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Wechsel zu reiner Privatpraxis - lohnt sich dies?

DOiscfedere


Ich habe jetzt während der Ss zu einer privaten Frauenärztin gewechselt, da ich sehr unzufrieden mit dem anderen Arzt war.

Vorteile bei mir:

Nie lange Wartezeiten

Fast immer alleine im Wartebreich

Sehr nettes Team

Wenn was war, wurde ich auch kurzfristig dazwischen geschoben und musste trotzdem nicht lange warten.

Top Ultraschall und jedes Mal Foto bekommen.

Ganzheitlicher Ansatz und immer sehr viel Zeit für alle Fragen und Sorgen.

Maimi86

Also ich hatte überlegt, von der GKV und die PKV zu wechseln. Und ja, ich hatte darüber auch mit mehreren Ärzten gesprochen. Aus Arztsicht waren sie alle der Meinung: Privat ist besser. Aus Patientensicht: gesetzlich.

Ich wohne in einem Speckgürtel, hier sind viele Privat versichert und demzufolge sind die Arztpraxen hier bestens ausgestattet. Und meine Frauenärztin schaffte es, mich genau so zu behandeln, wie oben beschrieben. Trotz gesetzlicher Versicherung. :)z

Es kommt also auf den Arzt drauf an. Auch in einer Privatpraxis kann ein Pfuscher arbeiten - Privat bedingt nicht unbedingt auch Qualität.

MOawdapmeXmxas


Krankenhaeuser sind keine Firmen und sollten nicht als solche betrieben werden. Nur mit "Geldspritze" funktioniert dieses System.

mear*iposxa


Ich halte nicht viel von Privatpraxen,

da sie gezwungen sind Gewinn zu machen

MadameXmas

Das gilt für jede Praxis und jedes Krankenhaus.

Krankenhaeuser sind keine Firmen und sollten nicht als solche betrieben werden. Nur mit "Geldspritze" funktioniert dieses System.

MadameXmas

Krankenhäuser und Kliniken sind profitorientierte Unternehmen. Nur so können sie eine Versorgung auf hohem Standard sicherstellen. Defizitäre Einrichtungen können auch mit einer 'Geldspritze' nicht dauerhaft funktionieren.

Von MadameXmas liest man wirklich immer wieder Erstaunliches.

SUunfleow:er_x73


Zum einen ist JEDE Praxis darauf angewiesen, profitabel und gewinnbringend zu arbeiten. Der "Bonus" für Privatversicherte resultiert auch in Kassenpraxen daraus, dass sie einfach mehr Geld bringen. Es werden ja Mehrfachsätze abgerechnet (2,5, 3,2fach). Und es kann mehr abgerechnet werden. Da lohnt für jede Praxis und auch normale Kassenpraxen können oft nur mit einem entsprechenden Anteil PKV-Patienten überleben.

Eine reine Privatpraxis kann dann halt nochmal anders arbeiten als eine GKV-Praxis, die eine Mischkalkulation fährt. Ob es für einen stimmig ist, die Leistungen angemessen (oder eben übertrieben, wie es eine verbeamtete Freundin von mir schildert, die mittlerweile netnervt vieles ablehnt): Ausprobieren. Mir wäre die Ausstattung wichtig, die passende Chemie.

Und bzgl. Kassensitz:

Es gibt gerade in best. Ballungszentren (Hamburg, München, Frankfurt,...) auch Praxen, die bewusst ihren Kassensitz zurückgeben. Weil sie genügend Privatpatienten haben und die Gängelei der KV leid sind. Es ist ja nicht nur so, das GKV-Patienten weniger Geld bringen. Sondern man hat ein Budget, bei Überschreitung (= zu viele Rezepte, zu viele Patienten) drohen Kürzungen und Regressforderungen. Das ständig, Quartal für Quartal, immer zu balancieren und auch mit dem Hintergrund der eigenen Finanzen (und damit meine ich nicht fettes Gehalt nach Hause schleppen, sondern das Vermeiden von Regresszahlungen) ggf. nicht absolut notwendige Dinge ggü. dem Patienten ablehnen zu müssen: Macht keinen Spaß und stresst. Andersherum kosten Kassensitze eine Menge Kohle und warum soll ich Zehntausende Euros hinblättern für etwas, was ich entspannter auch ohne haben kann?

E~hemalig>er Nutz"er (#501T877)


Aus Arztsicht waren sie alle der Meinung: Privat ist besser

Natürlich ist es aus Arztsicht besser Privatpatienten zu haben. Zum einen verdienen sie noch vernünftig, für einen Kassenpatient bekommt man ja heute kaum mehr was. Zum anderen kann man bei Privatpatienten die Behandlung anstreben die man als Arzt für optimal erachtet. Da gibt es kein Budget, keine Heilmittelrichtlinien und sonstige Hindernisse die Behandlung erschweren kann.

Krankenhaeuser sind keine Firmen und sollten nicht als solche betrieben werden

So ein Schwachsinn! Natürlich sind Krankenhäuser Unternehmen. Was soll das denn sonst sein? Eine Caritative Einrichtung?

SOunjflowHero_73


Krankenhaeuser sind keine Firmen und sollten nicht als solche betrieben werden

Naja, Unternehmen sind es schon und dagegen spricht nichts. Aber: Die Privatisierung hat unschöne Effekte, da man nicht mehr auf Kostendeckung (plus Rücklagen für Investitionen) aus ist, sondern massive Gewinnabschöpfung. DAS ist negativ, denn man spart an Personal, Putzkräfte sind billige externe Firmen,... Es wird das Letzte rausgepresst, z.T. auf Kosten der Patienten. Daher ist diese extrem kapitalistische Orientierung schon problematisch. Nicht umsonst haben best. Klinik-Großkonzerne einen sehr negativen Ruf.

M9ada@meXxmas


Das Arbeiten auf Profit widerspricht sich natuerlich mit dem Heilgedanken wenn staendig gespart werden muss.

Da ist es fraglich ob nicht zum Wohl der Patienten einige Kliniken geschlossen werden sollten. Mancherorts gibt es sehr viele Kliniken teilweise mit Maximalmedizin die andererorts oft fehlen.

Ueberschreitet eine Klinik eine gewisse Groesse so wird ein effektives Arbeiten dort schwer sein.

L1ia`n-|JQiZll


criecharlie**, ich könnte Dir spontan 3 Ärzte aus meiner näheren Umgebung benennen, die gerade auf private Praxis umgestellt haben:

Ich werfe noch unseren örtlichen Kieferorthopäden ins Feld.

Der hat aufgrund eines Machtkampfs mit der AOK kurzerhand aus freien Stücken seine Kassenzulassung zurückgegeben, um nicht mehr gegängelt zu werden. Wohl wissend, dass die Leute trotzdem auf seine Dienste angewiesen sind. Vor allem die vielen, die sich mitten in der Behandlung befanden. Später hat er dann einen jungen Berufsanfänger mit in die Praxis genommen, der durfte dann wieder mit Kassenzulassung die GKV-Patienten behandeln, während die Privaten ihm vorbehalten waren.

Smunfloow\er_7x3


Zum einen gelten Mindeststandards für Maximalversorgung (bspw. Traumacentren). D.h. es wird politisc und aufgrund der Ausstattung festgelegt, wer zu dieser Maximalversorgung zählt. Dazu zählt u.a. auch das Einzugsgebiet.

Zum anderen müssen best. Fallzahlen in einem Bereich gegeben sein (bspw. Anzahl Endoprothesen), um als entsprechend spezialisierte Abteilung zu gelten (= Nachweis von ausreichend Erfahrung). Was bei grenzwertigen Zahlen angeblich auch mal dazu führt, ds einige "unnötige" OP's durchgeführt werden, um den Status nicht zu verlieren. Es gibt für viele Bereiche (oder gar alle?) ganz klare Zeritifizierungskriterien, die erfüllt werden müssen.

Und letztlich kostet Maximalversorgung. Eine Superausstattung für einen best. Bereich bringt nichts (und ist nicht finanzierbar), wenn man pro Jahr nur 1-2 Patienten hat. Es rentiert sich nicht und die Erfahrung fehlt. Daher die i.d.R. übergeordneten Maximalversorger.

Ueberschreitet eine Klinik eine gewisse Groesse so wird ein effektives Arbeiten dort schwer sein.

Das glaube ich kaum. Gerade risiege Unikliniken mit in sich aber gut organisierten Abteilungen sind höchst effektiv, weil da alles (Fallzahlen, Ausstattung, qualifiziertes Personal) zusammenkommt.

M$adamieXmas


@ Sunflower73

Das mit den unnoetigen OPs zur Instanthaltung des Klinikbetriebs zeigt doch das Problem auf. Da scheint es doch offentsichtlich zu wenig Patienten zu geben was wiederum bedeutet die Klinik schliessen zu muessen.

In einem normal funktionierenden Krankenhaus kommen die Patienten von selbst und das Pflegepersonal meckert bei Personalmangel.

Oder sind da wieder ein paar Aerzte OP-geil?

SAunfleoweru_7x3


Die Patientenzahlen stimmen z.T. nicht, weil in der jeweiligen Region einfach grundsätzlich zu wenige Fälle anfallen. Das hat nichts mit "normal funktionierendem Krankenhaus, wo es ausreichend Patienten gibt" zu tun (bzw. schlechtem Krankenhaus). Sondern mit z.T. einfach eher seltenen Dingen, die dann halt nicht jedes Kleinstadtkrankenhaus macht. Ein Blinddarm fällt oft genug an, eine Herztransplantation ist eher selten - und gehört in Spezilaistenhände, die diesen Eingriff quasi täglich machen. Also mehr Erfahrung, Routine etc. haben. Um es überspitzt darzustellen.

E$hema'liger N<utzer x(#501877)


Man kann nicht einfach irgendwelche Krnakenhäuser schließen, denn oft sind es eher ländlich gelegene Kliniken die nicht auf die nötigen Patientenzahlen kommen. Man kann die aber nicht schließen, weil sich dann die nächste klinik oft erst in 60 oder 70 km befindet. das geht einfach nicht .... Das hat auch was mit medizinischer Grundversorgung zu tun!

MXadame8Xmaxs


Die Probleme in diesem Land erklaere ich hier mal in ein paar Saetzen:

Stellt man sich unsere Gesellschaft als einen Berg vor

dann ist die Basis (also im Tal wo die meiste Flaeche vorhanden ist) das Land und die Spitze (kleine Flaeche)

die Staedte. In einem normal aufgebauten Lebensraum

ist die Mehrheit der Bevoelkerung auf dem Land zu finden,

die Minderheit in Staedten. Die Industriealisierung hat diese Struktur umgekehrt. Jetzt lebt die Mehrheit in Stadtgebieten waehrend die Minderheit auf dem Land ist.

Dieses System ist sehr anfaellig fuer Schwankungen.

Krankenhaeuser sind soziale Einrichtungen.

Sie sind auch teil der Bergspitze und damit eigentlich selten vertreten. Universitaetsmedizin ist noch seltener.

Die Unis mit der Moeglichkeit zum Studium sind aber zu Auffangstationen fuer Menschen geworden, die auf dem Land keinen Platz finden.

Kliniken in laendlichen Regionen sind nicht zu moeglich,

dafuer gibt es dort Hausaerzte.

Zurzeit ist es flexibel, es gibt z.B. auch Naturmediziner und alternative Heilmethoden. Der Patient kann waehlen wenn es sich nicht um einen Notfall handelt.

Die Gesundheitskassen (frueher Krankenkassen) geben auch Auskunft.

Hcansikleinchxen


Hier wurde viel diskutiert über Ursachen, warum jemand eine reine Privatpraxis hat.

Gibt es auch den Fall, daß Krankenversicherungen als Sanktion/Strafe (wofür auch immer) auf Dauer nicht mehr mit einer Arztpraxis zusammenarbeiten? Beträfe das dann alle Krankenversicherungen-die müßten sich ja einig sein... ":/

Und der Arzt quasi ausweicht auf Privatpatienten? So habe ichs mal gelesen. Andererseits müßte das dann ja ein schweres Vergehen sein und dann würden Privat-Versicherungen wohl auch nicht mehr mit dem zusammenarbeiten.... ???

EBhemalig;er Nutzer \(#U501877x)


Wirst du wohl kaum finden, weil wenn der Arzt so einen schwerwiegenden Fehler macht würde ihm vermutlich auch die Approbation entzogen werden.

Die meisten mit Privatpraxis machen das einfach weil sie dann noch gescheit verdienen und vor allem so behandeln können wie sie wollen und nicht wie es die GKV vorgibt. Die PKV zahlt ja bedeutend mehr und vor allem ist ja nicht die KK der Vertragspartner sondern der Patient.

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