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Zufallsbefund verschwiegen - jetzt schwere Folgen.

KaAWx6 hat die Diskussion gestartet


Guten Tag verehrte Forenmitglieder.

Folgende Geschichte:

Ich habe vor kurzem die Diagnose Bandscheibenvorfall in der LWS bekommen. Dies wurde über einen MRT festgestellt und ist aus meiner Sicht "von heute auf morgen" geschehen, ohne Ankündigung. Starke Schmerzen, Taubheit im Fuss usw...

Ich habe mich sofort nach dieser Erkenntnis daran erinnert, dass ich vor 2 Jahren bereits eine MRT-Untersuchung in diesem Bereich hatte. Diese Untersuchung war durch einen Urologen veranlasst worden, da ich zu der Zeit urologische Probleme hatte.

Damals sagte mir der Urologe: "Alles ist völlig ok". Doch heute liess ich mir den Bericht des Radiologen in der Radiologie Praxis ausdrucken, und siehe da: "Zwei Bandscheibenprotrusionen in der LWS."

Hätte mich der Urologe informieren müssen?

Wenn ja, was soll ich tun?

Ich hätte in dem Fall doch die Bandscheibenvorfälle sicherlich durch Rückenübungen, Rückengerechte Lebensweise usw. verhindern können. Ich hätte bestimmt mehr auf meinen Rücken aufgepasst...

Hoffe ihr könnt mir was raten :)

Antworten
E9hemali#ger N5utzelr (X#46719x3)


Jein. Generell, immer schwierig, wenn ein Facharzt mit etwas konfrontiert wird, das nicht in sein Gebiet hineinfällt. Die suchen und behandeln "regulär" auf ihrem Fachgebiet - und blicken eher selten auch mal über den Tellerrand.

Ein Bandscheibenprotrusion hat nicht zwangsläufig Krankheitswert, kann sogar schmerzlos sein. Bei vielen Menschen ist das schlicht eine Alterserscheinung, der man im Regelfall keine Bedeutung zumisst. Sowohl ein Bandscheibenprotrusion, als auch ein Bandscheibenprolaps, werden nach Möglichkeit konservativ behandelt. Die Indikationsstellung für eine OP ist eigentlich recht eng und klar definiert.

Rechtsberatung ist hier nicht erwünscht, aber wenn du dich diesbezüglich erkundigen willst, würde ich mich an deiner Stelle mit einem Anwalt in Verbindung setzen.

KiA#Wx6


Vielen Dank für Ihre Antwort.

es ging in dem Fall auch nicht um eine Rechtsberatung.

Eher um das Verstädnis dieses Gesundheitssystems, das sicherlich nicht auf Prävention setzt.

Es ging darum ob ein Arzt den Patienten über die Erkenntnisse aus der Untersuchung informieren muss.

In dem Fall wäre sein Job ja einfach zu wiedergeben was der Bericht aussagt und nicht einfach mit "Alles ist ok" zu veralgemeinern. Er muss die MRT Bilder ja nicht selber bewerten.

Bei mir wirds wohl noch nicht Atlersbedingt sein, da ich 25 Jahre und damals 23 Jahre alt war.

Das war eher die sitzende (Student) Lebensweise, die sicherlich hätte verändert werden können.

Ab jetzt werde ich mir alle Berichte ausdrucken lassen, egal was ein Arzt dazu sagt. Hinterher ist man immer schlauer.

E}hemalig:er Nu(tzevr (#/467193x)


Bei mir wirds wohl noch nicht Atlersbedingt sein, da ich 25 Jahre und damals 23 Jahre alt war.

Ein Bekannter von mir hat an einer MRT-Studie teilgenomemn, mit dem Zufallsbefund, dass er zwischen L5/S1 de facto keine Bandscheibe mehr hat. Er war damals 20.

Ab jetzt werde ich mir alle Berichte ausdrucken lassen, egal was ein Arzt dazu sagt.

Wundert mich eigentlich, je nachdem wie das gehandhabt wird, aber ich hab die Befunde meiner Bildgebung immer auch selbst erhalten. Eine Kopie bzw. der Befund erging dann seperat an den niedergelassenen Arzt.

K%AW6


Ein Bekannter von mir hat an einer MRT-Studie teilgenomemn, mit dem Zufallsbefund, dass er zwischen L5/S1 de facto keine Bandscheibe mehr hat. Er war damals 20.

Naja, ich denke es ist aber trotzdem eher die Asunahme als die Regel. Und er hat ja auch darüber erfahren im Gegensatz zu mir. Hatte er dabei auch Beschwerden?

Wundert mich eigentlich, je nachdem wie das gehandhabt wird, aber ich hab die Befunde meiner Bildgebung immer auch selbst erhalten. Eine Kopie bzw. der Befund erging dann seperat an den niedergelassenen Arzt.

Die Bilder habe ich auf einer CD sofort mitbekommen. Den Bericht aber nicht - genaus so wie dieses Mal beim letzten MRT in einer anderen Praxis. Scheint eher die Regel zu sein bei uns.

EQheTmaligePr Nu!tzear (#4671x93)


Hatte er dabei auch Beschwerden?

Hat nicht jeder mal Beschwerden? Rückenschmerzen, "Hexenschuss" etc, sind in der Bevölkerung weit verbreitet und denen schenkt man, auch als Patient, oftmals kaum Beachtung.

Bandscheibenprobleme sind auch unter jungen Menschen nicht selten (dafür hab ich jetzt aber nicht ausreichen Zeit, um da tief genug zu graben...). [[http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24239943]]

The prevalence of DD over the entire spine was 71% in men and 77% in women aged <50 years, and >90% in both men and women aged >50 years.

Oder zB.: [[http://journals.lww.com/spinejournal/Abstract/1997/05150/The_Prevalence_of_Low_Back_Pain__Among_Children.13.aspx]]

The prevalence of back pain was low (1%) among the 7‐year‐old and 10‐year‐old (6%) schoolchildren, but increased with age, being 18% both among 14‐ and 16‐year‐old adolescents. No gender difference was found. Recurrent or chronic pain was reported by 26% of the boys and 33% of the girls who reported low back pain, and the proportion of recurrent and chronic pains of all low back pain incidents increased with age.

LXian-xJill


Ich hätte in dem Fall doch die Bandscheibenvorfälle sicherlich durch Rückenübungen, Rückengerechte Lebensweise usw. verhindern können. Ich hätte bestimmt mehr auf meinen Rücken aufgepasst...

Rückengerechte Lebensweise ist immer angeraten. Nicht erst, wenn einem jemand sagt, dass man auf seinen Rücken aufpassen soll. Das ist doch allgemein bekannt?

KiAWx6


Bandscheibenprobleme sind auch unter jungen Menschen nicht selten (dafür hab ich jetzt aber nicht ausreichen Zeit, um da tief genug zu graben...)

Joa, diese Studie sagt jetzt nicht viel über die jungen Menschen aus (Durchschnitsalter 62 Jahre mit Kontrollgruppen <50 und >50) aber selten sind die Probleme ja nicht.

Doch trotzdem, ist es ja kein Grund mich nicht über das Problem zu informieren?

Rückengerechte Lebensweise ist immer angeraten. Nicht erst, wenn einem jemand sagt, dass man auf seinen Rücken aufpassen soll. Das ist doch allgemein bekannt?

Einem jungen Menschen ohne Rückenbeschwerden ist es eigentlich kaum bewusst. Und in einem (Maschinenbau-)studium lässt sich viel sitzen und wenig Sport eh nicht vermeiden. Dennoch bin ich natürlich zum grössten Teil selbst schuld. Aber, wie gesagt, es ist trotzdem nicht der Grund mich nicht über das Problem zu informieren.

Wo wären wir heute, wenn Ärzte einen nicht über den Status der GEsundheit informieren würden nur weil sowas häufig vorkommt oder allgemein bekannt ist?

KFAWc6


Stimmt meine Überlegung etwa nicht?

Nach meiner Internet Recherche und Gesprächen mit Bekannten:

Bandscheibenprotrusion -> Vorstufe des Bandscheibenvorfalls.

Bandscheibenprotrusion -> reversibel (mit spezieller Gymnastik, nicht einfach mit einem rückengerechten Lebensstil)

Bandscheibenvorfall -> irreversibel

Sprich: falls Bandscheibenprotrusion bekannt -> Bandscheibenvorfall kann vermieden werden.

Ist doch logisch. Verstehe nicht warum ich hier auf so viel unverständnis stosse.

F&la9mechEenx79


Verstehe nicht warum ich hier auf so viel unverständnis stosse.

vielleicht weil du aus einer Mücke einen Elefanten machst? ;-)

Ich hatte meinen BSV L5/S1 mit 27 Jahren. Und ich habe mich danach sehr intensiv damit beschäftigt und gelernt, dass BSV's keine Seltenheit sind und man sie auch eher nicht verhindern kann. Das man einen BSV haben kann, ohne große Schmerzen zu haben oder Höllenschmerzen haben kann OHNE einen BSV zu haben. ;-)

Und dass man - sofern man keine neurologischen Ausfälle hat, gegen einen BSV auch gar nichts unternimmt, außer Sport und ggf gezielte Rückenübungen.

Bei Rückenschmerzen soll man was dagegen tun , egal ob BSV oder nicht.

Sprich: es ist völlig Rille, ob du zum MRT Zeitpunkt einen BSV hattest. Hattest du Schmerzen zum MRT Zeitpunkt- dann hätte man was gegen die Schmerzen tun können/sollen (Sport, Physio, Tabletten....) Hattest du zum Feststellzeitpunkt keine Beschwerden, hätte man auch mit dem Wissen über einen BSV nichts getan.

Ich weiß seit fast 10 Jahren,dass ich einen BSV habe und außer, dass ich Sport mache, ist nichts passiert. Und niemand weiß, ob ich nicht woanders auch noch einen BSV habe oder morgen bekomme. Ich versteh nicht, warum du dich so reinsteigerst. Informier dich erstmal intensiv über einen BSV und du wirst sehen, dass das nicht zwangsläufig was schlimmes sein muss.

Sicher hätte man dir den Zufallsbefund mitteilen können, keine Frage, aber ob ein Urologe dazu was sagen mag, wo es doch nicht sein Gebiet ist, ist fraglich und wie gesagt, mit dem Wissen darüber hätte sich nichts geändert.

Du schreibst von "schweren Folgen" . Was hast du denn für schwere Folgen ??? ?

F;lamec/heny7x9


Sprich: falls Bandscheibenprotrusion bekannt -> Bandscheibenvorfall kann vermieden werden.

und wie ??? In den Glaskasten setzen und nicht bewegen? {:( 8-) 8-)

K:AxW6


vielleicht weil du aus einer Mücke einen Elefanten machst? ;-) ...

...Du schreibst von "schweren Folgen" . Was hast du denn für schwere Folgen ??? ?

Vielen Dank für die ermutigende Antwort!

Es kann schon sein dass ich mir viel zu viel Stress mache.

Darf ich fragen welche Symptome du hattest und wie lange du bis zur "Heilung" gebraucht hast?

Naja, je nach dem wie man schwere Folgen definiert.

Schmerzen kann ich gut vertragen, aber die Taubheit im Fuss und ständige Kribbeln machen mir zu schaffen (vorallem psychologisch, denn es wird nur schlimmer, egal was ic hmache).

Ausserdem ist es nicht angenehm alle Vorlesungen zu verpassen und das Studium zu vernachlässigen.

und wie ??? In den Glaskasten setzen und nicht bewegen?

Hmm, nein. Ich habe in mehreren Foren gelesen wie verschiedene Leute ihre Protrusionen wieder weggekriegt haben. Meistens durch Yoga bzw. Rückengymnastik und Schwimmen.

EHhemalig.er NButz,er &(#n467x193)


Ich habe in mehreren Foren gelesen wie verschiedene Leute ihre Protrusionen wieder weggekriegt haben. Meistens durch Yoga bzw. Rückengymnastik und Schwimmen.

Echt jetzt? ":/ Haben die ein Vergleichs-MRT, sprich vor und danach? Also ich mein, kann gut sein, ich finds trotzdem erstaunlich.

Mein Vater hat einen BSV, zu Akutzeiten inklusive Lähmungserscheinung (schlurfendes Gangbild etc.). Ist er beschwerdefrei? Ja. Hat er hin und wieder Rückenschmerzen etc? Ja, aber das trifft auf so gut wie jeden Menschen zu.

Was ihm damals viel geholfen hat war Physiotherapie und spezifisches Rückentraining (ich hoff man kann das hier so schreiben, deswegen setze ich es in Sternchen: Kieser-Training).).

Flamechen79 hat dir das schon alles wirklich toll aufgeschlüsselt.

K=AWx6


Echt jetzt? ":/ Haben die ein Vergleichs-MRT, sprich vor und danach? Also ich mein, kann gut sein, ich finds trotzdem erstaunlich.

Was ihm damals viel geholfen hat war Physiotherapie und spezifisches Rückentraining

Ja, die haben Vergleich-MRTs gemacht, deshalb sage ich ja - Protrusionen gehen weg. Bei einer Protrusion ist ja im gegenteil zum Prolaps nichts kaputt. Die Bandscheibe ist nur überdehnt wegen Dehydrierung, Rücken-Tiefenmuskulatur-Schwächung und falscher Lebensweise.

Die Sache ist, dass mein BSV mit der Zeit eher schlimmer wird obwohl ich jeden Tag Rückentraining mache. KG hatte ich auch 3 Wochen lang.

EZhemalIiger Nut&zer (#4=67193x)


zum Prolaps nichts kaputt.

Auch wenn beim Prolaps Strukturen beschädigt werden, heißt das noch nicht zwangsläufig, dass das für die Person Krankheitswert hat. Bei dir schon (Missempfindungen etc), aber für den ein oder anderen ist das durchaus ein Zufallsbefund, von dem sie nichts merken. Das andere extrem wären dann diejenige, die zB. Stuhl- und Harnverhalt haben und dann zeitnah von einem Neurochirugen betreut werden.

KG hatte ich auch 3 Wochen lang.

Sorry, aber auch zu deinen Rückenübungen - das ist gut und auch wichtig, dass du das machst. Aber ich glaube, dass du dir da zuviel davon erwartest. Das ist etwas, dass man mittel- und langfristig ansetzen muss, das braucht Zeit. Natürlich ist das frustrierend, aber ich würde da schon mal ein halbes Jahr bis Jahr dafür einplanen, bis du da Erfolge merkst. Ist halt auch von Person zu Person unterschiedlich.

Hast du dich mit einem Orthopäden unterhalten, zwecks symptomatischer Therapie? Sprich Schmerzmittel etc?

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