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Abrechnungsbetrug

mWnef


"Beweise" mitzubringen kann aus Datenschutzgründen verfänglich sein.

Ich würde trotzdem – quasi für meine Akten – ein paar sicherstellen, um dem Fall vorzubeugen, dass die Herrschaften sich rausnehmen, gegen mich zu schießen.

S,enddzi'mir


Vorsicht. Dann schießen sie genau deswegen. Die Nummer hier ist nicht ohne.

TGimba!tukxu


Hallo Robbee,

meinen Respekt, dass Du das unredliche Verhalten Deines Arbeitgebers zur Anzeige bringen willst.

Das finde ich sehr couragiert u mutig von Dir. :)z

Dem schließe ich mich an. Auch von mir ehrlichen Respekt. Ich hoffe, dass es bei dir gut ausgeht. Du gehst ja nun ein in die Liga der Whistleblower, von denen wir gar nicht genug haben können und irgendwann müssen die sich vielleicht auch nicht mehr in Moskau verstecken. :)^

S3e%nd_zimxir


Die "Liga der Whistleblower" ist eine Beschönigung für eine zwangsläufig sich ergebende soziale Isolation. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. In aller Regel wenden sich sogar die eigenen Kollegen ab, die das hinter vorgehaltener Hand kritisiert haben, dann aber Angst haben. Vor ihrem Chef, um ihre Existenz, wie auch immer. Wer aus diesem Strudel an Verlogenheit ausbrechen will, erntet Unverständnis. Die Bequemen, und das ist die Mehrzahl, haben kein Rückgrat und halten am alten Zustand fest, weil sie ja doch irgendwie profitieren. Courage – darüber redet jeder und findet das toll, aber nur so lange, bis sich einer auch mal traut, etwas zu sagen.

S4unfclowOer_O7x3


Naja, man könnte ja auch anonym bei der KV anrufen und fragen, ob/welche Beweise die ggf. wollen. Tendenziell können die halt inhaltlich klarere Auskünfte geben als die Polizei...

Aber es stimmt schon: Ich würde erstmal vorsichtig anonym vorfühlen, um mich selber zu schützen.

1Xto3


Die Quittungen haben die Patienten, Durchschlag ist bei uns.. Kassenbuch wird auch geführt, geht sogar zum Steuerberater :-/ Die Patienten müssen sogar auf einem IGEL Formular unterschreiben, das aber in der Praxis bleibt.

Das Muster kommt mir bekannt vor:

[[http://www.med1.de/Forum/Augen/667577/]]

Per IGEL abzurechnen, was eigentlich auch die GKV zahlt, macht natürlich noch mehr Sinn, wenn man doppelt abrechnet...

mZnmeGf


Vorsicht. Dann schießen sie genau deswegen. Die Nummer hier ist nicht ohne.

Wie denn? - die wissen doch nicht, was ich unterm Kopfkissen hab.

Spendz!imir


Ja wie denn wohl? Wenn Du es einsetzt, falls sie gegen Dich schießen, würdest Du es ja genau dann vorzeigen. Ansonsten nützte es Dir unterm Kopfkissen nichts. Und dann kommt: "Sie haben gegen den Datenschutz und unsere internen Richtlinien verstoßen. Daher kündigen wir das Arbeitsverhältnis hiermit fristlos."

mJnef


Dann wägt man ab, welche Konsequenz die Schlimmere ist.

SPendHzimxir


Du machst es erst dann, aber man macht es schon vorher.

m2nef


Ja gut. Ich halte mir alle Türen offen, alle anderen verzichten gleich und haben am Ende so oder so keine Wahl mehr, was sie nun am besten tun oder nicht tun. Soll mir recht sein.

tEhe7-caSvexr


Ich denke, es sind sich alle einig, dass solchen betrügern das Handwerk gelegt werden muss - solche schwarzen Schafe bringen schließlich die ganze Zunft in Verruf.

Allerdings würde ich auch dringend empfehlen, das anonym zu machen. Wenn es zu einem Strafverfahren kommt (was bei den berichteten Zuständen wahrscheinlich ist), wird nämlich der Verteidiger des Arztes Akteneinsicht bekommen und den Namen sehen.

Alternativ kann man einen Anwalt oder Notar zwischenschalten, um die Anonymität zu wahren. Blöderweise kostet das Geld, was man hinterher nicht wiedersieht, und so üppig sind die MFA-Gehälter ja nicht...

Was Datenschutz/Schweigepflicht angeht: Man muss ja keine konkreten Patientennamen nennen. Es genügt ja, mitzuteilen, wo gesucht werden muss, z.B. "Allein in der Woche vom bis wurde bei mindestens 3 Patienten die Kassenleistung EBM-Nr. 12345 abgerechnet und dieselbe Leistung dem Patienten mit jeweils 98,76 Euro in Rechnung gestellt". Aber Vorsicht: Man sollte da schon einen Zeitraum nehmen, in dem mehrere Helferinnen Dienst hatten, sonst isses nix mit Anonymität.

Was die Konsequenzen angeht: Danach wird - auch bei gewahrter Anonymität - ein Arbeiten in dieser praxis nicht mehr möglich sein. Erstens gibt es ja wahrscheinlich nur einen sehr begrenzten Personenkreis, der als Tippgeber in Frage kommt (da wird denn jeder jeden verdächtigen), und zweitens ist es gut möglich, dass der Arzt seine Kassenzulassung verliert und/oder ein zeitweiliges Berufsverbot kassiert.

Ich wünsche trotzdem viel Erfolg!

SAe$nd^zimixr


Ich denke, es sind sich alle einig, dass solchen betrügern das Handwerk gelegt werden muss – solche schwarzen Schafe bringen schließlich die ganze Zunft in Verruf.

So ist es.

Allerdings hast Du auch den Punkt angesprochen, dass man mit einer Meldung wohl auch gleichzeitig seine Existenzgrundlage opfert. Daher sollte man, wie schon angeklungen, sich vorher einen Plan B überlegen.

Bezüglich Anonymität und Datenschutz empfehle ich nach wie vor, sich konkret vor Ort zu informieren.

Man muss aber damit rechnen, dass die Anonymität hier wohl kaum gewahrt werden kann. Daher sollte der Plan B auch schon eine neue Stelle beinhalten. Denn wer seinen alten Arbeitgeber angezeigt hat, hat auf dem Arbeitsmarkt erst einmal wenig Chancen, selbst wenn die Anzeige aus redlichen Motiven erfolgte.

L=ena(929x2


Anonym wird da gar nichts ablaufen können. Falls die Bücher geschickt frisiert sind und keine Beweise vorliegen – geht die Sache ins Leere. Sobald aber Nachweise vorlegt sind – wird jeder wissen, aus welcher Ecke das kommt.

Sicher bekommen Deine Chefs erstmal riesige Probleme – aber ob man ihnen die Zulassung entzieht und sie nicht prompt in kurzer Zeit einen neuen Weg finden – woher willst DU das wissen?

Ich kann Deinen Gedankengang verstehen und auch ich bin unbedingt für die Offenlegung sämtlicher Schweinereien (glaub mir, auch hier geschieht vieles ... und versucht man obendrein, eigentlich Unbeteiligte ins Bott zu ziehen als spätere Sündenböcke – und wer nicht mitmacht, wird zum Feind erklärt) --- aber bedenke auch – dass Du Dir definitiv einen ganz anderen Job in ganz anderer Branche suchen musst. Und selbst dort wirst Du nie sicher sein, ob es keine Absprache mit dem neuen Arbeitgeber geben wird und der nicht sofort alles tut, um Dich los zu werden. So oder so – sichere Dich gut ab und sei auf alles gefasst.

Und was den Rat Anwalt angeht – für jeden Anwalt bist Du nur ein Mandant (Job) von vielen ...

L9ena9\292


@Senzimir – schuldigung. Ich hab zu lange gewartet mit dem Abschicken.

Dein Text beschreibt das, was ich meine, und ist zudem deutlich besser formuliert. @:)

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