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Warum als Angehöriger im Krankenhaus das Zimmer verlassen?

IN7Z89 hat die Diskussion gestartet


Gibt es eigentlich einen vernünftigen Grund, weshalb ich als Angehöriger während der Visite nicht mit im Einzelzimmer bei meinem Angehörigen bleiben darf, wenn dieser das selbst wünscht und auch deutlich äußert? Oder auch wenn Zugänge gelegt oder sogar nur Blutdruck gemessen wird? Ich finde das immer wieder sehr ärgerlich und es sorgt für Stress beim Angehörigen, da dieser die Anwesenheit eigentlich wünscht. Aber das interessiert in vielen Krankenhäusern leider niemanden. Man komplementiert mich, entgegen dem Wunsch des Patienten, vor die Tür. Und erklären konnte es mir bislang irgendwie keiner. Über "Das ist hier halt so" oder "Das machen wir nicht anders" geht es leider nie hinaus.

Ich verstehe es ja im Zweibettzimmer meinetwegen, wenn der Zimmergenosse ebenfalls behandelt werden soll, aber was spricht im Einzelzimmer gegen meine Anwesenheit? Wenn's der Patient ausdrücklich wünscht? Wieso soll ich nicht zuhören und nicht zugucken? Bei mir (uns) schürt das ehrlich gesagt Misstrauen. Wir verstehen es einfach nicht. Habt ihr Antworten?

In manchen Krankenhäusern ist die Anwesenheit kein Problem. Das Personal dort konnte mir aber leider auch nicht erklären, weshalb sich die Kollegen anderswo stur stellen. Verstehen sie auch nicht, was dagegen spricht, wenn der Patient die Anwesenheit seines Angehörigen wünscht.

Antworten
Rth\elxia


Es hängt davon ab, was gemacht wird. Wenn ich nur den Blutdruck messe, schicke ich niemanden raus.

Sobald ich jedoch den Patienten in irgendeiner Art und Weise entkleiden müsste, sei es auch nur für die Bauchspritze, bitte ich die Angehörigen nach draußen. Das gleiche gilt für Gespräche, die etwas intimer sind.

Während Visite möchte der Arzt mit dem Patienten frei sprechen können, ohne auf die Schweigepflicht achten zu müssen.

Es gibt genügend Patienten, die sich nicht trauen, ihre Angehörigen vor die Tür zu schicken.

Aber muss der Partner/das Kind oder wer auch immer dabei sein, wenn der Patient z.B. zu seinen Ausscheidungen befragt wird? Nach seinem Sexualverhalten oder Substanzkonsum?

Ich denke nicht.

oVldie4x8


Während Visite möchte der Arzt mit dem Patienten frei sprechen können, ohne auf die Schweigepflicht achten zu müssen.

Rhelia

Sprechen da Patient und Arzt unter vier Augen? Falls nein, welche Berechtigung hätte dann der "Tross", dieses Gespräch zu belauschen?

P+lacebo_090x6


rhelia, ich geb dir grundsätzlich recht, allerdings: wenn der Patient ausdrücklich wünscht, dass der/die Angehörige mit dabei ist bei der Visite bin ich auch der Meinung sollte man diesem Wunsch nachkommen.

Notfalls kann man ja auch immer noch ankündigen, dass man evtl. etwas intimere Fragen stellen muss und ob diese dann ohne die Angehörigen besprochen werden sollen oder nicht ;-)

Bei uns im KH ists immer Arztabhängig wies gehandhabt wird..

Ich habs allerdings so gelernt bekommen, dass der Wunsch des Patienten zu akzeptieren ist, möchte der die Angehörigen dabei haben ist das absolut in Ordnung ;-)

c0ontBessa_xet


Ich denke, dass dann einfach mehr Ruhe herrscht, der Arzt sich besser konzentrieren kann ohne dass da irgendwie noch hibbelige Verwandschaft m Hintergrund wuselt, die dann vllt. noch reinredet.

Versteh mich nicht falsch, nichts gegen ein Gespräch als Angehöriger mit dem behandelnden Arzt, aber ich denke, dass das besser ist, wenn man da um ein separates Gespräch bittet und das nicht in der Zeit, in der noch zig andere Patienten auf ihre Visite warten. Was anderes ist es, wenn der Arzt selber sagt, dass man im Zimmer bleiben kann. Selbst dann würde ich die endgültige Entscheidung dem Patienten überlassen.

Ich würde meinen Angehörigen auch nicht unbedingt beim Wechseln von Drainagen ode Ausscheidungsbeuteln oder Verbandswechsel dabei haben wollen.

Blutdruck oder Temperatur wird bei uns aber auch "nebendran" gemessen, genau wie Medikamentenverteilung oder Essenausgabe.

cWontes9sa_xet


Ich schieb mal noch ein i hinterher :=o

M0Xonxe


Ich verstehe da die Aufregung (so kommt es rüber) nicht ..

Lässt du dich bei der Arbeit gern beobachten? Ich arbeite lieber ohne Publikum aber das sieht halt jeder anders ..

Dazu kommt noch das der Patient doch gar nicht weiß welche Informationen ausgetauscht werden, auch wenn der Patient sagt dass sie möchte dass der Angehörige da bleibt ist es immernoch nen Unterschied ob sie das genauso sehen würde wenn der Arzt Thema XY anspricht oder Diagnose XY zum besten gibt womit der Patient gar nicht gerechnet hat ..

Soll sich der Arzt bei jeder Frage nochmal rückversichern ob der Angehörige das wirklich hören soll?

Ich denke es ist teilweise einfach auch Vorsicht damit es nicht heißt der Arzt hätte seine Schweigepflicht nicht so genau genommen.

RVhe3lia


Ja, ein Arztgespräch ist ja grundsätzlich möglich. Aber meist nicht bei Visite. Bei uns muss der Patient dafür unterschreiben, dass er einerstanden ist.

Der "Tross" der bei der Visite dabei ist, gehört zum Behandlungsteam. Denen gibt der Arzt ja Anweisungen zur Behandlung. Wo muss da die Schweigepflicht sein? Die gilt gegenüber Personen, die nicht in die Behandlung eingebunden sind.

Ein Vier-Augen Gespräche findet außerhalb der regulären Visite auf Wunsch statt.

Grundsätzlich ist das aber in jedem Krankenhaus etwas anders

_lBlume_@die_DZweite


Und warum dürfen Mitpatienten diese Fragen mithören? Oder zugucken, wenn die Beutel getauscht werden? Wenn der Patient entkleidet wird?

dBanyaex87


Es gibt aber auch Menschen die sich nicht merken können was man ihnen in diesen Situationeen erzählt weil sie sehr schüchtern oder ängstlich sind. Da kann es dann hilfreich sein wenn ein Angehöriger dabei ist. Wäre es da nicht günstig einfach zu fragen wieso die Person dabei bleiben soll?

S'tuh%lbxein


Ich denke es ist teilweise einfach auch Vorsicht damit es nicht heißt der Arzt hätte seine Schweigepflicht nicht so genau genommen.

Vielleicht mögen manche Patienten auch gerne einen Zeugen bei dem Gespräch dabei haben und vielleicht mögen manche Ärzte genau das nicht. ;-D

Ich denke, da sollte der Wunsch des Patienten entscheiden und nicht irgendein "das machen wir hier eben so". Da muss schon eine bessere Begründung her, um gegen den Wunsch des Patienten zu entscheiden.

I'7x89


Aber muss der Partner/das Kind oder wer auch immer dabei sein, wenn der Patient z.B. zu seinen Ausscheidungen befragt wird? Nach seinem Sexualverhalten oder Substanzkonsum?

Ich denke nicht.

Entscheidet das nicht am besten der Patient selbst? Ich meine, es geht mir ja darum, was dagegen spricht, wenn es der Patient ausdrücklich wünscht. Meinetwegen kann man es im Sinne derer, die sich nicht trauen würden, ihre Angehörigen selbst rauszuschicken, so handhaben, dass man Anwesende üblicherweise bittet, den Raum zu verlassen. Aber wenn der Patient selbst dann einhakt und darum bittet, dass der Angehörige bleiben soll, was spricht dann dagegen?

Versteh mich nicht falsch, nichts gegen ein Gespräch als Angehöriger mit dem behandelnden Arzt, aber ich denke, dass das besser ist, wenn man da um ein separates Gespräch bittet und das nicht in der Zeit, in der noch zig andere Patienten auf ihre Visite warten

Verursacht aber im Grunde doppelt Arbeit. Ob das Sinn der Sache ist?

Ich würde meinen Angehörigen auch nicht unbedingt beim Wechseln von Drainagen ode Ausscheidungsbeuteln oder Verbandswechsel dabei haben wollen.

Du nicht, andere schon. Was spricht dann dagegen? Natürlich bei jedem halt so wie gewünscht.

Ich versteh's einfach nicht ":/

Ich verstehe da die Aufregung (so kommt es rüber) nicht ..

Na ja, der Patient leidet halt darunter. Er ist stark verunsichert und verweigert deshalb z.B. die Einweisung in manche Kliniken. Dabei wär's so einfach, wenn man uns auf ausdrücklichen Wunsch des (ängstlichen, nervösen) Patienten (der sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat, was den Behandlern auch stets bekannt ist) gestatten würde, als Angehörige in solchen Situationen anwesend sein zu dürfen.

Lässt du dich bei der Arbeit gern beobachten?

Wenn jemandem daran gelegen wäre, hätte ich kein Problem damit.

Dazu kommt noch das der Patient doch gar nicht weiß welche Informationen ausgetauscht werden, auch wenn der Patient sagt dass sie möchte dass der Angehörige da bleibt ist es immernoch nen Unterschied ob sie das genauso sehen würde wenn der Arzt Thema XY anspricht oder Diagnose XY zum besten gibt womit der Patient gar nicht gerechnet hat ..

Soll sich der Arzt bei jeder Frage nochmal rückversichern ob der Angehörige das wirklich hören soll?

Ich denke, es würde reichen, das vorab zu klären, also eben klar zu stellen, dass entweder "alles oder nichts" besprochen wird und dass der Patient damit einverstanden sein muss, was er im vorliegenden Fall definitiv ist. Es liegen auch entsprechende Verfügungen vor, die uns Angehörigen volles Informationsrecht einräumen und die Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbinden. Das ist also nicht das Problem.

m6ari>p`osxa


Gibt es eigentlich einen vernünftigen Grund, weshalb ich als Angehöriger während der Visite nicht mit im Einzelzimmer bei meinem Angehörigen bleiben darf, wenn dieser das selbst wünscht und auch deutlich äußert?

Gegenfrage: Warum soll ein Angehöriger (oder ein anderer Besucher) bei der Visite dabei sein? Ich finde es schon ein Unding, dass der Besucher nicht von alleine den Raum verlässt. Das Krankenhaus-Personal ist also bei der Arbeit, und ihre volle Aufmerksamkeit ist auf den Patienten konzentriert. Beratende Gespräche für Angehörige gehören da nicht hin, dafür kann man sich Termine holen.

Im übrigen sind nicht alle Besucher stumme Zeugen, sondern wollen auch gerne mitdiskutieren und wissen vieles besser. Das weiß man aber nicht vorher, und daher werden oft Besucher grundsätzlich herausgebeten. Ich kenne es so, dass in der Notaufnahme ein Begleiter bei der Untersuchung dabei sein darf.

Eine Bekannte ist Physiotherapeutin in einer Klinik, und auch sie schickt Besucher nun grundsätzlich zum Kaffeetrinken, wenn eine Behandlung ansteht. Sie hat keine Lust mehr auf überflüssig Anwesende, die den Patienten ablenken, dauernd quatschen und sich alle möglichen Griffe erklären lassen wollen.

myarihp-os6a


Es liegen auch entsprechende Verfügungen vor, die uns Angehörigen volles Informationsrecht einräumen und die Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbinden. Das ist also nicht das Problem.

Aber in einer Klinik seid nicht ihr die Herren des Verfahrens.

II7889


Gegenfrage: Warum soll ein Angehöriger (oder ein anderer Besucher) bei der Visite dabei sein?

Weil der Patient aufgrund traumatischer Erfahrungen stark verunsichert ist und es so wünscht.

Beratende Gespräche für Angehörige gehören da nicht hin, dafür kann man sich Termine holen.

Darum geht es auch nicht, sondern um die mentale Unterstützung des Patienten. Es geht nur darum, anwesend sein zu dürfen, weil der Patient einen Vertrauten an seiner Seite "braucht".

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