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Was macht man als Patient, wenn jeder Arzt einen ablehnt?

G'aro uL7x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

vor kurzer Zeit schrieb ich hier einen Thread, ob ich zu einem Palliativmediziner gehen könnte.

Mein riesen Problem ist, dass ich keinen Arzt als Hausarzt bzw. als "Koordinator" für all meine Arztbesuche finde. Des Weiteren habe ich riesen Probleme, da sich aktuell jeder Arzt weigert, mir meine dringend erforderlichen BTM's zu verordnen. Immer mit der Standartbegründung, dass das das Budget unnötig belasten würde!

Seit knapp 8 Wochen eitert mein Vorfuss (großer Zeh, der Zeh daneben und der mittlere Zeh) und zusätzlich sind die Zehen mit dem ganzen Vorfuß sehr stark entzündet.

Wenn ich bei Hausärzten anrufe und der Arzthelferin nach meiner Diagnose fragt, kommt meistens schon gleich die Antwort, dass sich der Arzt damit nicht auskennt. Nur kurz als Zusammenfassung: Ich habe einen inkompletten Querschnitt ab dem 12. Brustwirbel, bin links hoch oberschenkelamputiert, habe massive Phantomschmerzen(aktuell 6-7 von 10) und sehr starke Rückenschmerzen (8-9 von 10), habe diverse Herzerkrankungen + Herzschrittmacher, Pflegestufe 2, usw.!

Wenn ich meine Diagnosen nicht nenne, bekomme ich immer von dem Arzt im Gespräch dann die Absage!

Heute war ich bei einem Palliativmediziner. Nachdem ich Ihm meine Probleme mitteilte, hiess es nur, dass er voll sei und des Weiteren wäre meine Krankengeschichte auch viel zu lang und er keine Zeit hätte, um sie durchzulesen. Aus diesem Grund, möge ich bitte einen anderen Arzt aufsuchen.

Aber in Notfällen könnte ich gerne wiederkommen! Auf meine Frage, ob er mir meine erforderlichen Medikamente wenigstens dann verordnen könnte, antwortete er nur, dass er dies nicht tut, da er erst meine ganzen Krankenakten gelesen haben muss. Und wozu soll ich dann wiederkommen im Notfall?

In diesem Jahr war ich bei 4 Hausärzten. Alle wussten von Anfang an bescheid, was ich für Diagnosen habe und was ich für Medikamente benötige! Mein vorletzter Hausarzt hat mir nach 3,5 Wochen mitgeteilt, dass ich wegen meinem Fuss viel zu oft bei Ihm gewesen war (in 3,5 Wochen jeweils 1 mal pro Woche, da meine Frau meinen Fuss seit 7 Wochen bis zu 4 mal am Tag verbinden muss, da entweder durch Eiter oder durch Wundsekret er komplett durchgeweicht ist). Was soll ich als Patient in so eine Fall machen? Abgesehen davon ist mir mein Bein wegen einer starken Infektion schon einmal amputiert worden und ich möchte nicht nocheinmal amputiert werden.

Außerdem passte dem Hausarzt nicht, dass ich das zuvor von Ihm fest zugesicherte Morphium dann auch wirklich haben wollte. Des Weiteren wollte er mir zum Schluss ein bestimmtes Antibiotikum verordnen. Als ich Ihm mitteilte, dass ich das spezielle Antibiotikum nicht vertrage, hiess es nur, dass er mir irgendwas ja wohl verordnen müsste. Wunderbar, wieder ein Rezept für den Müll!

Heute habe ich Arzt Nummer 4 hinter mir und ich weiss allmählich echt nicht mehr was ich machen soll? Ich war in diversen Kliniken und Unikliniken und alle haben in Arztbriefen niedergeschrieben, dass ich ein ganz spezielles Betäubungsmittel benötige. Es ist quasi die letzte Möglichkeit. Ansonsten müsste ich mich erneut einer Rückenoperation unterziehen und das Risiko einer kompletten Paraplegie (Querschnitt) bzw. eventuell einer Tetraplegie liegen zwischen 80 – 90 %. Toll nicht? Der Traum eines jeden?

Das wichtigste ist aber, dass ich mit dem speziellen Betäubungsmittel eigentlich für meine Verhältnisse gut klarkomme.

Der Grund für die hohe Komplikationsrate ist deswegen vorhanden, da ich unter einem sehr seltenen Gerinnungsfehler leide. Ich bekomme zwar Medikamente dagegen, aber ich blute trotzdem immer wieder.

In der letzten Woche hatte ich das riesen Problem gehabt, dass ich mal wieder keinen Arzt hatte, der mir meine BTM´s ausstellen wollte. Also blieb mir nichts anders übrig, als Mittwoch Nachmittag in die Notfallsprechstunde ins Krankenhaus zu gehen. Die Ärztin dort gab mir dann nun das ersehnte Rezept. Jedoch reicht die Menge nur bis Ende der Woche, was dann kommt, keine Ahnung??

Im Notfall müsste ich mich stationär ins Krankenhaus einweisen lassen, da mir die Ärzte hier nicht das erforderliche Medikament verordnen wollen.

Geht es eigentlich nur mir so, dass ich keinen Arzt als schwer kranker Mann finde? Habt Ihr auch Probleme mit der Verordnung von Medikamenten?

Ich wohne in einer kleinen Stadt im südlichen Niedersachsen und ich habe am Mittwoch einen Termin in einer großen Palliativpraxis. Das Problem ist leider nur, dass die Praxis gut 140 km (pro Strecke) von mir entfernt ist!

Ich hoffe so sehr, dass die mich wenigstens umfassend behandeln? Heute als ich bei dem Arzt herauskam, habe ich echt nur noch weinen können! Jeder Arzt schickt einen zum nächsten. Jeder Arzt sagt, dass man mich dringend umfassend behandeln müsste. Jeder Arzt sagt, dass man endlich herausfinden müsste, wieso die Infektion an meinem Fuss immer stärker wird.

ABER keiner will diese Aufgabe übernehmen und jeder schiebt es auf den nächsten Arzt. Genauso wie mit der Verordnung von Betäubungsmitteln.

Es ist echt zum Kotzen!!!

Liebe Grüße

Heiko

Antworten
m~issi(ngxdodo


Das ist jetzt sicher eine sehr laienhafte Antwort, aber müsste deine Krankenkasse nicht Ideen dazu haben welcher Arzt und welches Vorgehen passend wären?

G~ries!uh1


Bitte jetzt nicht falsch verstehen, das was du schreibst klingt sehr merkwürdig. Du schreibst du bekommst Medikamente, wer verschreibt dir diese denn?

Meine erste Frage:

Hast du einen ambul. Pflegedienst zur Wundversorgung ein geschaltet? Es gibt auch ambul. PD's die palliativ Versorgung erbringen und dem entsprechend ein palliativ Team einschalten können.

Das ist das eine.

Dann gibt es Pflegestützpunkte, das sind Beratungsstellen der Landkreise und Städte, die dir sicherlich auch weiterhelfen könnten beim finden eines Arztes.

Du schreibst du hast keinen Hausarzt, ja das ist ein Problem. Du wirst von keinem Arzt BTM verschrieben bekommen der dich nicht kennt. Deshalb suche dir wirklich einen festen Hausarzt.

In welcher Klinik warst du denn? Jede Klinik hat auch ein Palliativteam. Deshalb ist es sinnvoll dass du dich an das Palliativteam der Klink wendest in der du zu letzt versorgt wurdest.

Sfup3er-naturlalSxim


Das ist jetzt sicher eine sehr laienhafte Antwort, aber müsste deine Krankenkasse nicht Ideen dazu haben welcher Arzt und welches Vorgehen passend wären?

missingdodo

Ich hatte meine Krankenkasse 2009 mal bezüglich Arztempfehlung angeschrieben und bekam die Antwort, dass sie leider keine bestimmten Ärzte empfehlen dürfen.

Oh man, mir tut Garou78 unheimlich leid, und ich glaube ihm seine Geschichte zu 100%. :-(

Diese Art Tretmühlen kenne ich bei Ärzten auch zur Genüge.

PSedd`i


Das hört sich für mich schlimm an.... Rat weiß ich nicht, aber ich wünsche Dir, dass dir bald geholfen wird @:)

Eehemaliger aNuBtzer (e#4671G93x)


Vielleicht ist das System hier ein anderes, aber ich kenne das nur so, dass der Hausarzt für spezielle Wundversorgung (wie in deinem Fall) nicht zuständig ist. Nicht zuständig auch im Sinne von dass es Leute gibt die sowas besser können und mehr Erfahrung damit haben (Dermatologen, ausgebildetes Pflegepersonal etc.).

Das mit den BTM ist natürlich unangenehm. Ich persönlich finde BTM, bei gewissen Indikationen, eine sinnvolle Sache. Das Krux damit ist allerdings, dass bei Langzeiteinnahme eben auch die Dosis ansteigt, weil man selbst eine Toleranz aufbaut und die 'Standarddosis' eben nicht mehr wirkt.

Hast du dir schon mal überlegt etwas anderes gegen Schmerzen zu unternehmen als diese medikamentös in Schach zu halten? Für Phantomschmerzpatienten gibt es in der Regel eine Vielzahl an Behandlungsoptionen.

Das sich ein 'normaler' Hausarzt über die Verordnung von BTMs nicht drübertraut, für einen Patienten den er nicht gut kennt, geschweige denn die komplette Krankengeschichte, kann ich nachvollziehen.

Schon mal darüber nachgedacht deswegen zu einem niedergelassenen Schmerztherapeuten zu gehen, der dich medikamentös gut einstellen kann und auch dementsprechenden Background hat?

S;chli&tzaugxe67


Men Nachbar hier ist auch amputiert an einem Bein, das andere fault vor sich hin, man kann bis auf den Knochen gucken. Er wird andauernd mit dem Krankentransport in die Uniklinik gefahren, wenn nicht, hat er eine ganz spezielle Wundversorgung von einer extra dazu ausgebildeten Person aus der Pflege, die 2 x täglich nach Hause kommt. Da rührt niemand der Angehörigen auch nur einen Verband an.

Der Mann ist in Behandlung von Schmerzspezialisten, wo er auch die Rezepte herbekommt. Er hat trotzdem noch einen Hausarzt. Offensichtlich redet da jeder mit dem anderen.....

AMlpeoknor


Ich hatte meine Krankenkasse 2009 mal bezüglich Arztempfehlung angeschrieben und bekam die Antwort, dass sie leider keine bestimmten Ärzte empfehlen dürfen.

Meine Krankenkasse (Techniker) macht einem Termine bei Haus- und Fachärzten aus.

I6n-Koxg Nito


hallo,

ich hatte ja schon an verschiedenen stellen immer wieder gesagt, dass mich dein schicksal sehr anrührt und ich bewundere, wie du dich da durch kämpfst.

ich glaube, ich würde mir einen arzt suchen und ihn privat abrechnen lassen, wenigstens eine zeit, bis du wieder vernünftig eingestellt bist.

vor circa einem jahr habe ich es ja schon mal in einem deiner fäden erzählt, dass ich letztes jahr über ein halbes jahr dem prozess gegen einen meiner verwandten beigewohnt habe. du bist mich bei meinen schilderungen damals ziemlich angegangen und es kam auch ein pn von einem mod (die ich aber nicht gelesen habe, abe die überschrift war eindeutig). trotzdem möchte ich noch mal diesen sachverhalt schildern und betone, dass das nicht böse oder unterstellend gemeint ist. mein anverwandter ist internist und substitutionsarzt. er hat patienten mit ähnlichen beschwerden wie deinen die auch von dir beovrzugtne pflaster + lollis verschrieben.

naja, und im abstand von ein paar wochen haben sich zwei patienten damit umgebracht (du betontest ja auch schon öfter die eigentlich tödlichen dosen deiner medis) und ein dritter hat das zeug vertickt. mein anverwandter wurde in der nacht von der polizei aus dem bett gerissen und im schlafanzug in eine zelle gesteckt, weil er ja der verschreibende arzt war. er sass da zwei tage so und durfte nicht einmal seine brille haben. die staatsanwältin argumentierte, dass er grob fahrlässig gehandelt hätte und klagte ihn wegen mehrfachen totschlag an. weil: mein verwandter hatte immer einen 10er pack pflaster heraus gegeben. die richtige abfolge wäre gewesen, dem patienten jeden tag ein pflaster zu geben, dann am nächten tag das gebrauchte wieder einzufordern und ein neues zu kleben. was das für patienten mit solchen massiven schmerzen bedeutet, muß ich dir ja nicht erzählen, zumal die praxis im 2. stock ohne aufzug lag. mein anverwandter hat ab und zu eine arzthelferin mit dem rezept runter geschickt, damit der patient, der einmal alle zwei wochen kam, nicht rauf mußte, auhc das wurde als fahrlässig eingestuft. mein verwandter ist zu 8 jahren gefängnis verurteilt worden und nun vor ein paar wochen ein kollege von ihm hier im nachbarort, auch dieser hatte diese pflaster im pack rezeptiert und ein patient war gestorben.

ich glaube, dass es mittlerweile sehr schwer sein wird einen arzt zu finden, der die pflaster rezeptiert, ohne, dass er dich wirklich gut kennt und die krankengeschichte rauf und runter beten kann, weil die ärzte, wenn sie die vorgaben an den machbaren praxisalltag anpassen, immer mit einem bein im gefängnis stehen. sich aber auf eine so aufwändige behandlung einzulassen, sprengt bei vielen praxen mittlerweile die kapazitäten und deshalb meine idee, dass du dir eine weile privatrechnungen schicken läßt.

ich weiß, du magst das mit den privatrechnungen nicht und hast ja auch schon öfter die gute versorgung durch deine gesetzliche im vergleich zu privaten kassen gelobt, aber es ist tatsächlich so, dass es auch bei den ärzten bei vielen nur um das geld geht, auch wenn das als leidender nicht nachvollziehbar ist.

mit deinem akuten fuß würde ich in die notaufnahme gehen, weil die müssen.

I n-KoFg Nitxo


vergessen:

eine möglichkeit wäre auch, mit dem arzt auszumachen, dass nur ein pflegedienst dir die opiate gibt.

vielleicht läßt er sich darauf ein.

I6n-^Kog Nxito


Schon mal darüber nachgedacht deswegen zu einem niedergelassenen Schmerztherapeuten zu gehen, der dich medikamentös gut einstellen kann und auch dementsprechenden Background hat?

soweit ich mich erinnere, wurde er schon dreimal neu eingestellt und ist letztendlich immer wieder bei der ausgangsdosis gelandet.

tahe-cOaver


In einem Jahr 4 Hausärzte verschlissen? Jeder weigert sich, Medikamente zu verordnen? laut allen Kliniken ist "ein ganz spezielles" Btm erforderlich (lasst mich raten: Ein schnellfreisentzendes Fentanyl?)? Niemand findet sich, der eine Wunde versorgt? Palliativmediziner, die keine Akten lesen? Nicht mal die Verordnung eines Antibiotikums klappt?

Das sind ein paar Merkwürdigkeiten - ich vermute, dass diese Geschichte auch noch eine andere Seite hat...

S[unf'lowler_x73


Naja, Hausärzte sind vielleicht nicht die besten Ansprechpartner für BTM's. Bessere Budgets haben nun mal die spezialisierten Schmerzmediziner – und auch definitiv mehr Wissen.

Davon gibt es tendenziell nicht genug und ich persönlich habe auch schlechte Erfahrungen gemacht (Amalgamfüllungen entfernen lassen, dann wächst mein Knieknorpel nach. Ja klar...).

Aber: In dem Fall könnte man KONKRETE Unzufriedenheit (liest Akten nicht,...) ja auch an die Ärztekammer melden als Aufsichtsbehörde.

Ansonsten bleibt nur: FAHREN.

Meine Eltern wohnen ländlich in NDS, ganz an der holländischen Grenze. Für viele Fachärzte fahren sie (wg. Kompetenz, Wartezeiten) in die 80-100km entfernten nächstgrößeren (Uni-)Städte. Ist halt so.

Alternativ bliebe immer noch die Frage, warum die Uni-Kliniken, die auf dem Medikament bestehen, angesichts Deiner Schwierigkeiten nicht selber über Ihre Ambulanzen Rezepte ausstellen.

EKhAemaligerK Nu*tzer (#3257x31)


Vielleicht solltest du einfach mal anfangen und dich in diversen Schmerzpraxen auf die Warteliste setzten lassen? Die Menschen die da auf Termin warten haben alle Probleme. Du kannst nicht erwarten das du da hin kommst und alle rollen die den roten Teppich aus. Nicht umsonst haben viele Praxen Wartezeiten von bis zu 12 Monaten.

Gewisse Erkrankungen haben Vorrang, das steht aber auch oft auf den Homepages und ansonsten musst du wie der Rest der Schmerzpatienten eben warten und bis dahin eben zusehen das du eine andere Lösung findest.

Warum dich in einem Jahr allerdings 4 HÄ ablehnen …. muss ja einen Grund haben. Und vermutlich wird der nicht alleine darin liegen das du mehrere Erkrankungen hast.

Aber was genau der Grund ist, das wissen vermutlich nur die betreffenden Ärzte und du selber …

Und wenn es eben schnell gehen soll, wirst du den Schmerztherapeuten nehmen müssen den du findest … Anspruchshaltung geht da leider gar nicht. Die meisten wollen die Arzt lieber direkt vor der Hautür haben als groß zu fahren. Aber das geht nun mal nicht immer …

NYilp0f$eErd


Deine Krankenkasse sollte auf jeden Fall Dein erster Ansprechpartner sein - nicht, um Dir einen Arzt zu empfehlen, sondern um ggf. Druck zu machen, dass Dich jemand nimmt. Ich würde ihr die Ärzte, die Dich abgelehnt haben, melden, und um Unterstützung bitten. Ob für Deine Beschwerden und die notwendigen Medikamente ein Hausarzt oder ein Facharzt der richtige Ansprechpartner ist, kann ich nicht beurteilen.

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