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Arzt wollte Behandlung nur gegen Barzahlung, ist das erlaubt?

S?heegxo85


Wieso denn hypothetischer Fall, dass meine Behandlung etwas kosten wird? Selbst wenn der Zahnarzt nur mal kurz in den Mund schaut kostet das etwas.

aabuc[yxxz


Wieso denn hypothetischer Fall, dass meine Behandlung etwas kosten wird? Selbst wenn der Zahnarzt nur mal kurz in den Mund schaut kostet das etwas.

Ja, aber eben normalerweise nicht dich. Normalerweise bekommt man als Kassenpatient für sowas nie eine Rechnung zu Gesicht, weil es eben direkt an die Krankenkasse geht.

Nur für Dinge, die man selbst zahlen muss, erhält man als Kassenpatient eine Rechnung. Oder handhabt dein Zahnarzt bzw. deine Krankenkasse das grundsätzlich anders??

S%hPeego 85


Ja. Ich kriege grundsätzlich immer die Rechnungen, bezahle die dann selbst und kriege das Geld von der Versicherung wieder.

mDuYsicrus_x65


Da ich aber kein Geld dabei hatte und es mir als Hartz IV Empfänger auch nicht leisten kann wochenlang auf das Geld von der Versicherung zu warten

Das klingt irgendwie nicht nach "Kassenpatient". Die GKV zahlt doch in der Regel immer direkt an den Arzt?

Bestimmte Zahnarzt-Leistungen (und das sind gar nicht so wenige oder "seltene"!) werden aber ohnehin nicht von den GKV übernommen. Daher ist das Verschicken von Rechnungen direkt an den Patienten eine recht häufige Tätigkeit der allermeisten Zahnärzte - oder eben der von Ihnen damit beauftragten Firma. (ich bin privat versichert und kenne das...)

EqhemaligWer Nutzer ((#393A910)


Mein Vater ist auch privat versichert und der bekommt von allen Ärzten, egal welche Fachrichtung, die Rechnung nach Hause geschickt.

Lkittle`-m'it-Lxotte


Viele Ärzte aller Art, also auch normale Hausärzte oder Tierärzte, lassen ihre privaten Leistungen, zu denen viele zahnärztliche Behandlungen die sich ergeben können, von Unternehmen abrechnen statt es selbst zu machen.

Sogar meine Hebamme ließ mich etwas unterschreiben, dass sie meine Daten weitergeben durfte an eine Hebammen-Abrechnungsstelle.

a@bcyxxz


Ja. Ich kriege grundsätzlich immer die Rechnungen, bezahle die dann selbst und kriege das Geld von der Versicherung wieder.

Ok, das ist zwar seltsam und nicht üblich, aber das glaube ich dir dann natürlich.

Leider ist es dann aber trotzdem so, dass du (soweit mir bekannt, ich bin kein Fachanwalt für Medizinrecht) kein grundsätzliches Recht darauf hast, einen faktischen Zahlungsaufschub zu bekommen, indem du erst auf die Rechnung wartest, daher kann ein Arzt wohl grundsätzlich auch Sofortzahlung verlangen (krasse Notfälle, wie wenn du mit abgehacktem Bein auftauchst wohl mal ausgenommen).

Das hier betrifft zwar die Schweiz, aber die Problematik ist die gleiche: [[http://www.20min.ch/schweiz/news/story/-rzte-verlangen-von-Patienten-Sofort-Bezahlung-22212078]]

"Weil Patienten immer häufiger die Rechnungen nicht bezahlen, flicken viele Zahnärzte nur noch gegen Sofort-Bezahlung."

a`uGtJumn-[like


Kann sehr gut sein, dass die Praxis mit einer Auskunftei zusammenarbeitet, welche für den Score die Nachbarschaft mit einbezieht. Bei Schufa direkt ist das offenbar nicht der Fall. In der Firma hatten wir mit einer Auskunftei zusammengearbeitet, welche die Bonität der Kunden auf diese Art und Weise prüfte. Die Praxis kann anhand deiner Daten die Auskunft online abrufen.

Das die Forderungen abgetreten werden ist oft üblich, wenn sich die Praxis das Mahnverfahren ersparen will. So geben sie es in die Hände von Dritten. Damit habe ich kein Problem. Das betrifft aber nur die Privatrechnungen.

S or&oman


@ Sheego85

Ja. Ich kriege grundsätzlich immer die Rechnungen, bezahle die dann selbst und kriege das Geld von der Versicherung wieder.

Damit bist du privat versichert. Trotz Hartz4. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Das JobCenter zahlt nur die Beiträge vorübergehend:

[[http://www.geldtipps.de/geld-vom-staat/arbeitslosengeld/private-krankenversicherung-bei-beziehern-von-arbeitslosengeld-ii]]

Da es keine Privatpraxis war, wird es wohl ein Kassenarzt gewesen sein.

Die meisten, die ich kenne, behandeln beide Patientengruppen. Damit gibt es keine klare Trennung.

Wenn 1985 dein Geburtsjahr ist, dann bist du jetzt ca. 29/30 Jahre. Du bist privat krankenversichert (PKV), vermutlich weil deine Eltern privat krankenversichert waren (z.B. Selbstständig, Beamte, Künstler, Ärzte, oder hohes Einkommen und zur PKV gewechselt). Und dann lief die PKV für dich immer weiter und du hast es übernommen. Oder du warst mal selbstständig (z.B. Ich AG) oder hattest zwischendurch mal ein hohes Einkommen, bist dann bewusst zu der privaten Krankenversicherung gewechselt und da bist du eben noch, weil es nicht so einfach ist, in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukommen.

Der Rest ergibt sich dann aus den Beiträgen der anderen: der Zahnarzt ist Zahnarzt und kein großer BWLer. Der ganze Papierkram belastet ihn sehr, und extra dafür will er keinen einstellen und noch ne Menge IT bei sich haben. Also gibt er die Zahlungen (und alles drumrum) an eine Firma für Forderungmanagement ab. Das läuft elektronisch und er ist das weitgehend los. Ich vermute mal, das Forderungsmanagement macht dann alle professionell: Bonitätsanalyse, Verwaltung nach den jeweils aktuellen gesetzlichen Vorschriften, Auswertungen für Steuer, einen Teil Buchhaltung, etc. der ganze Rattenschwanz, der da dran hängt.

Von SCHUFA stand in dem Formular nichts.

Dann vermutlich eine andere Auskunftei, siehe hier unter Beispiele:

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftsauskunftei]]

Dafür war deine Zustimmung nötig, denn die Firma für das Forderungsmanagemnt (=Abrechnungsstelle) weiß ja dann, was medizinisch gemacht wurde (ärztliche Schweigepflicht aufheben und auf die erweitern). Diese Forderungsmanagement-Firma sind Profis, die ihre Kunden (also den Arzt) vor Zahlungsausfällen bewahren will, wendet sich somit standardmäßig an eine Auskunftei: und irgendwas gefällt dem Bewertungsalgorithmus der Auskunftei an dir, deiner Adresse oder anderen Metadaten nicht (da zählen deine Verbindlichkeiten rein, aber auch sowas wie Kreditanfragen - ja reine Anfragen, Anzahl Wohnortwechsel pro Zeit, Wohnort, ne Menge Zeug, nicht nur Schulden, die genauen Formeln für den Bonitäts-Score sind nicht öffentlich). Bei der Schufa (größte Auskunftei) kannst du einmal im Jahr eine Auskunft über deinen Score und die bei denen gespeicherten personenbezogenen Daten einholen.

[[https://www.meineschufa.de/index.php?site=11_3]]

-> Datenübersicht nach §34 Bundesdatenschutzgesetz

Bei den anderen kannst du das auch einfordern, also auch bei der Forderungsmanagement-Firma, wenn du das willst.

Das solltest du tun und dir das Ergebnis anschauen. Denn solche Anfragen kommen wieder: beim Kauf von teuren Sachen, beim Abschluss von Handyverträgen, beim Mieten von Wohnungen, beim Eröffnen eines Kontos, etc. überall dort wo du Verträge abschließt (Behandlungsvertrag, Kaufvertrag, Mietvertrag, ...).

Zurück zum Arzt: wenn diese Forderungsmanagement-Firma dich aufgrund von nem schlechten Score ablehnt, funktioniert dieser Weg der Abrechnung nicht mehr. Der Arzt will aber ja trotzdem sein Geld für die Behandlung sehen. Was er nicht mehr will/kann: dir ne Rechnung ausstellen und selbst die Forderung eintreiben (dafür hat er ja den ganzen Apparillo mit dem Forderungsmanagement angeleiert, ein ec-Kartenterminal hat er vermutlich nicht mehr, und auch keine Rechnungsstellung). Also verlangt er Bargeld. Und wenn du keines hast: bei Zahnschmerzen muss er dich nicht behandeln. Ja, das ist erlaubt:

[[https://www.aekhb.de/data/mediapool/pa_re_behandlung.pdf]]

Zum Wirken einer Auskunftei bei Zahnarzt-Rechnungen (von 2007):

[[https://www.test.de/Bonitaetspruefung-beim-Zahnarzt-Patienten-durchleuchtet-1546245-0/]]

S"eaxnna


Mal von den ganzen Abrechnungsfragen abgesehen - müsste der Zahnarzt bei akuten Schmerzen doch auf jeden Fall (provisorisch oder zumindest schmerzlindernd) behandeln, oder?

Soweit mir bekannt ist, darf kein Arzt die Behandlung bei akuten Schmerzen bzw. Hilfebedarf verweigern.

mIa@ripoxsa


Soweit mir bekannt ist, darf kein Arzt die Behandlung bei akuten Schmerzen bzw. Hilfebedarf verweigern.

Das ist eine Legende! Nur wirkliche Notfälle (Elementargefährdung) müssen auch bei voller Praxis behandelt werden und können vom Arzt nicht abgewiesen werden.

R8alphr_HH


Bei Kassenpatienten legen die die Karte vor, der Arzt rechnet dann mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab, die wiederum mit der Krankenkasse.

Harz IV bedeutet meines Wissens automatisch, daß die Empfänger über die Sozialkasse privat versichert sind. Privat versichert wiederum heißt, der Arzt rechnet direkt mit dem Patienten ab und der klärt das mit der Versicherung. Der Arzt kann das delegieren an Inkasso Unternehmen und dergleichen. Stellt jemand eine Rechnung, geht derjenige mit seiner Dienstleistung zunächst in Vorleistung, das Geld fließt später. Er geht also ein Risiko ein. Daß nicht solvente Menschen daher von dieser Vorleistung ausgeschlossen werden und sofort zahlen sollen ist normal.

tUhe-WcaAvexr


Harz IV bedeutet meines Wissens automatisch, daß die Empfänger über die Sozialkasse privat versichert sind.

Nein, das bedeutet es nicht, es ist sogar ausgesprochen selten. Ich habe jedenfalls noch nie einen privatversicherten Hartz-IV-Empfänger gesehen, und ein nicht ganz kleiner Teil meiner Patienten hartzt.

RaalphQ_HxH


Ok. Ich bin nicht in der Gesundheitsbranche. Mein Bruder allerdings. Der meinte mal, als er in einer Orthopädischen Praxis hospitiert hat, daß da ein paar Sozialhilfeempfänger waren. Da hat die Sozialhilfe die Behandlung gezahlt und das zu Privatpatientenbedingungen. Mit den Konsequenzen, daß ob der bessren Bezahlung (x-facher Satz) die Vorzüge als Privatpatient (Termine) genossen wurden. Wie das mit der Rechnungstellung lief, weiss ich nicht. Ist schon ein paar Jahre her.

b'rlatzxe


Ich lese das bei Jameda zu Hauf, bei sämtlichen Fachärzten, dass nur noch gegen Bares behandelt wird, ansonsten kann man gehen.

Bei dem Augenarzt bei uns im Ort ist das so und von einem Hautarzt habe ich das auch gelesen, ein paar Orte weiter.

Es wird dem Patienten vorgerechnet, was man für ihn bekommt (meist sind es nur noch Cent-Beträge oder ein paar Euro) und dafür wolle man nicht behandeln.

Die schlechten Bewertungen allerdings sind nach einer Weile wieder verschwunden. Die Bewerter bekommen dann eine Mail, müssen Beweise vorbringen usw...

Lange Rede kurzer Sinn, wollte eig nur mitteilen, dass es mittlerweile normal ist, dass viele Ärzte einen nicht mehr behandeln, weil sie nicht genug Kohle dafür bekommen. *:)

Der aktuelle Fal hier ist zwar etwas anders gelagert, aber mein Beitrag passt trotzdem insgesamt zum Fadentitel. :)D

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