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Was macht man als Patient, wenn jeder Arzt einen ablehnt?

d`eviliLndis!guisxe


Ab einem gewissen Grad des Schmerzes finde ich die Suchtproblematik – vorsichtig ausgedrückt – nachrangig.

Wie stark Garous Schmerzen sind, kann ich nicht beurteilen und überhaupt kenne ich mich mit seinen Beschwerden nicht aus. Aber so viel weiß ich: Daß man meinen Vater, der im Sterben lag (Krebs), vor Schmerzen schreiend hat liegenlassen. Auf Schmerzmittel angesprochen, meinte der Arzt nur "der hat genug bekommen".

Ich verstehe, daß kein Arzt ins Gefängnis kommen will. Es stimmt da irgend etwas nicht an der Gesetzgebung oder vielleicht auch "nur" der richterlichen Auslegung des Betäubungsmittelgesetzes. Das ist alles viel zu "Moral"-orientiert nach dem Motto "oh, das böse, böse Rauschgift". Ja, natürlich darf man das niemandem geben, dem auch Aspirin helfen würde, keine Frage. Aber wie gesagt: Ab einem gewissen Punkt ist der Schmerz das vorrangige Problem und alles andere muß danach kommen.

Garou, Südniedersachsen ist natürlich leider strukturschwaches Gebiet, aber du kannst nicht allzu weit entfernt von Göttingen oder Kassel wohnen, ob dir dort jemand helfen kann? In meiner Stadt gibt es eine Patientenberatung, vielleicht dort auch?

Wenn Ärzte dich von vornherein ablehnen oder direkt sagen, daß sie nicht vorhaben, deine Akte zu lesen, dann hast du ja gar keine Chance, deine Probleme zu schildern. Wenn ein Arzt dich aber doch hereinläßt, dann mach es bitte nicht wie eine Bekannte von mir, die die Umstellung von Tabletten auf Tropfen (oder umgekehrt, ich weiß nicht mehr) kategorisch ablehnte und meinte, der Arzt würde ihr neuerdings ihr Schmerzmittel verweigern. Natürlich entsteht nach einer gewissen Zeit eine Abhängigkeit und ich kann mir vorstellen, daß es schwer ist, den eigentlichen Schmerz zu trennen von den Entzugserscheinungen bei Wechsel des Schmerzmittels oder der Darreichungsform. Hier ist es sicher sinnvoll, offen mit dem Arzt darüber zu reden und ich hoffe sehr, daß du an jemanden gerätst, der verständnisvoll mit diesem Problem umgeht und nicht bloß forsch verkündet "Pech, da müssen Sie durch".

:)* :)* :)*

m5 a r 3v i n


@ the-caver

Erst mal eine kleine Klarstellung: jeder Arzt und jeder Zahnarzt kann Btm verschreiben. Man muss dafür nur das entsprechende formular an die Bundesopiumstelle schicken und eine beglaubigte kopie der Approbationsurkunde beilegen.

Zumindest Zahnärzte müssen dieses Formular nicht abschicken (bei Ärzten weiß ich es nicht) – sie haben die Wahl. Wenn man das Formular nicht abschickt, kann man auch keine BTM verschreiben (und muss sich um die weiteren besonderen Vorschriften wie sichere Lagerung usw. keine Gedanken machen).

@ Sunflower_73

Garou fordert/braucht etwas, was bei seinem Krankheitsbild nicht zugelassen ist.

Na ja, da gibt es hier im Thread auch dazu widersprüchliche Aussagen.


Natürlich machen Opiate schnell abhängig. Das wird niemand ernsthaft bestreiten. Ehrlich gesagt mag ich mich aber an Spekulationen über das Suchtproblem nicht wirklich beteiligen – sowas ist im Internet ja doch nur schwer einschätzbar. Zumindest muss man Garou meiner Meinung nach zu Gute halten, dass er ja doch ziemlich viel (inklusive eines Ganges zur kassenärztlichen Vereinigung) macht, um das Medikament eben doch legal verschrieben zu bekommen. Das mögliche Suchtthema auch mit auf den Tisch oder vielmehr in den Thread zu packen, finde ich an sich schon gut – sich aber wegen ein paar Sätzen im Internet ein abschließendes endgültiges Urteil zu erlauben, finde ich ehrlich gesagt schon ziemlich vermessen.

dcie_2Pustesblumxe


Bin immer noch traurig, das dieser Thread und die teils sehr verletzenden Feedbacks dazu geführt haben, dass Heiko dieses Forum verlassen hat :-( ...

Seine Offenheit, sein (medizinisches) Wissen und seine "Lebenserfahrungen" haben bestimmt nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Forenteilnehmern und Gästen so manchen Einblick und oft auch persönliche Hilfestellung gegeben.

Und trotz ständig starker Schmerzen hatte er (auch im Hintergrund per PN) für so viele von uns Teilnehmern hier immer ein offenes Ohr ...

DANKE für Deinen Einsatz, Heiko !

Vermisse Dich und Dein Wissen hier sehr, kann Deine Konsequenz aber gut verstehen.

:)*

s8chbn*eck=e198x5


Heiko hat das Forum verlassen ??? :-o

Das tut mir leid, ich habe ihn immer gerne gelesen. Lieber Heiko, wenn du doch nochmal reinschaust: Ich wünsche dir alles, alles Gute auf deinem Weg zur richtigen Medikation, ein frohes, entspanntes Weihnachten und ein neues Jahr, das dir die benötigte Hilfe für deine gesundheitlichen Probleme bringt. :)* :)* :)_ :)_

D'er keleineu zPrinxz


Naja, noch ist er ja angemeldet, also kommt er erfahrungsgemäß auch irgendwann wieder.

Trotzdem war das schon heftig, dass ihm einige unterstellt haben zu lügen, weil er aus der Not heraus sich etwas unkonventionell verhalten hat, damit er seine Schmerzen besser bekämpfen konnte.

Also Heiko, komm aus der Schmollecke, Deine Beiträge im Forum waren gut!

Ich wünsch Dir frohe bzw. schmerzfreie Weihnachten und später dann einen guten Rutsch – aufm Rolli ... ;-)

tKhe-8cavexr


Trotzdem war das schon heftig, dass ihm einige unterstellt haben zu lügen

Das hat ihm niemand unterstellt. Er hat lediglich einige Dinge zu hören bekommen, die ihm nicht gepasst haben, nämlich dass seine Geschichte offensichtlich eine andere Seite hat. Und diese andere Seite hat ziemlich viel mit seinen eigenen dysfunktionalen Verhaltensweisen zu tun...

d$ie_VPustebxlume


Und genau DAS ist der Punkt:

Ich habe das auch so wie "der kleine Prinz" empfunden und verstehe nicht, wo seine "Verhaltensweisen falsch sein sollten".

Gerade "the-caver" war besonders – wie soll ich sagen – "streng und forsch" hier im Thread, was ich noch verstanden habe. Heiko möchte doch nur Hilfe und seine Schmerzmedikation.

Die "Lösung" gewisse Dinge selbst zu zahlen, oder ggf. auch nur vorab auszulegen, wenn man voll erwerbsgemindert verrentet ist, ist doch z. B. gar nicht umsetzbar.

Von welchem Geld denn ?

Ich selbst bin seit 4 Jahren "unnötig lange krank", davon seit über 2 Jahren zu Hause und aktuell auch befristet erwerbsgemindert verrentet – ich hatte um eine Reha gebeten.

Jetzt hab ich den Salat, mit vollem Programm: Job verloren, inzwischen 9 Klinikaufenthalte in 4 Jahren und im Moment fast ohne Wohnung, weil das Sozialamt darauf verweist, dass die 44 qm große, rollstuhlgerechte Wohnung teurer als 310 Euro kalt ist, was sie nicht sein darf ...

Davor immer voll berufstätig gewesen, 20 Jahre lang und meine "Rente" ist so hoch, wie meine Miete, ich hab aber leider noch ein rollstuhlgerechtes Auto, das ich verhalten und abgezahlen muss ... da heißt es immer nur "ich müsse halt Schulden machen" ...

... Und all das nur, weil es eine "Fallpauschale von 10 Tagen bei Ulcus cruris" gibt, die als stationäre Liegezeit vorgesehen ist und bezahlt wird.

In den 10 Tagen (und einmal sogar 28 Tagen, weil die Klinik für mich gekämpft hat) geht´s gesundheitlich immer gut vorwärts – und dann muss man kurz bevor man gesundheitlich die Kurve gekriegt hat, die Klinik verlassen, weil eine ambulante Versorgung ausreichen muss.

Mir die letzten Jahre immer wieder so passiert. Ich selbst, habe mir nichts zu schulden kommen lassen, oder mich falsch verhalten und ich kann nichts für die Vorschriften und hab auch keine Chance etwas dagegen zu tun.

Ambulant ist kein durchschlagender Erfolg möglich, stationär nachweislich ja.

Einmal ca. 2 Monate bleiben dürfen und ich wäre wieder "gesund", bis auf die bestehende Behinderung natürlich.

Selbst bezahlen kann ich aber leider keinen Tag eines Klinkaufenthaltes, ich war nie reich ...

Hätte nie gedacht, dass es so ein Problem überhaupt gibt und "ganz außenstehende", die noch nie was von Fallpauschalen gehört haben, verstehen die Welt gar nicht mehr ... !

duie_PAus<te&blumxe


Im zweiten Absatz wollte ich schreiben "was ich NICHT verstanden habe" !

Vbaga/bunxdin


Garou ist nicht damit geholfen, auf die bösen, bösen Ärzte und das Gesundheitssystem zu schimpfen. Diejenigen sollten unter den gegebenen Umständen froh sein, dass sie in Deutschland leben und nicht z. B. in Rumänien. Wir haben ein gutes medizinisches Versorgungssystem und auch wenn es tragische Einzelschicksale gibt, ist das noch keine Berechtigung, alles in Frage zu stellen.

Es sind gerade die "forschen und strengen" und rein sachlichen Beiträge, die Garou letztlich evtl. helfen werden. Es ist absolut kindisch, dramatisch seinen Rückzug aus dem Forum anzudrohen, nur weil kritische Beiträge verfasst wurden. Und es ist genauso dämlich, wenn kritische Beiträge bemängelt werden, "nur" weil der TE ziemlich krank ist. Darf man ihn deshalb nicht darauf hinweisen??

Gerade sunflowers und carvers Beiträge sind hilfreich, weil sachlich und zeugen davon, dass sich die Verfasser Gedanken und Mühe gemacht haben.

Wenn der TE nur Kondolenz-Beiträge lesen möchte, dann sollte er im Eingangstext darauf hinweisen, dann können sich alle anderen die Mühe sparen, helfen zu wollen.

Kein Behinderter oder gesundheitlich stark eingeschränkter Mensch möchte auf seine Behinderung/Krankheit reduziert werden, das wird doch immer wieder deutlich betont – insofern sollte es absolut OK sein, dass auch mal kritische Beiträge verfasst werden, die den TE evtl. ja doch mal dazu veranlassen, seine Sicht der Dinge neu zu überdenken. Da sind sachliche Beiträge von außen wirklich hilfreich, um die eigene vernebelte und vom krankheitsbedingten, sehr speziellen Tagesablauf verdichtete Selbstwahrnehmung evtl. mal zu druchdringen.

Darüber hinaus möchte ich zu bedenken geben, dass Ärzte keine Heiligen sind, sondern Menschen, die von ihrem Job leben müssen und auch Familien haben und sich deshalb ihre Risikobereitschaft für fremde Leute mitunter auch mal in Grenzen hält...

Und wenn ich lese, dass ein Arzt für 8 Jahre ins Gefängnis muss, weil sich Patienten aus Dummheit, Sorglosigkeit (oder was auch immer) wissentlich mit BTM ins Jenseits schießen, dann macht mich das traurig.

Ich habe jahrelang chronisch kranke/behinderte Menschen betreut. Ich habe selt tolle, wertvolle Menschen kennengelernt aber eben auch auch sehr unangenehme, egoistische und stets fordernde Leute, die nur sich selbst im Fokus hatten und von jedem verlangten, dass sich gefälligst alles nur um sie und ihre Erkrankungen/Behinderungen zu drehen hat...

In diesem Sinne...

I;n-2Koqg Nitxo


1. Natürlich ist Heiko erwerbsunfähig, aber seine Frau, eine ärztlicher, ist es nicht. Wir wissen nichts um seine finanziellen Verhältnisse und deswegen sollte es erlaubt sein, die Möglichkeit der Vorleistung wenigstens anzusprechen, denn Eheleute springen normalerweise füreinander ein.

2. Des weiteren sind sinnloser und the caver klinische Psychologen bzw. Schmerzarzt, die wollen ihm bestimmt nichts böses.

Ich finde es generell immer passend, alle Aspekte zu betrachten und nicht nur die, die beim Gros vielleicht so gelten, also kein Geld bzw. Unwissender User, denn das war hier nicht der Fall. Heiko hat vielleicht Geld und die User sind Experten, insofern ist ein Blick auf andere Aspekte doch erlaubt und kann vielleicht für die Situation sogar hilfreich sein. Letztendlich geht es doch darum, ihm zu helfen.

IIn-Kog JNitxo


Seine Frau, eine arzttochter....

-<vie8tnam-esinx-


Schade das er gegangen ist, ich fand seine Beiträge immer gut, auch wenn ich mich nicht dazu geäussert habe, so fand ich das toll was er geschrieben hat. Es klang intelligent und Weise, Lebenserfahren und richtig in meinen Augen.

Wünsche ihm auch ein schönes (vor allem schmerzloses) Weihnachten und ein gutes 2014, wo alles so kommt wie er es sich wünscht.

:)* @:)

I)n-KoJg Nitxo


Sinnloser=sunflower.....

Das war nicht Freud, ich schwör s, sondern das iPad...... :-D

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