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Was macht man als Patient, wenn jeder Arzt einen ablehnt?

G7aroPu}78


Hier war die Rede von schnellfreisetzenden Fentanylen – und die sind allesamt *ausschließlich* für Durchbruchsschmerz bei Tumorpatienten zugelassen. Jeder, der diese Mittel bei anderen Schmerzen ambulant auf Kassenkosten verordnet, wird im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung eine Regressforderung kriegen.

Die Aussage stimmt wieder nicht! Kein Arzt der einem Schmerzpatienten Opiate verordnet, wird regresspflichtig deswegen! Darunter fallen auch normale Ärzte! Original Auskunft der kassenärztlichen Vereinigung! Mein Vater und ich waren heute persönlich vor Ort mit den Leuten gesprochen!

IZn-KoWg Nito


Meine Vermutung, dass er schnellfreisetzende Fentanylpräparate haben will, stimmt (hat er in einem anderen Thread geschrieben). Fentanyl als Pflaster (also genau der gleiche Wirksoff) würde nicht helfen. Das ist allerdings pharmakologisch nicht plausibel: Das Verlangen nach schnell anflutenden Opioiden (die eine deutliche "Kick"-Wirkung haben) bei gleichzeitiger Verweigerung von retardierten Formen ist ein klarer Hinweis auf eine Abhängigkeit (die Pflaster habe er sogar abgesetzt). Dass eine Dauertherapie mit schnellfreisetzenden Opiaten ein Kunstfehler wäre, ist völlig unumstritten.

Dazu kommt, dass die schnellfreisetzenden Fentanyle nur für die Therapie von Tumorschmerzen zugelassen sind – für nichts andres. Das bedeutet, sie dürfen nicht auf Kosten der Krankenkasse verordnet werden, Punkt, Ende (das entsprechende Urteil des Bundessozialgerichts kann sich jeder selbst ergoogeln).

naja,

dass es fentanyl-pflaster sind, ist durch seine ausgiebigen vorigen beiträge ja schon länger bekannt. :-/

deshalb habe ich ja gleich auf der ersten seite die geschichte meines anverwandten geschildert,

der diese pflaster ausgegeben hat und nun im gefängnis sitzt.

übrigens kenne ich einige leute, als bekannte oder eben patienten,

die fentanyl-pflaster für orthopädische bzw. neurologische beschwerden bekommen – nix tumor.

auch die, die zu tode gekommen sind und wegen denen meine verwandter im knast schmorrt,

hatten ähnliche krankheitsbilder wie heiko,

wie ich auch schon geschrieben habe.

IQn-Ko`g uNitxo


Ich weiß nur, das wenn man die Wahl zwischen Opiatentzug mit Schmerzen und ein paar hundert Euro hat, ich mich immer für das Opiat entschieden habe.

dankedanke danke danke danke danke danke!!!

EEhemaligeCr Nutz7er (#^3257x31)


übrigens kenne ich einige leute, als bekannte oder eben patienten,

die fentanyl-pflaster für orthopädische bzw. neurologische beschwerden bekommen – nix tumor.

Es geht ja nicht um die Pflaster, die ja retardierende, the-caver sprach vom schnell anflutenden Fentanyl in nicht retardierender Form …

Die Aussage stimmt wieder nicht! Kein Arzt der einem Schmerzpatienten Opiate verordnet, wird regresspflichtig deswegen!

Er sprach auch nicht von Opiaten an sich, sondern von schnell freisetzendem Fentanyl bei nicht Tumorschmerz. Das ist ein klitzekleiner Unterscheid …!

D>er kleiEne Phrixnz


Also Eure Kleinlichkeiten, "Opiate an sich", "schnell freisetzendes Fentanyl", ... darüber muss man sich schon sehr wundern.

Wir leben im angeblich "besten" Gesundheitssystem der Welt, oder in einem der besten, und dass es dann Menschen wie Heiko gibt, die sooo leiden müssen, das ist genau so haarsträubend wie dieses kleinliche Gezicke.

Ich kannte mal einen Mann mit BSDK, DM 2, dem sind regelrecht die Füße abgefault, Leber- und Nierenversagen, der ist blind geworden vor lauter leber- und nierenbedingter Vergiftung. Eine Weile bzw. immer wieder war er in der Klinik, da hat er Opiate? oder sonst was gekriegt, was er brauchte, um nicht vor Schmerzen zu verrecken. Als er dann aus der Klinik raus war, gab es, genau wie bei Heiko, niemandem, der besagte Opiate? verschreiben wollte, Ihr hättet mal sehen sollen, auf welch üble Weise man krepieren kann. Übrigens war er Orthopäde, aber in seiner Situation völlig hilflos, die Krankheit hat ihm das Gehirn ausgeschaltet.

Schämt Ihr Euch eigentlich nicht, Euch angesichts Heikos Situation darüber zu mokieren, ob er vielleicht psychisch abhängig ist oder nicht? Wenn hier schon Ärzte schreiben (the caver u.a.), dann erwarte ich in so einer Situation entweder gar nix oder aber handfeste Tips, was Heiko unternehmen kann, um von seinem Leidensdruck runter zu kommen.

Keinesfalls erwarte ich, dass man sinngemäß sagt "sieh doch zu, wie du zurecht kommst, du lügst doch nur".

t#h^e-cxaver


dann erwarte ich in so einer Situation entweder gar nix oder aber handfeste Tips, was Heiko unternehmen kann, um von seinem Leidensdruck runter zu kommen.

Der Tipp lautet ganz einfach: Einsehen, dass er ein Suchtproblem hat und nach konstruktiven Lösungen suchen, anstatt von Pontius zu Pilatus zu rennen, unmögliches zu verlangen, jeden zu diskreditieren, der nicht seiner Meinung ist und dadurch die eigene Therapie zu torpedieren. Ist aber nichts seltenes, sieht man ziemlich regelmäßig...

Aber da in dieser Diskussion sich offenbar niemand die Mühe macht, wenigstens halbwegs sorgfältig zu lesen (außer Mellimaus anscheinend), was ich schreibe, bin ich jetzt raus.

S6u~n9flowaer|_73


Das hat nichts mit KLEINLICHKEIT zu tun. Und auch nichts damit, dass man Garou keine ordentliche Schmerzbehandlung gönnt. Im Gegenteil. Ich habe in einem anderen Faden SEHR VEHEMENT für eine eher großzügige Verordnung von Opioiden ausgeprochen.

ABER:

Es gibt nun mal GESETZE. Und es gibt verschiedenste Darreichungsformen. Best. Formen sind bei Opioiden nun mal kritisch im Hinblick auf Abhängigkeit. Ich habe heute mal weiter recherchiert. Es gibt klare Leitlinien, was wann verordnet werden darf. Es gibt Gesetze. Und der Interpretationsspielraum für Ärzte bei BTM-Verordnungen ist minimalst.

Oder fährt hier jeder bei Rot über die Kreuzung und diskutiert, wie unnötig Ampeln doch seien? Es gibt nun mal Richtlinien/Gesetze. Ob die einem passen oder nicht. Soll ein Arzt schlimmstenfalls für seine großzügige Verordnung in den Knast wandern? Denn das riskiert er damit.

Und: Der pauschale Mitleids-alleÄrztesindunfair-Modus hilft hier einfach nicht weiter. Und wenn man Faktenwissen zur rechtlichen Situation als "Kleinlichkeit" einstuft, geht das völlig an der Thematik vorbei. Garou fordert/braucht etwas, was bei seinem Krankheitsbild nicht zugelassen ist. Statt da um eine vernünftige Lösung mit/bei EINEM Arzt zu kämpfen (die legal ist), verschleißt er Ärzte auf der Suche nach jemandem, der völlig gedankenlos verordnet. Das ist auffällig und das ist ein Warnsignal. Faktenwissen.

Es geht nicht darum, Garou hängenzulassen. Es geht im Richtlinien, Verbote und eine Wunschverordnung, die einen Arzt in den Knast bringen kann. Aber klar, nur Ärzte die alles riskieren sind gute Ärzte, oder wie?

SGunflowwer__x73


dann erwarte ich in so einer Situation entweder gar nix oder aber handfeste Tips, was Heiko unternehmen kann, um von seinem Leidensdruck runter zu kommen.

Ein solcher Tipp war auch, die Wundversorgung in professionellere Hände als die eines x-beliebigen Hausarztes abzugeben. Da fragt man sich, gerade weil Garou viel zu verlieren hat, warum man sich wochenlang vom Hausarzt hinhalten lässt. Warum man DAS Problem nicht verantwortungsbewusster angeht. Aber dann gäbe es ja einen Grund weniger, die Ärzte zu verfluchen?!

a5pGrilx45


Sicherlich wäre es einfacher wenn Garau nicht dieses Ärztehopping bertreiben würde. Es hat doch bestimmt ganz zu Anfang mal einen HA gegeben. Weshalb ist er nicht dort geblieben. Alles ist doch einfacher wenn man stets bei einem Arzt bleibt.

Es ist auch nachvollziehbar das wenn man laufend zu einem anderen Arzt geht er die entsprechenden Medi´s nicht verordnet, da er nicht nachvollziehen kann was der Patient noch hat.

Es ist auch verwunderlich das du garnichts mehr zu deiner Wundversorgung sagst.

Wie versorgt deine Frau denn den Fuß? Hast du spezielle Pflaster, Salben? Wird die Wunde gespült? Machst du Fußbäder? Verwendest du immer frische Binden oder werden sie aus Kostengründen ausgewaschen? Ist mir in der Pflege auch häufiger vorgekommen, das es von den Verwandten so gehandthabt wurde.

Wer hat einen Verbandswechsel 4x am Tag veranlasst? Kenne es eigentlich eher so das er bis zu 2x tgl. gewechselt wird mitunter auch nur 1x tägl. Warum werden die Verbandswechsel nich durch PK eines PD durchgeführt, die sich vermutlich besser damit auskennen, die sich dann gegebenenfalls mit dem Behandelnden Arzt auseinandersetzten und beratschlagen ob eine andere Behandlung nötig ist wenn keine Besserung eintritt?

m,ar)ipioasxa


Da die Pflaster mir nicht viel brachten und nur für viel Nebenwirkungen sorgten, haben ich sie in Rücksprache mit meiner Schwiegermutter (Oberärztin & Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin) reduziert und letztendlich ganz abgesetzt

Warum hilft Dir denn diese fachlich geeignete Schwiegermutter nicht weiter? Die müsste doch wissen, wo Du am besten kompetente und wirkungsvolle Hilfe bekommen kannst.

S1unfPlowe.r_73


Absetzen geht, aber was Neues finden nicht? ":/

D%er klecineP Prinxz


Sunflower, vielleicht hast Du Recht, ich bin da echt kein Fachmann.

Aber ich weiß, wie es ist, in der Scheiße zu sitzen und keiner hilft einem raus. Wozu haben wir eine Krankenversicherungspflicht, wenn man im Fall der Fälle die Leute krepieren läßt? Da reicht es nicht zu sagen, "er könnte da und da hin gehen ...". Leute, die tief genug im Sumpf stecken, muss man erst mal an der Hand nehmen und führen, bis sie wieder selbst gehen können.

Wie ich sagte, es gibt Menschen, denen die Krankheit das Gehirn regelrecht abstellt.

Eigentlich sollten wir Darwin überwunden haben, finde ich.

S*unflow(er_7p3


Klar hat man es als Schmerzpatient nicht leicht, das bestreite ich nicht. Aber die Richtlinien sind keine Willkür, sondern sollen den Umgang mit hochumstrittenen Medikamenten regeln. Als es weniger Richtlinien gab, gab's Opioide NUR für Tumorpatienten. Dass man sie langsam für andere Schmerzen eingeführt hat, ist ein echter Gewinn. Und nach wie vor umstritten.

Und das Bestehen auf der gefährlichsten Darreichungsform MIT dem Ärztehopping ist... auffällig. Ich kann und will nicht beurteilen, ob Garou hier einen höchst seltenen Ausnahmefall darstellt, wo dieselben Substanzen in Retardform so gar nicht wirken. Ich finde es mit meinem (begrenzten) Wissen nicht so ganz nachvollziehbar. Aber wenn es so ist, dann hilft es nicht, beim ersten Zeichen von Widerstand den Arzt zu wechseln. Dann muss man jemanden für sich gewinnen, der wirklich die Notwendigkeit sieht und mit einem kämpft. Aber diese Überzeugungsarbeit erfordert einiges und erst recht dann, wenn die gewünschte Verordnung KLAR gegen bestehende Gesetze/Leitlinien geht.

Und ganz ehrlich: Wenn die Schwiegermutter entsprechende Ärztin ist... Warum kümmert die sich nicht?

Krepieren lässt man hier niemanden. Bzgl. der Wundversorgung riskiert Garou selber einiges, wenn er am Hausarzt festhält. Mit einem mehrwöchigen massiven Infekt vor dem Hintergrund einer erfolgten Amputation auf der anderen Seite wäre ich schon überall, aber nicht beim Hausarzt. Die Frage könnte man auch locker loskoppeln von der Opioid-Verordnung.

Ohne Garou was zu unterstellen, sondern nur unter Berücksichtigung der Vorgaben: Die Medikation ist schon mehr als ungewöhnlich und das Bestehen darauf wird ganz pauschal als Warnsignal gewertet. Von der rechtlichen Problematik (schnell freisetzendes Fentanyl nur bei Tumorschmerzen) ist das einfach ein Problem. Und unabhängig von einer möglicherweise existierenden Suchtproblematik stellt sich die Frage, ob angesichts dieser Verordnungsproblematik, die nicht auf reiner Willkür oder Budgetdenken beruht, nicht zumindest ein neuer Versuch einer Umstellung/Neueinstellung auf weniger problematische Darreichungsformen nicht eine Überlegung wert wären. Was, wenn die jetzt neu gefundene Praxis bzw. der Kooperationspartner irgendwann auch nicht mehr mitmacht? Oder nicht mehr mitmachen DARF, weil Ärger ins Haus steht?

Denn es geht ja nicht darum, dass es keine Opioide geben soll. Es geht um eines der stärksten Präparate in der gefährlichen nicht retardierten Form.

aJpril/45


@ the-caver

Deine Argumentation kann ich sehr gut verstehen. Da ich selber Schmerzpatient bin.

Ich hatte vor einer weile die Verordnung über Tramal( was ja noxh nicht unter das BTM-Gesetz zählt) aber doch zu den Opioiden.

Ich nahm es noch nicht alzulange Zeit wo mir auf fiel das ich je näher der Zeitraum der Einnahme sich näherte ich eine gewisse Unruhe entwickelte und so schnell wie möglich das Zeug brauch.

Schmerzmäßig ging es mir zwar etwas besser. Über kurz oder lang hätte man die Dosis erhöhen müssen das es mir wirklich gut geht.

Da ich letztendlich mir bewußt wurde das ich nicht mehr weiß ob ich das Zeug wegen der Schmerzen nehme oder weil die Zeit ran ist und ohne ich mich nur einfach unruhig fühle, habe ich es abgesetzt und dies so auch meinem arzt mitgeteilt. Er fand es gut das ich so reagiert habe. Heute geht es mir schmerztechisch gesehen so lala, aber es ist noch halbwegs erträglich.

Sicherlich ist das Suchtpotential bei Opiaten sehr hoch und wenn es nicht Tumorschmerzen sind sollte man doch sehr genau das für und wieder abwegen. Denn ich denke das diese Schmerzen erfahrungsgemäß meines erachtens weit über die Schmerzskala von 10 hinausgehen.

JfuliKa6nia


Hi.

Ich habe Erfahrung mit der Einnahme von Morphin Retard Tabletten, wenn auch in einer deutlich geringeren Dosis. Seien wir mal ehrlich – ja, da ist ein Kick Moment involviert. Und wenn es nur der Kick ist, daß der Schmerz wieder erträglich ist.

Wie gesagt, es war eine kleinere Dosis, aufgrund Krebstherapie durchaus auch medizinisch begründet, und nur über einen kurzen Zeitraum von wenigen Wochen – aber oh ja, als ich es zum ersten Mal einnahm war ganz klar nach ca. 1 Stunde ein euphorisierender Moment da. Das wurde später durch die regelmäßige Einnahme weniger offensichtlich. Aber wenn ich mir vorstelle, daß man sich den Wirkstoff regelmäßig in schnell freisetzenden Varianten reinknallt, dann sehe ich die Geschichte durchaus so wie the-caver.

Außerdem, Garou... bitte lies dir mal deine Postings in aller Ruhe und mit klarem Kopf durch. Insbesondere beunruhigte mich wirklich das hier:

Zumindest bin ich jetzt happy, dass ich alle 10 Tage ein neues Opiatrezept bekomme. Mehr will ich nicht!

Erinnert mich doch sehr an mein Telefonat mit einem Verwandten nach der ersten Morphintablette. "Du, das Morphin ist wirklich toll. x:) " Im Rückblick betrachtet finde ich diesen Satz nämlich auch durchaus auffällig... ;-)

Ich habe dann eine Woche nach Abschluß der Therapien mit dem Ausschleichen begonnen, und das war wohl auch besser so.

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