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Warum als Angehöriger im Krankenhaus das Zimmer verlassen?

IbngCefajera


Es geht hier aber ja darum, dass der Patient die Anwesenheit ausdrücklich wünscht. Da ist es auch egal, ob es "nur" die Nachbarin ist, wenn der Patient z. B. keine nahen Verwandten hat.

Da der Patient es ausdrücklich wünscht, ist es auch keine Frage der Schweigepflicht.

Shufnfl$owe9r_7x3


Ich möchte zudem deutlich betonen, dass gegen den EXPLIZITEN WUNSCH eines Patienten wenig einzuwenden ist und (wenn es aus div. organisatorischen Gründen nicht geht, bspw. tyrannischer Chefarzt und die hochheilige wöchentliche Chefvisite) halt Lösungen gefunden werden MÜSSEN.

Mir geht es nicht um das Widersetzen bei einem ausdrücklich Wunsch. Aber darum, dass im NORMALFALL (ohne Wunsch) ständige Angehörigenanwesenheit (und hier finde ich den Einwurf von Schlabbermaul wichtig: Um WEN handelt es sich?) auch einfach zu viel sein kann für alle.

@ Oldie:

Selbst in Hotels, wo man freiwillig Urlaub macht, gibt es Regelungen wie An- & Abreisezeiten. Ist das auch Knast? Und was die guten alten Besuchszeten angeht: Die waren vielleicht zu knapp. Aber ich habe mir schon etliche Mal bei meinen zahlreichen OP's gewünscht, dass manche Angehörige einfach mal RÜCKSICHT auf Mitpatienten nehmen würden. Da wird gelämrt, in großer Meute besucht, man verlässt nicht das Zimmer (obwohl der Besuchte fit genug ist, derMitpatient aber frisch operiert). Und nein, ich rede nicht von Mitbürgern mit Migrationshintergrund. Da kommt es zwar auch vor, aber die reagieren auf nette Bitten dann oft menschlicher als so mancher Deutsche. Ich habe meine Ma ein Mal gegen 20h besucht und die beiden Mitpatientinnen direkt gefragt, ob es stört. Ganz freundlich. Der einen ging's nicht gut und wir sind dann auch aus dem Zimmer gegangen. Aber DAS Verständnis, die Rücksichtnahme zeigen viele andere Besucher nicht. Wie herrlich waren da Besuchszeiten (die auch durchaus dehnbar waren).

Im789


Ist der "Angehörige" aber ein Großcousin oder sonst ein entfernter Verwandter oder irgend ein Nachbar oder Kollege, dann haben diese bei der Visite selbstverständlich nichts verloren.

Wieso? ":/ Wenn's der Patient so wünscht, weil der Großcousin oder Nachbar nun mal sein engster Vertrauter (bester Freund) ist? Ich verstehe nicht, was dann dagegen spricht.

_iSand<dornx_


Erster Satz der Eröffnungsbeitrags:

Gibt es eigentlich einen vernünftigen Grund, weshalb ich als Angehöriger während der Visite nicht mit im Einzelzimmer bei meinem Angehörigen bleiben darf, wenn dieser das selbst wünscht und auch deutlich äußert?

Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es nur darum, und nicht um Anwesenheit der Angehörigen im Allgemeinen.

SschXlabqberxmaul


Gibt es eigentlich einen vernünftigen Grund, weshalb ich als Angehöriger während der Visite nicht mit im Einzelzimmer bei meinem Angehörigen bleiben darf, **wenn dieser das selbst wünscht und auch deutlich äußert?

Es geht nicht daraus hervor, wie das Verwandschaftsverhältnis zum Patienten war.

Ehepartner oder bei Senioren die "Kinder" waren meines Wissens und nach meiner Erfahrung noch nie ein Problem.

I/ngefxaera


Es obliegt doch nicht den Ärzten, darüber zu urteilen, wer dir nahe genug steht.

RYatlo>s23


aber auf einer Geriatrie mit 30 Betten (auch Uniklinik übrigens) werden die Angehörigen meist rausgeschickt da die Visite sonst ewig dauern würde (4er Zimmer), und sowas den ganzen Betrieb aufhält.

Und das ist jetzt Problem des Patienten oder was? Sorry, dann muss sich das Krankenhaus eben vernünftig organisieren.

Grad auf einer Geriatrie finde ich es absolut richtig wenn auf Wunsch des Patienten die engen Angehörigen dabei bleiben dürfen. Die älteren Leute können oft nicht mehr vollumfänglich verstehen was der Arzt Ihnen erklärt, vergessen selbst die Hälfte oder geben zu irgendwas ihre Zustimmung ohne es tatsächlich zu wollen.

Aber klar, je schneller man die lästigen Omis und Opis durchschleusen kann, desto besser.. egal ob der Patient schlichtweg vergisst das er noch weitere Medikamente nimmt wo der aktuelle Behandlungsplan total kontraindiziert ist.

Das ist schlichtweg Fahrlässigkeit des medizinischen Personals, oder schlichtweg auch Faulheit.

ich habe übrigens noch nie erlebt dass ein Patient auf die Anwesenheit eines Angehörigen besteht, es waren immer die Angehörigen selbst die dabei sein wollten.

Tja, ich habe nach meinem Kaiserschnitt gesagt meine Mutter kann bei der Kontrolle im Zimmer bleiben weil ich es affig fand das sie immer raus muss. Sie hat mich geduscht, mir die Haare gewaschen und dann soll sie nicht sehen wie der Arzt kurz meine Bauchnarbe anguckt? Wo ist da das Problem? Eben, garkeins. Sie durfte aber auch ohne Probleme bleiben.

S"unfNloweUr_73


Das ist weder Faulheit, das ist schlichtweg Überlastung und hart-an-der-Grenze-arbeiten. Wobei ich in der Geriatrie den Familieneinbezug auch extremst wichtig finde.

Sorry, dann muss sich das Krankenhaus eben vernünftig organisieren.

Oder die Patienten und Familien passen sich ein wenig an. Es gibt so wenig Spielraum in Kliniken und so viel Leistungs-/Kostendruck... Und eigene Erfahrungen (aktuell mit meinem Vater, mit der 3. OP in 3 Monaten bevorstehend inkl. Durchgangsyndrom etc.) zeigen: Es geht anders und v.a. individueller und ruhiger als in der Visite, wo alle durchhuschen, weil vorher Konferenzen waren und hinterher nur andere Termine anstehen und das Zeitraster extremst knapp ist.

SBtuThlbexin


Das ist weder Faulheit, das ist schlichtweg Überlastung und hart-an-der-Grenze-arbeiten.

Ich denke nicht, dass es Aufgabe der Patienten ist, sich mit mangelhaften Klinikkapazitäten abzufinden, sondern dass es Aufgabe der Kliniken ist, auf bessere Möglichkeiten hinzuwirken.

Wir haben ja offensichtlich sehr grundsätzliche Probleme im Gesundheitswesen. Und die Aufgabe ist nicht, sich damit abzufinden, sondern sie zu ändern! Das betrifft alle, sowohl Patienten, wie auch Klinik-Angestellte.

S:unfloqwerd_73


Ja und was sollen Kliniken tun? In den Entscheidungsebenen gibt es nur ein eher geringes Interesse, man will schwarze Zahlen. Die fordert man ein durch Stellenkürzungen und und und. Warum ist so viel Klinikpersonal ausgebrannt? Weil keine zeit für Patienten und Menschlichkeit bleibt. Weil man sich akut entscheiden muss, ob man einen Frischoperierten versorgt oder mit einem anderen Angehörigen spricht.

Es bleibt nur ein Weg: Als Patient Beschwerde einlegen bei der Klinikleitung. Dann hilft's vielleicht. Der größte Teil des Personals hat für Veränderungen wenig Spielraum und noch weniger Zeit.

Jyulxey


Hab jetzt nicht alles gelesen. Aber am Freitag dürfte meine Freundin im Zimmer bleiben als die Ärztin mir mein OP-Ergebnis mitgeteilt hat und meinen Bauch angeguckt hat. Weil ich einverstanden war.

_2Sand*dorxn_


Ich denke nicht, dass es Aufgabe der Patienten ist, sich mit mangelhaften Klinikkapazitäten abzufinden, sondern dass es Aufgabe der Kliniken ist, auf bessere Möglichkeiten hinzuwirken.

Das denke ich auch.

Ja und was sollen Kliniken tun?

Sich eine gemeinsame Linie überlegen, wie man mit diesem Thema umgeht, und dies den Patienten auch kommunizieren.

So wäre nicht jeder Einzelfall Thema einer Diskussion, und alle Beteiligten wüssten, woran Sie sind.

Ich stelle mir das so vor:

Liebe Patienten,

bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Angehörige während Visite und Untersuchungen nur in Ausnahmefällen im Raum bleiben können, weil....

oder

Liebe Patienten,

gerne können Ihre Angehörigen bei Untersuchungen anwesend sein, wir möchten sie aber um folgendes Verhalten bitten, um effizient arbeiten zu können...

Interessieren würde mich, ob die Ärzte nun eigentlich jemanden gegen des Willen des Patienten wegschicken dürfen oder nicht. Also die rechtliche Lage. Hat das jemand herausgefunden und kann mir einen Link schicken?

Ich bin gewiss niemand, der anderen beim Arbeiten im Weg steht. Aber für alle Fälle hätte ich ganz gern doch etwas in der Hand.

It789


Es geht nicht daraus hervor, wie das Verwandschaftsverhältnis zum Patienten war.

Ehepartner oder bei Senioren die "Kinder" waren meines Wissens und nach meiner Erfahrung noch nie ein Problem.

In meinem Fall geht es um Geschwister, aber ich verstehe nach wie vor nicht, welche Rolle das spielt. Ich könnte genau so gut Cousine oder Freundin sein, das hat die Ärzte doch nicht zu interessieren, wenn ich nun mal die wichtigste Bezugs- und Vertrauensperson des Patienten bin.

RDatalogsx23


Es bleibt nur ein Weg: Als Patient Beschwerde einlegen bei der Klinikleitung. Dann hilft's vielleicht. Der größte Teil des Personals hat für Veränderungen wenig Spielraum und noch weniger Zeit.

Ja, das habe ich bei meiner Entbindung auch erfahren. Unser Kind mußte in die Kinderklinik, keiner hat es für nötig befunden mal vernünftig mit uns zu reden, wie haben nur Assistenzärzte gesehen die kaum deutsch sprachen und sogar falsche! Infos weitergegeben haben, ich stand kurz vor einer schweren Wochenbettdepression weil ich völlig fertig war.

Mein Mann hat schließlich richtig Theater gemacht, war bei der Beschwerdestelle, beim Chefarzt und plötzlich ging es. Tägliche ausführliche! Gespräche, jeden Tag Ober- oder Chefarzt, Einsicht und Erläuterung der Krankenakte unseres Kindes, es wurde ständig nachgefragt ob wir noch Fragen haben, etwas brauchen...

Fazit aus der Geschichte: Solange ich also nur richtig Theater mache werde ich gut umsorgt, wenn ich alles über mich ergehen lasse behandeln einen die Ärzte wie den letzten Idioten.

Ein echt schönes Fazit für -hoffentlich sehr seltene- Krankenhausaufenhalte.

Gibt einem das als medizinisches Personal nicht zu denken?? ":/ Da ist es doch klar das ich als Angehöriger eines Kranken, wehrlosen Menschen doppelt und dreifach aufpasse, nachfrage und mich einmische...

P.lpaceb^o0906


Mal zur Diskussion: Wer der Angehörige ist bzw. Verwandtschaftsverhältnis.

Ist vollkommen irrelevant..

Im Grunde ist eben einfach der Ausdruck Angehörige in dem Zusammenhang irreführend, besser ist Nahestehende ;-)

Man muss eben nicht verwandt sein um jemandem Nahezustehen. Sonst würden ja alle Lebensgefährten mit denen man nicht Verheiratet ist bzw in keiner eingetragenen Partnerschaft lebt auch gleich "rausfallen" obwohls evtl die engsten Vertrauten wären ;-)

Also, egal ob verwandt oder nicht, wenn die Anwesenheit dieser Person von dem Patienten ausdrücklich gewünscht wird, muss das möglich sein und Punkt..

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