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Report München – Gefährliche Schmerzmittel

_0ParTvatxi_


@ Mellimaus

Was hat das jetzt mit dem Schmerzgedächtnis zu tun? Oder ich frag mal so: Was willst du mir jetzt damit sagen?

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Ziel einer gute multimodalen Schmerzbehandlung sollte es eigentlich sein, dass man Schmerzmittel nicht mehr oder nur noch gelegentlich nehmen muss. Dann bräuchte man sich die Frage auch gar nicht erst stellen.

Das ist prinzipiell richtig, wenn es sich um chronifizierten Schmerz handelt, dessen somatische Ursache nicht mehr besteht. Einige der User, die hier gepostet haben, haben allerdings Erfahrungen mit Schmerzen aufgrund von irreversiblen fortschreitenden Organschäden oder fortschreitenden Autoimmunerkrankungen, die man nur mit Medikamenten soweit in Schach halten kann, dass eine Teilhabe am Leben möglich ist oder / und der betreffende Mensch arbeitsfähig ist

Und genauso gibt es für viele Schmerzpatienten das Problem, dass sie NICHT ausreichend medikamentös versorgt werden.

Meine Freundin würde liebend gern auf ihre Opioide verzichten, die bei ihr übrigens keinen Kick verursachen. Sie hat diverse Begegnungen mit Ärzten hinter sich, die meinten, sie solle die Schmerzen ertragen, weil doch die Opioide so teuflische Sachen seien. Ihr wurden abstruse Horrorszenarien vorgeführt und eine Psychotherapie vorgeschlagen, um die Schmerzen besser "aushalten" zu können. Was war die Folge? Nach 2 Jahren starken Schmerzen und Selbstversuchen mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln wurde sie schwer depressiv und trug sich mit Suizid-Gedanken. Darauf hin alarmierte ich ihren Mann, der sie in eine Schmerzklinik brachte, die glücklicherweise sofort Opioide verordnete plus Antidepressiva und eine Psychotherapie. Die Kinderbetreuung habe ich mir in dieser Zeit mit ihrem Mann geteilt, der zum Glück vorübergend einen Job vor Ort bekam. Heute arbeitet sie wieder halbtags.

Ja, aber derjenige, der sich FÜR die Opiate entscheidet, muss dann eben auch mit den möglichen Konsequenzen leben und die kommen früher oder später

Am liebsten würden sich die Menschen wohl für ein Leben ohne Schmerzen und Medikamente entscheiden. ]:D

Soviel ich von Opioiden weiß, verkürzen sie das Leben nicht mehr als viele andere lebensnotwendige Medikamente auch. Das Nebenwirkungsspektrum ist auf jeden Fall geringer als das der NSAR.

Ich denke, damit ist zu diesem Thema eigentlich genug gesagt. Opiate sind gewiss keine Bonbons und bei moderaten Schmerzen nicht nötig. Aber viele Patienten können sich ihre Schmerzen nicht aussuchen. Ich halte es angesichts der Geschichte meiner Freundin für gut, dass es diese Medikamente gibt. Sollte man irgendwann in diesem Land bereit sein, Cannabis offiziell eine Chance zu geben, können vielleicht viele Schmerzpatienten auf die Opiate verzichten. Noch sind wir aber nicht da und nicht alle wohnen an der holländischen Grenze. ;-)

Und auch mit Cannabis ob auf Rezept oder aus dem Coffeeshop kann Missbrauch getrieben werden.

_FPaervatCi_


@ Estrelle

Das ist prinzipiell richtig, wenn es sich um chronifizierten Schmerz handelt, dessen somatische Ursache nicht mehr besteht. Einige der User, die hier gepostet haben, haben allerdings Erfahrungen mit Schmerzen aufgrund von irreversiblen fortschreitenden Organschäden oder fortschreitenden Autoimmunerkrankungen, die man nur mit Medikamenten soweit in Schach halten kann, dass eine Teilhabe am Leben möglich ist oder / und der betreffende Mensch arbeitsfähig ist

Manchmal sollte man geschriebene Sätze nicht aus dem Kontex reißen... Ich habe doch im Anschluss erwähnt, dass das nicht immer machbar ist und das man in manchen Fällen nicht um eine Opiateinnahme drumherum kommt. Auch im Fall deiner Freundin sehe ich nicht, was gegen eine Opiateinnahme sprechen soll. Da wird es sicher schon sinnvoll sein, nachdem, was du geschrieben hast und ich maße mir auch nicht an dies anzuzweifeln.

Noch sind wir aber nicht da und nicht alle wohnen an der holländischen Grenze. ;-)

Ich auch nicht, falls du das jetzt denkst.

E[hemaliUger NdutzerQ (#B325x731)


@ estrelle

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen :)= :)^

BDee9t-S;chwesater


Schmerzpflaster mit Opiaten ist hier sinnvoll, da gibts keine Probleme mit der Dosierung

EShemarliger Nutzenr (6#325x731)


Schmerzpflaster mit Opiaten ist hier sinnvoll

Sollte man nicht pauschalisieren ...nicht für jeden und für jeden Krankheitsbild sind Pflaster geeignet

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Schmerzpflaster mit Opiaten ist hier sinnvoll, da gibts keine Probleme mit der Dosierung

Diese Aussage ist leider völlig falsch, zumindest wenn sie sich auf Fentanyl-Pflaster beziehen soll (die in Deutschland den Löwenanteil des Marktes ausmachen): Die Wirkstoffabgabe der Pflaster ist ziemlich ungleichmäßig, am Ende des 72stündigen Klebeintervalls sind nur noch knappe 60% des Maximalspiegels vorhanden. Das ist auch der grund dafür, warum viele patienten am jeweils dritten Tag eine schlechtere Wirkung bemerken und auf 2 Tage Intervall gehen müssen. Möglicherweise ist das auch einer der gründe dafür, dass man mit Fenta-Pflastern oft ziemlich schnelle Dosissteigerungen und nachlassende Wirkung sieht.

Sicherer als Tabletten sind die Pflaster übrigens auch nicht: genauso wie man zusätzlich Tabletten schlucken kann, kann man auch zusätzlich Pflaster kleben. Und es gibt auch genügend Wege, die Freisetzung zu verändern (die werde ich hier aber nicht näher erläutern).

Diese Pflaster-Kleberei ist eine ziemlich deutsche Angewohnheit, im Ausland wird wesentlich mehr auf orale gabe gesetzt. Dürfte ein Marketing-Effekt sein, das erste Fentanylpflaster (und auch das erste Buprenorphin-Pflaster) wurden von deutschen Firmen entwickelt.

SMunfUlowerx_73


@ Parvati:

Ich beziehe mich jetzt auf Deinen Beitrag von gestern früh:

Fällt Dir was auf? Plötzlich geht es um Grunderkrankungen... um Verträglichkeiten und Kontraindikationen aufgr. ggf. anderer Erkrankungen.

Und genau um DIESE differenzierte Sichtweise geht es mir. Wobei EIN wichtiger Aspekte für mich auch die BEDÜRFNISSE das Patienten sind: Wie sieht der Alltag aus, was möchte der Patient? JEDEM Schmerzpatienten wird klar sein, dass die Problematik auch mit Medikamenten bestehen bleibt. Aber es soll halt Leute geben, die arbeiten wollen oder müssen. Die am sozialen Leben teilhaben wollen. Und Fakt ist auch, dass auch MIT Medikamenten Einschränkungen bleiben. Es gibt aber auch Patienten die wissen, dass ihre Krankheit fortschreiten wird und die LEBEN wollen, solange es geht. Bevor die Einschränkungen unweigerlich zuschlagen und auch nicht mehr von Medikamenten beeinflusst werden.

Es ist und bleibt für mich daher ein absolutes Unding, EINE Medikamentenklasse KOMPLETT zu verteufeln. Ja, Opioide mögen nicht in jedem Fall die Lösung sein. Aber sie haben definitiv auch ihre Vorteile, sie stellen eine wichtige Medikamentengruppe dar. Punkt.

Und es muss kein Schmerzpatient ach so tapfer und heroisch sein und möglichst auf Medikamente zu verzichten. Was soll das? Da schwingt doch so eine "stell dich nicht so a, reiß dich zusammen, verzichte halt"-Einstellung mit, die ich indiskutabel finde.

Besser ist es, wenn man die Ursache der Schmerzen kennt, behandeln und beseitigen kann. Schmerzmittel lindern letztendlich nur Symptome, beseitigen aber nicht die eigentliche Ursache. Bei manchen Schmerzpatienten wird die Behebung der Ursache nicht oder nicht mehr möglich sein, aber das dürfte hoffentlich auch nicht die Regel sein.

Ich befürchte, es IST die Regel. Denn wenn sich Schmerzen so einfach beseitigen ließen, würden es die Menshcen ja tun. Aber dann schreit vermutlich wieder die Anti-OP-Fraktion auf. Oder wer auch immer. Mir garantiert bspw. niemand, dass mit einem künstlichen Kniegelenk die Schmerzen weg sein werden, auch wenn dann der mechanische und Entzündungsreiz weg sein wird.

Und bzgl. der** NSAR** bei Rheumapatienten:

Die nehmen die (trotz Basistherapie!) ja nicht nur wg. der Schmerzen, sondern entzündungshemmender Wirkung.

Welche Schmerzmitteln könnte man Deiner Meinung nach denn ÜBERHAUPT täglich nehmen?

Ziel einer gute multimodalen Schmerzbehandlung sollte es eigentlich sein, dass man Schmerzmittel nicht mehr oder nur noch gelegentlich nehmen muss. Dann bräuchte man sich die Frage auch gar nicht erst stellen.

Das ist jetzt NICHT DEIN ERNST, oder?! :|N Ich dachte, multimodal heißt so, weil man dabei Medikamente, Physio, TENS, ggf. Cryo, Entspannung, Psychotherapie,... kombiniert. Aber Du wirfst eine Säule komplett raus. Subjektiv: Klar, meine Arthroseschmerzen und Knochenschäden verschwinden, wenn ich genug entspanne und Physio mache etc. Amüsant.

Blöd nur, wenn man dies macht, vielleicht mal sogar einen Tag ohne Medikamente hatte bei der Arbeit. Und dann nachts bei jeder Beinstreckung gegen's Bettdeckengewicht vor Schmerz senkrecht im Bett sitzt. Hat unglaublich entspannende Effekte auf den nächsten Tag. ]:D

Aber solche Patienten, die tatsächlich regelmäßig wegen sehr starken Schmerzen Schmerzmittel einnehmen müssen, werden jedoch nicht die Regel sein.

Ach, und wer geht dann zur Schmerztherapie? Leute, die 2-3x im Monat Kopfweh haben?

Und was das Cannabis angeht:

Tja, ich hab's probiert. Ändert bloß nicht, macht aber Hunger und entspannt. ]:D

Ja, aber derjenige, der sich FÜR die Opiate entscheidet, muss dann eben auch mit den möglichen Konsequenzen leben und die kommen früher oder später

1. Muss JEDER, der dauerhaft Medikamente einnimmt, sich mit möglichen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen beschäftigen. Gilt für ALLE Medikamente.

2. Ich warte auf eine klare Aussage, welche bösen Folgen ich bei (ordnungsgemäßer Einnahme von) Opioiden zu ewarten habe.

Ich biete im Gegenzug: Magen & Darm & Niere bei Ibu & Diclo, einen blöden Warnhinweis wg. Leber bei Katadolon, Blutbildveränderungen bei dauerhafter Novalgineinnahme.

@ estrelle:

:)z :)^ :)= Danke!

_NParv_ati_


@ Sunflower

Ich beziehe mich jetzt auf Deinen Beitrag von gestern früh:

Fällt Dir was auf? Plötzlich geht es um Grunderkrankungen... um Verträglichkeiten und Kontraindikationen aufgr. ggf. anderer Erkrankungen.

Nee, nicht plötzlich. Lies dir mal meinen Beitrag vom 27.11. ganz oben im Faden durch. Da habe ich das auch schon in ähnlicher weise erwähnt.

Es ist und bleibt für mich daher ein absolutes Unding, EINE Medikamentenklasse KOMPLETT zu verteufeln.

Das macht doch keiner :|N Wo entnimmst du hier irgendwo, dass Opiate und Opioide komplett verteufelt werden?

Und es muss kein Schmerzpatient ach so tapfer und heroisch sein und möglichst auf Medikamente zu verzichten. Was soll das? Da schwingt doch so eine "stell dich nicht so a, reiß dich zusammen, verzichte halt"-Einstellung mit, die ich indiskutabel finde.

Noch mal: Das muss jeder für sich entscheiden und das habe ich immer wieder betont! Und nur, weil ich für mich sage, dass ich lieber nur mit gelegentlicher Schmerzmitteleinnahme zurecht komme und auch mal Schmerzen ertrage, heißt das im Gegenzug nicht, dass das es andere auch so machen müssen wie ich. Oder, dass andere einfach nur zu schwach seien, wenn sie nur mit starken Schmerzmitteln zurecht kommen. Der Vergleich mit anderen hinkt sowieso, da jeder (auch wir untereinander) unterschiedliche Beschwerden und unterschiedlich starke Schmerzen haben.

Und bzgl. der** NSAR** bei Rheumapatienten:

Die nehmen die (trotz Basistherapie!) ja nicht nur wg. der Schmerzen, sondern entzündungshemmender Wirkung.

Ja, das ist mir auch klar. Aber was willst du mir damit sagen? Das heißt trotzdem nicht, dass Rheumapatienten ein Leben lang solche Tabletten schlucken. Es gibt auch welche, die haben entschlossen, dies nicht zu tun. Individuelle Entscheidung.

Das ist jetzt NICHT DEIN ERNST, oder?! :|N Ich dachte, multimodal heißt so, weil man dabei Medikamente, Physio, TENS, ggf. Cryo, Entspannung, Psychotherapie,... kombiniert. Aber Du wirfst eine Säule komplett raus. Subjektiv: Klar, meine Arthroseschmerzen und Knochenschäden verschwinden, wenn ich genug entspanne und Physio mache etc. Amüsant.

Tja, du bist jetzt schon die zweite die den Satz aus dem Kontext reißt. Weißt du, langssam hab ich die Schnautze voll... Entweder, ihr lest mal richtig was ich schreibe und lasst die ganzen Unterstellungen mir gegenüber sein, oder wir können die Diskussion hier beenden.

Ach, und wer geht dann zur Schmerztherapie? Leute, die 2-3x im Monat Kopfweh haben?

Du wilst mich nicht verstehen, oder? Dir ist sicher auch klar, dass nicht jeder Schmerzpatient die gleichen Schmerzen und die gleichen Beschwerden hat, oder? Auch im Beitrag vom 27.11. habe ich erwähnt, dass es verschiedene Schmerzzustände gibt: Dauerschmerzen, Dauerschmerzen mit Schwankungen, Schmerzattacken usw. Nicht jeder Schmerzpatient hat auch das gleiche Schmerzlevel. Einige haben, "nur" leichte Schmerzen (aber, wennn man die tagtäglich hat, kann das sicher auch nervig sein), andere mittelstarke Schmerzen, andere wiederum haben sehr starke oder eben extreme Schmerzen.., als Dauerschmerz oder als regelmäßige Schmerzattacke... je nach Einzelfall. Aber du gehst doch jetzt nicht allen ernstes davon aus, dass nur die Patienten eine Schmerztherapie machen, die sehr starke Schmerzen im Dauermodus haben? Zumindest habe ich das Gefühlt, dass du das denkst, aber ich will ja jetzt nicht auch noch anfangen, dir etwas zu unterstellen ;-)

2. Ich warte auf eine klare Aussage, welche bösen Folgen ich bei (ordnungsgemäßer Einnahme von) Opioiden zu ewarten habe.

Ich biete im Gegenzug: Magen & Darm & Niere bei Ibu & Diclo, einen blöden Warnhinweis wg. Leber bei Katadolon, Blutbildveränderungen bei dauerhafter Novalgineinnahme.

Mein Gott, du trittst ja hier langsam auf, wie der Oberlehrer persönlich. Was soll das? Die möglichen Folgen und Komplikationen wirst du ja sicher selbst kennen, wenn du Opiate oder Opioide einnimmst. Hast ja im vorherigen Satz selbst geschrieben, dass sich jeder, der Medikamente einnimmt, mit den Nebenwirkungen beschäftigen sollte. Dan sehe ich nicht ein, warum ich das jezt weiter ausführen sollte, vor alle, wenn man mir noch mit so einen forschen Ton entgegen kommt.

S&unflaower_N73


Aber du gehst doch jetzt nicht allen ernstes davon aus, dass nur die Patienten eine Schmerztherapie machen, die sehr starke Schmerzen im Dauermodus haben?

Entweder oder. Also entweder Schmerzen im Dauermodus oder halt (wie hier von jemand anderem erwähnt) starke intervallartige Schmerzen.

Freundlich gefragt: Wer geht denn Deiner Meinung nach zur multimodalen Schmerztherapie? Was sind für Dich "sehr starke Schmerzen im Dauermodus"? Für mich sind das Leute mit entsprechenden Grunderkrankungen, bei denen jede Alltagshandlung vom Schmerz überschattet wird. Leute mir gelegentlichen kopfschmerzen etc. gehören für mich nicht in eine multimodale Schmerztherapie, da es bei jedem nun mal gelegentlich zwickt. Vielleicht reden wir da ja schon komplett aneinander vorbei.

Ansonsten:

Ich hatte nicht das Gefühl, was zu unterstellen oder aus dem Kontext zu reißen. Die bei mir angekommene Kernaussage war, dass es bei einer multimodalen Schmerztherapie im Idealfall ohne Medikamente gehen soll. Du betonst, dass Menschen mit dauerhaften starken Schmerzen mit entsprechendem Medikamentenbedarf eher die Ausnahme sein sollten. Das sehe ich halt anders.

Wenn Du das Gefühl hast, dass man Dinge aus dem Kontext reißt und darauf rumhackt: Vielleicht, weil das Aussagen sind, die besonders den Nerv der Leute treffen?!

Aber ich denke, wir kommen hier nicht weiter – und ich möchte keine Eskalation. Unsere Sichtweisen unterscheiden sich gar nicht mal so, aber Du betonst die Risikoseite und die nichtmedikamentösen Aspekte. Die halte ich für wichtig, aber ich halte halt eine ausreichende medikamentöse Abdeckung für wichtig und habe zu oft erlebt, dass Ärzte und auch Patienten aus Angst davro zu zurückhaltend sind. Dabei hat sich nun mal effektiv die Schmerzbehandlung geändert (was man ja ganz drastisch in der postoperativen Versorgung erlebt). Und da gerade Schmerzpatienten oft das Problem haben, dass man ihnen die Schmerzen nicht ansieht und daher oft um die Behandlung kämpfen müssen, reagiere ich auf den Punkt empfindlich.

2. Ich warte auf eine klare Aussage, welche bösen Folgen ich bei (ordnungsgemäßer Einnahme von) Opioiden zu ewarten habe.

Das war nicht oberlehrerhaft gemeint, sondern ich frage mich aus meiner sicherlich subjektiv eingenommenen Sicht (da sich mein Medikamentenspektrum zunehmend einengt aufgr. der oben genannten Magen, Darm, Niere, Leber-Thematik), was Du bei Deiner Warnung im Kopf hast. Gewöhnungseffekte? Oder konkreter formuliert: Welche KÖRPERLICHEN Folgeschäden habe ich von einer Opioid-Einnahme zu erwarten?

Ich wüsste wirklich gerne und völlig unaufgeregt und auch nicht oberlehrerhaft, wovor Du im Detail warnst. Denn gerade im Hinblick auf körperliche Komplikationen wurden mir Opioide nun mal als komplikationsärmer verkauft.

Im Übrigen nehme ich keine Opioide, weil es noch ohne geht und weil ich zwei Anfangsversuche wg. nerviger Übelkeit und dem anfänglichen Fahrverbot während der Einstellung, auf dem offensichtlich verantwortungsbewusste Ärzte bestehen, abgebrochen habe.

Und ganz freundlich: Schau' auch mal Deinen Tonfall an. Ich bin nicht mit Kommentaren wie "oberlehrerhaft" gekommen. Ja, ich war sicherlich gereizt und habe das in Kommentaren wie "Das ist jetzt nicht Dein Ernst" ausgedrückt. Ich habe auch nicht unterstellt, dass Du was nicht verstehen willst etc. Ich will Deine Meinung nicht ÜBERNEHMEN, das stimmt allerdings. Wenn Du "verstehen" gleichsetzt mit "einer Meinung sein": Dann will ich Dich tatsächlich nicht verstehen.

EEhemLalig2er N,utze`r x(#325731)


Ich dachte, multimodal heißt so, weil man dabei Medikamente, Physio, TENS, ggf. Cryo, Entspannung, Psychotherapie,... kombiniert

Bei akute Sachen stimmt das auch. Bei einem Bandscheibenvorfall der auf den Nerv drückt dient die multimodale Therapie vor allem dazu, die starken Nervenschmerzen zu bessern und eben mir deutlich weniger Schmerzmitteln auszukommen und eine OP ggf. unnötig zu machen.

Bei chronischen Schmerzen, und von denen sprechen wir ja hier, dient es auch dazu Schmerzen zu verbessern und mit weniger Schmerzmittel auszukommen. Aber in den meisten Fällen bedeutet das nicht keine Schmerzmittel mehr zu brauchen.

Da wäre auch zu einfach ....

Du betonst, dass Menschen mit dauerhaften starken Schmerzen mit entsprechendem Medikamentenbedarf eher die Ausnahme sein sollten

Weil so wenige Menschen zum Schmerztherapeuten gehen, haben die teilweise Wartezeiten von bis zu 12 Monaten ;-)

Können dann wohl doch nicht so wenige sein die einer professionellen Schmerztherapeutischen Intervention zugeführt werden :=o

Ich warte auf eine klare Aussage, welche bösen Folgen ich bei (ordnungsgemäßer Einnahme von) Opioiden zu ewarten habe.

Die Folgen von Stufe 1 Medikamenten wurden ja erläutert. Aus genau dem Grund wird es vermieden dauerhaft mit diesen Medikamenten behandelt zu werden. Ich bekomme sie erst gar nicht mehr, man möchte mir nicht zumuten mir Leber, Magen und Nieren dauerhaft zu schädigen nur um ein bischen weniger Schmerzen zu haben ... davon mal ab sind die Sachen bei vielen auch viel zu schwach, da kann diese Menschen besser Bonbons lutschen.

Fazit ist doch, es geistert wieder irgendwas durch die Medien, das ungefiltert an den Laien weitergegeben wird, der dann denkt, oh der Dr. ist nicht gut, der hat mir das hier verschrieben und im Fernsehen sagen sie ist gefährlich. Das Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac und Konsorten auch gefährlich ist, davor warnt das Fernsehen in diesem Beitrag natürlich nicht. Und nur weil die Sachen nicht verschreibungspflichtig sind, sind sie auch nicht mit harmlos gleichzusetzen.

Aber das ist ja die Sache mit dem ungefiltert jedem alles präsentieren. Da kommt dann halt sowas bei raus.

Mein Schmerztherapeut sagt, keine Wirkung ihne Nebenwirkung, wobei die Stufe 2 und 3 Mediakamente deutlich weniger Nebenwirkungen (auch im Langzeitgebrauch) haben als eben die Stufe 1 Medikamente.

Aber mit den Schmerzmitteln ist es immer das gleich. Die die sowas auf Dauer verordnen, verordenen auch meist lieber Tropfen statt retardierenden Präparaten. Mein Arzt meinte letztens, es wäre immer noch ein Unding wie wenige Ärzte Retardtabletten kennen würden, die Patienten bekommen dann Tramaltropfen und wundern sich wieso man da so schlecht wieder von los kommt. Klar das die unretardierten Präparate ungleich shcneller abhängig machen, das erwähnen viele Ärzte nicht :=o

Ich bin ohnehin der Meinung Stufe 2 und 3 Präparate gehören in die Hände vom Fachmann und das ist nun einmal der Schmerztherapeut. Für kurze zeit soll es jeder verordnen dürfen, danach sollte das ein Schmerzmediziner übernehmen.

Denn viele Ärzte verschrieben obwohl sie nur wenig bis keine Ahnung haben und DANN passieren nämlich solche Zwischenfälle wie sie dann in diesen Reportagen erwähnt werden. Und das viele Patienten auch nicht sachgerecht mit solchen Medikamenten umgehen, ist auch nochmal eine andere Sache.

Ich bin jedenfalls froh um meine Medikamente, denn die ermöglichen meine Freiheit und Selbstständigkeit, meine Arbeit und mein Sozialleben!!

S=unflo\wer_x73


Können dann wohl doch nicht so wenige sein die einer professionellen Schmerztherapeutischen Intervention zugeführt werden :=o

Ich finde eher die Schmerztherapeutenzahl zu gering. ;-) Wenn man sich die Zahlen von Schmerzpatienten anguckt und die Quote an Schmerztherapeuten (und das vergleicht mit anderen Prävalenzraten und Arztquoten)...

Mein Schmerztherapeut sagt, keine Wirkung ihne Nebenwirkung, wobei die Stufe 2 und 3 Mediakamente deutlich weniger Nebenwirkungen (auch im Langzeitgebrauch) haben als eben die Stufe 1 Medikamente.

Genau das ist auch mein Stand. Darum würde mich konkret von Parvati interessieren, wovor sie so sehr meint, warnen zu müssen (wie gesagt, verantwortungsbewusste Verordnung, Retard-Präparate etc. vorausgesetzt). Ich hätte penetranterweise gerne einfach konkrete Schlagworte. Denn die der Stufe 1 wurden hinlänglich genannt und sind auf Dauer ernstzunehmende Risiken. Ein dermaßen ernsthaftes Risiko ist mir bei Stufe 2 & 3 nicht bekannt...

E]hema:ligePr Nuwtzer (9#3257x31)


Ist Ansichtssache, ein Schmerztherapeut darf im Quartal nur eine gewisse Anzahl von Patienten behandeln, woraus halt die Wartezeiten reduziere. Er ist halt kein Orthopäde oder Internist der einen Patienten in 5 Minuten behandeln kann.

Na ja Parvati scheint ja eher ein Sonderfall zu sein, sie zieht ja lieber vor keine Schmerzmittel zu nehmen, dafür auch nicht mehr arbeiten zu gehen.

Das ist ja nun überhaupt nicht das Ziel, weder der allermeisten Patienten, noch der Ärzte, KK, Rentenversicherungen oder vom Staat.

Aber so setzt jeder seine Prioritäten, ich nehme lieber Schmerzmittel und lebe ein annähend normales Leben statt zu Hause vor mich hinzudümpeln ohne Job und ohne Geld.

Hier werden einfach irgendwelche poarisierenden Meinungen ohne wirkliches Hintergrundwissen verbreitet. im Fernsehen ja genauso, da wird auch nur halbherzig recherchiert und eben immer schon polarisierend einseitig irgendwas angeprangert.

Erst ist es das Asperin was verteufelt wird, dann eben die Opiate und demnächst ist es eben wieder was anderes. Hauptsache die Quote stimmt ....

_CParva^ti\_


Entweder oder. Also entweder Schmerzen im Dauermodus oder halt (wie hier von jemand anderem erwähnt) starke intervallartige Schmerzen.

Freundlich gefragt: Wer geht denn Deiner Meinung nach zur multimodalen Schmerztherapie? Was sind für Dich "sehr starke Schmerzen im Dauermodus"? Für mich sind das Leute mit entsprechenden Grunderkrankungen, bei denen jede Alltagshandlung vom Schmerz überschattet wird. Leute mir gelegentlichen kopfschmerzen etc. gehören für mich nicht in eine multimodale Schmerztherapie, da es bei jedem nun mal gelegentlich zwickt. Vielleicht reden wir da ja schon komplett aneinander vorbei.

Unter starken bis extremen Schmerzen verstehe ich eine Schmerzstärke von 8-10. Mittelstarke Schmerzen sind für mich 4-7 und keine bis leichte Schmerzen 0-3. Es geht mir auch nicht um gelegentliche Kopfschmerzen. Wobei hier natürlich auch differnziert werden muss, da es bei Kopfschmerzen auch unterschieliche Schmerzzustände gibt und es kommt auch immer auf den jeweiligen Leidensdruck des Betroffenen an. Wer jetzt nun genau für eine multimodalen Schmerztherapie in Frage kommt, kann ich als Nicht-Mediziner nicht beurteilen. Das kann nur ein Arzt.

Ich hatte nicht das Gefühl, was zu unterstellen oder aus dem Kontext zu reißen. Die bei mir angekommene Kernaussage war, dass es bei einer multimodalen Schmerztherapie im Idealfall ohne Medikamente gehen soll.

Da hast du mich aber komplett falsch verstanden. Natürlich geht es bei einer Schmerztherapie nicht immer ohne Medikamente. Aber das ZIEL einer solchen Behandlung sollte auch sein, dass man nicht mehr oder nur noch wenig Schmerzmittel in ZUKUNFT nehmen muss. Es ging mir hauptsächlich um das Ziel einer solchen Behandlung, nicht daraum, was während der Behandlung für Schritte gemacht werden. Dann habe ich im Anschluss noch geschrieben, dass das aber nicht in jedem Fall möglich ist, denn mir ist auch klar, dass es Erkrankungen gibt, wo man nur Symptombehandlung betreiben kann.

Du betonst, dass Menschen mit dauerhaften starken Schmerzen mit entsprechendem Medikamentenbedarf eher die Ausnahme sein sollten. Das sehe ich halt anders.

Ich weiß nicht, worauf du jetzt hinaus willst...

Wenn Du das Gefühl hast, dass man Dinge aus dem Kontext reißt und darauf rumhackt: Vielleicht, weil das Aussagen sind, die besonders den Nerv der Leute treffen?!

Ihr sollt einfach nur RICHTIG lesen. Mehr verlange ich gar nicht. Ich habe nur das Gefühl, dass ihr in meine Texte mehr hineininterpretiert, als ich geschrieben habe oder aussagen wollte.

Und ganz freundlich: Schau' auch mal Deinen Tonfall an. Ich bin nicht mit Kommentaren wie "oberlehrerhaft" gekommen.

Ich gebs auch zu, dass ich jetzt auch mal einen raueren Ton ergreife. Aber so wie es in den Wald... du weißt schon.

Wenn Du "verstehen" gleichsetzt mit "einer Meinung sein": Dann will ich Dich tatsächlich nicht verstehen.

Ich verlange nicht, dass ihr meiner Meinung seid. Ich habe nur das Gefühl, das ihr nicht richtig lest, Sachen in meine Aussagen hineininterpretiert und folglich mich dann missversteht.

Du betonst, dass Menschen mit dauerhaften starken Schmerzen mit entsprechendem Medikamentenbedarf eher die Ausnahme sein sollten

Weil so wenige Menschen zum Schmerztherapeuten gehen, haben die teilweise Wartezeiten von bis zu 12 Monaten ;-)

Das ist wieder so ein Punkt, wo ihr mich wieder völlig missverstanden habt. Natürlich gibt es viele Schmerzpatienten – chronische wie auch akute Fälle. Aber nur wenige davon werden auch tatsächlich dauerhaft (also chronisch) sehr starke Schmerzen haben. Ich gebe zu, es ist auch nur ein subjektiver Eindruck meinerseits, der wahrscheinlich auch durch meinen letzten Aufenthalt in einer orthopädischen Schmerzklinik noch verstärkt wurde.

Na ja Parvati scheint ja eher ein Sonderfall zu sein, sie zieht ja lieber vor keine Schmerzmittel zu nehmen, dafür auch nicht mehr arbeiten zu gehen.

Du kannst mir glauben: Ich bin kein Sonderfall. Vielleicht hier im Faden ;-D

Das ist ja nun überhaupt nicht das Ziel, weder der allermeisten Patienten, noch der Ärzte, KK, Rentenversicherungen oder vom Staat.

Aber diese Personen können einen auch nicht zwingen, ständig Schmerzmittel zu schlucken, eben, weil sie wissen, dass das auch wieder Nebenwirkungen hat. Und mir hat bis jetzt, weder mein Schmerztherapuet, noch die Schmerzklinik, noch irgendein anderes Krankenhaus, nicht mal Gutachter, verlangt, dass ich regelmäßig Schmerzmittel oder gar Opiate einnehmen soll, nur, damit ich wieder alltagstauglich bin.

Aber so setzt jeder seine Prioritäten, ich nehme lieber Schmerzmittel und lebe ein annähend normales Leben statt zu Hause vor mich hinzudümpeln ohne Job und ohne Geld.

Genau, das muss jeder für sich selbst wissen. Aber keine Angst, ich bekomme weder vom Staat Geld (nicht, dass man mir noch vorwirft, ich würde dem Staat auf der Tasche liegen), noch nage ich am Hungertuch oder dümpel zu Hause rum. Langweilig wird und ist mir schon nicht.

Und jetzt halte ich mich auch aus der Diskussion raus. Ich habe schlicht nicht den Nerv hier noch weiter zu zanken.

S/unLflow|er_7x3


Aber das ZIEL einer solchen Behandlung sollte auch sein, dass man nicht mehr oder nur noch wenig Schmerzmittel in ZUKUNFT nehmen muss.

Jetzt nicht hauen, weil aus dem Kontext gerissen, aber: Was ist mit den Leuten, wo aufgrund einer fortschreitenden Erkrankung klar ist, dass sich die somatische Seite nicht bessert? Da ist dieses Ziel doch unrealistisch. Meiner Meinung nach. Ich kann doch einer chronischen oder fortschreitenden Erkrankung nicht begegnen, indem ich die Behandlung quasi runterschraube.

Was die Schmerzstärke angeht:

Für mich ist eine Medikation auch vor Stufe 8-10 durchaus angezeigt. Ich komme maximal in Form kurzer einschießender Schmerzen auf eine 7, aber dennoch geht's oft nicht ohne Medikamente. Quasi nur einem Personenkreis ab Schmerzstärke 8 eine Medikation zuzugestehen, finde ich traurig.

Aber diese Personen können einen auch nicht zwingen, ständig Schmerzmittel zu schlucken, eben, weil sie wissen, dass das auch wieder Nebenwirkungen hat. Und mir hat bis jetzt, weder mein Schmerztherapuet, noch die Schmerzklinik, noch irgendein anderes Krankenhaus, nicht mal Gutachter, verlangt, dass ich regelmäßig Schmerzmittel oder gar Opiate einnehmen soll, nur, damit ich wieder alltagstauglich bin.

Und ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der lieber Einschränkungen als Medikamente in Kauf nimmt. Klar kann einen niemand zwingen (wobei meiner Erfahrung nach die nicht messbaren Schmerzen ja eh gerne vernachlässigt werden, bei Schwerbehindertenanträgen bspw.). Mein Erleben bislang war, dass Leute SELBER alles tun wollen, um so gut es geht am Leben teilzunehmen. Da oft ja eh Einschränkungen bleiben.

Ich verstehe diesen Verzicht auch nicht. Ich trauere den Dingen hinterher, die nicht mehr gehen (war immer sportlich) und bin oft genug frustriert, dass es nur mit Medikamenten geht. Ich bin einfach nicht bereit, mich durch Medikamentenverzicht freiwillig noch mehr einzuschränken. Ich will leben, nicht existieren.

Kann diese Haltung daher nicht nachvollziehen. Aber letztlich ist es eine individuelle Entscheidung, Aber so, wie man die Anti-Medikamenten-Haltung akzeptiert, sollte man auch akzeptieren, dass andere Leute Medikamente WOLLEN.

Genau, das muss jeder für sich selbst wissen. Aber keine Angst, ich bekomme weder vom Staat Geld (nicht, dass man mir noch vorwirft, ich würde dem Staat auf der Tasche liegen), noch nage ich am Hungertuch oder dümpel zu Hause rum. Langweilig wird und ist mir schon nicht.

Dann hast Du damit letztlich noch eine gute Position. Glück im Unglück quasi. Aber war wäre, wenn Du allein dastehst, Miete etc. bezahlt werden wollen, die ArGe Dir im Nacken sitzt und man Einschränkungen aufgrund von Schmerzen nicht ernst nimmt?

Hatte ansonsten nicht das Gefühl, dass man sich hier zankt. Kontroverse Diskussion, ja. Aber zanken?!

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