» »

Soll ich Kassenpatient bleiben?

b]ellagxia


Ich habe den Blick von beiden Seiten. Mann und Kind PKV, ich GKV.

Finanziell ist es so, dass mein Mann extra noch mal privat Rücklagen bildet für die Zeit im Alter. Wäre er Single oder zumindest kinderlos, würde er seine Entscheidung gut finden.

Da wir ein Kind haben und keine Familienversicherung, müssen wir allerdings auch das Kind voll bezahlen und konnten es gar nicht gesetzlich versichern, bzw. das wäre noch teurer geworden als die PKV.

Ich selbst hatte eine Zeit lang überlegt einen 400 Euro Job anzunehmen, dann hätte ich allerdings egal ob GKV oder PKV so hohe Beiträge gehabt, dass das im Gesamtpaket zu teuer geworden wäre.

Die Familienversicherung spricht also eindeutig für die GKV. Das ist zumindest meine Meinung.

Für ärztliche Behandlungen bin ich zusätzlich versichert, wenn man da gut auswählt, ist der Unterschied nicht mehr sooo gewaltig.

Bei Terminen ist er sehr unterschiedlich. Beim Kinderarzt z.B. müssen wir auch warten, allerdings glaube ich, dass er sich mehr Zeit lässt. Das sagen mir Mütter von Kindern, die in der GKV sind.

Mein Mann fühlt sich häufig "überbehandelt" und prüft alles nach. Auch die Rechnungen prüft er genau.

Mit den Rückzahlungen der PKV gab es bisher nie Probleme.

Gerade bei Zahnbehandlungen sind die Leistungen besser als die der GKV.

SXchmi<dtxi70


Kann ich so 100% bei Bellagia unterschreiben, wir haben hier die identische Konstellation! ;-)

Allerdings hatten Mann & Kind auch noch keine ganz speziellen Erkrankungen, da kann ich nicht sagen, ob die Private grundsätzlich immer alles bezahlt....

Unterm Strich bin ich aber finanziell nach wie vor der Meinung, es war ein Fehler von meinem Mann, in die PKV zu wechseln. Auch vor dem Hintergrund, dass ich mich als Kassenpatient bislang nicht schlechter gestellt gefühlt habe, auch bei Terminen und Wartezeiten nicht....

L$ian_-JiWll


Da wir ein Kind haben und keine Familienversicherung, müssen wir allerdings auch das Kind voll bezahlen

Wir haben auch keine Möglichkeit der Familienversicherung, da beide Beamte.

Unsere Kinder müssen wir natürlich auch einzeln zusätzlich versichern. Allerdings macht der Beitrag für die 20 % Vericherungsbedarf (wg. 80 % Beihilfe) unter 50 Euro aus.

SSuJnflowe)r_7x3


Ich bin selber chronisch krank und schwerbehindert. Hatte aber nie Probleme mit Arztterminen. Bin z.Zt. 500 km für eine OP gefahren und die KK hat selbst die Fahrtkosten übernommen. Bin gerade umgezogen und brauche relativ dringend eine neue SD-Szinti. Rumtelefoniert, Absagen, lange Wartezeiten – und dann zwei Praxen, wo ich innerhalb von 10 Tagen Termine bekam. Bei KEINEM Anruf hat mich jemand nach meinem Versicherungsstatus gefragt.

Ich kann daher echt nicht klagen. Und auf Einzel- oder Doppelzimmer im KH kann ich gut verzichten.

SXh&elby( T.


Rumtelefoniert, Absagen, lange Wartezeiten

Als PKV-Versicherter kann man ja mal aktiv darauf hinweisen, siehe eine Vorposterin:

– nach Privatsprechstunde fragen hilft oft.

eventuell hätte das geholfen (ich weiß, nur graue Theorie für Dich, Du bist bei der GKV)

Eihemalpigeru Nutzeri (#325(73x1)


Da ich überlege, mich selbständig zu machen

Da wärst du dumm dich privat zui versichern. Sollte deine Selbstständigkeit irgendwann mal scheitern hast du ein Problem. Besonders wenn du ggf. dann die Altersgrenze der GKV überschritten haben solltest. Dann hat man nämlich genau das vor dem so viele Menschen Angst haben, das man nämlich nicht mehr in die GKV kann und die monatlichen Kosten für die PKV nicht mehr aufbringen kann.

Ich würde dir wenn empfehlen die freiwillig zu versichern, solltest dann was sein, kannst du immer wieder problemlos in die GKV zurück....

hwe8xeT.


Ich habe zuletzt in Deutschland im 5stelligen bereich p.m. netto verdient und bin trotzdem freiwillig in der GKV geblieben, das hatte zwei gründe. Erstens halt ich viel von solidarität und nix von irgendeiner PKV. Da ich risikosportlerin bin mußte ich mich in dem bereich ohnehin privat versichern weil da vieles nicht abgedeckt wird (soweit überhaupt möglich). Die PKV wird je älter mann wird immer teuerer und sobald der rentenfall eintritt wird sie für viele zum finanziellen disaster. Ich empfehle daher immer in der GKV zu bleiben und ev. weitere risiken und notwendigkeiten privat abzusichern, das hat auch noch den vorteil, daß dann vieles sogar komplett bezahlt wird, was wie immer im privaten eine frage des tarifs ist.

D@erg kle~ine 1Prixnz


Und auf Einzel- oder Doppelzimmer im KH kann ich gut verzichten.

Noch.

Du hast keine Vorstellung, was einen im Zwei- und Mehrbettzimmer erwarten kann.

WENN Du kannst, kauf Dir eine Zusatzversicherung. Auf die Chefarzbehandlung kannst Du evtl. durchaus verzichten, die andere sind auch keine Luschen, aber wenn Du die Option zum Einbett-Zimmer hast, ist das ziemlich unbezahlbar.

D/er kle4ine PrYinz


Die Hexe hat nebenbei völligst Recht! Vollumfänglich.

Ciomraxn


Erstens halt ich viel von solidarität und nix von irgendeiner PKV

Die Solidarität ist in diesem Zusammenhang in interessanter Diskussionspunkt. Die PKV ist in sich genauso eine Solidargemeinschaft wie die GKV in sich eine Solidargemeinschaft ist. Die Beiträge werden nur anders kalkuliert (Alterrückstellungen statt direkter Umlage). Das heißt aber nicht, dass ich im Alter nur meine eingezahlten Beträge wieder als Leistung zurückerhalten darf. Wenn mein Kollege an die Dialyse muss, dann wird er eben aus dem gleichen Topf bezahlt, in den 10 andere gesündere einzahlen. Das ist die – recht nüchterne – Solidarität des PKV-Systems.

Die GKV hat eine andere Solidarität, nämlich dass niemand um seine Gesundheitskosten bangen muss. Gesundheit ist teurer als sich einige Einkommensschichten leisten können. Also muss man nur einen Teil seines Einkommens zahlen, und die Einkommensstarken unterstützen die Einkommensschwachen. Das die – soziale – Solidarität des GKV-Systems. Für eine soziale Gesellschaft ist das auch unabdingbar, und die PKV trägt hierzu in der Tat auf den ersten Blick nichts bei. Auf den zweiten Blick sieht man dann aber, dass immer mehr Einrichtungen wie Praxen oder Krankenhäuser auf die PKV-Patienten mit entsprechend höheren Rechnungen angewiesen kann, damit die Infrastruktur überhaupt wirtschaftlich bleibt, da die GKV-Entlohnungen ja politisch begrenzt deutlich niedriger liegen (vgl. Budgetierung pro Patient und Zeit). Das ist ein indirekter Solidarbeitrag, den auch PKV-Versicherte für das gesamte Gesundheitssystem mitleisten. Das andere sind die – in der Regel – höheren Steuern, mit denen Versicherungsfreie aufgrund ihres Einkommens auch wiederum die staatlichen Sozialausgaben fördern.

Die soziale Komponente ist wichtig und muss erhalten bleiben, deswegen ist es nicht mehr als richtig, dass auch PKV-Versicherte einen Beitrag dazu leisten. Zwei vermeintlich konkurrierende Systeme sind eine sehr schlechte Idee – das sieht man auch wieder an dem Faden hier. Schön wäre es z.B., wenn man nach dem Modell der Privaten von Geburt an und einkommensunabhängig seine Tarife im Wettbewerb aussuchen dürfte, aber dennoch sichergestellt wäre, dass jeder nur einen maximalen Prozentsatz seines Einkommens dafür persönlich aufwenden müsste, dann wären doch alle zufrieden. Kein zentralistisch/politisches GKV-System mit Wahlkampfmissbrauch etc. mehr, und der soziale Ausgleich erfolgt über Steuerabgaben der Besserverdienenden.

Dann wäre auch dieser ideologische Krieg mal aus den Köpfen, wenn jedem das Gleiche offenstände.

K}adhLidya


Dann bleibt aber noch das grundlegende Problem, dass ein großer Teil, vielleicht sogar die Mehrheit der Krankenversicherten (egal welcher Versicherungsart) denken, sie müssten ihre Beiträge "herausholen" und ausnutzen und so das Solidaritätsprinzip außer Kraft setzen: wenn Herr x sich eher unnötigerweise die Krankengymnastik oder sonstwas verschreiben lässt, weil "man hat ja auch dafür bezahlt und will es nutzen", darf er aber nicht meckern, wenn er später mal etwas wirklich Wichtiges hat (tatsächlich orthopädische Probleme oder sonstwas) und das Geld im Pott später aufgebraucht ist; wenn dann Leistungskataloge zusammen gestrichen werden oder es Beitragserhöhungen gibt (im PKV-Bereich geht das eher einfacher und und von der Beitragserhöhung auch eher schmerzhafter als im GKV-Bereich) fängt das große Gejammer an.

Dass man mit seinen "Ach, wieso nicht, man hat ja dafür bezahlt"-Wehwehchen-Arztbesuchen oder Verschreibungen und der unnötigen Kostenbelastung genau diese Beitragserhöhung oder Leistungskürzung mit verschuldet hat, will man aber nicht sehen.

Natürlich gibts auch viele Leute, die einfach viel krank sind oder die eine bessere Gesundheit haben und tatsächlich auch nur gehen, wenn es sein muss – letztere würden mit ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis dem Solidarprinzip dann eher nützen als die vielen Kranken oder mal-was-Rausholer – aber wenn es in persönlich geführten oder unabsichtlich mitangehörten Gesprächen um das Gesundheitsthema geht, begegnet mir oft diese andere Mentalität.

"Och, so schlecht gings mir gar nicht /danach gefragt hätte ich nicht (brauche es nicht), aber nehme ich halt mal mit."

Und dann meckern wenns weniger gibt oder teurer wird, ganz großes Kino.

Eumax


Ich habe den Eindruck, dass bei der zuletzt geführten Diskussion außer Acht geblieben ist, dass die PKV-Patienten in der Regel für gleiche Leistungen 2,3 mal so viel (über Ihre PKV) bezahlen (müssen) als GKV-Patienten. Ohne diese Ungleichbehandlung (zum Nachteil der PKV-Patienten) wären viele Arztpraxen bereits insolvent und dann....?

Wenn man davon ausgeht, dass die durchschnittlichen Gesundheitskosten von Privatversicherten und von gesetzlich Versicherten gleich sind, dann tragen die Versicherungen von

15 % Privatversicherten 29 % und

85 % gesetzlich Versicherten nur 71 %

der gesamten Gesundheitskosten.

SounflIow}er_x73


@ Prinz:

Tja, zum einen hatte ich in den letzten 15 Jahren rd. 20 OP's und habe mehr als genug Zeit in Dreibettzimmern verbracht. Wobei viele Kliniken eh zum 2er-Standard tendieren.

Bin halt ein GKV-Schmarotzer, sozusagen. Private Zusatzversicherung hätte ich schon vor 8 Jahren nicht mehr bekommen und daran wird sich nix mehr ändern. Eher im Gegenteil. Ich bin das wandelnde Risiko. ]:D

Zu meiner Knie-TEP Anfang des Jahres habe ich mir das Einzelzimmer vom Sparbuch finanziert. Da war's mir ausnahmsweise mal wichtig. Aber die 6 Tage...

wpenlt1reisxe


Kann mich den meisten anschließen. Bleibe in der GKV. Man weiß nie was das Leben bringt. Wenn du z.B. später in Teilzeit arbeiten willst, dann musst du in der privaten trotzdem volle Lotte weiterzahlen. Das Problem der Beitragshöhe im Alter kennst du ja schon.

Ich habe einige Kollegen, die in die PKV gewechselt sind und es nicht nochmal tun würden.

s inQghxa


@ emax:

Quelle?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Gesundheitswesen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH