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Wie fühlt es sich an, Arzt zu sein?

STu+nfl|owe!r_x73


"Nicht klarkommen" ist vielleicht ein etwas zu negativer "Terminus", aber es ist doch nicht abwegig, dass ein Psychologiestudent mit einem psychologischen Problem bei sich oder nahen Verwandten(was wiederum auf einem selbst zurückfällt) konfrontiert wurde und später Psychologie studiert, um des Problems Lösung zu lernen.

Dem stimme ich durchaus zu. Die meisten meiner Kollegen aus dem klinischen Bereich hatten prägende Lebenserfahrung. Hat mich "selber krank" aber nix zu tun. Die gibt's auch – wie in jedem Beruf. Es gibt auch Kollegen, da würde ich niemanden hinschicken.

Ansonsten kotzt mich diese pauschale Vorverurteilung hier gewaltig an. Schön, wenn jemand hier meint, alle Nunacen eines Gesprächs beurteilen zu können.

Ich bekomme auch von meinen "Nervensägen" positive Rückmeldungen zur Behandlung und stecke auch von meinem Lieblingen. Ich gebe bei jedem Patienten mein Bestes und wende die Techniken an, die angezeigt sind. Ein Chirurg wird auch nicht schlechter operieren, nur weil er den Patienten nervig findet.

Dass das alles dennoch von ganz banaler persönlicher Sympathie oder eben Mangel daran beeinflusst wird, ist nun mal so. Wird hier niemand bestreiten, dass es DEN Effekt gibt.

Machtspielchen brauche ich nicht. Ich sehe mich als Dienstleisterin, die auf klare Aufträge vom Patienten wartet.

Schubladendenken betreibe ich zwangsläufig hinsichtlich Diagnosen. Alles andere ist im Fluss, Patienten überraschen mich immer wieder. Ich betreibe ständige Neueinschätzung, Korrektur meiner Sichtweise, meines Verhaltens, der Therapieplanung. Mit jedem Gespräch bekomme ich mehr Informationen über und von dem Patienten, so dass sich Dinge STÄNDIG ändern. Schubladendenken ist das klare Gegenteil.

Du wirst ja sicher auch nicht "everybodys Darling" sein!

Och, ich bin schon ziemlich anpassungsfähig und kann mich gut zurücknehmen. Aber nein, mich mag auch nicht jeder Patient. Kann ich aber auch nur begrenzt beeinflussen. Ich ermutige die Patienten aber AKTIV zu Kritik an mir, und die kommt manchmal erwartet und manchmal auch unerwartet.

Und aus privater Sicht:

Ich bin schwerbehindert/chronisch krank. Hab' eine Menge mieser Erfahrungen mit Ärzten gemacht und kann Frust durchaus nachvollziehen. Auch meine absoluten Lieblingsärzte sind nicht perfekt und verärgern mich manchmal. Aber ich kenne halt auch das Gesundheitssystem hinter den Kulissen und bin dann in meiner Patientenrolle auch mal gnädig. Wenn ich bei meinem Chirurgen bspw. 3-4 Stunden im Wartezimmer hocke, verstehe ich die anderen Patienten, die nörgeln ohne Ende. Aber ich weiß halt auch, wie es hinter den Kulissen aussieht: Knappe Zeitpläne, die halt manchmal kippen. Engagement für einen Patienten, wodurch dann andere Patienten MAL zu kurz kommen.

Geben und Nehmen. Ich will als Behandlerin nicht glorifiziert werden, ich muss aber als Patientin auch nicht ständig die erste Geige spielen.

Somit bin ich hier raus. Was ich nicht muss ist, mich angesichts von Kommentaren/Ausdrücken anderer, die ich aufgegriffen habe, dafür von weiteren Personen den Totalfrust einstecken zu müssen.

S+unf9lo)werx_73


Ich habe lediglich gesagt, dass Ärzte und Therapeuten vorsichtiger sein sollten, wenn sie irgendwelche Patienten als "Lieblinge" bezeichnen, weil auch diese Schattenseiten haben und vielleicht alles andere als integer sind!

JEDER Mensch hat Schattenseiten und integer muss kein Patient sein.

@ Die Keltin ;-D

Das sind alles Vorurteile!

Ja. Gut erkannt. V.a. auch BEI DIR! ]:D

Dcief Keltixn


@ Sunflower:

Du bist von vordergründigen Dingen geblendet, die du an einem Menschen siehst und dementsprechend voreingenommen, genau wie viele andere Leute - leider!

Nur, dass ich das bei Ärzten und Therapeuten noch viel schlimmer finde, weil man als Patient auf eine gewisse Art abhängig von ihnen ist und man daher erwarten müsste, dass sie auch hinter die Fassade gucken, da sie dafür ausgebildet wurden!

cuhnoxpf


Du bist von vordergründigen Dingen geblendet, die du an einem Menschen siehst und dementsprechend voreingenommen, genau wie viele andere Leute – leider!

Ach, woher weisst du das? Bist du bei ihren Therapiesitzungen dabei?

Du bist echt schnell, was Urteile fällen angeht.

ZwRuHb


Ich habe lediglich gesagt, dass Ärzte und Therapeuten vorsichtiger sein sollten, wenn sie irgendwelche Patienten als "Lieblinge" bezeichnen, weil auch diese Schattenseiten haben und vielleicht alles andere als integer sind!

Ach echt? You dont say.

Es gibt einfach darum das man einfach Menschen unterschiedlich sympathisch findet. Das hat doch nichts mit integer und das wir denken "der Mensch ist perfekt" zu tun.

SdunfloNwer_x73


Du bist von vordergründigen Dingen geblendet, die du an einem Menschen siehst und dementsprechend voreingenommen, genau wie viele andere Leute – leider!

:|N

An meinen telepathischen Fähigkeiten arbeite ich halt noch. ]:D

Fragt sich nur, wer hier gerade voreingenommener ist... :=o

EbhemaPligert NutzeJr (#3536x55)


Dem stimme ich durchaus zu.

Danke. Ist ja auch nicht böse gemeint und auch nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Es ist doch gut, wenn jemand interessiert, motiviert und erfahren(wenn das Problem gelöst wird) ist.

G[ourtmetxa


Bei solchen Fragen sieht man, was Emergency Room und Grey's Anatomy so alles auslösen. ;-D

SUunflozwexr_73


@ 1abc:

Keine Ursache. Ist doch irgendwie naheliegend. So ganz grundlos landet niemand in dem Therapeutenberuf. Wobei es bei den wenigsten direkte EIGENE Probleme waren, sondern Erlebnisse im Umfeld: Magersüchtige Schulfreundin, depressives Elternteil,...

Und:

Man sollte nicht außer Acht lassen, dass Psychologie eben nicht nur die klinische Psychologie umfasst. Es gibt auch den ganzen großen Bereich der Arbeits- & Organisationspsychologie. Ich habe etliche Kommilitonen, die vorher ein Bankausbildung gemacht haben, dann das Studium mit DEM Schwerpunkt (z.T:.noch VWL als Zweitfach). Und die jetzt ganz klassisch Unternehmensberatung machen. Was ich liebevoll "Wie feuere ich Leute am besten" nenne. ;-D

Die Leute hatten mit dem ganzen Bereich der psychischen Krankheiten nix am Hut und haben zugesehen, nur das absolute Minimum an Seminaren in dem Bereich zu machen. Die verbanden mit dem Studium halt ein GANZ anderes Ziel. Und die hatten i.d.R. auch keine "persönlichen" Vorerfahrungen.

Mich ärgert halt, dass man als Therapeut automatisch als "selber krank" oder "machtgeil" bezeichnet wird. Hört Euch doch mal in den Medien um, wer wird bei nächsten Massenunglück etc. als letzte Instanz geholt, um Opfer, aber auch Rettungspersonal aufzufangen? Die Psychologen. Das kann man nicht leisten, wenn man selber nicht fit ist. Und mir fallen nur wenige Berufe ein, wo man sich selber so dermaßen zurücknehmen und z.T. jedes Wort und jede Geste sorgfältiger überlegen muss als in diesem engen Patientenkontakt. Wo im schlimmsten Fall ein einfaches unterdrücktes Gähnen vom Patienten als Affront und "hört mir nicht zu" aufgefasst wird. Hatte ich Donnerstag noch, nach 10 Stunden im Job mit geplatzer Mittagspause. War dann abends beim 12. Patienten etwas müde und versuchte, das Gähnen zu unterdrücken. Kam nicht so gut. Tat mir auch leid, aber: Ich bin auch nur Mensch. Zugehört habe ich trotzdem. Mitgedacht auch. Aber das ist dann wieder der Punkt der Rahmenbedingungen: SO möchte ich eigentlich nicht arbeiten, 12 Patienten an einem Tag sind zu viel. Aber es sind die Vorgaben der Klinik, und ich muss mich fügen. Gut, dass ich an dem Tag 10 statt 8 Stunden gemacht habe, lag halt an Notfällen, wo ich sagte, sie sollen noch kommen. War vielleicht auch nicht die beste Entscheidung, aber lieber ein kurzes Gespräch als nix oder als nachts beim diensthabenden Psychiater aufzuschlagen, der vielleicht nicht mal ausreichend Deutsch spricht. Bei uns leider ein großes Problem. All das berücksichtigt man – und dann wird der Gähner zum Problem.

Da merkt man halt, wie vorsichtig man sein muss. Und auch, dass man schon in einer sonderbaren Machtposition ist. Weil man eben "nur" über das Gespräch und die eigenen Ideen arbeitet. Das hat aber mit Machtgeilheit nix zu tun. Ich habe einen Heidenrespekt vor dieser Verantwortung, die der Job mit sich bringt. Wenn ich diesen Respekt nicht mehr habe, hänge ich den Job direkt an den Nagel.

JWu.lxey


Bei solchen Fragen sieht man, was Emergency Room und Grey's Anatomy so alles auslösen.

:)z

Liebe TE, ich kann dir sagen wie es ist, in einer großen orthopädisch-unfallchirurgischen Notaufnahme zu arbeiten. zwar nicht als Arzt aber als MTRA Und das hat mit der Arztserien-Romantik wenig bis gar nichts zu tun. Aber schön war's trotzdem, ich würde es jederzeit wieder tun :)^

I_n-KoLg Ni0to


Ich weiß nicht..... Ich habe Psychologie Im Nebenfach studiert , als Hauptfach Soziologie und diese Fächer sind alleine schon im Studium ein ständiges austarieren von durchschnitten und Mittelwerten Verhalten wird dort nicht bewertet, sondern erklärt. Man wird so neutral gegenüber menschlichen Abweichungen, dass es fuer das Privatleben schon fast lästig wird.

Wenn ich mit anderen Leuten zu tun habe, die sich abweichend verhalten, wie auch immer, merke ich das. Deswegen habe ich sie nicht weniger lieb. Es erweckt oft meine berufliche Neugierde, aber ich frage nicht nach, da ich nicht therapeutisch arbeite.

Ian-Ko!g NYitxo


Mein Prof fuer entwicklungspsychologie berichtete von Studien mit fachstudierenden bezueglich devianten oder psychotischen verhalten und die Ergebnisse waren nicht auffällig zur kontrollgruppe.

I!n-Kog *Nitxo


Und so ählich kenne ich das von meiner arztverwandtschaft..... Die bekommen sogar schon so einen neutralen Blick, wenn man vom letzt Kinobesuch erzählt....

Das ist äußerst selten, dass jemand seine Patienten zum Lachen bringen will oder liebe vergeben.... Die wollen ihren Job gut machen und zwar nicht auf der zwischenmenschlichen Ebene. Das heißt nicht, dass sie nicht mit ihnen reden oder was persönliches einfließt, da ist abermeist schnell vergessen.... Die meisten Patienten wollen das auch gar nicht. Das Verhalten oder die Art des Patienten beeinflusst die Medizin nicht.

mMaPripoxsa


Ich habe lediglich gesagt, dass Ärzte und Therapeuten vorsichtiger sein sollten, wenn sie irgendwelche Patienten als "Lieblinge" bezeichnen, weil auch diese Schattenseiten haben und vielleicht alles andere als integer sind!

Auf wen bist eigentlich neidisch/eifersüchtig, Keltin?

DKie eKelxtin


@ mariposa:

Ich bin nicht neidisch. Ich mag es nur nicht, wenn man ungerecht und vorverurteilt wird!

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