» »

Kurzfristige Absage beim Therapeuten, Ausfallgebühr zahlen?

LXisa4,0x77 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich hab ein Problem. Ich hätte heute Nachmittag eigentlich einen Termin bei meinem Therapeuten gehabt. Heute Vormittag war ich dann noch reiten und hatte dann mit dem Pferd einen Unfall, wir sind zusammen hingefallen.

Mir ging es erst gar nicht so schlecht, wohl der Schock. Zu Hause wurden die Schmerzen aber immer schlimmer, ich konnte nicht mehr laufen und hab auch schlecht Luft gekriegt. Da hat Mama mich ins Krankenhaus gefahren. Und da musste ich lange warten... Also habe ich den Termin bei meinem Therapeuten nicht wahrnehmen können. Ich hab ihm, sobald ich das wusste, geschrieben (Kommunikation läuft nur über SMS, will er so, ist telefonisch gar nicht zu erreichen), dass ich einen Unfall hatte und auf dem Weg ins KH sei und es mir sehr Leid tue.

Er schrieb nur zurück, das sei mein Problem, 150€ Ausfallgebühr :-o Ich weiß, dass es verdammt ärgerlich für ihn ist, wenn ich so kurzfristig absage, aber ich hatte ja keinen andere Wahl. Von Ausfallgebühren hat er noch nie was gesagt. Muss ich das jetzt wirkocu zahlen? Er weiß, dass ich finanziell echte Probleme habe :°(

Antworten
Y3tnongx11


Patient muß "Dienstvertrag kündigen"

Erfolgt die Absage kurz vor dem Termin, so ist dies eine wirksame Kündigung, die zu keinen Schadensersatzansprüchen berechtigt. Gemäß § 627, Absatz 1 BGB ist der Patient jederzeit ohne besondere Gründe zur Kündigung des Dienstvertrages berechtigt. Da die Kündigung grundsätzlich formfrei möglich ist, reicht dafür auch ein kurzfristiger Telefonanruf aus, aus dem sich allerdings nicht nur die Bitte um Verlegung des Termins, sondern auch der deutliche Wille ergeben muß, daß das Dienstverhältnis insgesamt zu beenden ist. Dieser Wille kann zum Beispiel in der Äußerung gesehen werden, daß sich der Patient zukünftig von einem anderen Zahnarzt behandeln lassen will - oder wie in deinem Fall - ein gewichtiger Grund vorlag.

Fazit: Du hast den Termin gekündigt (bist nicht einfach nicht erschienen. Das wär gaaanz schlecht!) - er hat's quittiert = keine Ausfallgebühr.

wDeihnOachts5ster%nchexn3


Was steht in eurem Vertrag, den du am Anfang der Therapie unterschrieben hast?

Ich kenns zB nur so, dass drin steht, wie lange im Voraus man absagen kann (so 1-2 Tage) und dass man eine ausfallende Stunde selbst zahlen muss.

wQeiyhnac ht.ssterLnchxen3


Die Gebühr ist ja praktisch auch die Kompensation dafür, dass er in der Zeit vermutlich so kurzfristig keinen anderen Patienten mehr findet, den er da einschieben kann und deshalb ums Gehalt dieser Sitzung gebracht wird.

EPhemaZliger 1Nutze(r (#2x56823)


Die Urteile in solchen Fällen ist uneinheitlich und eine Grauzone.

Wichtig ist, was in Eurem Behandlungsvertrag vereinbart wurde (AGB's).

Da Du unverschuldet den Termin nicht wahrnehmen konntest, sollten Deine Möglichkeiten durchaus gut sein, um das Ausfallhonorar herumzukommen.

Der Therapeut muß einerseits nachweisen, daß er diesen Termin nicht kurzfristig anders vergeben konnte, oder auch, diese Zeit nicht anderweitig nutzen konnte (z.B. zum Schreiben von Gutachten etc.)

Sieh einmal hier hinein:

[[https://www.ptk-nrw.de/fileadmin/user_upload/pdf/Rechtliches/2013/Informationen_Ausfallhonorar.pdf]]

Y5towng1x1


(Kommunikation läuft nur über SMS, will er so, ist telefonisch gar nicht zu erreichen)

Wat issn das für'n Laden :-o ?

Jquley


Wat issn das für'n Laden :-o ?

Viele Therapeuten sind telefonisch schlecht zu erreichen. Weil sie ja meist in Sitzungen sind und nun mal nicht wie Ärzte eine Anmeldung haben, die ans Telefon geht. Aber die haben dann meist Telefonzeiten, entweder kurz vor der ganzen Stunde oder an irgendeinem Tag der Woche für eine kurze Zeit.

Cjar_am>ala 2


Ist das über ein Rezept gelaufen? Privat oder Kasse? Und wenn ja, dann handhaben einige Therapeuten dies so, dass man den Termin einfach unterschreibt, so als hätte man daran teilgenommen, ohne dass man es bezahlen muss, wenn ein wichtiger Grund angegeben wird.

F`ix un<d F?oxie


Also, ich musste bei meiner Therapeutin auch mal 60 Euro Ausfallhonorar bezahlen. Im Vertrag war vereinbart, dass ich zwei Tage vorher absagen muss. Ich hatte an dem Tag aber schon einen anderen Termin, was ich vergessen hatte u. habe ihr dann 24 h vorher abgesagt und da musste ich bezahlen. Habe mich auch sehr geärgert. Man kann ja auch mal plötzlich krank werden oder wie du, einen Unfall haben! Bei meinem letzten Thera ist mir nämlich genau das auch am Tag des Termines passiert und da musste ich nichts bezahlen. Ist allerdings auch schon um die 12/13 Jahre her. Habe, als ich das bezahlen sollte, auch bei meiner Kasse angerufen, ob das rechtens ist. Die meinten dann zu mir, dass der Therapeut dazu berechtigt ist, ein Ausfallhonorar zu verlangen, das kann angeblich jeder so handhaben, wie er will. Ich fand das auch ganz schön heftig.

Mxncem4osy/ynxe


Man muss halt bedenken, dass die Therapeuten für eine ausgefallene Stunde kein Geld bekommen. Würden sie immer Ausnahmen machen, könnte ihnen am Ende des Monats ganz schön viel Geld fehlen. Ich kann das schon gut verstehen.

a_ufSlauxfforxm


Neben der formal-rechtlichen Seite finde ich andere Aspekte hier bedeutsamer:

150 EUR "Ausfallgebühr" - das ist ein bisschen viel. An sich darf er maximal die Stunde an sich in Rechnung stellen, und 150 EUR für eine Stunde kommt mir doch arg hoch gegriffen vor.

und der "Tonfall" - der sagt doch wenig gutes über das Verhältnis zueinander aus.

Unabhängig vom Geld würde ich mir nach so einer Behandlung einen neuen Therapeuten suchen, denke ich.

SNhGoj=o


Er schrieb nur zurück, das sei mein Problem

Hat er das wirklich so geschrieben? Das finde ich ... bemerkenswert, puh.

wJinte+rsoknn,e 01


Ich würde ihm erst mal mitteilen, dass ich das nicht einsehe und nicht bezahlen werde.

Warte dann doch mal ab, ob er dich auf Zahlung verklagt.

Prinzipiell wäre bei mir das Vertrauensverhältnis zu so einem Therapeuten, der so wenig Verstädnis hat arg gestört

150 € ... zahlst du die denn sonst auch privat oder die Kasse.

Zur Not könnte man das ja auch so machen, dass man den Termin unterschreibt und er es damit abrechnen kann...Betrug an der KK ist es dann aber auch ;-)

L#isaO4077


Oh, so viele Antworten, danke dafür!

Also die Therapie wird über die Kasse abgerechnet, allerdings muss ich nie was unterschreiben. Nur am Anfang des Quartals meine Karte vorlegen. Auch ein Behandlungsvertrag wurde nie gemacht, ich hatte die fünf ersten Sitzungen und dann kam ich Post von der KK, dass sie die Therapie bewilligen.

Insgesamt bin ich mit dem Therapeuten nicht sehr zufrieden, das heute hat mich mal wieder bestätigt. Nur, ich hab 1,5 Jahre gewartet, bis überhaupt ein Platz frei war. Wechseln ist da leider nicht möglich, da alle Therapeuten so lange Wartezeiten haben, wenn sie überhaupt noch Patienten annehmen.

Shojo, ja, ich war auch ziemlich geschockt, er hat das echt so geschrieben. Kein gute Besserung, nichts.

Ich werde morgen mal bei der KK nachfragen, die sollten ja sehen können, dass ich zur fraglichen Zeit wirklich im KH war.

vqivixda


Insgesamt bin ich mit dem Therapeuten nicht sehr zufrieden, das heute hat mich mal wieder bestätigt. Nur, ich hab 1,5 Jahre gewartet, bis überhaupt ein Platz frei war.

die frage ist doch wie gewinnbringend die therapie bei dieser grundlage überhaupt ist.

ich könnte mir vorstellen, dass nach dieser reaktion das verhältnis (ggf. unbewusst) noch schlechter ist, sodass fraglich ist, ob du mit der therapie dann überhaupt noch deine ziele erreichen kannst.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Gesundheitswesen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH