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Aufwachraum

smhim@ano7"2 hat die Diskussion gestartet


Hallo !

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich zum allerersten Mal überhaupt in einem Forum etwas schreibe. Ich hoffe, dass der Ort des Beitrags richtig ist.

Es geht um folgendes: Meine Frau wird in der nächsten Woche am Freitag ambulant im Krankenhaus operiert (Konasition). Ich weiss, dass es sich dabei wohl um einen echten Routineeingriff handelt. Meine trotzdem vorhandenen Sorgen und Ängste nimmt aber niemand wirklich ernst. Das allergrößte Problem für mich ist, dass ich nicht nach der OP, zb durch einen Blick in den Aufwachraum selbst sehen kann, dass es meiner Frau gut geht und das sie wach ist. Nun mag man das belächeln (und wird es vermutlich beim Lesen auch tun), der Hintergrund ist aber für mich ein sehr ernster. Aufgrund eines sehr einschneidenden Erlebnisses habe ich regelrecht Panik vor diesem Eingriff und vor allem davor, dass ich u.U. bis zu 3 Stunden warten muss, bis das ich meine Frau sehen darf. 3 Stunden deswegen, weil ich meine Frau ja dann erst sehen darf, wenn sie fertig umgezogen ist und nach Hause gehen darf. Nach aktuellen Stand wird mir auch ein kurzer Besuch bei meiner Frau im Aufwachraum nicht gestattet. Und genau das macht mich fertig...

Dieser Gedanke belastet mich mittlerweile extrem. Es ist so, dass ich zunächst einmal sehr schlecht schlafe, selten länger als 6 Stunden (für mich eigentlich viel zu wenig), schlecht esse, seit Tagen Bauchschmerzen bzw. einen Druck im Bauchbereich habe und regelrechte Angstattacken bekomme. Ich fange plötzlich an zu weinen, aus dem Nichts heraus, und will überhaupt nicht mehr aus dem Haus und unter Menschen. Ich bin eigentlich nur zu Hause und warte auf den kommenden Freitag. An Konzentration auf andere Dinge ist überhaupt nicht zu denken. Das sind alles Dinge, die ich von mir überhaupt nicht kenne.

Ich weiss überhaupt nicht, wie ich dieses Problem in den Griff bekommen soll, ich habe überhaupt keine Lösung parat. Kann mir hier jemand helfen und Tips geben? Warum reagiere ich so, deuten dieses Symptome möglicherweise auf etwas hin? Wenn ja, auf was? Wie kann man sowas in den Griff bekommen?

Ich bin dankbar für jeden wirklich ernstgemeinten Ratschlag!

Antworten
Cno]mKran


Was war denn dieses einschneidende Erlebnis?

Du wirst ja sicherlich im Krankenhaus sein, wenn der Eingriff durchgeführt wird. Dann wird dir das Personal nach dem Eingriff auch kurz sagen können, dass alles in Ordnung ist. Oder hast du Bedenken, dass du diese Information nicht glauben kannst, solange du sie nicht siehst?

Ich befürchte, dass du deine Angst aushalten musst. Ich kann verstehen, dass du dir wünschst, dass der Tag schon vorbei wäre. Aber manche Dinge lassen sich wohl nicht ändern und so eine Klinik muss ja auch den reibungslosen Betrieb sicherstellen.

deuten dieses Symptome möglicherweise auf etwas hin?

Ganz bestimmt nicht.

Was ist der Grund für die OP? Machst du dir vielleicht auch unbewusst deswegen Gedanken?

Schau, heute in einer Woche ist schon alles rum und deine Frau bei dir zuhause. Noch ein paar Tage, dann hast du's überstanden. :)^

cqompyKfrexak


Warum reagiere ich so, deuten dieses Symptome möglicherweise auf etwas hin? Wenn ja, auf was? Wie kann man sowas in den Griff bekommen?

Ich denke, dass es auf eine Art von pathologisch übertriebener Angst (Verlustangst) und/oder eine Art Kontrollzwang (Kontrollieren, ob mit der Frau alles ok ist, obwohl der Arzt den Status bereits berichtet hat) hinweisen könnte. Genau wird das nur ein Fachmann beurteilen können. In den Griff bekommt man das mit einer Psychotherapie oder Medikamenten.

s2hima{no7x2


Also bei allem Respekt, aber ich leide nicht unter einem Kontrollzwang bzgl. meiner Frau... das kann ich beruhigt ausschließen...

cxhi


Sag doch einfach ehrlich, warum es dir so wichtig ist. Menschen können sehr verständnisvoll sein, wenn sie wissen, worum es genau geht.

C ranik1


Sich um einen geliebten Menschen zu Sorgen, ist erst mal nichts schlimmes oder lächerliches. Das sich der eine oder andere auch bei relativ" einfachen" Routineeingriffen Gedanken macht, hat nicht selten etwas mit den eigenen Ängsten oder gar auch Verlustängsten zu tun, wo das eigene Hirn ,sämtliche Szenarien ausmalt, nur leider eben eher die mögl. negativen.

Diese Gedanken , wenn sie zu intensiv sind, lassen keinen positiven Gedankengang mehr zu, was sich dann manifestiert und kein klarer Gedanke mehr gefasst werden kann.

Du scheinst mir gerade mehr zu leiden, als Deine Frau!

Bist Du ein eher ängstlicher Mensch, oder ist das speziell gerade das erste mal, wegen dieser OP, dass es Dir so geht?

Du solltest wirklich versuchen ,Dich abzulenken, am besten mit Deiner Frau zusammen und egal wie und womit, Hauptsache Du kommst von Deinen negativen Gedankenspiel/ Vorstellungen herunter.

Unternehmt was, spielt was, besucht Freunde, sucht Gespräche, schwelgt in alten schönen Erinnerungen, ohne möglichst die bevorstehende OP auch nur zu erwähnen.

Klingt leichter, als es ist, ich weiß, aber dies nicht zu tun, verschlimmert Deine Situation nur zusehends und hilft keinem von Euch beiden weiter, sondern schadet eher.

So blöd das jetzt auch klingen mag, aber findest Du nicht, dass es auch völlig in Ordnung ist, wenn Du Dir am Op-Tag gesunde Sorgen um Deine Frau machst? Ich weiß natürlich, dass man bei Sorgen im allgemeinen nur schwerlich abschalten oder ablenken kann, nur hilft es Dir ja nicht wirklich.

Wenn Du am OP-Tag auf Deine Frau wartest, dann solttest Du eines nicht tun, nämlich Dich strikt an die vorgegebene Zeit der Operation festklammern, sondern Dir selber ein größeres Zeitfenster vorstellen. Also wenn die Op z.B. um 15 Uhr theoretisch vorbei wäre, Dir lieber gedanklich vorstellen, dass diese erst um 17 Uhr vorbei ist, um diese Zeit zu überbrücken, ohne Dich verrückt zu machen.

Gib einer Schwester Deine Handynummer, wo sie Dich rechtzeitig informieren können, wann Du sie sehen kannst und ob alles normal verlaufen ist. So sitzt Du nämlich nicht wie ein Zappelphilip ungeduldig und nervlich am Ende, die ganze Zeit da herum, was Dir dann eh wie eine Ewigkeit vorkommt!

Gehe etwas spazieren, in die Cafeteria oder was lesen. Alles andere wird Dich nur noch mehr innerlich extrem anstrengen und körperlich wie auch psychisch unnötig strapazieren.

Deine Frau wird es Dir danken, wenn Du sie dann voller Freude wieder siehst und nicht abgekämpfter ausschaust, als Deine Frau .

Deine Frau spürt und weiß auch um Deine Sorgen, was nicht unbedingt förderlich für Sie ist, da sie dann noch unenstpannter ,als eh schon ist. Mitgefühl ,Verständniss und Fürsorge sind schon gut, aber zu viel davon, schadet Euch nur beide.

Ich weiß, viel geschrieben, nur ob es Dir ein wenig hilft?

Alles Gute für Deine Frau und auch für Dich. Es wird schon gut gehen. Das solltest Du Dir vielleicht öfters mal selbst sagen, da es ja meistens auch tatsächlich so ist.

t~he-ccavnexr


Aufgrund eines sehr einschneidenden Erlebnisses habe ich regelrecht Panik

Hast Du damit denn sonst auch Probleme? Wiedererleben der Situation, Nervosität, Schwierigkeiten zu entspannen,...?

EWhemaligeKr NAutzer (#3N93910)


Du wirst es doch wohl mal 3 Stunden alleine aushalten können. Wie machst Du das denn wenn Du in der Arbeit bist oder eben sie ist arbeiten? Dann hockt ihr ja auch nicht aufeinander oder machst Du dann ständig Kontrollanrufe ob mit ihr alles in Ordnung ist?

Ich glaube auch nicht, dass Du mit nur einem kurzen Blick in den Aufwachraum zufrieden wärst. Aber Aufwachraum ist für Angehörige absolutes Tabu.

Damit musst Du Dich einfach abfinden und wenn Du dich damit abfinden willst, bekommst Du das auch hin.

s<himSano72


@ Crank1:

Ich habe dir eine PN geschrieben...

@ the-caver:

ja, diese Situation, die mit einer mangelnden Aufsicht im Aufwachraum zu tun hatte, erlebe ich immer wieder... mal mehr, mal weniger... sobald das Thema "Ärzte", geschweige denn "Krankenhaus" auf den Tisch kommt, ist es, als wenn sich ein Schalter umlegt... Ich weiss, ich reagiere irrational, aber so einfach ist es nicht, ich kann diesen Schalter nicht einfach so umlegen... nur versteht das kaum einer... sobald ich ein Krankenhaus betrete (wenn ich zb jemanden besuchen muss), fühle ich mich extrem unwohl, werde nervös, bekomme teilweise feuchte Hände... und will einfach nur noch raus... und jetzt, da es meine Frau betrifft, potenziert sich das ganze noch...

ich erwarte hier ja auch keine Patentlösung, aber vielleicht einfach nur mal verschiedene Tips, oder mal ein Hinweis darauf, ob, und wenn ja, um was es sich bei solch einem Verhalten handelt.

S:chTmidtix70


Würde es Dir helfen, wenn Deine Frau von einer anderen Person, z.B. einer guten Freundin begleitet würde? Dass Du das KH gar nicht betreten musst?

Hast Du selbst schlechte Erfahrung gemacht?

cEhi


Ich hab schon als Kleinkind eine recht schlimme Krankenhauserfahrung machen müssen und hatte auch viele, viele Jahre lang Probleme damit. Auch mit Ärzten, noch schlimmer mit Spritzen und Kanülen. Aber das Training, also das immer-wieder-in-die-Situation-begeben hat viel von der Angst genommen. Teilweise hatte ich einfach gar keine andere Wahl und so konnte ich die Ängste zu gut 90% ablegen. Auch ohne therapeutische Hilfe, einfach durch gute Erfahrungen. Aus dieser Sicht würde ich dir empfehlen, dich trotz aller Angst und Sorge in diese unangenehme Situation zu begeben, damit du danach mit einer positiven Erfahrung mehr heim gehen kannst.

sFhimanho72


@ Chi:

Danke für deine Antwort ! Ich denke, dass ich es so machen werde, dass ich meine Frau zum Krankenhaus bringe, eine Telefonnummer hinterlasse und nach Hause fahre...

D}.orisW xL.


Vor kurzem hatte ich eine OP , ich fand es nicht besonders lange im Aufwachraum . Kaum aufgewacht von der Narkose bin ich ziemlich schnell wieder auf mein Zimmer geschoben worden . Im Aufwachraum war jemand der sich gekümmert hat, hat mich angesprochen .

Neben mir ins Zimmer kam ein junges Mädchen , die wurde an der Hand operiert , ambulant , da hat es noch mehrere Stunden gedauert bis sie endlich gehen konnte . Die GANZE Familie war versammelt :-o . War sehr lästig für mich ;-D . Die Ärzte müssen erst ihr OK geben ehe man gehen darf .

Also stell dich darauf ein das der Aufenthalt länger dauern kann . Was meint denn deine Frau ?

c9hxi


Danke für deine Antwort ! Ich denke, dass ich es so machen werde, dass ich meine Frau zum Krankenhaus bringe, eine Telefonnummer hinterlasse und nach Hause fahre...

Das klingt doch nach einer guten Lösung. Ihr werdet die Zeit schon rumkriegen und alles wird gut. Gute Besserung auf jeden Fall an deine Frau @:)

SGch{mi&dti7x0


Mein Mann hat zwar keine Panik, aber ist in der Beziehung auch schnell überfordert...Nach meinem ambulanten Eingriff am Knie habe ich mich mit dem Krankentransport nach Hause bringen lassen...Mein Mann hatte schon für mich gekocht, Blumen standen auf dem Tisch und den Rest des Tages hat er mich zu Hause bedient...War mir mehr Unterstützung als wenn er die ganze Zeit vor Ort gewesen wäre... :)z

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