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Überfüllte Notaufnahmen: Wen wunderts?

t/i6gerF89x2 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

man hört es ja immer wieder, dass Notaufnahmen so überfüllt wären und die Leute wegen jedem Kleinkram in die Notaufnahme kommen. Auch ich habe es schon miterlebt (nach Fahrradunfall mit zwei verstauchten Handgelenken fast 2 Stunden zwischen ziemlich fit aussehenden Menschen im Wartezimmer gesessen).

Allerdings habe ich letzte Woche selbst mal erlebt wie man doch teilweise dazu getrieben wird.

Aufgrund von starken Hodenschmerzen wollte ich einen Termin beim Urologen. Davon gibt es hier in der Stadt ja nicht wenige .......ich rief ungelogen JEDEN Urologen den ich im Internet fand an. Ok es war nach Ostern, 3-4 hatten Urlaub. Der Rest verwies auf "es tut uns leid, wir nehmen keine Neupatienten mehr". Einige ließen sich erst genau erklären worum es geht "hmm ok das tut mir leid aber wir nehmen keine Neupatienten".

Einige verwiesen mich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst, auch mit dem Hinweis UNBEDINGT heute noch dort hinzugehen es könnte auch was ernstes sein.........

nachdem ich alle Urologen durch hatte rief ich den Bereitschaftsdienst an. Dieser war verdammt unfreundlich und erklärte mir:

A) Es gibt keinen urologischen Bereitschaftsdienst

B) Bereitschaftsärte sind erst ab 19 Uhr zuständig

C) Er kann mir nicht helfen

Also entschied ich mich notgedrungen ins Krankenhaus zu gehen in die Ambulanz. Dort hat man das auch ziemlich ernst genommen und mich noch vor einige Patienten mit Termin in der Urologie gezogen, da man mir erklärte es könnte eine Hodentorsion sein die sofort operiert werden muss. War "zum Glück" nur eine Nebenhodenentzündung.

Nun stehe ich aber vor dem selben Problem, ich sollte diese woche zu einem niedergelassenen Urologen gehen zwecks Nachkontrolle.

"Wir nehmen keine neuen Patienten"

"Wir nehmen nur Privatpatienten"

"Da kann ich Ihnen frühstens im Juli wieder einen Termin anbieten"

Ich verstehe ja, dass vielleicht eine Praxis viele Patienten hat, erst in 2 Monaten Termine hat etc. Aber es muss doch möglich sein einen "Notfall" bzw. Patient mit einer akuten Erkrankung irgendwo dazwischen zu schieben, immerhin geht es nur um ein kurzes Ultraschall und gucken ob alles ok ist.

Gerade bei Sachen die keinen Aufschub dulden (so eine Nebenhodenentzündung kann ja auch ernstere Folgen haben, und ich denke 2 Monate Wartezeit können da schon reichen falls noch etwas im Argen liegt und nicht behandelt wird), da sollte es doch irgendwie möglich sein den Patienten schneller zu helfen.

Ich glaube, dass diese langen Wartezeiten die psychische Belastung für viele Patienten ziemlich erhöht und auch für große Leidensphasen sorgen.

Ich bin jedenfalls gespannt ob ich nun wirklich die 2 Monate warten muss oder doch noch Glück auf einen früheren Termin habe .........

Antworten
Sjtu)hlbe'in


Vielleicht ist die Ärztesituation hier (Kleinstadt) entspannter. Ich habe jedenfalls (als Kassenpatient) bisher bei akuten Problemen immer (bei jedem Arzt) kurzfristig einen Termin bekommen.

d&anjaxe87


Das regional sehr unterschiedlich, unabhängig von Klein- oder Großstadt.

tiger

Ruf deine Krankenkasse an und bitte die darum einen Termin zu machen. Müssen die inzwischen anbieten und das beschleunigt es rasend. ;-)

tehe-Ncaver


Ruf deine Krankenkasse an und bitte die darum einen Termin zu machen. Müssen die inzwischen anbieten und das beschleunigt es rasend.

Nö - nicht die Kassen, sondern die kassenärztlichen Vereinigungen. Auf der Website der KV die für dein Bundesland zuständig ist, findest du die Telefonnummer. Du brauchst dafür allerdings eine Überweisung, auf der die dringliche Behandlungsnotwendigkeit aneggeben ist.

Momentan scheint das System ganz gut zu funktionieren, weil es (noch) wenig in Anspruch genommen wird. Ich vermute aber, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird...

kcleinePr_dra[chCensxtern


Selben Tipp wollte ich auch geben. Außerdem bekommt man auch in Großstädten mit extremem Facharztmangel normalerweise sofort einen Termin, wenn der Hausarzt da anruft.

GMro|tt7ig


Beimir macht das der Hausarzt, wenn der meint dringlich, macht er einen Termin für mich aus.

t@igeDr89x2


also da es in absehbarer zeit ja keinen Termin gab habe ich mal in der Ambulanz (nicht Notaufnahme sondern abmulante Sprechstunde) im Krankenhaus angerufen, die Dame war sehr nett und entsetzt über die lange Wartezeit und bot mir direkt für den nächsten mrogen einen Termin in der Sprechstunde an.

Der Arzt heute war dann weniger nett, fragte als erstes was ich denn hier wolle und warum ich nicht beim niedergelassenen Arzt bin, da könnte ich mir auch eine zweitmeinung einholen, das hier sei schließlich ein Krankenhaus. (Warum bietet man dann ambulante Terminsprechstunden an!?), mal abgesehen davon dass sein Kollege meinte unbedingt in 7-10 Tagen kontrollieren lassen.

Aber zum Thema Termine bei Fachärzten: Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es zumindest hier in Frankfurt eine Katastrophe ist. Dass ich mal auf einen Hautarzttermin, Ortopädentermin etc. warte finde ich nicht mal so schlimm, schlimm finde ich diese Wartezeiten wenn es um Dinge geht die einem als Patient wirklich auch Angst machen können.

Mein Lieblingsbeispiel: Vor einigen Jahren äußerte mein Hausarzt da ich häufiger schlecht Luft bekam und Schmerzen in der Brust hatte den Verdacht Asthma, Überweisung zum Pneumologen. Ich rief ungelogen jeden Pneumologen im Umkreis an (es waren 27 Stück). Von diesen 27 haben mir lediglich zwei überhaupt einen Termin angeboten, der Rest nimmt keine Neupatienten mehr oder nur Privatzahler. In diesem Fall wartete ich dann 3,5 Monate auf einen Termin.

Es war in meinem Fall sicher keine dramatische Diagnose und gibt sicher weit aus schlimmere "Fälle", aber ich finde so etwas kann einem schon Angst machen wenn man regelmäßig schlecht Luft bekommt, Schmerzen hat und man weiß man wird noch 3 Monate so weiter machen müssen in der Angst vielleicht doch mal einen Asthaanfall oder so zu haben. Das geht schon auf die Psyche, und gerade das finde ich das schlimme daran.

M,onik`ax65


Ich hätte es dann bei einem Internisten versucht, muss ja nicht immer gleich der Fachmann vom Fachmann sein.

Scil:v*erPxearl


Dann muss aber widerrum der Hausarzt mitmachen und ne Überweisung zum Internisten ausstellen, da dieser die Überweisung zum Pneumologen nicht annehmen darf.

M5onilka6x5


Das ist bei mir kein Problem, ich würde einen Termin machen und dann die Überweisung holen.

SucFhwarzx666


Ich habe zwar einen festen Urologen, aber ich gehe bei Akutfällen immer gleich ganz früh zur Öffnungszeit, da komme ich auch immer zügig ran und wurde immer freundlich behandelt. Ärzte MÜSSEN Akutfälle behandeln, wenngleich man auch mal mit längeren Wartezeiten rechnen muss. Deshalb nicht vorher anrufen, da wird man eh abgewimmelt, sondern einfach auf der Matte stehen.

S|ilv)erPe0axrl


Sie müssen nur Notfälle behandeln, die im Auge des Mediziners ein Notfall sind. Und oftmals sind sie das nunmal nicht.

M%oni&ka65


Starke Hodenschmerzen sind aber so ein Fall. Wir hatten das bei uns hier in der Stadt mit Gynäkologen. Eine Frau mit akuten Beschwerden (nichts Lebensbedrohliches) wurde von keinem Arzt angenommen, sie war hier nur zu Besuch. Der Fall ging dann durch die Presse und wurde auch juristisch untersucht dann. In meiner Heimatstadt ist eine junge Frau an einer Eileiterschwangerschaft gestorben, weil kein Arzt und nicht mal das Krankenhaus ihre Beschwerden ernst genommen und sie heimgeschickt haben mit ein Schmerzmitteln.

E#hemalige#r Nutzer5 (#46719x3)


weil kein Arzt und nicht mal das Krankenhaus ihre Beschwerden ernst genommen und sie heimgeschickt haben mit ein Schmerzmitteln.

Das heißt aber zumindest, dass sie begutachtet wurde - sonst hätte sie kein Rezept für Medis bekommen.

Sprich, sie wurde nicht von vornherein abgewiesen.

Das ist ohne Zweifel ein tragischer Fall, aber eine hunderprozentige Diagnosegarantie, noch dazu richtig, die gibt es einfach nicht.

Manche Krankheitsbilder oder Verletzungen sind leicht, andere heimtückisch und schwierig zu erkennen.

Im Nachhinein ist man leider immer schlauer - das nutzt der in diesem Fall Verstorbenen aber auch nichts mehr.

S|ilver7Peaxrl


@ Monika65

Das wollte ich gar nicht bestreiten. Mir ging es nur um das generelle "die Ärzte MÜSSEN". Wenn es nämlich danach ginge, was die Patienten manchmal für Notfälle halten, kann man keine normalen Sprechstundentermine mehr vergeben. ;-)

Hier war der Fall ganz klar anders gelagert.

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