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Soll ich Kassenpatient bleiben?

UWl"mer Spraxtz hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

zu meiner Situation:

ich bin 44, war mein ganzes Leben in einer gesetzlichen Krankenkasse und habe relativ spät noch eine Zweitausbildung angefangen, die ich jetzt abschließe; ab Mitte Oktober bin ich dann Beamter auf Probe.

Während der Ausbildung bin ich weiter bei meiner bisherigen Krankenkasse geblieben, weil ich ja nicht wusste, ob ich das mit dem Studium auch schaffe und es heißt ja, wenn man einmal in der privaten Krankenkasse drin ist, kommt man kaum mehr zurück.

Nun könnte ich zwar auch weiter freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben – mit der Folge, dass ich mich dann zu 100% versichern müsste, was in meinem Fall konkret künftig einen Beitrag von über 400 Euro pro Monat bedeuten würde, weil der Staat da nix dazu zahlt.

Gehe ich in die Private Kasse, läge der Beitrag bei unter 300 Euro und ich bekomme Beihilfe.

Nun ist es aber so, dass ich fürchte, dass die Beiträge dann steigen, wenn ich älter werde. Durch meinen relativ späten Einstieg habe ich bisher ja keine Rücklagen bilden können.

so wirklich sagt mir das system auch nicht zu, erst mal eine Rechnung zu bekommen und dann darf man kucken, dass man seine Kohle von der Versicherung und von der Beihilfe wieder bekommt. Das mag OK sein, wenn man mal nen Grippalen Infekt hat, aber wenn man mal ernsthaft krank ist und darf sich dann geschwächt auch noch mit Kasse & Beihilfe rumärgern... ich weiß nicht.

Andererseits sind ca. 150 Euro pro Monat Ersparnis auch nicht zu verachten.

Und: wenn ich hohe Krankenkassenbeiträge habe, kann ich das ja bei der Steuer geltend machen und bekomm dann am Jahresende vom Finanzamt eine entsprechend höhere Rückerstattung

Es heißt dann aber wieder, Privatpatienten werden bevorzugt behandelt – andererseits befürchte ich aber auch, dass die Ärzte dann verstärkt versuchen, mir Dinge aufzuschwatzen, die ich gar nicht brauche. Man ist ja selbst Laie und muß auf das vertrauen können, was der Arzt sagt...

Wenn ich jetzt Mitte 20 wäre, wär die Entscheidung ganz klar. Aber in meinem Alter... je mehr ich mich darüber informiere, desto unentschlossener bin ich, was ich machen soll.

Vielleicht könnt ihr mir ja was raten; vielleicht findet sich auch jemand, der in einer ähnlichen Situation war / ist?

Antworten
K3adhixdya


Soll ich Kassenpatient bleiben...?

Ja. Das würde ich raten.

Andererseits sind ca. 150 Euro pro Monat Ersparnis auch nicht zu verachten.

Und: wenn ich hohe Krankenkassenbeiträge habe, kann ich das ja bei der Steuer geltend machen und bekomm dann am Jahresende vom Finanzamt eine entsprechend höhere Rückerstattung

Dabei wirds aber nicht bleiben, wenn die Beiträge steigen.

Außerdem erstatten PKV und Beihilfe auch nicht alles, manche Dinge nur zu 80 % (und das sind keine besonders ausgefallenen oder aussergewöhnlichen Sachen) und diese Kosten, auf denen Du bei den Arztrechnungen sitzen bleibst, musst Du ebenfalls einrechnen.

Es heißt dann aber wieder, Privatpatienten werden bevorzugt behandelt

Kommt drauf an. Die fachlich besten Ärzte, die ich hatte, haben nicht darauf geachtet. Die, die mich mit Vorzugshandlung hofiert haben, zeichneten sich dadurch aus, dass sie vollkommen ohne Mehraufwand, ohne Schwierigkeit und ohne großen Beratungsaufwand 3,5fachen Beitragssatz abgerechnet haben, einfach als Standard, und wollten mir gefühlt jedes Mal

Dinge aufzuschwatzen, die ich gar nicht brauche. Man ist ja selbst Laie und muß auf das vertrauen können, was der Arzt sagt...

Ich hab nie dieses große Ärztehörigkeit gehabt. Bei einigen Dingen kann man das ja noch durchschauen, aber bei anderen weiß man einfach nicht Bescheid. Ich kann mich ja nicht während der Behandlung 10 Minuten zurückziehen und googlen und informieren.

Bei den besten Ärzten, bei denen ich bisher war, machte das in der Wartezeit u.ä. keinen Unterschied, wie man versichert war.

Andererseits ist das meine subjektive Einschätzung aus einer Region von etwa 70 km.

Ich würds nicht tun. Ich war sehr froh, dass ich noch in die gesetzliche KK zurück konnte.

KGadhTidyxa


Ich war als zu alter Student in der privaten KK, dann mit anderem Tarif als vorher als junger Student (damals familienversichert), doch ich wollte unbedingt zum erstmöglichen Zeitpunkt in die GKV zurück. Das ging mit Exmatrikulation zum Glück problemlos.

W:arma>c8hine


Also eine Freundin von mir sammelt immer alle Rechnungen und gibt sie Jahresende ab. Außer größere Beträge, die reicht sie gleich ein und sie hatte noch nie Probleme mit der Beihilfe. Wird alles immer relativ zügig bearbeitet und überwiesen. ":/

K6adGhidEyxa


Ja, aber komplett oder mit Eigenleistung? Bist Du da wirklich so detailliert über ihre Finanzen informiert?

Ich hatte auch keine "Probleme" mit der Beihilfe, sie hat nur nicht immer alles komplett bezahlt. Wenn z.b. 80 % PKV und 20 % Beihilfe wären, habe ich schon gewusst, dass mein Papa nicht 100 % des Rechnungsbetrages bekomme, weil die Beihilfe nicht alles komplett bezahlt hat. Das lag auch nicht an dem "Das Kind wird mitgezogen"-Status, das war bei meinem Papa genauso.

Als ich dann selbst versichert sein musste (da wollte ich – übrigens auch vorher schon – gerne in die GKV zurück, konnte aber nicht), und nur die PKV hatte, die hat auch nicht 100 % alles bezahlt.

Lag teilweise auch an dem erhöhten Satz, aber als Student, der schnell fertig werden wollte & nebenbei arbeiten ging, habe ich mich nicht mit den Ärzten rumgestritten, da ich nur akut beim Arzt war und somit nicht damit gerechnet habe, dass ich zu speziell diesem Arzt in nächster Zeit nochmal gehe.

Das ist aber ja genau das, was der Ulmer Spatz meinte: man hat nicht nur den Krempel mit dem einreichen & Geld zurück holen an der backe, sondern evt noch vermehrten Aufwand, was man je nach Krankheit nicht haben kann.

kyamikxaze


Gehe ich in die Private Kasse, läge der Beitrag bei unter 300 Euro und ich bekomme Beihilfe.

Nun ist es aber so, dass ich fürchte, dass die Beiträge dann steigen, wenn ich älter werde. Durch meinen relativ späten Einstieg habe ich bisher ja keine Rücklagen bilden können.

Nicht nur das. Ein Freund von mir zahlt mittlerweile €450,00, weil plötzlich die Prämien wegen der "allgemeinen Lage babla" angepasst werden mussten. Klar, Du hast dann ein außerordentliches Kündigungsrecht, nur hilft Dir das nicht viel, wenn Dich die gesetzliche Kasse nicht mehr nimmt. Auch die Selbstbehalte sind teilweise saftig und liegen im vierstelligen Bereich/Jahr.

Alle Privatversicherten, die ich kenne, haben ihre Entscheidung bereut.

A2ntigoxne


Nun ist es aber so, dass ich fürchte, dass die Beiträge dann steigen, wenn ich älter werde.

Das werden sie!

Warum wechslen viele Ältere in den sog. Basistarif der privaten Versicherungen, weil sie die Beiträge nicht mehr zahlen können?

Und mit diesem "Basistarif" sind sie genauso gut (oder schlecht) dran wie in einer gesetzlichen Versicherung.

Ich würde freiwillig in der gesetzlichen KV bleiben, wenn ich die Wahl hätte.

B-utte2rfWee


Ich bin als zu alte Studentin in die PKV gewechselt. Ich habe es bislang nicht bereut. Die GKV wird doch auch teurer je älter man wird. Ist also Jacke wie Hose.

klatharihnoa-di>e-große


Wie ist deine sonstige Situation? Die GVK bietet die Möglichkeit zur Familienversicherung. Hast du eine Frau? Planst du Kinder? Ich bin momentan bei meinem Mann in der Familienversicherung, seine Kinder sind auch alle in der Familienversicherung über ihn. Klar kann das auch über die Frau laufen, aber je nach Situation ist das durchaus ein Faktor, den man auch bedenken sollte bei der Entscheidung.

dnumm7s}chmar3rer74


so ganz pauschal würde ich sagen, du bist schon zu alt für einen wechsel in die pkv. du nimmst so die eher teure zeit mit und dir fehlen die jahre, wo jüngere sparen.

KRadhcidyxa


Die GKV wird doch auch teurer je älter man wird. Ist also Jacke wie Hose.

Die GKV wird teurer, aber nicht so teuer, dass man sie (oder seine weiteren Lebenshaltungskosten) nicht mehr bezahlen kann.

d%u%mmsOchmarrxer74


je nach schon vorhandenen krankheitsgeschichten (wir ja auch nicht weniger, je älter man ist), steigst du auch mit recht hohen zuschlägen ein (oder dich will gar keine kasse mehr haben).

K>adhiodya


Wenn ich an andere Fäden hier denke, würde ich sagen: die Art der Auskunft hängt davon ab, ob man schon in der PKV ist und drin bleiben "muss" (und damit glücklich sein "muss"), oder ob man in der PKV gewesen ist und gewechselt hat und darüber glücklich ist.

Eemjax


Bei der Frage PKV oder GKV muss berücksichtigt werden, ob ein Anspruch auf Beihilfe für Beamte besteht. Wenn ein Beihilfeanspruch besteht, muss nur der nicht durch die Beihilfe abgedeckte Betrag versichert werden. Ansonsten ist natürlich klar, dass den Privatpatienten 2,3-fache GOÄ-Kosten (ausnahmsweise auch 3,5 fache) in Rechnung gestellt werden.

Ich bin Beamter im Ruhestand und bekomme von der Beihilfe 65 % der ambulanten und 80 % der stationären (jeweils 2,3 bis 3,5 fachen) Krankheitsosten erstattet. Für den Rest habe ich mich versichert.

Meine PKV bietet mir immer wieder an, das Vertragsverhältnis dahin gehend zu ändern, dass ich wie ein Kassenpatient versichert bin. Die Beitragsermäßigung wäre gering. Manches wäre dann nicht mehr erlaubt. Dann könnte ich keine Beihilfe auf die Arzt- oder Medikamentenkosten mehr in Anspruch nehmen. Für Beamte ist die Beihilfe eine wesentliche Hilfe zu den Gesundheitskosten.

Beispiel Hörgeräte: Meine Hörgeräte kosteten 3200 Euro. Die Beihilfe erlaubt wie die GKV nur 1200 Euro. Der Rest ist Selbsbehalt. Die Beihilfe erstatte mir 780 Euro (65 % von 1200). Die PKV erstatte mir 1120 Euro (35 % von 3200). Den Restbetrag von 1300 Euro habe ich getragen. Mit nur GKV hätte ich bei gleichen Hörgeräten 2000 Euro selbst bezahlen müssen.

Für die Terminvergabe hatte das Kriterium Privatpatient bei mir noch nie einen Einfluss. (Vom Wunsch der Beinvenenoperation bis zur abschließenden Nachuntersuchung dauerte es ziemlich genau ein Jahr).

Es gibt aber Ärzte, die inzwischen nur noch Privatpatienten annehmen und behandeln. Zu diesen Ärzten kann ich auch gehen.

K{amDikazMi08x15


Ich bin Beamter im Ruhestand und bekomme von der Beihilfe 65 % der ambulanten und 80 % der stationären (jeweils 2,3 bis 3,5 fachen) Krankheitsosten erstattet. Für den Rest habe ich mich versichert.

Vorsicht. Da wurden einigen Bundesländern die Beihilfesätze stark angepasst. In BW werden (Ruhestand oder nicht) nur noch 50% übernommen. Gleiches gilt auch für den Fall, dass man mal Familie hat.

Das Problem bei Beamten und ihrer Beihilfe ist, dass man ganz genau darauf achten muss, wieviel die Beihilfe im eigenen Bundesland konkret übernimmt, wie sinken die Beiträge bei Kindern, im Ruhestand (oder bleiben sie gleich).

Hat man Vorerkrankungen und bekommt evtl. einen Risikoaufschlag und und und.

Ich wäre mit einem Risikoaufschlag von 30% eingestiegen. Danke vielmals! Ich hab mich vorerst dazu entschieden, in der GKV zu bleiben. Bei meiner Privaten hab ich einen Ruhevertrag. Bedeutet, ich kann es mir auch nochmal anders überlegen. Aber bevor ich da nicht sicher bin, werd ich das erstmal so belassen.

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