es auch wenig Probleme geben. Ein Ausbrechen aus dem Klinikverbund wird mit zweifelhaften Mitteln unterbunden. Es wird versucht, den optimalen Gewinn aus jedem einzelnen Patienten zu generieren.

Ich möchte nicht behaupten, daß mein Vater diesen Schlaganfall bei einer unverzüglichen Verlegung in die Neurologische Klinik überlebt hätte. Aber leider bleibt ein unangenehmes Gefühl, dass der finanzielle Vorteil im Helios-Verbund etwas höher steht als ein Menschenleben.

Antworten
S2uNnflowCer_7/3


Willkommen im bundesweiten Klinikalltag. Dokumentation geht über Patientenversorgung – aus rein rechtlichen und abrechnungstechnischen Gründen. Und es wird mit der Einführung des neuen Abrechnungskataloges NICHT besser werden.

Ansonsten:

Wenn Dein Vater auf einer speziellen Stroke Unit war, IST das eine Spezialstation. Da ist dann auch keine Verlegung in eine "Spezialklinik" erforderlich. Denn Stroke Unit ist schon hochspezialisiert!!!

Und Einstufungen bzgl. Transportfähigkeit können sich schnell wandeln, bzw. die der Entscheidung zu Grunde liegenden Fakten.

Tut mir leid bzgl. Deines Vaters. Leider ist es nunmal so, dass es in keiner Klinik perfekt läuft. Es ist dann einfach, die vermeintliche Ursache für den Tod eines Menschen darauf zu schieben. Statt zu akzeptieren, wie es gekommen ist: Dass ein lieber Mensch nicht mehr da ist.

tdatuxa


Eine solche Geschichte habe ich auch mal erlebt – war allerdings die Damp-Gruppe (die jetzt aber glaube ich von der Helios übernommen wurde)

Ich war Patientin in einer Rehaklinik und sollte wegen eines akuten Notfalls in ein Akutkrankenhaus verlegt werden. Ich wurde dann in ein Krankenhaus gebracht, was schlecht ausgestattet und rund 20 km weiter entfernt war als das nächste geeignete. Das obwohl ich doch als Notfall im Rettungswagen so schnell wie möglich behandelt werden sollte. Medizinisch war das nicht zu begründen. Das KKH, in das ich verlegt wurde, gehörte aber eben zur Damp-Gruppe – genau wie die Rehaklinik.

Die betreuende Ärztin sagte mir hinterher, dass sie angewiesen seien, alle Akutfälle in diese Klinik zu schicken. ;-)

b7eetleqj%uixce21


hmmm ob jetzt heiß oder nicht..ich möchte sinnloser insgesamt zustimmen das eine stroke United ja nun die Spezialstation für apoplektiker ist.

vielleicht war man darum gegen eine Verlegung ? mit der Begründung besser als das beste geht nicht ? auch wenn es natürlich eure Entscheidung ist..

zur Dokumentation sag ich als täglich damit umgehende..ja es nervt..aber ja es ist lebenswichtig in dem Job..für Patienten und für sich selbst als rückversicherung

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Gesundheitswesen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH