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Report München – Gefährliche Schmerzmittel

_AParvaxti_


@ estrelle

Ich denke, dass für einen bestimmten Personenkreis Opiate und Opioide durchaus sinnvoll sind, auch bei nicht-tumorösen Erkrankungen. Aber es wird sich sicher nur um einen kleinen Kreis handeln. Es kommt ja auch immer darauf an, welche Grunderkrankung vorliegt und es kommt auch auf die Art und die Stärke der Schmerzen an. Es gibt Nervenschmerzen, Muskelschmerzen, organische Schmerzen, Gelenkschmerzen usw. Dann unterscheidet man noch unter Dauerschmerzen, Dauerschmerzen mit leichten Schwankungen in der Schmerzintensität, Schmerzattacken mit schmerzfreien Tagen usw. Man muss hier immer den Einzelfall betrachten. Aber, wenn ich jetzt mal von meinem Fall ausgehe Muskelschmerzen in Gesäß und Oberschenkel; Schmerzstärke liegt variabel zwischen 0-8; es handelt sich hauptsächlich um Schmerzattacken die sich über Tage hinziehen können, aber habe auch Schmerzfreie Tage je nach Tagesform und Belastung dann würde ich nicht Opiate oder Opioide einnehmen wollen, nur, damit ich mal ein paar Meter mehr laufen oder mal länger als 1-2h am Stück sitzen kann. Da nehme ich auch Arbeitslosigkeit und sozialen Rückzug in Kauf. Und meine Schmerzen lasse ich lieber mit anderen Mitteln (Physiotherapie, Osteopathie, Krankengymnastik, Entspannungsverfahren usw.) behandeln.

eOsatrXelle


Aber hey, vielleicht ist es doch einfach nur zu anspruchsvoll, Schmerzen auf Level 2-3 haben zu wollen. Was ist denn Level 6 schon, ist doch noch keine 10!

;-) ;-D

Solche Sprüche kommen immer von solchen Menschen, die entweder einen verstauchten Knöchel schon als katastrophal empfinden oder von Leuten, die überhaupt nicht wissen, was Schmerzen sind. Nun gönne ich jedem seine Schmerzfreiheit oder seine Wahl, einen zeitweisen Schmerz beim Physiotherapeuten lindern zu lassen, aber nicht jedem Schmerz ist mit Psycho- oder Physiotherapie beizukommen.

nehme ich auch Arbeitslosigkeit und sozialen Rückzug in Kauf

ist etwas, was meine Freundin nie wollte. Dieses Recht auf Arbeit und soziale Kontakte sollte auch Schmerzpatienten zustehen, zumal sie mit ihren Sozialbeiträgen schon einen Teil ihrer Therapie mitfinanzieren. Darüber hinaus hat meine Freundin 3 Kinder, die ihre Mutter brauchen. Da kann sie sich nicht eben mal zurückziehen, wenn eines gerade den Brechdurchfall und ein anderes sich das Knie aufgeschlagen hat. Sie möchte auch nicht von der Couch aus zusehen, wie ihre Kinder erwachsen werden.

Ich halte es für anmaßend, Menschen Schmerzen zuzumuten, nur weil es welche gibt, die Medikamente missbrauchen. Natürlich braucht nicht jeder, der Schmerzen hat, gleich und ständig Opioide. Wenn damit aber Menschen mit chronischen Schmerzen ein lebenswertes Leben ermöglicht wird, sind sie eine sinnvolle Option.

Allen Ärzten pauschal vorzuwerfen, dass zu schnell etwas verschrieben wird, was schaden könnte, ist ebenso irrwitzig. Wie ich schon schrieb, sehr viele Medikamente haben sehr starke und z. T. gefährliche Nebenwirkungen. Manche haben sogar ernsthafte Erkrankungen zur Folge, wenn man sie länger nehmen muss. Wer sich etwas in der Pharmazie auskennt, weiß dies. Nun hat jeder Arzt oder Patient die Wahl, Medikamente ODER leiden oder gar sterben.

S4unfl_owe*r_7x3


@ estrelle:

Das war auch sehr zynisch gemeint bei mir – und ja, ich habe auch an die Leute gedacht, bei denen aus jedem dreitägigem Rücken weh ein Drama wird und die dann gleich die Hälfte der Alltagsaktivitäten einstellen. ]:D

Nun gönne ich jedem seine Schmerzfreiheit oder seine Wahl, einen zeitweisen Schmerz beim Physiotherapeuten lindern zu lassen, aber nicht jedem Schmerz ist mit Psycho- oder Physiotherapie beizukommen.

Eben. Es sind sicherlich wichtige Elemente einer umfassenden Schmerzbehandlung. Ich könnte bspw. häufig ohne Physio gar nicht und wende auch einiges an psychologischen Bewältigungsstrategien an. Aber gerade wenn es einen eindeutigen somatischen Grund gibt, können das auch nur einzelne Bausteine sein, die die Grundursache nicht beheben.

Anders mag es vielleicht bei den chronifizierten Schmerzen sein, wo man gar keinen direkten somatischen Grund (mehr) findet. Keine Ahnung. Aber mit eindeutigem körperlichen Auslöser?!

e&st+rePlle


@ sunflower

Ich habe das schon richtig verstanden. Meine Freundin bekommt übrigens eine komplexe Schmerztherapie. Sie war auch einige Zeit stationär, um das richtige Schmerzmittel und die notwendige Dosis zu finden. Ich meine, sie ist mit ihrem Schmerztherapeuten ein gutes Beispiel für eine gelunge Schmerztherapie. Das ist heute in Deutschland nicht überall so. Solche Beiträge über Missbrauch von Opiaten aufgrund der Verschreibung von Ärzten halte ich für kontraproduktiv. Man kann Missbrauch von Opiaten sicher niemals ganz unterbinden, die Ursache dafür aber bei Ärzten zu suchen, geht am wirklichen Problem vorbei. Nach wie vor ist der Alkoholmissbrauch weltweit die schlimmste Sucht. Selbst absolutes Alkoholverbot in manchen Ländern hat das Problem nicht gelöst. Die Lösung kann nur der vom Konsumenten selbst gewollte massvolle Umgang damit sein. Das zu erreichen, erfordert einen gesamtgesellschaftlichen Konsens, der wirksame Hilfe für Betroffene und Gefährdete mit einschließt.

Es ist immer einfach, irgendwelche Zahlen herzunehmen und zum Rundumschlag gegen jemand auszuholen, den man medienwirksam ins Licht rücken kann. Viele Menschen essen zu viel und wenig abwechslungsreich. Bisher hat aber noch keiner bestimmte Fastfood-Ketten als Verursacher der Fettleibigkeit hinzustellen versucht. Es würde als irrwitzig bezeichnet, wenn man den Menschen vorschreibt, ob und wie oft sie da essen dürfen. Solche Vergleiche hinken natürlich, obwohl ich einige Mitbürger kenne, die unter heftigen Entzugserscheinungen leiden, wenn sie am Urlaubsort die bekannten Schriftzüge vermissen. ]:D

_@Paravatxi_


@ estrelle

Nun gönne ich jedem seine Schmerzfreiheit oder seine Wahl, einen zeitweisen Schmerz beim Physiotherapeuten lindern zu lassen, aber nicht jedem Schmerz ist mit Psycho- oder Physiotherapie beizukommen.

Das ist richtig. Aber solche Behandlungen können unterstützend helfen. Bei Schmerzen ist vor allem die Psyche nicht ganz unbeteiligt. Schmerzen wirken sich immer irgendwie auf die Psyche aus.

ist etwas, was meine Freundin nie wollte. Dieses Recht auf Arbeit und soziale Kontakte sollte auch Schmerzpatienten zustehen, zumal sie mit ihren Sozialbeiträgen schon einen Teil ihrer Therapie mitfinanzieren. Darüber hinaus hat meine Freundin 3 Kinder, die ihre Mutter brauchen. Da kann sie sich nicht eben mal zurückziehen, wenn eines gerade den Brechdurchfall und ein anderes sich das Knie aufgeschlagen hat. Sie möchte auch nicht von der Couch aus zusehen, wie ihre Kinder erwachsen werden.

Wie ich bereits erwähnte: Das alles muss jeder für sich entscheiden. Ich kenne aber leider aus Foren schon zu viele, wo die Schmerzbehandlung mit Opiaten oder Opioiden ein Schuss in Ofen war. Daher habe ich dann auch für mich entschieden, diesen Weg erst gar nicht zu gehen. Es gibt auf der anderen Seite natürlich auch welche, bei denen die Behandlung anschlägt und gut verläuft. Ich frage mich dann nur, wie lange der Zustand so bleibt :-/ Denn wie lange soll die Behandlung mit Solchen Mitteln, deren Langzeitwirkung noch gar nicht geprüft ist, gut gehen? 2 Jahre? 5 Jahre? 10 Jahre? Wird sicher bei jeden individuell sein. Und was macht man, wenn die Behandlung irgendwann nicht mehr anschlägt?

Ich halte es für anmaßend, Menschen Schmerzen zuzumuten, nur weil es welche gibt, die Medikamente missbrauchen.

Es mutet doch niemand einem chronischen Schmerzpatient Schmerzen zu. Und der Sinn der Reportage war sicher auch nicht, Opiate und Opioide für die Behandlung nicht-tumoröser Schmerzpatienten zu verteufeln. Man will doch nur über die Risiken aufklären und darüber, dass Opiate und Opioide nicht bei jeder Schmerzsymptomatik helfen. Es gibt halt Patienten, die unzureichend aufgeklärt sind, entweder, weil der Arzt nicht richtig aufgeklärt hat oder, weil sie zu faul sind sich zu informieren oder weil sie alles glauben, was der Arzt sagt und tut und sein Handeln nicht hinterfragen.

Wenn damit aber Menschen mit chronischen Schmerzen ein lebenswertes Leben ermöglicht wird, sind sie eine sinnvolle Option.

Ja, aber derjenige, der sich FÜR die Opiate entscheidet, muss dann eben auch mit den möglichen Konsequenzen leben und die kommen früher oder später – müssen aber auch nicht, wenn man Glück hat. Genauso muss derjenige, der sich gegen Medikamente entscheidet mit den Konsequenzen leben, die das Leben ohne Schmerzmittel mit sich bringt.

Allen Ärzten pauschal vorzuwerfen, dass zu schnell etwas verschrieben wird, was schaden könnte, ist ebenso irrwitzig.

Das ist keinesfalls irrwitzig. Ärzte verschreiben tatsächlich zu oft und zu schnell Medis. Und das betrifft nicht nur Opiate und Opioide.

Nun hat jeder Arzt oder Patient die Wahl, Medikamente ODER leiden oder gar sterben.

Das Problem ist eher, dass viele Ärzte nicht richtig zwischen Nutzen und Risiko eines Medikamentes abwägen und auch nicht genügend über Alternativen (sofern es diese für bestimmte Erkrankungen gibt) aufklären.

_DNCixex_


Ich lebe seit langem mit Opioiden sowohl retardiert als auch unretardiert.

Natürlich ließ auch irgendwann die Wirkung nach und die Dosis wurde gesteigert.

Trotzdem kenne ich keine Behandlung mit der es mir besser ging und mit der sowohl meine Leber– als auch Nierenwerte gut sind.

Ich kam einmal in den "Genuß" einer multimodalen Schmerztherapie im Rahmen einer Reha. Das erste Ziel der Schmerzspezialisten war das Absetzen der bewährten Opioide. Statt der Opioide wurden Psychopharmaka verordnet – Lyrica zuerst.....

Seit dem ersten Tag hatte ich grausige Nebenwirkungen – die dann wieder mit Psychopharmaka (Rivotril) gemildert werden sollten. Bereits am zweiten Tag der Medikamentenumstellung war ich nicht mehr ich selbst und kaum noch in der Lage das Zimmer zu verlassen. "Durchhalten – das gibt sich!" Nix gab sich...........nach 1 Woche hatte ich 5,5kg zugenommen?? obwohl ich es selten zum Speisesaal schaffte??, war ein lebensmüder Zombie und regelrecht panisch wegen der Nebenwirkungen die unkontrollierbare Zuckungen der Extremitäten und Brainzaps produzierten. Man versuchte dann noch andere Medikamente – mit ähnlich fatalem Erfolg und ähnlichen Hinhalteparolen. Entlassen wurde ich mit der Ausgangsmedikation, mit absolutem Vertrauensverlust, traumatisiert und in weit schlechterem Allgemeinzustand.

Bei sämtlichen Mitpatienten, zu denen ich später noch Kontakt hatte, selbst wenn sie auf die Behandlung zunächst besser ansprachen, wurde die mühsam eingestellte Medikation nach dem Aufenthalt in der Schmerzklinik vom Hausarzt sehr bald wieder abgesetzt. Mal liess sich die Medikation nicht mit dem "Alltag" vereinbaren, mal wurden die Blutwerte bedenklich und oft stellte der weiterbehandelnde Arzt dann einfach wieder "Budgetfreundlich" um oder der Patient selbst setzte nach ca. 30kg Gewichtzunahme die Medis ab.

Jedes der versuchten Alternativmedikationen hatte weit mehr schädliche Nebenwirkungen als die Opioide je hatten.

Mich verwundert, dass hier auch noch niemand erwähnte, dass Physiotherapie selbstverständlich sehr hilfreich ist – Ostheopathie noch viel mehr – jedoch muss ein Schmerzpatient ja erstmal in den Genuß der Rezepte kommen und dann noch die Termine realisieren können. Mein Arzt kann KG-Rezepte nicht auf sein Budget nehmen. Er würde natürlich zur Schmerzambulanz überweisen, aber da komm ich allein gar nicht hin. Ich weiss auch nie im voraus ob ich an einem Tag wo ich einen Termin habe überhaupt mobil genug bin um den Termin auch zu realisieren. Zudem wird man als Patient in einer Schmerzambulanz überhaupt nicht angenommen wenn man irgendwelche Verfahren laufen hat (Rente, Berufsunfähigkeit, Leistung zur Teilhabe, Schmerzensgeld, Grad der Behinderung, GdB-Erhöhung, OEG etc.). :(v Irgendeinen Antrag hat doch fast jeder Schmerzpatient am laufen....

Man muss nämlich bereits vorab etliche Seiten privateste und detaillierteste Auskünfte hinsenden um überhaupt einen Termin zu bekommen. Wohlgemerkt bevor man ein Vertrauensverhältnis entwickeln konnte!! Wem das Offenlegen sämtlicher persönlichster Angaben im Fragebogen generell nicht behagt, der wird ebenfalls nicht in den Schmerzambulanzen angenommen.

Auf meine Erfahrung mit "multimodaler, standartisierter Schmerztherapie" hätte ich sehr gerne verzichtet. Ein Hausarzt ist in meinen Augen weit näher am Patienten und versucht nicht irgendwelche Standarts überzustülpen. Ich frage mich auch ob diese Standarts von der Pharmaindustrie entwickelt wurden, denn in der Schmerzklinik erhielten die unterschiedlichsten Krankheitsbilder die selben sauteuren Medikamentencoctails.

*:)

S5unfcloweBr_73


Ja, aber derjenige, der sich FÜR die Opiate entscheidet, muss dann eben auch mit den möglichen Konsequenzen leben und die kommen früher oder später

Und was ist mit den Konsequenzen nach 5 oder 10 Jahren Diclo, Ibuprofen, Katadolon (Nieren, Leber)? Den möglichen Blutbildveränderungen durch Novalgin? Bei verantwortungsbewusster (!) Einnahme sind Opioide nun mal vom Nebenwirkungsspektrum her in gewisser Hinsicht risikoärmer als die o.g. Medikamente.

Was machen Opioide denn kaputt im Körper? Wie gesagt, immer einen vernünftigen Umgang damit vorausgesetzt sowie dass eine Wirksamkeit gegeben ist und es sich um retardierte Präparate handelt, am besten noch mit Zusatzwirkstoffen gegen den "Kick".

Das ist keinesfalls irrwitzig. Ärzte verschreiben tatsächlich zu oft und zu schnell Medis. Und das betrifft nicht nur Opiate und Opioide.

Und genauso gibt es für viele Schmerzpatienten das Problem, dass sie NICHT ausreichend medikamentös versorgt werden.

Bei Schmerzen ist vor allem die Psyche nicht ganz unbeteiligt. Schmerzen wirken sich immer irgendwie auf die Psyche aus.

Klar hat man irgendwann den Teufelskreis: Schmerz wirkt sich auf Psyche aus, Psyche wiederum auf die Schmerzwahrnehmung. Aber ein Ansatz, den Kreislauf zu durchbrechen ist eben, die Schmerzen zu reduzieren, um die Alltagsbewältigung wieder zu ermöglichen. Was sich halt positiv auf die Psyche auswirkt.

Man sollte sich nie auf Medikamente allein verlassen. Aber alles AUSSER Medikamenten ist nun mal nicht effektiv. Es ist eine wichtige Ergänzung, aber gerade bei klaren somatischen Ursachen nicht ausreichend.

_HParvaztxi_


@ Nixe

Das erste Ziel der Schmerzspezialisten war das Absetzen der bewährten Opioide. Statt der Opioide wurden Psychopharmaka verordnet – Lyrica zuerst.....

Seit dem ersten Tag hatte ich grausige Nebenwirkungen – die dann wieder mit Psychopharmaka (Rivotril) gemildert werden sollten.

Wurden die Opioide von heute auf morgen abgesetzt oder ausgeschlichen? Was du beschreibst können auch Entzugserscheinungen gewesen sein, weniger Nebenwirkungen der Psychopharmaka. Wobei auch die Kombination vom zu schnellen absetzen und der gabe eines neuen Medikaments den Organismus auch durcheinander bringen kann. Ich finde das Vorgehen der Klinik schon sehr fraglich...

Jedes der versuchten Alternativmedikationen hatte weit mehr schädliche Nebenwirkungen als die Opioide je hatten.

Das ist eben auch ein Problem... Wenn man erst mit Opioiden angefangen hat, dann ist eine Umstellung auf Alternativen schwierig. Da braucht man als Arzt und Patient viel Geduld und Durchhaltevermögen.

Mich verwundert, dass hier auch noch niemand erwähnte, dass Physiotherapie selbstverständlich sehr hilfreich ist – Ostheopathie noch viel mehr – jedoch muss ein Schmerzpatient ja erstmal in den Genuß der Rezepte kommen und dann noch die Termine realisieren können. Mein Arzt kann KG-Rezepte nicht auf sein Budget nehmen.

Notfalls selber zahlen, sofern man dies kann. Ebenso können Physiotherapeuten zu dir nach Hause kommen, wenn man sich nicht in der Lage fühlt in die Praxis zu gehen. Allerdings muss das der Hausarzt auf dem Rezept vermerken, soviel ich weiß, da Hausbesuche immer mit einem Aufpreis verbunden sind.

Zudem wird man als Patient in einer Schmerzambulanz überhaupt nicht angenommen wenn man irgendwelche Verfahren laufen hat (Rente, Berufsunfähigkeit, Leistung zur Teilhabe, Schmerzensgeld, Grad der Behinderung, GdB-Erhöhung, OEG etc.). :(v

Das kann ich nicht bestätigen. Das wird wahrscheinlich auch von Klinik zu Klinik unterschiedlich gehandhabt. Ich würde das jetzt nicht pauschalisieren.

Man muss nämlich bereits vorab etliche Seiten privateste und detaillierteste Auskünfte hinsenden um überhaupt einen Termin zu bekommen.

Was meinst du genau damit?

E*hemalig2er Nu5tze;r (#325x731)


Ich bin auf Opiate angewiesen und arbeiten zu können und ja ich bin froh das es die Möglichkeit gibt!

Andere Medikamente sind deutlich belastender und schlechter verträglich als Opiate ...

Ich kann natürlich auch nur Stufe 1 Sachen nehmen, dann habe ich über kurz oder lang Magen, Leber und Nieren kaputt und bin nicht mehr Erwebsfähig weil ich mir vor Schmerzen nicht mehr aufrecht halten kann ...

Ob das jetzt erstrebenswerter ist, ich weiß ja nicht ...

Außerdem macht eine gute Shcmerztherapie auch noch andere DInge aus als nur Tabletten schlucken ...

_`PSar~vatix_


Und was ist mit den Konsequenzen nach 5 oder 10 Jahren Diclo, Ibuprofen, Katadolon (Nieren, Leber)? Den möglichen Blutbildveränderungen durch Novalgin? Bei verantwortungsbewusster (!) Einnahme sind Opioide nun mal vom Nebenwirkungsspektrum her in gewisser Hinsicht risikoärmer als die o.g. Medikamente.

Du hast schon recht, aber du hast mich nicht richtig verstanden. Ich habe nur unterschieden zwischen Opiaten und einer nicht-Medikamentösen Schmerztherapie bzw. einer Therapie, wo Schmerzmittel nur im Notfall zur Anwendung kommen. Über Jahre regelmäßig Diclo, Ibuprofen, Katadolon einzunehmen, würde kaum ein Arzt empfehlen und würde ich persönlich auch nicht machen. Da bleibt dann nur der Weg der Opiate oder Opioide oder keine Schmerzmittel oder nur selten Schmerzmittel. Wenn ich aber zwischen einer langfristigen Einnahme von Opiaten oder Ibu, Diclo und Co. entscheiden müsste, wenn die Schmerzen sehr stark wären und ich sie nahezu täglich hätte und diese auch nicht beeinflussen könnte, dann würde ich auch eher zu Opiaten greifen oder gleich zu Cannabis. In dem Fall würde für mich der Nutzen überwiegen.

Was machen Opioide denn kaputt im Körper?

Die Organe werden nicht geschädigt, aber die Reihe an Nebenwirkungen sollte man nicht unterschätzen. Ich als Asthamtiker, der eh schon empfindlich auf Schmerzmittel reagiert, hätte da schon große Bedenken bezüglich einer Atemdepression.

M>m@eDHoute


Für Menschen mit einer Trigeminusneuralgie wären einige hiesige Kommentare der blanke Hohn.

Die wären ohne Opioide nämlich schon vom Dach gesprungen.

SPunflowSer_x73


Über Jahre regelmäßig Diclo, Ibuprofen, Katadolon einzunehmen, würde kaum ein Arzt empfehlen und würde ich persönlich auch nicht machen.

DER Satz geht selbst an der Realität eines Rheumapatienten schon völlig vorbei. Und jetzt auch noch vor täglicher Einnahme von DIESEN Substanzen abzuraten: Welche Schmerzmitteln könnte man Deiner Meinung nach denn ÜBERHAUPT täglich nehmen?

Da bleibt dann nur der Weg der Opiate oder Opioide oder keine Schmerzmittel oder nur selten Schmerzmittel.

Ähem... KEINE oder SELTENST Schmerzmittel: Wie soll das bitteschön bei entsprechender Symptomatik funktonieren? Wir reden hier ja nicht über ein bisschen Kopfweh, welches man gelegentlich hat...

wenn die Schmerzen sehr stark wären und ich sie nahezu täglich hätte und diese auch nicht beeinflussen könnte, dann würde ich auch eher zu Opiaten greifen oder gleich zu Cannabis.

Tja, von eben solchen Schmerzen spreche zumindest ICH, wenn ich von chronischen Schmerzpatienten spreche, für die Opioide sinnvoll sind: Tägliche, erhebliche, nicht weiter beeinflussbare Schmerzen trotz aller Physio- & Psychotherapie. Genau DAS ist für mich die Gruppe Schmerzpatienten, wo nun mal Opioide sinnvoll scheinen (wenn sie im Einzelfall wirken etc.).

Das mit dem Cannabis sollte ich mir dann aber vielleicht mal überlegen. Wie erklärt man's bloß dem Arbeitgeber? ]:D

Eine Atemdepression bekommt man bei (zu) hohen Dosen Opioiden. Klar, bei individuellen Risikfaktoren muss man abwägen, aber ich kenne etliche Asthmatiker, die auch und problemlos Opioide nehmen.

EQhema2liger. Nut*zer (#28)2877x)


Das mit dem Cannabis sollte ich mir dann aber vielleicht mal überlegen. Wie erklärt man's bloß dem Arbeitgeber?

Gibt es nicht inzwischen Cannabis Züchtungen zu medizinischen Zwecken die nicht high machen? Da muss man dann auch nix erklären. ^^

_!Par%vati_


@ Sunflower

Ich habe auch schon mal betont, dass es bei Opiaten und Opioiden immer auf die Grunderkrankung, die Schmerzart und das Schmerzlevel ankommt. Dazu kommt noch, dass Schmerzen rein subjektiv sind. Wenn jemand z.B. die gleichen Beschwerden hätte wie du, würde er aber die Schmerzen anders wahnehmen als du. Jeder hat ein anderes Schmerzempfinden und eine andere Schmerztoleranz.

Tja, von eben solchen Schmerzen spreche zumindest ICH, wenn ich von chronischen Schmerzpatienten spreche, für die Opioide sinnvoll sind: Tägliche, erhebliche, nicht weiter beeinflussbare Schmerzen trotz aller Physio- & Psychotherapie. Genau DAS ist für mich die Gruppe Schmerzpatienten, wo nun mal Opioide sinnvoll scheinen (wenn sie im Einzelfall wirken etc.).

Ja, und eben da liegt der Hund begraben. Es nehmen eben nicht nur diese Patienten, wo es sinnvoll erscheint Opiate ein, sondern auch andere Patienten, bei denen noch nicht alle anderen möglichen Behandlungsmethoden ausgeschöpft wurden, oder bei denen Opiate sogar kontraindiziert sind. DAS wird ja kritisiert. Dazu wird kritisiert, dass Opiate über einen zu langen Zeitraum verordnet werden und es ist nun mal auch durch Studien belegt, dass die Wirkung von Opiaten nach ca. 3 Monaten Dauereinnahme nach und nach nachlässt (was, wie schon erwähnt, bei jeden individuell ist, aber fast jeder dritte Schmerzpatient ist ein schlechter Responder was Opiate betrifft). Dann wird die Dosis erhöht oder ein anderes Mittel eingesetzt und wenn man Pech hat wirkt das Zeug irgendwann gar nicht mehr oder die Schmerzn werden gar noch schlimmer. Und das ist leider bei einigen chronischen Schmerzpatienten der Fall und irgendwie müssen die ja auch weiterleben, notfalls dann eben ohne Schmerzmittel.

Besser ist es, wenn man die Ursache der Schmerzen kennt, behandeln und beseitigen kann. Schmerzmittel lindern letztendlich nur Symptome, beseitigen aber nicht die eigentliche Ursache. Bei manchen Schmerzpatienten wird die Behebung der Ursache nicht oder nicht mehr möglich sein, aber das dürfte hoffentlich auch nicht die Regel sein.

DER Satz geht selbst an der Realität eines Rheumapatienten schon völlig vorbei.

Nein, nicht zwingend. Selbst ein Rheumapatient muss nicht ein Leben lang täglich Schmerzmittel schlucken. Eine regelmäßige Schmerzmitteleinnahme kann zu Beginn der Erkrankung notwendig sein, aber, sobald eine vernünftige Basistherapie erfolgt ist, können Schmerzmittel auch nur noch bei Bedarf eingenommen werden. Falls tatsächlich eine längerfristige regelmäßige Einnahme notwendig sein sollte, ist es auch hier eventuell sinnvoller zu Opiaten oder Opioiden zu greifen. Kann aber auch ein Schuss nach hinten sein. Das muss, wie in jedem anderen Fall auch, individuell entschieden werden.

Welche Schmerzmitteln könnte man Deiner Meinung nach denn ÜBERHAUPT täglich nehmen?

Ziel einer gute multimodalen Schmerzbehandlung sollte es eigentlich sein, dass man Schmerzmittel nicht mehr oder nur noch gelegentlich nehmen muss. Dann bräuchte man sich die Frage auch gar nicht erst stellen.

Das das aber manchmal nicht machbar ist, ist mir auch klar. Aber solche Patienten, die tatsächlich regelmäßig wegen sehr starken Schmerzen Schmerzmittel einnehmen müssen, werden jedoch nicht die Regel sein. Wenn, dann würde ich in solchen Fällen auch eher zu Opiaten raten. Aber im Grunde haben diese Personen die A*karte gezogen. Man kann eigentlich nur hoffen das man diesen Leuten irgendwann besser helfen kann, als zum jetzigen Zeitpunkt.

Das mit dem Cannabis sollte ich mir dann aber vielleicht mal überlegen. Wie erklärt man's bloß dem Arbeitgeber? ]:D

So lustig wie du das jetzt auch finden magst, aber ich sehe in Cannabis eine Zukunft. Vor allem sind Forscher schon dabei dem Inhaltsstoff THC die berauschende Wikung zu nehmen ohne, dass die schmerzlindernde Wirkung nachlässt.

Klar, bei individuellen Risikfaktoren muss man abwägen, aber ich kenne etliche Asthmatiker, die auch und problemlos Opioide nehmen.

Ja, die gibt es. Aber wie wir wissen, sind nicht alle Asthmatiker gleich und es gibt leider auch Asthmatiker, die auf Schmerzmittel sehr empfindlich reagieren. Und, wenn man schon mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln Probleme hat, dann sind Probleme bei Opioiden umso wahrscheinlicher.

EqhemalPig%er NuAtzer# (#32x5731)


Ja genau besser die Ursache behandeln ;-D

Und jetzt definir dir mal ganz genau Schmezgedächtnis :)=

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