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Falsche Diagnose

s)teRffin0x02 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Vielleicht könnt ihr mit hier weiterhelfen:

Letztes Jahr kam ich aufgrund von Schwindel und starker Übelkeit sowie Druck auf beiden Ohren ambulant ins Krankenhaus. Der behandelnde Arzt war ziehmlich überheblich und stempelte gleich alles als psychisch ab und schickte mich nach einigen Routineuntersuchungen wieder allein nach Hause. Ich erhielt kurz darauf einen Brief (der auch an meine Hausärztin geschickt wurde) in dem stand: Diagnose: Verdacht auf somatoforme Störung. Zudem wurde darin behauptet, ich hätte gesagt, dass ich in den letzten Tagen wenig gegessen und getrunken habe. Ich habe mich damals sehr darüber aufgeregt, da ich genau das Gegenteil erzählt habe (also, dass ich in letzter Zeit sogar sehr viel gegessen hatte etc.), kümmerte mich aber nicht weiter darum, da es mir erst einmal darum ging, wieder gesund zu werden. Ein anderer Arzt stellte dann die richtige Diagnose: Wirbelblockade. Nachdem er mich einrenkte ging es mir wieder wesentlich besser.

Er riet mir nun, gegen dieses Schreiben vorzugehen, da ich eventuell später eine Verbeamtung anstrebe und es in solchen Fällen wohl zu Problemen kommen könne.

Meine Krankenkasse konnte mir leider nicht helfen, da sie dort keine Einsicht in diese Briefe haben. Wisst ihr, wie man da am besten vorgehen kann? Direkt mit dem Krankenhaus Kontakt aufnehmen? Und wenn ja, wie genau sollte ich mein Anliegen formulieren? Oder macht es Sinn, direkt einen Anwalt einzuschalten?

Antworten
o}the%llo


Wie du bereits schreibst – die Krankenkasse ist hier nicht dein Ansprechpartner;

Der Arztbrief hat mit der o.g. (wohl falschen ) Diagnose das Krankenhaus verlassen (eine Kopie speichern die aber auch immer ab!) – und ist nun bei deiner Hausärztin.

Ob eine solche "Fehl-Diagnose" später bei einer möglichen Verbeamtung ein Problem darstellen wird – ich bin mir da nicht sicher, aber es wäre möglich. Den Vorfall bei der üblichen Selbstauskunft einfach zu verschweigen, kann als gefährlich werden...

Sprich in diesem Sinne mit deiner Hausärztin und bestehe mit freundliche Worten- aber nachdrücklich – darauf, den Sachverhalt zeitnah richtig zu stellen und dass es ensprechend in ihrer Praxis-EDV so dokumentiert wird.

Der Amtsarzt wird möglicherweise später sie zu deinen Vor-Ekrankungen befragen und sie wird entspr. Auskünfte ( meist in Form eines EDV-Ausdrucks deiner Patienten-Akte + Facharztbefunden und KrHs-Entlassungsbriefen ) weiterleiten.

So wird es dir später nicht negativ angerechnet werden!

s,teffIi002


Ok, also wende ich mich am besten erstmal an meine Hausärztin. Wäre es denn auch eine Möglichkeit, direkt ans Krankenhaus direkt heranzutreten?

KSapuzinnerkresYse


@ steffi

sicher kannst du auch direkt an das krnkenhaus herantreten, allerdings würde ich mir nicht viel davon versprechen. der arzt wird seine (verdachts-)diagnose nicht nachträglich ändern. wichtiger wäre m.E., dass du einen kurzen befund besorgst (vom orthopäden vermutlich) über die wirbelblockade. und dass du mit deiner hausärztin das besprichst, so wie es dir geraten wurde.

ich denke nicht, dass dir dieser brief dann später auf die füße fallen kann, denn auch ärzte können irren und das hat sich ja bei dir auch herausgestellt, dass die diagnose des arztes nicht richtig war.

sRtEeffGi00x2


Ok, vielen Dank für die hilfreichen Tipps, so werde ich es auf jeden Fall erstmal machen. :)^

tohe-#caver


Da sehe ich nur mäßig gute Chancen: Dass ein anderer Arzt später der Ansicht war, die Symptome seien durch eine Wirbelblockade ausgelöst worden, widerlegt die somatoforme Störung nicht – es ist sehr umstritten, ob Wirbelblockaden solche Symptome machen können.

Außerdem war die Diagnose ja nicht "somatoforme Störung", sondern "Verdacht auf" – das wird bei der Datenübermittlung an die Kasse auch entsprechend gekennzeichnet (mit einem "V" hinter dem Diagnosecode). Und wenn der Kollege einen Grund für diesen Verdacht hatte, dann kann (und soll) er ihn natürlich auch äußern. Du solltest aber mal nachschauen, ob das mit dem "V" gemacht worden ist – Klinikärzte vergessen das manchmal, weil das "V" bei der stationären Verschlüsselung nämlich nicht benutzt wird, das gibt es nur ambulant. Und Klinikärzte arbeiten halt zu 90% stationär.

Allerdings wird in vielen Einrichtungen in der Tat zu großzügig mit dieser Diagnose umgegangen. Die somatoforme Störung ist nämlich nach ICD-10 definiert als wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen" – dass jemand mal ein körperlich nicht erklärbares Symptom hat (hat fast jeder irgendwann mal), rechtfertigt diese Diagnose also nicht, und auch für den Verdacht sollte schon etwas mehr da sein. Das kann zum Bespiel das Verhalten des Patienten sein – sehr typisch für somatoforme Störungen ist z.B. der feste Glaube an eine organische ursache der Beschwerden in Verbindung mit Abwertung aller Behandler, die eine psychische Komponente ansprechen...

Kvapuz%inerkRresse


@ the_caver

sehr typisch für somatoforme Störungen ist z.B. der feste Glaube an eine organische ursache der Beschwerden in Verbindung mit Abwertung aller Behandler, die eine psychische Komponente ansprechen...

leider hat der patient ja damit auch recht, wie sich im nachhinein oftmals herausstellt.

aber du hast wahrscheinlich recht, was die versicherungen aus so einer diagnose machen, weiß ich nicht.da hilft dann vielleicht wirklich die einordnung der diagnose der hausärztin. die meinung eines arztes, der den patienten einmal gesehen hat sollte weniger schwer wiegen als die meinung einer ärztin, die die patientin kennt.

sSteCff7i0`0x2


Hmmm mal sehen, was sich daraus ergibt. Es ist wirklich ärgerlich, dass einige Ärzte mit der Diagnose "Psyche" schnell um sich werfen. Auf dem Brief steht eindeutig ein V.a. davor – wenigstens etwas. Dennoch empfinde ich dieses Schreiben als Zumutung, da der Arzt darin ja auch meine Aussagen komplett verdreht hat, sodass es ihm passte. Naja, dann weiß ich wenigstens, wo ich nicht mehr hingehen werde, wenn ich die Wahl habe...

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