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Überzogene Arztrechnung?

B<enutzerdname001 hat die Diskussion gestartet


Hi,

ich bin mir unsicher, was ich mit dieser Arztrechnung anfangen soll. Ich war bei einem Neurologen.

Ich schätze, dass ich mich mit diesem ca. 7 Minuten lang unterhalten habe, wobei die 7min dadurch unterbrochen wurden, dass der Arzt immer wieder weg ging und wieder kam.

Also sah das eher so aus: 2 Minuten Gespräch - Arzt 2 Minuten weg - 1 Minute Gespräch, während Arzt seine Blumen goss - Arzt 1 Minute weg - 1 Minute Gespräch, während Arzt seinen Kaffee zubereitete.

Dafür soll ich nun über 100 Euro berappen.

Auf der Rechnung stehen folgende Posten:

Symptombezogene Untersuchung 10,72

Neurologische Untersuchung 26,14

Psychiatrische Untersuchung 33,52

Eingehendes therapeutisches Gespräch 20 Minuten 33,52

Dabei habe ich mich abgesehen von der Wartezeit im Wartezimmer nicht mal 20min lang in der Praxis aufgehalten!

Dieses 7-Minuten-Brutto-Gespräch handelte ungefähr davon:

-Ich berichtete von meiner chronischen Müdigkeit, es wurden ein paar allgemeine Fragen gestellt zum Beruf, Dauer/Intensität der Beschwerden, Sport, Freundeskreis und bisherige Arzttermine.

Ich werde aber nicht schlau unter was dieses Gespräch in der Rechnung steht?

Danach fand dann eine allgemeine neurologische Untersuchung statt, ca. 4 Minuten, sprich ich sollte auf einem Strich entlang laufen, mir mit dem Finger an die Nase fassen, Arme und Beine bewegen und die Gelenke wurden abgeklopft. Ich würde das unter dem Posten 26,14 Euro verbuchen?

Aber was sollte das therapeutische Gespräch gewesen sein, wo ich anscheinend 20min lang einen Blackout hatte? Und die psychiatrische Untersuchung? Wie sieht so eine Untersuchung denn aus? Hätte ich das nicht mitbekommen?

Jedenfalls habe ich in der Praxis angerufen und gesagt, dass das so nicht stimmen kann, da ich ja keine 20min da war. Nach einer Rücksprache mit dem Arzt teilte mir die Sprechstundenhilfe aber mit, dass das alles seine Richtigkeit hat.

Was kann/sollte ich nun tun? Einfach weniger zahlen?

LG

Antworten
Bwehin/d Thme Scenexs


Bist Du privat versichert oder gar nicht?

CQom_rZaxn


Aber was sollte das therapeutische Gespräch gewesen sein, wo ich anscheinend 20min lang einen Blackout hatte? Und die psychiatrische Untersuchung? Wie sieht so eine Untersuchung denn aus? Hätte ich das nicht mitbekommen?

Er darf für diesen Posten einen 2,3-fachen Satz berechnen. Wenn er das getan hat, würde ich Einspruch erheben, da er gegen die Abrechnungsgrundlagen der GOÄ verstößt.

Wenn er aber einen gekürzten Satz (z.B. nur den 1,5-fachen) berechnet hat, hast du schlechte Karten, darüber zu streiten.

Die privaten Arztrechnungen werden heute mit Hilfe der Abrechnungssysteme "optimiert", manchmal auch an der Grenze des Erlaubten (oder wissentlich darüber hinaus). Ich würde sagen, hier entscheidet der Faktor allein.

C&on2to


Hi,

ich bin mir unsicher, was ich mit dieser Arztrechnung anfangen soll. Ich war bei einem Neurologen.

Ich schätze, dass ich mich mit diesem ca. 7 Minuten lang unterhalten habe, wobei die 7min dadurch unterbrochen wurden, dass der Arzt immer wieder weg ging und wieder kam.

Schau mal bitte mit welchem Faktor dort berechnet wird, 2,3 2,5 3,5? oder einfach 1,0?

Also sah das eher so aus: 2 Minuten Gespräch - Arzt 2 Minuten weg - 1 Minute Gespräch, während Arzt seine Blumen goss - Arzt 1 Minute weg - 1 Minute Gespräch, während Arzt seinen Kaffee zubereitete.

Dafür soll ich nun über 100 Euro berappen.

Auf der Rechnung stehen folgende Posten:

Symptombezogene Untersuchung 10,72

Neurologische Untersuchung 26,14

Psychiatrische Untersuchung 33,52

Eingehendes therapeutisches Gespräch 20 Minuten 33,52

Die Positionen würde ich anfechten, da Du wie selbst gesagst hast, nicht mal 20min überhaupt in der Praxis gewesen bist.

-Ich berichtete von meiner chronischen Müdigkeit, es wurden ein paar allgemeine Fragen gestellt zum Beruf, Dauer/Intensität der Beschwerden, Sport, Freundeskreis und bisherige Arzttermine.

Ich werde aber nicht schlau unter was dieses Gespräch in der Rechnung steht?

unter 10,72.

Danach fand dann eine allgemeine neurologische Untersuchung statt, ca. 4 Minuten, sprich ich sollte auf einem Strich entlang laufen, mir mit dem Finger an die Nase fassen, Arme und Beine bewegen und die Gelenke wurden abgeklopft. Ich würde das unter dem Posten 26,14 Euro verbuchen?

ja richtig.

Aber was sollte das therapeutische Gespräch gewesen sein, wo ich anscheinend 20min lang einen Blackout hatte? Und die psychiatrische Untersuchung? Wie sieht so eine Untersuchung denn aus? Hätte ich das nicht mitbekommen?

nach deiner Wiedergabe des Ablaufes, gab es dieses Gespräch auch überhaupt nicht.

20min, da hättest du ja fast ne Stunde in der Praxis sein sollen. Er muss solch ein Gespräch nachweisen können, sich fachspezifische Notizen etc. gemacht haben.. etc.

Jedenfalls habe ich in der Praxis angerufen und gesagt, dass das so nicht stimmen kann, da ich ja keine 20min da war. Nach einer Rücksprache mit dem Arzt teilte mir die Sprechstundenhilfe aber mit, dass das alles seine Richtigkeit hat.

Was kann/sollte ich nun tun? Einfach weniger zahlen?

Bist du Selbstzahler oder Privatpatient?

Musst du die rechnung deiner Versicherung weiterleiten?

Wenn ja, würde ich vorbehaltlich zahlen, die Versicherung aber darauf hinweisen, dass die Rechnung evtl. nicht korrekt ist, da Leistungen nicht durchgeführt wurden.

Wenn du Selbstzahler bist ohne Versicherung, dann würde ich mir die Dokumente, die zu dieser Rechnung herangezogen werden müssen, kopieren lassen mit dem Hinweis, dass du die Rechnung von einer unbeteiligten Abrechnungsstelle prüfen lassen wirst und du Dir ggf. weitere Schritte vorbehälst.

Das eine ist, dass Ärzte gerne mal ein höheren Faktor ansetzen können, es noch nicht mal schriftlich erötern müssen warum. Sie sind da frei in Ihrer Entscheidung, erst ab 3.5 wird es nachweispflichtig. Aber genauso versuchen natürlich manche Ärzte ihre Abrechnung zu erhöhen mit fiktiven GOÄ-Ziffern, die teilweise nicht stimmen oder sich gegenseitig ausschließen.

mDusicuysx_65


Er darf für diesen Posten einen 2,3-fachen Satz berechnen. Wenn er das getan hat, würde ich Einspruch erheben, da er gegen die Abrechnungsgrundlagen der GOÄ verstößt.

???

Kapier ich nich.... entweder darf er etwas oder er darf es nicht...

AZdrenoalin<junxkie


also meiner Meinung nach und so wie Du das schreibst, haben die beiden letzten Posten, also die psychiatrische Untersuchung und das Therapiegespräch einfach nicht statt gefunden. Für das kurze Gespräch könnte man höchstens eine Anamneseerhebung oder eine normale Beratung in Rechnung stellen. Nicht erbrachte Leistungen kann man auch nicht in Rechnung stellen egal zu welchem Satz. Ist mir und meinem Mann schon ein paar Mal passiert, wurde immer korrigiert, manchmal reichte ein Telefonat aus, manchmal hat es eine Mail oder einen Brief gebraucht.

Wenn Du mündlich oder fernmündlich nicht weiter kommst, hilft nur der schriftliche Weg.

C9omr]an


Er darf für diesen Posten einen 2,3-fachen Satz berechnen. Wenn er das getan hat, würde ich Einspruch erheben, da er gegen die Abrechnungsgrundlagen der GOÄ verstößt.

???

Kapier ich nich.... entweder darf er etwas oder er darf es nicht...

Der Regelfaktor ist der 2,3-fache Satz. Den darf er für diesen Posten maximal und ohne Begründung berechnen. Er darf den Satz aber auch kürzen, wenn ein Aufwand geringer war als üblich.

Wenn er also den Satz gekürzt hat, weil er keine 20 Minuten hierfür aufwendete, gibt es gegen diesen Posten wenig zu argumentieren.

Wenn er seinen Regelsatz von 2,3x angewandt hat, dann darf man auch die 20 Minuten Aufwand erwarten.

Cjo3nto


da fehlte ein "nicht" , sollte heißen, wenn höher als 2.3 ... sinngemäß. Sorry ist Wochenende :D

MYurtbel


Wenn du zu diesem Arzt nicht wieder gehen willst, kannst du ihn durch einen "Widerspruch" gegen die Rechnung ein wenig "ärgern". Ob er die Rechnung allerdings abändert, ist fraglich. Diese Positionen sind bei Psychodocs die gängigen Ziffern, die so jeweils 1 x im Quartal abgerechnet werden. Was der Arzt zu dem nicht 20 minütigen eingehenden therapeutischen Gespräch sagt, würde mich aber auch interessieren.

Wenn du da aber wieder hin willst, solltest du die Rechnung bezahlen. Psychiater können sehr nachtragend sein. Sind besondere Menschen.

Und mit dem Regelsatz hat deine Frage nichts zu tun. Eine 20 minütiges Gespräch muss 20 Minuten lang sein.

CYonxto


Das war kein Psychiater, sondern Neurologe.

B enutz^erJna3me001


@ Behind the Scenes:

Bin privat versichert.

@ Conto:

Der Faktor ist überall 2,3. Ich bin privat versichert. Die Rechnung bekommt meine Versicherung.

Wenn ja, würde ich vorbehaltlich zahlen, die Versicherung aber darauf hinweisen, dass die Rechnung evtl. nicht korrekt ist, da Leistungen nicht durchgeführt wurden.

Wenn ich das mache wird die Versicherung zumindest die fraglichen Posten nicht bezahlen oder womöglich die ganze Rechnung nicht.

Ach so was ich noch vergessen habe zu erwähnen. Die Rechnung stammt nicht direkt vom Arzt, sondern von einer Verrechnungsstelle. Da werde ich dann Montag mal anrufen.

bcellxagia


Du kannst dich an die kassenärztliche Vereinigung wenden und dich beschweren.

Erfolg wirst du wohl kaum haben.

Du sagst dies oder jenes fand nicht statt, der Arzt und seine Mitarbeiter sagen das Gegenteil, du bist allein sie haben Zeugen.

Du bist damit alles andere als ein Einzelfall.

B?enutEze\rnamex001


Was hat denn die kassenärztliche Vereinigung damit zu tun??

Du sagst dies oder jenes fand nicht statt, der Arzt und seine Mitarbeiter sagen das Gegenteil, du bist allein sie haben Zeugen.

Oh Zeugen habe ich auch. Zum Beispiel mein Parkticket, dass belegt, dass ich genau 23 Minuten in der Tiefgarage unter der Praxis gestanden habe. Oder die Akte des Arztes.

cboxi'nel"le


Ich würde an Deiner Stelle die Sachlage in einem Brief an den Arzt so darstellen, wie Du sie hier beschrieben hast. Darüber hinaus würde ich dem Arzt mitteilen, dass Du nicht bereit bist diese Rechnung zu bezahlen und ihm mitteilen, falls er nicht einlenkt, dass Du die ärztliche Schiedsstelle einschalten wirst.

Viel Glück

coxinelle :)^

brellaxgia


Nun ja, die ist für alle Ärzte zuständig, die über Krankenkasse abrechnen, auch wenn es private Kassen sind.

So zumindest meine Information. Ärzte die falsch abrechnen kann man dort melden.

Mein Mann hatte versucht sich in einem solchen Fall zu wehren, völlig erfolglos.

Ich wünsche dir aber viel Erfolg.

Es sollte jeder seine Rechnung prüfen.

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