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Warum als Angehöriger im Krankenhaus das Zimmer verlassen?

SPt5uh?lbexin


Im übrigen sind nicht alle Besucher stumme Zeugen, sondern wollen auch gerne mitdiskutieren und wissen vieles besser.

Das lässt sich bei Patienten auch nicht ausschließen. ;-)

M(Xonxe


Und warum dürfen Mitpatienten diese Fragen mithören?

Wenn der Patient etwas dagegen hat muss er dies mitteilen .. Die gängige Praxis ist das man den Mitpatienten mithören läßt weil man ja auch seine Interna's mitbekommt ..

Allerdings wird man dann auch damit Leben müssen selbst seinen Hintern zu einem "diskreten" Ort zu bewegen .. Die werden den Mitpatient sicher nicht dafür rausschicken.

Oder zugucken, wenn die Beutel getauscht werden?

Also ich weiß nicht mit welchen Patienten ihr so zusammenliegt aber bei "intimen" Checks aufm Zimmer hat nie ein Mitpatient mitgeguckt sondern sich dezent umgedreht oder Zeitung gelesen ..

Ich denke, da sollte der Wunsch des Patienten entscheiden und nicht irgendein "das machen wir hier eben so". Da muss schon eine bessere Begründung her, um gegen den Wunsch des Patienten zu entscheiden.

Versteh mich bitte nicht falsch aber ich kann diese "Forderungs" Mentalität (die öfters als "Wunsch Äußerung" bezeichnet wird) nicht verstehen .. Ein Krankenhaus ist ein Unternehmen, die haben ihre Handlungsabläufe und Regeln .. Ich als Kunde muss mich doch danach richten, hab ich damit nen Problem kann ich doch in nen anderes Krankenhaus gehen ..

Es gibt genauso Patienten die ihren Angehörigen nicht klarmachen können dass sie gern allein mit dem Arzt sprechen wollen, sei es aus Schüchternheit oder einfach weil sie von den Angehörigen auch bedrängt werden.

Ich für meinen Teil bin dankbar dafür dass meine Angehörige rausgeschickt werden weil sie dazu neigen viel zu hinterfragen und vieles einfach zu überdramatisieren. Oft kommt es auch vor dass sie dem Arzt dann Fragen stellen die schon längst mit mir besprochen wurden ..

Ich hingegen Vertrau den Ärzten, lasse den freie Hand und bin Zufrieden mit den bündigen Informationen die mir gegeben werden und ich fahr damit ziemlich gut.

I178x9


Es liegen auch entsprechende Verfügungen vor, die uns Angehörigen volles Informationsrecht einräumen und die Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbinden. Das ist also nicht das Problem.

Aber in einer Klinik seid nicht ihr die Herren des Verfahrens.

Ich wollte damit ja nur sagen, dass der Aspekt "Schweigepflicht" in dem Fall kein wirkliches Argument ist, weil wir als Angehörige im Anschluss sowieso sämtliche Informationen über den Gesundheitszustand und die Behandlung einholen können. Und das ist vom Patienten auch ausdrücklich so gewünscht.

Ich finde es halt schade, dass man da in manchen Kliniken kein Stück bereit ist, auf den Patienten zu zu gehen. Wenn es um dessen Wohl ginge, dürfte es ja kaum im Interesse sein, dass eine Behandlung daran scheitert.

mSariDposea


Weil der Patient aufgrund traumatischer Erfahrungen stark verunsichert ist und es so wünscht.

Wünschen kann man viel. Bei einer Visite steht die Beratung der Ärzte im Vordergrund, der Chef- oder Oberarzt lässt sich informieren und stellt evtl Fragen zu Behandlung etc.

Oder ist der Patient ein Kind? Das ist natürlich etwas anderes.

mpari+posxa


Ich finde es halt schade, dass man da in manchen Kliniken kein Stück bereit ist, auf den Patienten zu zu gehen.

Kein Stück bereit...? Nun mach mal einen Punkt. Kennst Du den Arbeitsanfall von Ärzten in Kliniken?

M|XDone


@ I789

Na ja, der Patient leidet halt darunter. Er ist stark verunsichert und verweigert deshalb z.B. die Einweisung in manche Kliniken. Dabei wär's so einfach, wenn man uns auf ausdrücklichen Wunsch des (ängstlichen, nervösen) Patienten (der sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat, was den Behandlern auch stets bekannt ist) gestatten würde, als Angehörige in solchen Situationen anwesend sein zu dürfen.

Medizin ist oft Verbunden mit Dingen unter denen man leidet. Da muss man dann eher den Patienten ansich sensibilisieren statt die Ärzte zu kritisieren .. Da sollte man schon darauf Vertrauen dass es gute Gründe gibt warum die Ärzte dies so wollen .. Und ich glaub nicht das es deshalb ist um mögliche Zeugen zu dezimieren.

Ich denke, es würde reichen, das vorab zu klären, also eben klar zu stellen, dass entweder "alles oder nichts" besprochen wird und dass der Patient damit einverstanden sein muss, was er im vorliegenden Fall definitiv ist. Es liegen auch entsprechende Verfügungen vor, die uns Angehörigen volles Informationsrecht einräumen und die Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbinden. Das ist also nicht das Problem.

Die Ärzte und Schwestern sind aber auch stark überlastet, nicht zuletzt durch den Personalmangel. Wenn man immer vorab besprechen muss ob alles oder nichts besprochen werden darf dann ist dies ein nicht zu unterschätzender Zeitfaktor. Zumal Angehörige bei der Visite (ich sprech aus eigener Erfahrung) immer bedeutet: Mehr Fragen .. Und das kostet Zeit .. Klar kann man sagen die Zeit muss sich genommen werden .. Aber in der Praxis sieht es ganz anders aus denn die Visiten müssen durchgeführt werden und es ist ja nicht so das die Ärzte nur das an einem Arbeitstag zu erledigen haben ..

j us*tX_nloTokxing?


Ich verbringe ja (als Besucherin) in letzter Zeit reichlich Zeit im KH und muss sagen, ich wurde bisher nur während der Visite durch den Primar rausgeschickt. Ansonsten war ich immer anwesend, wurde zum Teil auch mit einbezogen nachdem ich gefragt wurde ob ich helfen würde (wenns Oma recht ist). Und ja, ich habe da im letzten halben Jahr mehr Körperteile meiner Oma gesehen als unbedingt nötig gewesen wäre, aber sie hat sich immer gefreut wenn ich geholfen habe statt einer fremden Person. Auch hat sie mich schon gebeten bitte nachzusehen wie voll jetzt der Urinbeutel wäre. Und ja, auch das hätte ich mir noch vor einem Jahr niemals denken können, dass meine Oma mich das fragen würde, aber Situationen ändern sich.

Wobei ich da schon auch sagen muss, ich bin meistens alleine bei ihr, also kein "Familienauflauf" während verschiedenen Untersuchungen usw. das könnte auch etwas ausmachen, dass ich deshalb nicht raus geschickt werde, weil ich notfalls still und leise da sitze und warte.

Die Schwestern (und Pfleger - in Klammer deshalb weil ich davon erst einmal einen gesehen habe) wissen zB auch, dass ich "mit" ihnen arbeite, also meine Oma zum Trinken animiere, die getrunkene Menge auch vermerke (so das Protokoll offen herum liegt, sonst sag ichs beim Rausgehen an der Station), wenn mir gesagt wird dass sie den gesamten Tag außer den Tabletten noch nichts festes im Magen hat daran arbeite das zu ändern,...

OFraxngeOCanyoxn


Aber in einer Klinik seid nicht ihr die Herren des Verfahrens.

Das magst du so sehen, aber rechtlich gesehen, steht es dem Patienten zu, einen Angehörigen durchaus bei der Visite dazu zu holen.

Genauso wie es dem Patienten in einem Mehrbettzimmer zusteht, nach einer Visite in einem Behandlungsraum zu verlangen um seine Intimsphäre zu wahren und ebenso steht es dem Patienten zu, alle Mitglieder des Teams, ausser dem behandelndem Arzt, aus dem Zimmer zu schicken....auch das fällt unter das "Recht auf Schutz der Intimsphäre".

KRadhEidya


Beratende Gespräche für Angehörige gehören da nicht hin, dafür kann man sich Termine holen.

Darum geht es auch nicht, sondern um die mentale Unterstützung des Patienten.

Das weiß der Arzt aber vorher nicht, ob jemand nur mentale Unterstützung geben will oder aufdringlich ist und dazwischen babbelt.

Ij78w9


Kein Stück bereit...? Nun mach mal einen Punkt. Kennst Du den Arbeitsanfall von Ärzten in Kliniken?

Ja, kenne ich, durch Ärzte in der Schwiegerfamilie. In den Kliniken, in denen diese tätig sind, ist es auf Wunsch des Patienten z.B. überhaupt kein Problem, dass Angehörige anwesend bleiben. Wenn die Anwesenheit eines Angehörigen Schwierigkeiten verursacht, kann man ja auch immer noch darüber sprechen und sagen, dass es so nicht geht (wenn z.B. zu viele Fragen gestellt und die Ärzte bei ihrer Arbeit durch den Angehörigen gestört werden). Aber warum wird teilweise so wenig Bereitschaft gezeigt (und ja, in manchen Kliniken eben "kein Stück", das ist Fakt, mehrfach erlebt) auf die Gefühle eines ängstlichen, traumatisierten Patienten Rücksicht zu nehmen? Man könnte es doch wenigstens einmal probieren und schauen, ob es überhaupt zu Schwierigkeiten im Ablauf kommt. Würde es in dem Fall nämlich nicht, weil es einfach nur darum geht, an der Seite des Patienten bleiben zu dürfen. Mehr nicht. Ein Angehöriger, der einfach nur ruhig neben dem Bett des Patienten steht, dürfte doch niemanden stören. Und wenn doch, frag ich mich eben wieso.

R7heQlia


Wenn ein Patient traumatisiert ist und ausdrücklich die Anwesenheit eines Angehörigen wünscht, kann man das ja klären. Und sehen, ob sich das Behandlungsteam darauf einlässt. Trotz allem ist es aber auch da nicht in jeder Situation möglich.

Bei Kindern und Jugendlichen ist sowieso meist ein Elternteil dabei.

Ich arbeite zwar in der Pflege, bin aber als Patient ein echter Hasenfuss. Auch ich habe, soweit es möglich ist, gerne meinen Mann an meiner Seite. Wenn dies aber nicht gewünscht ist, muss ich mich damit arrangieren.

Aber man muss auch sehen, wie unglaublich schwer es einen die Angehörigen machen können.

Denn, wie schon erwähnt, sitzen die wenigsten einfach dabei, sondern haben nur eben kurz mal ne Frage.

Ich kann mich darum aber nur begrenzt kümmern, da noch 40 andere Patienten auf mich warten, inklusive weitere 30 Angehörige, wenn ich Pech habe. Wie soll man den Patienten dann noch adäquat versorgen?

Das geht nur nebenbei, man wird abgelenkt, ist unkonzentriert.

Und es ist unvorstellbar, was Angehörige manchmal meinen besser zu Wissen, was sie beobachtet oder gehört haben wollen, welche Vorwürfe man zu hören bekommt. Dem will man sich nicht ständig aussetzen. Es sind nicht alle Angehörige so, aber es wird zunehmend, dank Dr. Google. Da wird auf einmal jeder zum Pfleger oder Arzt.

Das hört sich jetzt zynisch an, ist aber leider manchmal so schlimm, dass sich der Patient selbst in Grund und Boden für seinen Angehörigen schämt.

I5798x9


Da sollte man schon darauf Vertrauen dass es gute Gründe gibt warum die Ärzte dies so wollen ..

Ja wenn sie uns in dem Fall jemand nennen könnte :-/ Wir verstehen es halt nicht.

Das weiß der Arzt aber vorher nicht, ob jemand nur mentale Unterstützung geben will oder aufdringlich ist und dazwischen babbelt.

Wir teilen den Ärzten den Hintergrund aber jedes Mal mit und trotzdem sind einige nicht bereit, es wenigstens zu versuchen. Man könnte uns, im Sinne des Patienten, bevor die Behandlung deshalb komplett platzt, doch wenigstens einmal die Möglichkeit einräumen und schauen, wie es läuft. Wenn wir dann dazwischen brabbeln und die Ärzte sonstwie bei ihrer Arbeit behindern, dürfen sie uns gerne hochkant rauswerfen. Aber wieso ist die Bereitschaft, wenn der Patient ausdrücklich darum bittet und ja auch erklärt, worum es ihm dabei geht, so gering? Ich finde das wirklich schade, weil es dem Patienten echt helfen würde. Aber wenn man lieber hinnimmt, dass sich derjenige gegen ärztlichen Rat entlassen lässt und auf eine Behandlung verzichtet, dann glaub ich halt nicht so recht daran, dass es da wirklich um das Wohl des Patienten und seine optimale Behandlung geht.

I~ngeJfaerva


Arzt/Ärztin zu sein ist ein Dienstleistungsberuf, auch wenn manche sich das nicht klar machen.

K0adhiidyxa


Arzt/Ärztin zu sein ist ein Dienstleistungsberuf, auch wenn manche sich das nicht klar machen.

Vielleicht weil er zu den Kammerberufen / Freien Berufen zählt?

Ein Arzt, der mich gesund macht, hat seine Dienstleistung erbracht.

Als ich mal die Telefonnummer meiner neuen Hausärztin im Internet suchte, kam ich auf eine Ärzte-Bewertungsseite, wo ich nach Abschreiben der Telefonnummmer kurz gelesen habe. Ich konnte gar nicht verstehen, dass sie als unfreundlich bezeichnet wurde von einer Bewertung.

Später fiel mir dann auf: sie hat mich noch kein einziges Mal gefragt, ob ich Haustiere habe oder ob ich nach dem Umzug meine Freunde / Familie vermisse.

Na und? Sie behandelt kompetent meine Krankheiten, also hat sie für ihre "Dienstleistung" erbracht.

Ärzte sind in erster Linie zur Behandlung von Krankheiten und akuten Dingen da, das scheinen die meisten Menschen zu vergessen.

M}X/oHne


Man sollte Dienstleister nicht mit Sklaven verwechseln .. Dienstleister haben das Recht ihre Dienstleistung so zu erbringen wie es für richtig halten .. Wenn dann Patienten nicht mehr wiederkommen müssen se damit halt Leben ..

Und ich finde trotz der sehr angespannten Lage durch Personalmangel, schlechter Bezahlung und Stress erbringen Ärzte hier eine sehr gute Dienstleistung .. Aber es gibt halt Patienten die Krankenhausaufenthalte mit 4 Sterne Hotelaufenthalte verwechseln bei denen das Personal aufs Hinternkriechen gedrillt wurde ..

War oft genug letzte Zeit im Krankenhaus und wenn ich mal betrachte wie wenig den Schwestern mal gedankt wurde und wie die Mitpatienten über die Schwestern reden wenn die aus dem Zimmern gingen dann kann ich nur den Kopf schütteln ..

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