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Krankengeld und Wiedereingliederung

lneoNny2x37 hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr Lieben,

Ich habe mir vor 8 Wochen das Brustbein gebrochen und stehe je na Röntgenbefund Ende dieser Woche vor der Entscheidung, ob ich an einer Wiedereingliederungsmaßnahme ( 4 std Arbeiten /Tag) teilnehme oder nicht. Jedoch habe ich ein paar Fragen dazu.

Die Ärztin meinte, dass in der Zeit, in der die Wiedereingliederung läuft, die Krankenkasse das volle Krankengeld zahlt und ich für meinen Arbeitgeber eine billige Arbeitskraft bin. Heisst das, ich arbeite für umsonst oder bekomme ich die geleisteten Stunden bezahlt? Falls ich vom Arbeitgeber bezahlt werde, wird mir das vom Krankengeld abgezogen? Wie ist man in der Zeit versichert? Fragen über Fragen.. kennt sich einer von euch damit aus und kann mir etwas weiterhelfen?

Liebe Grüße

Antworten
H"anNnoahxWe


Hallo leony,

ich habe letztes Jahr eine Wiedereingliederung gemacht, und kann dir daher ein paar Antworten geben.

Die Ärztin meinte, dass in der Zeit, in der die Wiedereingliederung läuft, die Krankenkasse das volle Krankengeld zahlt und ich für meinen Arbeitgeber eine billige Arbeitskraft bin. Heisst das, ich arbeite für umsonst oder bekomme ich die geleisteten Stunden bezahlt?

Ja, du bekommst das volle Krankengeld. Dabei ist es egal, wie viele Stunden du während der Wiedereingliederung arbeitest, du bist in dieser zeit noch krankgeschrieben und bekommst 70% deines früheren regelmäßigen Nettogehalts, genauso wie du es jetzt bereits kriegst. Für "umsonst" arbeitest du nicht, aber es stimmt, dass du nicht mehr Geld bekommst, als ob du komplett zuhause und krankgeschrieben bist.

Der Arbeitgeber darf wählen, ob er dir die geleisteten Stunden bezahlt oder nicht - das kann dir aber egal sein, denn wenn er die Stunden bezahlt, dann kriegst du sie vom Krankengeld abgezogen. Die meisten Arbeitgeber bezahlen NICHTS in der Zeit der Wiedereingliederung. Du bekommst, egal in welchem Fall, deine 70%.

Ja, du bist in dieser Zeit eine "billige Arbeitskraft", aber es geht ja in dieser Zeit vor allem darum, das DU dich wieder an deine Arbeit gewöhnen kannst und deswegen würde ich es nicht so negativ sehen. Du hast dadurch auch eher das Gefühl, dass du noch nicht wieder 100% Leistung bringen musst in dieser Zeit, weil du deinen Arbeitgeber nichts kostest.

Das kann nach langer Krankheit ziemlich "entlastend" sein.

Wie ist man in der Zeit versichert?

Ganz normal über deine gesetzliche Krankenversicherung. Du zahlst in dieser Zeit keine Krankenkassenbeiträge.

S1unflow^er_n73


Du bekommst in der Zeit weiterhin Dein Krankengeld, was Du jetzt auch schon bekommst. Kein Lohn vom Arbeitgeber. Umsonst arbeiten tust Du nicht, denn Du bekommst ja Krankengeld.

Das mit der "billigen Arbeitskraft" würde ich mal relativieren: Immerhin hattest Du vermutlich 6 Wochen Lohnfortzahlung, sprich Gehalt vom Arbeitgeber, ohne dass Du gearbeitet hast. Und immerhin besteht in der Wiedereingliederung das Risiko, dass jemand noch nicht belastbar ist und wieder ausfällt.

l=eWony2x37


@ HannahWe

Danke dir. :-) . Du hast mir sehr weitergeholfen.

lDeonyx237


@ sunflower73

Das mit der "billigen Arbeitskraft" würde ich mal relativieren: Immerhin hattest Du vermutlich 6 Wochen Lohnfortzahlung, sprich Gehalt vom Arbeitgeber, ohne dass Du gearbeitet hast. Und immerhin besteht in der Wiedereingliederung das Risiko, dass jemand noch nicht belastbar ist und wieder ausfällt.

Ja da hast du recht. Ich werd es mir durch den Kopf gehen lassen und es davon abhängig machen, ob meine Schmerzen erträglich sind. Es gibt ab und an gute Tage, an denen ich optimistisch bin und dann wieder schlechte Tage, an denen selbst langes Sitzen noch anstrengend ist und mir der Knochen einfach nur wehtut. Es ist wie verhext..

Hpa#nnxahWe


Es gibt ab und an gute Tage, an denen ich optimistisch bin und dann wieder schlechte Tage, an denen selbst langes Sitzen noch anstrengend ist und mir der Knochen einfach nur wehtut.

Genau für solche Fälle ist eine Wiedereingliederung gut. Du musst natürlich entscheiden, ab wann sie anfängt, ob es jetzt noch zu früh ist oder du dich wieder gut genug fühlst, ein paar Stunden zu arbeiten. Du kannst auch erstmal mit weniger als 4 Stunden pro Tag anfangen, wenn dein Arbeitgeber und deine Ärztin einwilligt. Außerdem kann die Wiedereingliederung nachträglich angepasst werden, wenn du also mit 4 Stunden anfängst und merken solltest, dass es zu viel ist und du wieder Schmerzen kriegst, dann kannst du auf 3 Stunden reduzieren usw.

Auch kann die Länge der Wiedereingliederung angepasst werden, wenn du also nach einigen Wochen wieder Vollzeit arbeiten sollst, aber merkst, das es noch nicht wieder geht, dann kannst du die Wiedereingliederung strecken, sodass du weiterhin nur ein paar Stunden am Tag arbeitest.

Wenn du 7 Tage innerhalb der Wiedereingliederung garnicht zu Arbeit gehen kannst weil es dir zu schlecht geht, dann gilt die Wiedereingliederung als gescheitert. Aber auch das ist keine Katastrophe, dann fängt man nach ein paar Wochen meistens wieder von vorne an.

Du hast eigentlich nicht verlieren bei der Wiedereingliederung, solange du nicht das Gefühl hast, dass es viel zu früh ist. @:)

S|unflo[wer_7x3


Man hat nichts zu verlieren – aber man verhindert ggf. einen sauren Arbeitgeber. Kommst Du regulär wieder und es geht nicht, müsste der nämlich ggf. wieder 6 Wochen Lohnfortzahlung leisten, ohne dass Du arbeitest.

Klar ist das geringere Krankengeld nicht toll – aber Du hast erstmal in der Wiedereingliederung auch keinen Druck. Und DAS sollte zählen. Wenn es bei Dir noch so schwankend ist vom Befinden, spricht das für eine Wiedereingliederung.

Swusan hMaxcD


Man hat nichts zu verlieren – aber man verhindert ggf. einen sauren Arbeitgeber. Kommst Du regulär wieder und es geht nicht, müsste der nämlich ggf. wieder 6 Wochen Lohnfortzahlung leisten, ohne dass Du arbeitest.

Das stimmt so nicht ganz! Der Arbeitgeber muß nicht erneut sechs Wochen Lohnfortzahlung leisten, wenn Du innerhalb von sechs Monaten nach Wiederaufnahme der Arbeit wegen der gleichen Krankheit wieder arbeitsunfähig wirst.

Sunflower hat recht: Du hast nichts zu verlieren. Die Wiedereingliederung kannst Du auch unterbrechen, wenn Du merkst, daß gar nichts geht. Die Wiedereingliederung kannst Du auch verlängern, Urlaub machen während dessen geht aber nicht.

Trotzdem sei mit der Krankenkasse vorsichtig. Ich hab da ziemlich negative Erfahrungen gemacht! Und das mit der sogenannten besten gesetzlichen Krankenkasse :(v. Das ging soweit, daß sie beim Arzt hinter meinem Rücken die Befunde einholen wollten, obwohl ich ihnen das untersagt habe. Dann haben sie mit vorgeworfen, keinen Facharzt aufgesucht zu haben und mein Hausarzt als Fachfremder die AU ausstellte. Stimmte alles nicht, ich war damals schon Monate zuvor in fachärztlicher Behandlung! Das wussten die auch. Ich hab mich dann offiziell bei Krankenkasse beschwert und anschließend gekündigt. Da kam dann Wallung auf ]:D

S6unfl&o?wer_7x3


Ich schrieb' ja "gegebenenfalls". Auf jeden Fall ist es Formalkram und Aufwand, den nicht jeder AG toll findet...

Krankenkasse:

Da erlebe ich auch immer wieder lustige Dinge... ]:D Sprich: Auch angebl. fehlende fachärztliche Behandlung, überschnelle MDK-Termine,...

Habe jetzt auch wieder totalen Stress und werde wohl auch endgültig bei nächster Gelegenheit wechseln...

GNries;uhx1


Eure Aussagen, dass es nur Krankengeld bei einer Wiedereingliederung gibt ist zu relativieren.

Es ist ein Antrag auszufüllen von wann bis wann wie viele Stunden die Eingliederungsarbeit erfolgen soll. das ist vom Arzt wie eine AU abzustempeln.

dann hat auch der Arbeitnehmer zu unterschreiben. Der zweite Teil beinhaltet die Frage: wird für die geleisteten Stunden ein Teilarbeitsentgelt gezahlt? Dies hat der Arbeitgeber auszufüllen und zu unterschreiben.

Wird diese Frage mit Ja beantwortet, so hat der AG den Lohn für die angegeben Stunden zuzahlen. Für den anderen Teil der Arbeitszeit zahlt die Kasse das Widereingliederungsgeld

(kein Krankengeld)

Beispiel: vom 1.3. bis 14. 3. 14 täglich 3 Stunden arbeiten. Dann übernimmt der AG für 3 Stunden deinen Lohn und die Kasse für für 5 Stunden Wiedereingliederungsgeld.

15.3. bis 31.3.14 tgl. 5 Stunden arbeiten. dann zahlt der AG 5 Stunden deinen Lohn und die Kasse für die restlichen 3 Stunden

Hat der AG diese Frage verneint, und du erhältst keinen Lohn so wird von der Kasse das Wiedereingliederungsgeld übernommen, jedoch nicht in deiner vollen Lohnhöhe.

GQriesuxh1


Übrigens ist man keine billige Arbeitskraft während der Wiedereingliederung. Wenn der AG zugestimmt hat und für die Wiedereingliederungsstunden deinen Lohn übernimmt

( Siehe Beispiele im vorherigen Beitrag von mir) , so hat er deinen normalen Stundenlohnsatz zu zahlen.

Für die restlichen Stunden, die du nicht arbeitest bekommst du von der Kasse das Wiedereingliederungsgeld ( 70% von Netto)

S#ch)midti070


Ich habe sogar in der Wiedereingliederung mein normales Gehalt bekommen... ]:D Da ich nur teilzeitbeschäftigt bin und ich in der Wiedereingliederung nicht so viel weniger gearbeitet habe (aber eben eine feste Stundenanzahl pro Tag, die ich sonst nicht habe), habe ich mein komplettes Gehalt bekommen...

Ich hätte es aber auch für das Krankengeld gemacht, weil ich mich nicht als billige Arbeitskraft gesehen habe, sondern es für mich eher eine gute Möglichkeit war, etwas sanfter wiedereinzusteigen...

Ich würde es aber auf alle Fälle von Deinem Befinden abhängig machen...In der Wiedereingliederung können auch bestimmte Tätigkeiten ausgeschlossen werden....was ja auch wichtig sein kann, falls Du körperlich arbeiten musst...

HxaonnakhWxe


Wiedereingliederungsgeld

Was soll das denn sein? Hab ich noch nie gehört und auch Google kennt den Begriff nur im Zusammenhang mit uninformierten Fragen in irgendwelchen Foren.

Ich habe Krankengeld bekommen während meiner Wiedereingliederung, die über fast 3 Monate lief. Es wurde keinerlei Unterschied gemacht zwischen der Zeit, in der ich im Krankenhaus/zu Hause war, und der Zeit, in der ich gearbeitet habe.

Wenn der Arbeitgeber aus Nettigkeit die Arbeitsstunden zahlt, die geleistet werden, ist es ja schön für den einzelnen, das ist aber nicht die Regel und davon kann man bei einem wirtschaftlich Denkenden Privatunternehmen nicht ausgehen. Es ist ja absolut freiwillig. Oder weiß jemand, was es für Vorteile hat für den Arbeitgeber, wenn die er Stunden bezahlt? Habe ich mich damals gefragt, als ich den Wiedereingliederungsplan gesehen habe, auf dem dies ja eine Option ist, die der Arbeitgeber wählen kann.

S$chm&id9ti7x0


Vermutlich einfach das Krankengeld...

Ich meine, das hängt auch von der Stundenanzahl ab (also die Zahlung durch den AG), die man in der Wiedereingliederung leistet, aber genau weiß ich das nicht mehr....

lKeon}y23x7


Ihr seid ja toll :-D so viele Einträge..

Für die restlichen Stunden, die du nicht arbeitest bekommst du von der Kasse das Wiedereingliederungsgeld ( 70% von Netto)

Wenn das so ist, würde ich mich, verglichen mit der jetzigen Situation, ja finanziell besser stellen!

Na ja mal abwarten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass mein AG was zahlt. Wieso sollte er auch.

Unabhängig davon, denke ich , dass eine Wiedereingliederungsmaßnahme gar keine schlechte Idee ist. Wenn ich zurückkehre, warten da bestimmt so um die 300 ungelesene Mails und zig Neuerungen auf mich – allein der Gedanke stresst- und so kann ich dann alles etwas entspannter angehen und brauch kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mein Pensum nicht zu 100 Prozent schaffe

Was ist eigentlich mit der Rentenkasse ":/ Muss ich da auch irgendwas melden? Sorry für die blöden Fragen, aber ich kenn mich da partout nicht aus? %:|

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