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Gibt es bald keine Apotheken mehr?

Sbil2k#Pexarl


Schon 6 Seiten zu der Angst um Apotheken. Erstaunlich. Bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass es Apothekern schlecht geht...

Mhei2ster+_Glanz


Schon erstaunlich, wie offenbar viele Apotheken die Kunden quälen, indem sie Sachen aufschwatzen wollen. Kenne ich so gar nicht. Wir waren grad vorher in einer Apotheke, meine Freundin brauchte eine Creme, dazu haben wir noch andere kleine Sachen wie Alka-Seltzer und derlei Spässe gekauft. Man wollte uns nichts Zusätzliches andrehen. Ausser einer Tasse Tee, die sie momentan den Kunden anbieten, weils kalt ist draussen.

oVldiei48


Da steht auch, dass es immer weniger Apotheken gibt - und das hat mich etwas nachdenklich gemacht.

Ja, es ist der Notstand ausgebrochen.

Von 20.662 Apotheken 2013 sind in einem Jahr 221 weggebrochen. 163 Neueröffnungen und 384 Schließungen. Das ist deutlich mehr als 1 Prozent. Um das graphisch eindrucksvoll als deutlich fallende Kurve darzustellen, muss man schon zu einem Trick greifen und unten 98% abschneiden.

1 Prozent ist relativ wenig, aber man mus die Einzelschicksale betrachten. Eine Apotheke betreut im Schnitt 4.000 Einwohner. Auf einen Schlag (naja, eigentlich übers Jahr viele kleine Schläge) stehen nun 884.000 Menschen apothekenlos da. Das ist wirklich krank.

Da nagt man als Apotheker fast am Hungertuch.

Nee, Moment mal. Eine Apotheke hat ja nun mehr Einwohner zu betreuen. Dürfte Umsatz und Gewinn erhöhen. Aber nicht weitersagen.

S;ilkPwearxl


Der nächste Faden bitte, für die notleidenden Buchhändler! {:( :-@

EIhemal9igelr Nutzyer (3#395x71)


Auch hier in einer mittelgroßen Stadt schließt immer wieder einmal eine Apotheke. Dies sehe ich nicht als ein Problem an, da es noch genügend andere gibt. Völlig anders ist dagegen die Situation bei den Ärzten für Allgemeinmedizin: In einer unweit von hier gelegenen etwas kleineren Stadt gibt es derzeit noch sieben Praxen mit Ärzten für Allgemeinmedizin. Von diesen werden demnächst vier altershalber in den Ruhestand gehen - kein jüngerer Arzt ist bereit, eine dieser freiwerdenden Arztpraxen zu übernehmen, zumal die Honorierung von Hausbesuchen völlig uninteressant ist. Künftig wird bei einem sich verschlimmernden Krankheitsfall zu Hause immer häufiger der Fall eintreten, daß die Telefonnummer 110 gewählt wird, worauf das Rote Kreuz mit seinem Personal anrückt und den Patienten in das nächste Krankenhaus zur Notaufnahme befördert - und dann wird es richtig teuer.

l}erHchenz(unxge


Ich möchte noch eine noch weitergehende These aufstellen:

Eine Reduzierung der Zahl der Apotheken bedeutet nicht nur nicht zwingend eine Verschlechterung der Versorgung, es ist vielmehr sogar eine Chance auf eine deutliche Verbesserung der Versorgungsqualität, gänzlich abseits von Internethandel!

1) Wenige, zentrale große Apotheken können verglichen mit vielen kleinen Apotheken wirtschaftlich sinnvoll ein breiteres Medikamentensortiment vorhalten!

Einfache Rechnung: in einem Ort wird ein bestimmtes Medikament im Schnitt einmal pro Monat nachgefragt, es ist ein Medikament, welches maximal zwei Monate aufbewahrt werden kann, um mit noch hinreichender Restverwertungsdauer verkauft zu werden. Fall a) es gibt in dem Ort vier Apotheken. Dann wird das Medikament pro Apotheke im Schnitt nur einmal alle vier Monate nachgefragt, es lohnt also die Bevorratung mit diesem Medikament für keine Apotheke. Es muss also bestellt werden (entweder eine der vier Apotheken hält es trotzdem vor und beliefert ggf die anderen Apotheken oder es wird auf Kundenwunsch vom Großhändler beschafft). Fall b) es gibt nur eine Apotheke, dann wird das Medikament dort im Schnitt alle vier Wochen nachgefragt und darausfolgend lohnt es für die Apotheke, es ständig zu bevorraten! Der Kunde muss einen eventuell etwas längeren Weg zu der einen verbleibenden Apotheke gehen, aber dafür muss er ihn nur einmal statt zweimal gehen und bekommt das Medikament direkt ohne Wartezeit.

Folge einer Konzentration auf weniger Apotheken wäre hier also eine Zunahme der Versorgungsqualität.

2) Weniger Apotheken und damit die Konzentration des Umsatzes würde wirtschaftlich erweiterte Öffnungszeiten möglich machen. Natürlich gibt es den Notdienst, aber wenn es im Notfall (wofür der Notdienst ja da ist) zumutbar ist, den Weg zu einer weiter entfernten Apotheke zurückzulegen, warum sollte das dann nicht auch für das Tagesgeschäft zumutbar sein? Eine 24/7 regulär geöffnete Apotheke statt eine Handvoll Apotheken mit sehr eingeschränkten Öffnungszeiten plus umlaufendem Notdienst wäre tatsächlich eine Angebotsverbesserung!

Folge einer Konzentration auf weniger Apotheken wäre hier also erneut eine Zunahme der Versorgungsqualität.

Oder mal ganz anders argumentiert: es gibt mehr als 20.000 Apotheken in Deutschland. Nacht- und Notdienst wird wechselnd durchgeführt, im Schnitt sind gleichzeitig im Nachtdienst 1400 Apotheken geöffnet. Wenn also 1400 Apotheken die Notversorgung gewährleisten können, warum soll es dann 15mal soviele Apotheken für die Nicht-Notfälle bedürfen, um eine gute Versorgungsqualität sicherzustellen? Können nicht vielleicht auch beispielsweise 5.000 24/7-geöffnete Apotheken ein viel besseres Angebot liefern?

Hfappy\ Banbana


Hier in der Stadt gibt es Massen an Apotheken. Und viele halten sich schon seit Jahrzehnten. Das eine dicht gemacht habe ich hier noch nicht erlebt hat. Ich habe hier zu Fuß 4 Apotheken in schneller Erreichbarkeit. Weitere 3 Apotheken sind innerhalb von 5 Minuten mit der Straßenbahn zu erreichen. Hier haben 3 Apotheken inzwischen den Service (die 3 Apotheken gehören zusammen) das man über Wahtsapp das Rezept hinsimsen kann, seine Wunschaptheke angibt und dann eine Nachricht wann das Medikament abgeholt werden kann. Also spart man sich da auch mehrmals zu rennen. Einmal zum bestellen und einmal zum abholen.

SLchl>abberxmaul


Eine Reduzierung der Zahl der Apotheken bedeutet nicht nur nicht zwingend eine Verschlechterung der Versorgung, es ist vielmehr sogar eine Chance auf eine deutliche Verbesserung der Versorgungsqualität, gänzlich abseits von Internethandel!

Du möchtest also viele, viele Apotheken einfach schließen. Dann kann man auch viele Autowerkstätten, Bäckereien, Boutiquen, Kaufhäuser usw. ebenfalls schließen, und die Welt wäre inOrdnung. Super Idee!

EFhemali=gerV NuRtzer v(#3957x1)


Eine Reduzierung der Zahl der Apotheken bedeutet nicht nur nicht zwingend eine Verschlechterung der Versorgung, es ist vielmehr sogar eine Chance auf eine deutliche Verbesserung der Versorgungsqualität, gänzlich abseits von Internethandel!

Hier in dieser Stadt läßt sich beobachten, daß in den einzelnen Apotheken die Beratung der Patienten unterschiedlich gehandhabt wird: einerseits gibt es solche, die im Hinblick auf den Umsatz die Beratung so knapp irgend möglich handhaben, andererseits solche, wo dies als etwas ungemein Wichtiges angesehen wird, dies selbst dann, wenn sich dadurch eine kostengünstigere als die ursprünglich beabsichtigte Lösung eines Problems ergibt.

Im Falle einer deutlichen Reduzierung der Apotheken gegenüber dem derzeitigen Zustand geht es damit nicht nur allgemein um eine eventuelle Verschlechterung der Versorgung, sondern darüber hinaus um eine eventuelle Verschlechterung der Beratungstätigkeit.

lHeCrcQhenzLunge


Du möchtest also viele, viele Apotheken einfach schließen. Dann kann man auch viele Autowerkstätten, Bäckereien, Boutiquen, Kaufhäuser usw. ebenfalls schließen, und die Welt wäre inOrdnung. Super Idee!

die Zahl der "Autowerkstätten, Bäckereien, Boutiquen, Kaufhäuser usw." passt sich automatisch und ungeschützt der Marktlage an, dh. wenn es zuviele davon gibt, gehen die überflüssigen von selbst pleite, weil sie dem Markt ungeschützt ausgeliefert sind. Das ist bei Apotheken so nicht der Fall. Daher ist dieser Vergleich falsch.

Ganz abseits davon:

die Zahl der Autowerkstätten ist von 2001 auf 2014 von ca. 45.000 auf 33.000 gefallen.

die Zahl der Bäckerbetriebe ist von 1990 bis 2014 von 23.600 auf 12.600 gefallen.

die Zahl der Kaufhäuser hat sich seit 1995 halbiert, das "Kaufhaus-Sterben" ist jedem bekannt.

Trotz dieser dramatischen Einbrüche ist weder die Versorgung mit Kfz-Reparaturen, Brötchen noch Handelswaren irgendwie gefährdet. Die Welt wird also auch nicht untergehen, wenn die Apotheken aus ihrem Schutz entlassen werden und eine Marktbereinigung stattfindet, bei der die Hälfte oder auch drei Viertel der Bestandsapotheken schliessen müssen!

ooldiex48


Können nicht vielleicht auch beispielsweise 5.000 24/7-geöffnete Apotheken ein viel besseres Angebot liefern?

lerchenzunge

Unabhängig von der Branche kann ich nicht erkennen, warum der Rückzug der Geschäfte aus Wohnvierteln ein Plus wäre.

Sparkassen und Volksbanken etwa haben sich aus kleinen Orten verabschiedet. Kann jemand ein Beispiel bringen, dass die verbliebenen Geschäftsstellen eine bessere Qualität hätten?

Dem Kunden werden Fahrzeit und Fahrkosten auferlegt. Und das Argument "ich habe sowieso ein Auto" ist trügerisch, wenn am nächsten Tag argumentiert wird "ich brauche das Auto, weil hier keine Geschäfte (Kindergärten, Schulen, Ärzte, Behörden, ...) mehr sind".

Tlimba0tuku


SilkPearl

Schon 6 Seiten zu der Angst um Apotheken. Erstaunlich.

Bleib mal cool! ;-D Hier wurden auch schon mehr als 60 Seiten Wind produziert, wo es um noch viel weniger ging. ;-)

Twimb8atuxku


SilkPearl

Der nächste Faden bitte, für die notleidenden Buchhändler! {:( :-@

Dachte, zunächst sind die notleidenden Seidenperlen dran. ]:D

k!laagemazuexr


Bei uns im Ort ist eine regelrechte Apothekenschwemme. Ich frage mich, wie die alle existieren können. Es scheinen allesamt genügend Kunden zu bekommen.

Apotheken werden wohl nicht aussterben, denke ich mir mal. *:)

Echemalziger jNutzer 7(#573x797)


Weiß nicht, ob's schon jemand schrieb, denn alles hab ich nicht gelesen ... :=o

Es gibt ja auch Apotheken, die sich ein zusätzliches Standbein als Versandapotheke aufgebaut haben, aber (zumindest laut unserem Apotheker hier) nicht aus Existenznot vor Ort, sondern um noch mehr Asche zu machen ;-D (der ist wenigstens ehrlich!).

Also gewisse Einzelhändler haben's heute extrem schwer, schließen ja (vor allem auf dem Land) auch immer mehr Läden, aber ich glaube, Apotheken sind davon nicht betroffen. Man merkt's auch selbst, zumindest ich, egal wann ich in welcher Apotheke bin, ist immer eine Schlange von Leuten vor mir. Deutschland - ein Land der Kranken! ;-D

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