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Warum als Angehöriger im Krankenhaus das Zimmer verlassen?

OzrangeOCanyoFn


Ich bin ehrlich schockiert, wie leichtfertig hier Patientenrechte, welche bei Missachtung strafrechtlich geahndet werden können, umgegangen wird.

Wobei Schweigepflicht und Datenschutz für sich allein definitiv als Begründung ausreichen sollten.

Das ist aber nicht gegeben, wenn der Patient möchte, dass ein Angehöriger dabei ist, damit hebt er die Schweigepflicht ja willentlich auf: Anderen Personen – auch Angehörigen und Seelsorgern – darf der Gesundheitszustand eines Patienten nur dann offenbart werden, wenn es seinem Willen entspricht. Dieser Wille kann ausdrücklich erklärt werden oder den Umständen zu entnehmen sein.

Es gibt aber eben nicht nur den EINEN Patienten, sondern mehrere. Wenn in einem 2er-Zimmer BEIDE Patienten Angehörige bei der Visite dabei haben wollen, dann haben wir ein Datenschutzproblem.

Das würde jeden anwesenden Patienten im Zimmer mit einschliessen.

Aber beim TE sowieso hinfällig, da Einzelzimmer und eine Verfügung zur Entbindung der Schweigepflicht ja vorliegen.

Schade finde ich, dass immer mehr die Tendenz, Regeln nicht zu akzeptieren, für Probleme sorgt.

Regeln, die sich innerhalb rechtlicher Grenzen bewegen ja, aber Regeln können keine Rechte aufheben.

Das ist ungefähr so, als würde die Lufthansa die Regel aufstellen, dass Mitarbeiter nicht streiken dürfen.

Das wird vor keinem Gericht halten.

Ich bin mir nicht sicher, ob das, was ich sagen will, hier auch so ankommt. Ich verstehe durchaus, dass es im Alltag nicht immer so einfach zu leben ist, aber hier kommt es so für mich rüber, als wären die Rechte des Patienten garnicht existent und das ist eben nicht der Fall. Und genau so wird es und das ist mein persönlicher Eindruck, dann auch gegenüber dem Patienten vermittelt....."Sie sind Patient, sie haben keine eigene Meinung zu haben und schon garnicht haben sie irgendwelche Rechte!"

Und nur um mich nicht falsch zu verstehen......ich bin überzeugt davon, dass ein großer Teil der Patienten massiv anstrengend ist mit all Ihren Sonderwünschen, Befindlichkeiten und dem Dr. Google Nichtwissen und auch davon, dass Personal überarbeitet und genervt ist......kann ich alles sehr gut verstehen und nachvollziehen. Aber mir fehlt hier einfach oft die Differenzierung. Nicht jeder Patient, der einen Wunsch äussert oder eine Behandlung hinterfragt ist ein Arsch und nicht jeder Patient, der nichts hinterfragt, ist super, weil pflegeleicht.

D#ieKruHemi


Ich bin ehrlich schockiert, wie leichtfertig hier Patientenrechte, welche bei Missachtung strafrechtlich geahndet werden können, umgegangen wird.

Gib doch bitte dazu mal die Quelle an, dass es gesetzlich geregelt ist, dass Angehörige bzw eine Person der Wahl des patienten bei jedem Gespräch dabei sein dürfen. denn nur Gesetzesverstöße sind strafrechtlich verfolgbar, manches allerdings eher zivilrechtlich (Schadenersatzansprüche bei Behandlungsfehler etc)

P+lacebgo0L90x6


oh mann :(

Hallo Leute? Würdet ihr wollen, dass mit euch so umgegangen wird? Würdet ihr wollen, dass euer ausdrücklicher Wunsch das ein Angehöriger dabei ist einfach mal so abgetan wird? (und jetzt geht einfach mal davon ihr würdet aus welchen Gründen auch immer genau das wollen!)

Beim TE geht's letztlich "nur" um die Visite.. aber wenn da jemand möchte das ein Angehöriger (bzw. eigentlich korrekt gesagt ein Nahestehender, weil ein Nahestehender muss ja nicht gleich verwandt sein) dann ist das so und das ist zu akzeptieren und ernstzunehmen.

Wer bin ich denn meinem Patient was zu verbieten, aber hallo..

Ich möchte das der Patient so gut es geht versteht warum wir gewisse Dinge untersuchen, gewisse Behandlungen durchführen usw. Wenn es für den Patienten hilfreich ist jemanden an seiner Seite zu haben dem er vertraut, kann es für mich sogar zum Vorteil sein, weil die Compliance des Patienten steigt..

Ich versteh echt nicht wie man aus so einer Mücke einen Elefanten machen kann.. ":/

Und ich kann nur hoffen, dass die "neue" Generation von Ärzten jetzt durch ihre Ausbildung gewisse Dinge anders handhaben werden. und auch unter Stress, nach 24 Stunden Dienst, Unterbesetzung usw. immer noch den Menschen ganzheitlich sehen können und seine Bedürfnisse wahrnehmen und ernst nehmen..

Obwohls ja anscheinend nicht "nötig" ist das sich wirklich viel verändert, weil der Großteil hier ja eh der Meinung ist, was der Arzt sagt gilt. Und wenn der Arzt sagt: Angehörige raus, dann ist das eben Gesetz!… :|N

(und das soll jetzt bitte weißgott nicht heißen alle Ärzte die jetzt schon tätig sind und evtl. älteren Generationen angehören wäre im Bezug auf den Patienten alle ungehobelt und würden die Wünsche nicht wahrnehmen.. bitte nicht falsch verstehen! ich kenne wirklich ganz viele ganz ganz tolle Ärzte die das auch ohne der jetzt üblichen Ausbildung für solche Sachen wirklich perfekt lösen :)^ ) Eh schade das überhaupt eine Ausbildung für so was nötig ist.. sollte doch eigentlich selbstverständlich sein..

O>ranigFeCan*yon


Gib doch bitte dazu mal die Quelle an, dass es gesetzlich geregelt ist

zu finden auf seite 3 in diesem thread

DvieK&ruexmi


zu finden auf seite 3 in diesem thread

eine Charta der Gesundheitsministerkonferenz von 1999, die jedoch nicht in Gänze Einzug hielt in das Patientenrechtegesetz von 2013. Nix mit strafrechtlicher Verfolgung, wenn ein unsensibler Arzt gegen den Wunsch des Patienten einen Angehörigen rausschickt.

olldoie4x8


Beim TE geht's letztlich "nur" um die Visite.. aber wenn da jemand möchte das ein Angehöriger (bzw. eigentlich korrekt gesagt ein Nahestehender, weil ein Nahestehender muss ja nicht gleich verwandt sein) dann ist das so und das ist zu akzeptieren und ernstzunehmen.

Placebo0906

Sind Krankenhäuser so etwas ähnliches wie Gefängnisse?

Ich erinnere mich, dass es ehemals bestimmte "Besuchszeiten" gab. Lange hatte ich nichts mit diesen Institutionen zu tun und nun muss ich lesen, dass den unschuldig Inhaftierten das Recht verwehrt wird, einen Beistand an ihrer Seite zu haben.

Da sind ja Gerichtsverfahren noch humaner.

O^ra&nge0Caxnyon


Das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesjustizministerium werden als Quelle hoffentlich reichen.

Zumal die Charta auf Gesetzen und Richterurteilen beruht und sie sich ganz sicher niemand aus den Fingern gesaugt hat.

Aber du hast recht, strafrechtlich geht da nix.

Ändert aber nichts daran, dass dieses Recht dem Patienten zusteht.

JxunoG-SIophxia


Hallo,

ich war schon bei unzähligen Visiten dabei und (zumindest bei uns) war es nie ein Problem, wenn die Angehörigen dabei sein wollten Im Gegenteil, die Oberärzte warteten sogar extra, bis die Angehörigen vom einen Patienten draußen und die anderen wieder reingekommen waren.

Es sei denn, der Patient selber wollte es nicht, dann wurden alle Angehörigen rausgeschickt.

Und ich habe Angehörige auch beim Blutabnehmen oder Zugang legen nicht aus dem Zimmer gebeten.

Nur einmal, bei einem Türken. Der hatte bestimmt zehn Personen zu Gast und es war einfach kein Platz mehr im Raum, da mussten ein paar raus.

Aber vielleicht wird es bei uns an der Uniklinik auch entspannter gesehen als anderswo, ich weiß es nicht.

Ptla cebBo0906


Sind Krankenhäuser so etwas ähnliches wie Gefängnisse?

Ich erinnere mich, dass es ehemals bestimmte "Besuchszeiten" gab. Lange hatte ich nichts mit diesen Institutionen zu tun und nun muss ich lesen, dass den unschuldig Inhaftierten das Recht verwehrt wird, einen Beistand an ihrer Seite zu haben.

Da sind ja Gerichtsverfahren noch humaner.

oldie48

Ich glaube du hast meinen Beitrag falsch gelesen, bzw. kommt mir vor du hast einfach eine Aussage aus meinem Text herausgerissen und anders interpretiert..

Oder ich verstehe deinen Beitrag falsch was auch sein kann, dann entschuldige ich mich schonmal.

Ich bin nämlich absolut der Meinung das auf Wunsch des Patienten die Angehörigen/Nahestehend dabei sein können bei der Visite ;-)

Und das eben der Wunsch des Patienten sehr wohl ernstgenommen werden soll und muss..

dein Gefängnisbeispiel find ich recht gut: wir sind ja letztendlich keine Gefängniswärter als Ärzte ;-)

M?axdame C'harenxton


ich war schon bei unzähligen Visiten dabei und (zumindest bei uns) war es nie ein Problem, wenn die Angehörigen dabei sein wollten Im Gegenteil, die Oberärzte warteten sogar extra, bis die Angehörigen vom einen Patienten draußen und die anderen wieder reingekommen waren.

kommt aber stark auf die Station an, auf einer Neuro- Klassestation funktioniert das so,

aber auf einer Geriatrie mit 30 Betten (auch Uniklinik übrigens) werden die Angehörigen meist rausgeschickt da die Visite sonst ewig dauern würde (4er Zimmer), und sowas den ganzen Betrieb aufhält.

ich habe übrigens noch nie erlebt dass ein Patient auf die Anwesenheit eines Angehörigen besteht, es waren immer die Angehörigen selbst die dabei sein wollten.

JXuno-S,oxphia


@ Madame Charenton

es waren vor allem die Inneren-Stationen, auf denen es so war, egal ob Vier-Bett-Zimmer oder nicht.

PFlaicebso090x6


Es gibt Unterschiede zwischen den Stationen, den Krankenhäusern und den Ärzten, sieht man hier ja eh recht gut anhand vieler Beispiele.

Aber es sollte diese Unterschiede eigentlich nicht geben ;-) Vorallem nicht in der Form, dass einem Patienten sein expliziter Wunsch einfach verweigert wird..

Wenn ein Patient den Angehörigen wirklich dabeihaben will soll das möglich sein, egal wo.. egal ob Klasse-Station oder Normalstation, egal ob Neuro, Chirurgie, Geriatrie oder sonst wo ;-)

Und ich persönlich habs schon erlebt das um die Anwesenheit von Angehörigen seitens des Patienten gebeten wurde.. und das nicht nur einmal ;-)

Aber grundsätzlich: großteils ist nicht der Fall, dass es explizit gewünscht wird und dann ists ja auch kein Problem wenn die Angehörigen raus gehen solange.. geht nur eben hier in dem Thread ja auch darum wenn der Wunsch da ist und dann die Möglichkeit verweigert wird (zumals beim TE sogar ein Einzelzimmer ist, und es nur um die Anwesenheit geht und nicht um ein ärztliches Gespräch mit Anwesenheit der Angehörigen.. sondern nur die sonst auch stattfindende stink normale Visite ;-) )

_KSandedorxn_


Falls es wirklich eine gesetzliche Regelung gibt, dann denke ich, dass sie beachtet werden sollte.

Rechte schützen auch vor willkürlichem Umgang: Ich möchte nicht auf meinen guten Draht zum Arzt oder auf meine Sympathiepunkte bei den Pflegenden angewiesen sein, um vielleicht zu bekommen, was ich brauche. (Angenommen, ich bräuchte den Beistand eines Angehörigen bei ärztlichen Gesprächen.)

Ich finde es gut, dass es solche Rechte gibt. Das sind Spielregeln, auf die man sich berufen kann, wenn man sich nicht einig ist, und dann ist eine unkomplizierte Lösung da.

Was nicht heißt, dass man jedes Recht auch wahrnehmen muss. Man kann sich als Patient ja durchaus der Klinik anpassen. Bloß.... was Personen benötigen, ist subjektiv, und ich fände es gut, wenn der Patient das entscheidet und nicht jemand anders.

S4ilber^mondauxge


Angehörige müssen das Zimmer verlassen wegen SCHWEIGEPFLICHT aber die anderen Patienten (ich habe noch 6~Bett~Zimmer erlebt) nicht. Schon merkwürdig.

Ich persönlich hatte mal ein kurzes Gespräch mit einem Arzt(keine unpersönliche Visite) da waren zwei Kolleginnen dabei, die wurden nicht rausgeschickt.

S5chl<ab2ber[maul


In der Diskussion vermisse ich die Unterscheidung, um welchen Anghörigee (z. B. Ehepartner) es sich handelt. Bei meinen Aufenthalten konnte meine Frau während der Visite immer anwesend bleiben (Eintelzimmer).

Auch als meine 80+-jähige Schwiegermutter im Krankenhaus lag, konnte meine Frau und/oder ich ebenfalls anwesend sein, wir wurden aber für die Visite der Mit-Patientin hinausgeschickt.

Ist der "Angehörige" aber ein Großcousin oder sonst ein entfernter Verwandter oder irgend ein Nachbar oder Kollege, dann haben diese bei der Visite selbstverständlich nichts verloren.

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