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Vater Krank, gesetzliche Betreuung, Bürokratie und viele Fragen

SCchmMidtix70


Vielleicht ist das ein Angebot, weil man ja auch rechenschaftspflichtig gegenüber dem Amt ist, auch wenn man als naher Angehöriger nicht ganz so strengen Auflagen unterliegt.

dEreivoGrneun


Man hat die selben Auflagen wie ein gesetzlicher Betreuer. Habe das vor vielen Jahren schon bei meinem Vater gemacht und eine Freundin ist gesetzlicher Betreuer, da gibt es keinen Unterschied.

S`chmidxti70


O.k., aber es gibt Erleichterungen bei der Ausübung. Ein priveligierter Betreuer (naher Angehöriger) darf frei über die Konten verfügen, ein Amtsbetreuer benötigt teilweise Freigaben vom Vormundschaftsgericht.

Aber solche Detailfragen sind sicher weniger interessant für die TE...

R\ut


@ dreivorneun

In Niedersachsen muss man als Betreuer von Angehörigen an einer Schulung teilnehmen und wird über Pflichten und Rechte informiert.

In einer mittelgroßen Stadt in Niedersachsen wurden diese Kurse angeboten und eine Beteiligung wurde vom Amtsgericht gefordert.

Dass dich das Amtsgericht persönlich über Pflichten und Rechte informiert liegt wohl daran, dass in deinem Wohngebiet sich solche Kurse mangels Teilnehmer nicht lohnen.

Alias 714223


So, die Vollmacht für die Bank werde ich nächste Woche haben. Heute war ich bei seinem Hausarzt. Eine Vorsorgevollmacht wird wohl schwierig werden, da es fraglich ist, ob er die Konsequenzen seines Handelns versteht. Vielleicht kann man diese trotzdem beantragen.

Für die gesetzliche Betreuung müssen wir allerdings ein psyschologisches Gutachten in Auftrag geben, bei dem wir wohl die Kosten selber übernehmen müssen. Kann mir jemand sagen, wie hoch die Kosten etwa sind? Leider konnte der Arzt mir nicht wirklich helfen, ich muss sehen, dass ich bei seinem Neurologen mehr Informationen bekomme. Würde mich hierzu gerne näher beraten lassen und hoffe, dass der Neurologe hier weiterhelfen kann.

d^ienachxt7


Alles Gute für dich @:)

Der VDK wurde bereits genannt. Man kann den Rentenantrag auch bei der gesetzlichen Krankenkasse stellen bzw bei der Gemeinde/Stadt.

H4olgeLr6x9


Die Vorsorgevollmacht wird im Gegensatz zur Gesetzlichen Betreuung nicht beantragt bzw. vom Amtsgericht angeordnet, sondern sie wird dir von der zu betreuenden Person erteilt. Es gibt dafür Vordrucke, z.B. auch im Netz. Diesen unterschreibt der zu Betreuende, solange er noch halbwegs geschäftsfähig ist, du oder er lässt die Vollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer für ca. 15 € registrieren und optimalerweise die Unterschrift noch öffentlich beglaubigen. All das geht mit Hilfe eines Notars besser und im Zweifelsfall rechtssicherer, kostet dann aber einige hundert Euronen. Die Vorsorgevollmacht ist übrigens meistens mit einer Patientenverfügung verbunden in der festgelegt wird, wie die medizinische Versorgung aussehen soll, wenn der Patient seinen Willen nicht mehr formulieren bzw. äußern kann. Lass dich bitte beraten, auch die Betreuungsvereine können und dürfen diese Beratung leisten. Eine ganz gute Übersicht zu dem Thema findest du in Wikipedia unter "Vorsorgevollmacht".

Alias 714223


Erstmal ein spätes Danke für die Meldungen. In den vergangenen 1,5 Jahren ist einiges passiert und die Verantwortung die ich plötzlich hatte, macht mir weiterhin sehr zu schaffen.

Mein Vater war im im Herbst 2016 mehrere Wochen in stationärer Behandlung (Klinik für psyschisch Kranke zur Medikamenteneinstellung) und dieses Jahr zwei Wochen im Krankenhaus, da ein Rezidiv (Hirntumor) diagnostiziert wurde. Das Ganze ist ziemlich hart gewesen, die Klinik ist sehr schlecht organisiert und die Pfleger und Ärzte haben trotz mehrmaligen Hinweisen nicht verstanden, dass er nicht viel von dem was passiert versteht. Auch scheinen die Stationen untereinander nicht verbunden zu sein.

Er hatte während seinem Aufenthalt einen kleinen Schlaganfall, zum Glück kurz vor dem Start der Chemotherapie und der Bestrahlung. Ob der Krebs nun wieder da ist oder nicht, muss mit dem xten MRT noch abgeklärt werden. Den Termin haben wir leider verpasst, da wir keine Uhrzeit sondern nur ein Datum genannt bekommen haben und telefonisch niemand weiterhelfen konnte.

Meine Schwester und ich haben bisher nur eine einfache Vorsorgevollmacht vom Notar, mit der wir fast alles erreichen konnten, außer Zugriff auf sein Konto (er hat mir die Bankvollmacht entzogen, weil er der Meinung war, dass ich Geld abehoben hätte). Momentan kommt zweimal am Tag ein (sehr guter) Pflegedienst zu ihm, um Medikamente zu stellen und ggf. Insulin zu spritzen. Einmal die Woche kommt eine Betreuung, die auch Arzttermine mit ihm wahrnimmt. Außerdem bekommt er mittlerweile Essen auf Rädern.

Der Pflegedienst hat einen Schlüssel zu seiner Wohnung und organisiert die Medikamente selber. Mir hat dies alles eine große Last genommen, da ich weiß, dass regelmäßig jemand bei ihm ist und er jeden Tag etwas warmes zu Essen bekommt.

Der erste Pflegedienst, den wir letztes Jahr angefragt haben haben, hat leider gar nicht funktioniert. Die Damen hatten Angst vor ihm und ich wurde regelmäßig angerufen, um zu hören, wie schlecht es ihm geht und dass er mich vermisst sowie was alles nicht läuft (was ich bereits wusste). Der jetzige Dienst hat mir die Option gegeben die Medikamente selber zu bestellen und auch darauf gepocht einen Schlüssel zu bekommen. Das ist natürlich nicht von jetzt auf gleich passiert und war schwer für mich. Es gefällt mir gar nicht Entscheidungen hinter dem Rücken meines Vaters zu treffen, aber er lehnt alles ab.

Ich habe in den vergangenen 1,5 Jahren Berge von Dokumenten sortiert (er macht seine Ablage nicht), das erste Mal Steuererklärungen erstellt (die von 2014 hatte er nicht gemacht), seinen Rentenantrag gestellt, ihn zum Arzt gefahren, und und und. Wenn ich dies so schreibe, merke ich, dass ich viel getan habe, vor allem, da die Verantwortung zeitgleich zu meiner ersten Arbeitsstelle auf mich zukam.

Ich habe aber auch vieles noch nicht geschafft. Es fehlen noch Arzttermine und ich müsste seinen Motorroller verkaufen (darf ich das mit einer Vorsorgevollmacht überhaupt?), da er nicht mehr fahren kann. Sein Auto blockiere ich seit Monaten und möchte es demnächst verschrotten lassen. Ich hasse das Teil. Ich habe es über den TÜV gebracht und fahre es alle paar Wochen, damit die Batterie nicht schlapp macht. Mein Vater ruft jede Woche an und fragt nach dem Auto (er vergisst, wo es ist). Er teilt die Meinung von Ärzten, Pflegedienst und mir nicht, dass er nicht fahren darf. Er muss erst einen Test machen - er sieht sich aber als fahrtüchtig und denkt auch, dass er regelmäßig fährt.

Ich werde ihn wohl anlügen müssen (was für mich sehr, sehr schwierig ist). Für das Abmelden und so weiter bekomme ich aber Unterstützung (habe keine Ahnung von Autos, das ist quasi mein erstes, wenn auch unerwünscht). Ich habe das Thema schon angesprochen bei ihm, er war erstaunlich zustimmend, allerdings hat er das Gespräch bereits wieder vergessen oder verdrängt.

Ich müsste ihn auch eigentlich öfter besuchen. Müsste, weil ich nicht wirklich will. Durch die Charakterveränderung vor 14 Jahren, die durch den Tumoer / die Behandlung kam, habe ich mich sehr von ihm entfremdet. Ich habe es damals nicht verstanden und er war leider unglaublich agressiv. Ich wollte nur weg. Heute ist er ruhiger und ich bin mittlerweile erwachsen und vieles verarbeitet. Auch habe ich einen ganz guten Weg entwickelt mit ihm umzugehen. Aber seine Wohnung ist unglaublich schmutzig. Nach einer großen Reinigungsaktion mit mehreren Leuten, während seines Krankenhausaufenthaltes (viel Arbeit und viel Ekel), ist leider wieder alles schmutzig und der Müll stapelt sich und schimmelt vor sich hin. Das Klo benutze ich auch nicht bei ihm. Er selber duscht nicht, wechselt seine Kleidung teilweise wochenlang nicht, putzt sich nicht die Zähne und die Haare wachsen nun seit bestimmt zwei Jahren. Ich ekel mich teilweise. Er möchte auch nicht rausgehen, der TV läuft 24 h und er schläft auf der Couch statt im Bett. Zeit mit ihm verbringen kann ich meistens dann gut, wenn ich viel zu erzählen habe. Dann lacht er sehr viel :)

Leider lehnt er eine Haushaltshilfe ab und auch der Bitte zu Duschen ist er in 1,5 Jahren nur einmal nachgekommen, nachdem ich wochenlang auf ihn eingeredet habe (an dem Tag war ich unglaublich glücklich und habe ihne einfach nur umarmt). Er sagt immer es ist sauber, wenn man mit ihm in die Küche geht, kommt nur ein "oh". Für ihn ist es ok so, dem Pflegedienst gefällt es natürlich nicht. Als ich ihn das letze Mal besucht habe konnte ich nicht anders und habe zumindest das Schlimmste beseitigt. Das mache ich immer wieder mal, er lässt dies auch normalerweise zu.

Es ist immer schwer für mich ihn zu besuchen. Ich habe keine Zeit ihn alle zwei Tage zu besuchen und auch nicht den Willen dazu. Ich bin etwa alle drei Wochen bei ihm, kaufe meist für ihn ein und stresse mich schon Tage vorher. Teilweise habe ich ein sehr schlechtes Gewissen ihm gegnüber, aber ich denke, es ist unerheblich, ob ich alle 10 Tage oder alle drei Wochen zu ihm gehe, da er ein ganz anderes Zeitgefühl hat.

Mich beschäftigt momentan vor allem die Frage, ob ich genug mache oder ob ich mein Leben nach ihm ausrichten sollte. Ich weiß nicht genau, wie ich meine Prioritäten setzen soll. Ist es ok, mich abzugrenzen und meinen Träumen nachzugehen oder ist es egoistisch und falsch? Ich denke viel darüber nach, aber ich finde keine Antwort.

Alias 714223


push :-)

R4HW


Hallo,

hat er einen Pflegegrad? Ggf. welchen?

Seit 1.1.17 gab es wesentliche Änderungen in der Pflegeversicherung.

Gruß

RHW

Alias 714223


Er hat jetzt den 2. Pflegegrad (oder evtl. sogar den 3.?). Gerade in Bezug auf seinen Fall war die Änderung gut, da er physisch einigermaßen fit ist.

Sein Behindertengrad wurde vor kurzem auf 100 % hochgestuft.

Aunkdif:reaxk


Mit einer Vorsorgevollmacht kannst Du keine weiteren Rechtsgeschäfte für ihn erledigen, die erstreckt sich ausschließlich auf den medizinischen Bereich. Wer erledigt denn das Bezahlenj der Rechnungen, Einkäufe etc.? Bekommt er außer von Dir noch von jemandem Besuch?

RqHW


Hallo alias,

ich würde mich bei der Pflegekasse und einer Pflegeberatungsstelle nach Hilfen erkundigen:

- Tagespflege

- Verhinderungspflege

- Kurzzeitpflege

- Hilfsmittel

- Hilfe bei "gefährlichen" Punkten: Herd, Gasanschlüsse ...

- Pflegekurs für Angehörige von Demenzkranken

- für private Pflegepersonen aus seinem Umfeld (z.B. Nachbarn) werden auch Rentenversicherungsbeiträge bezahlt

In vielen Regionen gibt es regelmäßige Gesrächskreise und/oder Vorträge für gesetzliche Betreuer. Meistens können auch Personen mit einer Vorsorgevollmacht daran teilnehmen.

Man muss und kann nicht alles übernehmen. Man sollte schauen, was man so organisieren kann, dass es andere machen. Von Zeit zu Zeit kontrollieren, ob es wie gewünscht funktioniert.

Wenn die finanziellen Mittel reichen, ist es wesentlich einfacher. Sonst ggf. das Sozialamt an seinem Wohnort kontaktieren. Dieses zahlt einiges, wenn dadurch ein Pflegeheim vermieden wird.

Vielleicht kennt man jemandem im privaten Bereich, der in einem passenden Berufsfeld arbeitet und einen mit Infos unterstützen kann.

Vielleicht kann auch die Mutter einen unterstützen, ggf. im Hintergrund? Dann würde sie nicht dem Ex-Ehemann helfen, sondern der Tochter bei einer schweren Aufgabe.

Viel Kraft für diese schwere Situation!

Gruß

RHW

C`aramhala x3


RHW hat die wichtigsten Fakten genannt.

Was die Psyche angeht. Es ist eine Gradwanderung.

Zum Duschen. Das Problem ist, dass bei so langen ungeduschten Phasen, die absterbende Schuppenschicht der Haut und das Hautfett eine immer dicker werdende Schicht bilden, die je nach Immunsystem Pilze und Bakterien hervorbringt. Kratzt man an einer solchen Haut, dann gehen die Schuppen scharenweise ab.

Ich würde hier den Hausarzt einschalten. Er soll sich der Sache annehmen und Bäder verordnen. Die Frage ist, nimmt der Vater denn irgendwelche Therapien an. Er scheint ja im Krankenhaus einige mitgemacht zu haben, ohne wehrhaft zu sein. Das kann er im Bezug auf Körperpflege auch lernen.

Das dumme ist bei vielen Demenzkranken, dass sie nahe Angehörige als einen Teil von sich selbst ansehen und das sie von ihnen, je nach Gewohnheit, mehr zulassen als von Außenstehenden. Das kann zu einem großen Problem werden, denn letztendlich können sie immer weniger, während ein anderer immer mehr übernehmen muss, bis zur totalen Selbstaufgabe. Das sollte man vermeiden. Es kann nur ein Mittelweg sein, bei dem man genauesten überprüft: welche Ressourcen habe ich, was brauche ich dringend, um selbst funktionieren zu können und was kann ich darüber hinaus geben? Und dann die Frage, was will ich bei demjenigen erreichen? Deine Gefühle lügen hier nicht und da solltest du hinhören. Einen Fuß in die Tür zu bekommen, auch mit fremder Hilfe, das ist wichtig. Die richtigen zu finden nicht immer einfach.

Du schreibst zwar nicht über Demenz, aber von Gehirnzerfall, das dürfte wohl das Gleiche sein, denn die Verhaltensweisen deines Vaters sind hier charakteristisch.

Und trotz all dem Vergessen, es kann schlimmer werden, aber auch besser werden. Verwahrlosung und sich selbst überlassen, ist kein guter Zustand. Die Wehrhaftigkeit ist leider ein Teil des Selbstbetrugs, der den eigenen Zustand erträglich macht. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Entweder man wartet bis das Gehirn soweit zerstört ist, dass es ihm egal ist, ob er Hilfe bekommt oder nicht. Dich erkennt er ja noch und dann vertraut er dir mehr als anderen. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Ich würde zusammen mit jemandem zu Besuch kommen für den Haushalt und mit der Person zusammen das machen, ein/zweimal und dann kann sie regelmäßig alleine kommen. Auch der Austausch mit anderen Personen in einer Tagespflege kann hilfreich sein, mehr auf sich zu achten. Auch Demenzkranke sind lernfähig, wenn etwas oft genug wiederholt wird und ein Ritual daraus wird. Da gibt es sogar ganz erstaunliche Beobachtungen. Das, was ihnen emotional wichtig ist, das vergessen sie auch nicht, wenn nicht die totale Selbstaufgabe eintritt. Er vergisst ja auch nicht den Fernseher und Essen kann er offensichtlich auch noch. Aber ein zusätzlicher Hirntumor, das ist auch wieder etwas anderes. Und da gelten dann wieder etwas andere Regeln, denke ich. Die Grundstruktur ist aber jetzt noch recht typisch für einige Formen der Demenz.

Alias 714223


Hey, vielen lieben Dank für die Antworten. Mit der Vollmacht, die ich habe müsste ich eigentlich alles machen können, die Bank hat sich allerdings geweigert. An anderen Stellen (Ämter, Verwaltung, Versicherungen) hatte ich gar keine Probleme.

Er bezahlt das meiste selbst und ansonsten bezahle ich und er gibt mir das Geld zurück. Einkäufe macht oft meine Schwester, ich bringe ihm auch ab und an Sachen mit. Eine Mahlzeit am Tag kommt ins Haus, ansonsten hat er durch uns immer sehr viele Vorräte.

@ RHW:

Wir haben momentan die Hilfsmittel. Hier in der Gegend gibt es sehr viele Informationsveranstaltungen und kostenlose Hilfen (für den Rentenantrag hatte ich z. B. externe Hilfe). Wir haben vor allem anfangs sehr viel Input bekommen und es hat lange gedauert diesen zu sortieren, denn nicht alles ist möglich oder geeignet. Leider verweigert mein Vater in bestimmten Bereichen Hilfe anzunehmen (alles rund um den Haushalt). Unsere Mutter ist immer bereit zu helfen, wenn wir Fragen haben.

@ Caramala:

Ja, es ist eine Gradwanderung. Ich für mich weiß, dass ich diese Unterstützung nicht aufrecht erhalten kann und möchte und habe zum Glück einiges auf den Pfelgedienst übertragen können. Die Liste der Dinge, die zu erledigen sind, ist allerdings immer noch lang.

Du hast recht, es sind demenzartige Erscheinungen (aber kein Alzheimer), er macht regelmäßig einen Test hierzu. Das räumliche Vorstellungsvermögen ist nicht betroffen. Auch das Gehirn löst sich nicht auf, aber er hatte vor ein paar Monaten einen kleinen Schlaganfall und dazu hat er eine große Narbe im Gehirn. Der Verdacht auf ein Rezidiv besteht weiterhin, das gilt es jetzt zu klären.

Das mit dem Duschen hat er leider auch früher schon gemacht, selbst als er noch arbeiten gegangen ist, und er schläft bereits seit vielen Jahren auf der Couch, anstatt ins Bett zu gehen. Er ist psyschisch nicht gesund (u. a. Depressionen). Rehas und Co. hat er leider nie richtig akzeptiert. Die letzten Klinikaufenthalte haben wir ihm quasi aufgezwungen. Das mit dem Bäder verordnen werde ich mir notieren, das ist eine ganz neue Idee, die vielversprechend klingt :)

Die Idee, zusammen mit dem Pflegedienst bei ihm aufzuräumen (und die Person ggf. als Bekannte/n vorzustellen), hatte ich auch und finde ich gut. Leider war dies bisher nicht mit der Arbeit vereinbar. Aber sobald die wichtigsten Termine abgearbeitet sind, werde ich es nochmal versuchen (das denke ich mir bereits seit vielen Monaten). Dieses am Ball bleiben ist schwer, aber positiv ist, dass er die Medikamentenstellung mittlerweile akzeptiert. Und auch, dass er sich von jemand anderes zu Arztterminen fahren lässt. Zusammen mit dem Essen auf Rädern ist auch gewisser Tagesrythmus vorhanden und falls etwas passiert, wird es auffallen.

Ihm eine Lebensmotivation/Lebensfreude zu geben, habe ich aufgegeben. Ich weiß nicht, wie ich ihn vom TV wegbekommen soll. Manchmal bringt er den Müll mit mir raus oder wir spielen etwas. Spazieren, Einkaufen, Kino oder sonstiges möchte er aber gar nicht. Leute kennenlernen, Aktivitäten oder so auch nicht. Er freut sich, wenn ich da bin und erzähle, ihm Fotos oder Videos zeige. Das kostet mich allerdings auch Energie, ich versuche zu ihm zu fahren oder ihn anzurufen, wenn ich sehr gut drauf bin.

Für mich ist es unglaublich schwierig, gegen seinen Willen zu handeln. Denn den eigenen Willen hat er noch, auch wenn er von unseren Wünschen abweicht.

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