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Brillen und Krankenkassen

D3aniZelCxraig hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forumgemeinde :-)

Gestern war ich zur Kontrolluntersuchung mal wieder beim Augenarzt mit Sehschule. Seit meiner Geburt leide ich an Stabismus und einer Hornhautverkrümmung. Ich trage also schon seit ich laufen kann (ich bin als Kind wohl immer gegen Türrahmen gelaufen) eine Brille. Heute bin ich 28. Vor ein paar Jahren wurde ich aufgrund des Schielens an den Augen operiert. Das musste sein, weil mein Schielwinkel sich nicht mehr durch die Brille korrigieren lies und ich zeitweise Doppelbilder in die Ferne hatte.

Seit der OP trage ich nun eine Gleitsichtbrille, weil ich sonst in der Nähe doppelt sehen würde (seit der OP schiele ich in der Nähe nach innen).

Meine Normalen Brillen waren schon nicht günstig, die Gleitsichtbrillen sind noch viel teurer. Zum Glück brauche ich keine Neue Brille, aber die orthoptistin meinte nur, dass sie es nicht verstehen könne, dass Krankenkassen die Brillen nicht bezahlen. Und verdammt nochmal: Sie hat recht!

Ohne Brille bin ich aufgeschmissen. Eine Gleitsichtbrille kostet mich minimum 500 Euro, wenn ich eine anständige Qualität erwarten will. Immerhin trage ich die Brille ständig.

Als ich nach der OP meine erste Gleitsichtbrille verschrieben bekam, habe ich einen schriftlichen Antrag bei der Krankenkasse auf Kostenübernahme gestellt. Die Antwort war, dass sie erst ab 8 Dioptrien die Kosten für die Brillengläser übernehmen. Ich habe "nur" 5 Dioptrien, könnte aber ohne Brille im Alltag nicht bestehen, geschweigedenn meinen Beruf ausüben.

Dass die Krankenkasse keine Designergestelle und Super-Hyper-Gläser bezahlen will kann ich verstehen und ist mir klar. Aber ich finde, dass man erwarten kann, dass die Krankenkasse wenigestens die Grundkosten für ein medizinisches Hilfsmittel übernimmt, auf das ich als Patient angewiesen bin und nicht erst für teures Geld eine Zusatzversicherung abschließen muss, damit ich wenigstens einen Teil der Kosten erstattet bekomme.

An den Kosten für Hörgeräte beteiligen sich die Krankenkassen doch auch und nicht jeder Mensch braucht eins.

Mich würden Eure Meinungen dazu interessieren.

Antworten
1Stzo3


Dann solltest du dich politisch engagieren. Das Thema ist aber schon ewig durch. Auf eine Brille ist eigentlich jeder angewiesen, der sie dauernd trägt - auch ich. Und mir fallen viele Dinge ein, bei denen Patienten auf Dinge angewiesen sind, aber keine Kostenerstattung bekommen.

Eine Gleitsichtbrille kostet mich minimum 500 Euro, wenn ich eine anständige Qualität erwarten will.

Sagt wer? Der Optiker? Hast du schon mal eine preiswerte probiert und den Vergleich gehabt? Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass die Optiker sehr schöne Buzzwords verwenden, aber nicht in der Lage sind, mir konkret zu sagen, wie sich die unterschiedlichen Qualitätsstufen nun tatsächlich auf die Glasdicke, das Gewicht oder den Sehbereich auswirken.

Die Apothekenpreise für Gleitsichtgläser brachen seit ein paar Jahren heftig ein. Ist eigentlich auch unverständlich, warum Gleitsichtgläser so viel teuer sein sollen. Aber ich finde jetzt auch 20€ pro Monat für eine modische Gleitsichtbrille nicht viel. Es geht aber wie gesagt problemlos deutlich günstiger.

JOo!ri


Ich kann als Brillenträgerin DanielCraig nur zustimmen: die Krankenkassen zahlen in vielen Fällen nicht nachvollziehbar (z.B. Zuschüsse für homöopathische Mittel, die in der Regel nicht die Welt kosten), aber da wo es notwendig ist, zahlen sie nicht mal mehr einen Zuschuss. Aber Ito3 hat recht, dass ist schon lange so und wird sich wohl auch nicht mehr ändern.

@ Ito3:

Bei Gleitsichtgläsern gibt es in der Tag große Qualitätsunterschiede und die basieren nicht auf "Buzzwords". Es geht auch nicht um Glasdicke und Gewicht, sondern in der Tat um den Sehbereich. Hier steckt eine hochkomplizierte Technologie dahinter und deren Entwicklung ist aufwendig - entsprechend teuer sind die neuesten Entwicklungen.

Warum sind die Gleitsichtbrillen bei A..., F... & Co. so günstig - weil sie ältere Technologien verwenden, die sind eben billiger. Wenn man nicht den direkten Vergleich zwischen einer günstigen Gleitsichbrille mit älterer Technologie und einer mit der neuesten Technologie hat, wird man das erstmal nicht merken und wird sich sicher auch an die damit verbundenen Einschränkungen gewöhnen. Wenn man aber einmal eine Gleitsichtbrille der neuesten Technologie probiert hat, wird man wissen, warum die anderern so bil.. ähm günstig sind.

N+aGnnEix77


Mich nervt das auch. Meine Augen funktionieren nicht richtig, man kann nichts dafür, ist so geboren worden, warum werden nicht die Gläser bezahlt? Klar das Gestell ist reine Privatsache, da gibts ja auch alles zwischen 10€ und XX €.

Ich brauche zum Beispiel Prismen was auch immer ein teurer Spaß ist. Ich merke momentan das ich nicht mehr gut sehe mit meiner Brille, aber ne neue ist finanziell gerade nicht drin. Das ist einfach scheisse.

1{tox3


Fielmann und Apollo sind nicht billig, sondern nur billiger als kleine Optiker.

Nanni77: Wieviel zahlst du für Prismen? Beim Billigheimer ist das gratis!

Ich soll beim Optiker, bei Apollo oder Fielmann auch für mehr als 6 Dioptrien oder zu starke Hornhaut Verkrümmung zuzahlen.Mich interessieren also keine Preise für 1,5 Glas ohne Entspiegelung im Gestell aus der Apollo Kollektion. Ich bin a hingegangen und habe direkt gesagt:

Was kosten Gleitsichtgläser in meiner Stärke 7.0 mit Hornhautverkrümmung, entspiegelt und gehärtet mit mindestens 1,6 Glas einmal Billig und alternativ in empfehlenswert. Und was bekomme ich, wenn ich mehr will? Das Gestell kostet im Vergleich Peanuts! Und dann erwarte ich drei Preise die deutlich über der Werbung liegen und kann abwägen. Aber wenn die billige Lösung lautet: 600€ plus Gestell und die sehr gute 1200€ plus Gestell dann lohnt es sich eben auch mal den Billigoptiker auszuprobieren und 350€ für zwei(!) Gleitsichtbrillen mit Titangestell und den genannten Daten zu zahlen (eine normale und eine Sonnenbrille).

Mit Buzz-Words meinte ich Angaben wie Extra-breites-Sehfeld oder Super-dünn. Auf meine konkrete Frage: Wie dick ist mein Glas bei dieser Fassung, wenn ich statt extra-dünn super-dünn nehme kommt dann nur heiße Luft.

Buzz-Word ist zB Zeiss Glas. Zeiss hat alles von Schrott bis Super. Und natürlich stellt Zeiss für jede große Kette ein individuelles Glas her, dass niemand anders hat und somit nicht vergleichbar ist. Es ist jedoch völlig unmöglich verschiedene Gläser zu vergleichen. Bei Kameraobjektiven ist das problemlos möglich. Immerhin war bei Fielmann jemand so ehrlich mir vom 1,74 Zeiss abzuraten, weil Kunden damit öfter Probleme hätten (Farbränder).

Ich habe keinen direkten Vergleich zwischen der 1200€ Brille und meiner 175€ Brille. Aber eine Freundin von mir hat das konkret gemacht und ist mehr als zufrieden. Mein Rat: Einfach mal probieren und bei Problemen eben reklamieren. Oder mal eine preiswerte Zweitbrille probieren: Zur teuren Gleitsichtbrille die billige Sonnenbrille oder die optimierte Bürobrille für den Bereich bis 4m.

Was ich definitiv nicht machen würde: Im Internet kaufen! Die Kombi "im Internet kaufen und den Partner Optiker zur Anpassung" hab ich noch nicht ausprobiert weil es sich eigentlich nicht lohnte.

NYanni^77


Also ich hab bisher immer so zwischen 400-500€ bezahlt.

Was oder wer ist bitte Billigheimer? Gern auch per PN. ;-)

Pwlüsch-biexst


Die Krankenkasse bezahlt bei Hörgeräten seltsamerweise NICHT für beide Geräte dasselbe.

Man bekommt für beide Ohren dasselbe Gerät, aber die Kasse bezahlt für das eine Gerät mehr. %-|

So war es zu mindestens bei meinen Geräten.

Hätte mich übrigens gefreut, wenn ich nur 500 Euro Eigenanteil zu zahlen gehabt hätte.

HOyp9erioxn


Faden verschoben

o;nodJixsep


Eine Augenärztin hatte mir meine erste Brille verschrieben, die es so laut Optiker gar nicht gibt. Also blieb nur ein Kompromiss. Seit dem kaufe ich mir alle 3 Jahre eine neue Brille direkt bei einer Optikerkette ganz ohne Augenärtin für komplett 20 Euro und bin zufrieden damit. Inklusive Messung der Sehstärke durch den Optiker. Mein Freund hat eine 1000,- Brille (ist ja privatversichert), aber soviel mehr Optik kann gar nicht darin stecken.

s!aanlOa78


ich habe "nur" 5 Dioptrien, könnte aber ohne Brille im Alltag nicht bestehen, geschweigedenn meinen Beruf ausüben.

Manche Arbeitgeber bezuschussen die Brille, wenn man sie zum Arbeiten benötigt. Erkundige Dich da mal.

S~un^flowe(r_73


ICh trage seit rd. 35 Jahren eine Brille. Stark kurzsichtig, nach mehreren Netzhautablösungen brauchte ich bis zu 4x im Jahr neue Gläser. Ich verzichte schon auf viel Schnickschnack (dünnere Gläser etc. und bin bei einem kleinen Optiker, der auch NoName-Gläser einer lokalen Firma anbietet).

Aber: Es läppert sich mit der Zeit. Und die totalen Billigoptiker ((Eyes and more und etwas teurerer Ketten)) bringen mir insofern nix, als dass meine Glawerte (Hornhautverkrümmung) IMMER außerhalb der Glaswertbereiche liegen, für die man dort günstig was bekommt. Zylinder von 2,25; die Grenze liegt i.d.R. bei 2. Ätsch.

Mich ärgert es gewaltig, zumal ich als Kind die Brille ja noch bezahlt bekommen habe. Zumindest eine Basis-Lösung, auf der man als Selbstzahler aufbauen KONNTE. Aber eben nicht musste.

Und aufgrund meiner Augen-OP's kriege ich nicht mal eine Zuzsatzversicherung, die Brillen anteilig übernimmt. Mein Freund (auch komplexe Gläser) hat so eine und hat neulich für seine 700€-Brille (bei Billigkette, wohlgemerkt!) nur 90€ bezahlt.

D:anielWCoraig


Dass manche Arbeitgeber was zu den Brillen dazugeben weiß ich wohl, nur arbeite ich in einem kleinen Familienbetrieb, da kann man soetwas leider nicht erwarten.

Mein Optiker versucht schon immer die günstigste Alternative für mich zu finden. Als ich meine erste Gleitsichtbrille bekommen habe, wurden mir auch fünf verschiedene Qualitäten natürlich in unterschiedlichen Preissegmenten gezeigt. Er empfahl mir das mittlere Preissegment. Da nicht jeder mit Gleitsicht gut zurechtkommen würde, wäre es schade, wenn ich zu viel bezahlen würde, die Brille aber am Ende nicht nutzen kann.

Bezüglich der Dicke der Gläser wurde mir bisher geraten ein Kunststoffgestell mit einem starken Rahmen zu wählen, so müssten die Gläser nicht ultadrünn geschliffen werden, würden aber trotzdem nicht über das Gestell hinausgehen. In Punkto Optiker kann ich mich wirklich nicht beschweren.

Ich finde es halt einfach nur unverständlich, dass eine Krankenkasse für ein Hilfsmittel, das man braucht um im Alltag zu bestehen, noch nicht mal etwas zuzahlt. Wer seine Brillen bezahlt haben will, muss eine Zusatzversicherung abschließen, die nochmal Geld kostet. Ist das so, weil nicht jeder Mensch eine Brille braucht?

Bei Zahnersatz zahlt die Krankenkasse ja schließlich auch zumindest ein bisschen zu. Wer was besseres haben will, muss zuzahlen oder eine Zusatzversicherung abschließen. Wieso geht das nicht auch bei Brillen?

B)eniItaB.


Da muß man eben so schlau sein und täglich 3 € ins Brillensparschwein geben.

Ich habe eine unheilbare Augenerkrankung, eine Winkelfehlsichtigkeit und brauche auch Gleitsichtgläser, die extra nach den Angaben des Optikers, der an verschiedenen Tagen jeweils 45 ausmißt, dann bei Zeiss allein auf meine Augenbedürfnisse angefertigt werden.

Also nix mit da jibbet dat die Marken, die Qualität. Nee, das wäre rausgeschmissenes Geld.

Ich brauch ca. alle 2 Jahre eine neue Brille, nur die Gläser kosten inzwischen 1500 €. Das Gestell ist da echt lächerlich vom Preis her.

Mir ist es die Sache wert. Will Durchblick haben, gut sehen, also kaufe ich mir das eben....

Warum rumlamentieren, wo Zuschüsse für Brillen schon seit Jahrzehnten out sind? Die Nerven spare ich mir und füttere meinen Gustav weiter....

1j00 s9watcxh


Ich finde es halt einfach nur unverständlich, dass eine Krankenkasse für ein Hilfsmittel, das man braucht um im Alltag zu bestehen, noch nicht mal etwas zuzahlt.

Dann frag mal die ganzen chronisch kranken Menschen, wie viel die für ihre (lebenswichtigen) Medikamente dazu bezahlen müssen und ob sie das so toll finden.

Ich bin ziemlich stark kurzsichtig und könnte ohne Brille/KL tatsächlich nicht das Haus verlassen. Glaubst du das interessiert die Krankenkasse?

Unser Gesundheitssystem ist nun mal so - wenn dir die Leistungen deiner Krankenkasse nicht ausreichen, dann solltest du eine private Zusatzversicherung, in der Zuschüsse zu Brillen, Zahnetsatz etc. enthalten sind in Erwägung ziehen. Wenn nicht wirst du dich mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse zufrieden geben müssen.

Millionen anderer Leute müssen genauso selbst beim Optiker ihre Rechnung zahlen. Warum sollte es für dich Sonderleistungen geben?

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