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Seltsame Erfahrung bei einem Arzt und bitte um Rat

eVrdbreerlu(nxge hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute, ich war gestern bei einem Arzt (nicht bei meinem Hausarzt, ich bin umgezogen und habe hier noch keinen "Hausarzt").

Ich habe seit einer Woche circa Schmerzen mit wechselnder Intensität hinter der linken Augenbraue (ziemlich genau bei der Austrittstelle vom N. ophthalmicus) und hab mal eine Stirnhöhlenentzündung befürchtet. Samstags hatten nur Wahlärzte offen, also bin ich zu einem hingegangen. Hatte beim Ausmachen des Termins erwähnt, ich glaube, es sei Stirnhöhlenentzündung.

Ich komme ins Kabinett an, der Arzt ist freundlich und redet viel. Er fragt mich aber nicht, was ich denn hätte, sondern schaut erst mal in meinen Rachen, stellt rote Striemen im Zahnfleisch fest und erklärt, hier wäre eine Entzündung (aha, vielleicht schon ausgebreitet?) und tastet meine Lymphknoten. Anschließend diagnostiziert er einen Vitamin-D-Mangel (gut, ich bin zugegebenermaßen sehr blass) und möglicherweise Eisenmangel (auch wegen Blässe?) und beginnt Medikamente aufzuschreiben.

Da ich Laborbefunde mitnehmen sollte falls ich welche hätte, hab ich das auch gemacht. Er schaut sich alles genau durch und schreibt noch 10 verschiedene Werte auf, die ich nochmal im Labor untersuchen lassen soll, und macht sogleich einen follow-up Termin aus. Ich habe versucht wieder auf die Ausgangssymptome zu kommen, aber es ist schwierig weil der Arzt so viel redet.

Danach folgte ein halbstündiger (!) Vortrag über diverse Themen wie die Vorteile des Wahlarztseins (ich bin Medizinstudentin und drum wollte er mir das wohl empfehlen), ein Anwerbsversuch als Praxishilfe in seiner Praxis mit flexiblen Arbeitszeiten (ich möchte keinen Nebenjob weil meinen Eltern lieber ist ich konzentriere mich aufs Studium, sie unterstützen das auch) und Informationen zu seinen diversen Diplomen. Außerdem hab ich noch 2 Flyer mitbekommen von seiner Praxis.

Er schickt mich zur nächsten Apotheke, wo ich alle 6 (!) Medikamente abhole, die ich verschrieben bekommen hab (Eisen, Vit. D, das Schmerzmittel Xefo dessen Wirkstoff ich nicht kannte, irgendeine indische Wurzeltinktur, und noch 2 Sachen) und dann steh ich da und denk mir, ich bin wegen einseitigen Kopfschmerzen hin und jetzt hab ich hundert andere Sachen bekommen. Irgendwie fühle ich mich nicht ganz ernst genommen, auch wenn der Arzt sich sehr lange Zeit für mich genommen hat.

Ich bin komplett verwirrt. Bin ich zu misstrauisch oder ist da was faul?

Antworten
eZrdbseerlunxge


Aja, und: Da sei eine Entzündung, aber ich krieg kein Antibiotikum dagegen? Wenn er sagt, die Entzündung schreitet fort und so, sollte ich dann nicht irgendwas dagegen tun?

gee6rechtOigkeixt


Aber er wird ja vernommen haben, dass du gesagt hast, wo genau die Schmerzen sind. Und all die 6 Medis sollen dagegen helfen. Es muß nicht immer Antibiotika sein. Spricht ehr für den Arzt als dagegen, obwohl mich Ärzte, die dauerquasseln und sich sozusagen viel Zeit für das Falsche nehmen, auch mächtig auf den Geist gehen. %:|

E5hexmal`iger% Nutze]r e(#467193x)


Wahlarzt - aber Wahlarzt für was genau? Also Allgemeinmediziner oder hatte der irgendein Fach?

Lornoxicam, hast du wahrscheinlich mittlerweile selbst schon nachgesehen, fällt in die NSAR-Gruppe rein.

Zum Rest, puh. Ganz ehrlich? Keinen Plan, mir käme das auch suspekt vor, wenn ich da auf gut Glück ne ewig lange Einkaufsliste mitbekommen würde.

Wenn du dich als Studentin seines Fachs outest, ist das idR auch normal, dass Mediziner dann mit dir small talk führen - oder darüber hinaus.

Ob das AB-pflichtig ist oder nicht, sei dahingestellt. Ich würde mir, bei einer NNH-Entzündung mehr Symptomatik erwarten, als nur eine lokale Reizung eines Nervendurchtrittspunkts.

gAerechtiXgkeit


mich Ärzte = mir Ärzte muß es heißen.

~~Wollte erst mich nerven schreiben...daher... %:| ~~

eKrdbBee2rlu1nxge


So wie viele Leute keine Chemie mögen und lieber mit Pflanzen behandeln, bin ich da ein bisschen umgekehrt (ich hab lieber was wo ich den Wirkstoff genau nachlesen kann, so wie das Xefo und das Eisen zum Beispiel, und wo ich weiß wie einnehmen, als eine Tinktur mit Wurzeln bei denen ich mich nicht auskenne).

Ich hatte nur das Gefühl, dass das Grundproblem nicht gelöst wurde (ich soll also einfach Schmerzmittel gegen den Kopfschmerz nehmen?) und sich das Problem an sich nicht genau angeschaut hat...

Ich werd auf jeden Fall mal alles nehmen, was er gesagt hat, das ist klar. Sollte ich mir vllt noch eine Zweitmeinung einholen?

Bteni`ta-B.


Und eine Medizinstudentin kriegt das nicht gebacken zu sagen: STOP. DR. X.

Ich bin wegen xxx hier.

Stelle mir gerade vor, Du bist dann später Ärztin und kriegst einen Patientenwasserfall auch nicht gestoppt.

Traurich, traurich, traurich.

Wenn mir das Verhalten des Arztes nicht gefällt: ich stehe dann auf und sage, deshalb bin ich nicht gekommen. Möchten Sie noch drauf eingehen oder war das bereits ihr Service?

Und wech bin ich.

Es gibt genügend Ärzte, die aufmerksamer sind. Was willst denn nun ehrlich mit dem hier? Bist doch so schlau wie vorher.

Und im Ernst, er guckt Dich an und spricht vom Vit. D Mangel? Ist er Hellseher oder was?

Wenn so'n Ommchen sich da vollquatschen läßt, weil sie brav nem Weißkittel zu Füßen liegt, ok, aber für ne Medizinstudentin ist das Selbstbewußtsein null.

eLrdb*eerlxunge


@ Benita,

das stimmt schon, ich bin grundsätzlich schüchtern. Es ist aber wieder etwas anderes, wenn man selber den weißen Kittel anhat - ich war ja jetzt der Patient und käme mir ja da schon etwas präpotent vor, mit meinem mageren Wissen aus knapp 2 Jahren seine Jahrzehnte Erfahrung (es war ein älterer Arzt) in Frage zu stellen.

Dennoch hätte ich wohl selber das Gespräch besser lenken sollen.

W9ildkaxter


Hallo erdbeerlunge,

Bin ja einige Jahre älter, aber irgendwie ist das Vertrauen zu den Ärzten anders geworden. Sicher trägt das Internet auch mit dazu bei.

Nur hier auf dem Land kann man noch nicht mal den HA wechseln. Denke Vertrauen zum Arzt ist schon wichtig.

Aber auch Zweitmeinungen braucht man, mein Aderhaut Melanom hat erst der dritte Augenarzt gesehen.

MfG gute Besserung *:) @:) :)* :)^

EOhematliger Nut8zer (t#467193)


, ok, aber für ne Medizinstudentin ist das Selbstbewußtsein null.

Mal ehrlich, erdbeerlunge schreibt, dass sie knapp 2 Jahre Erfahrung hat. Geh also davob aus, dass du kurz vor, oder kurz nach dem Physikum bist?

Da ist die klinische Expertise oder Relevanz ja noch nicht so gegeben. Deswegen studiert man auch.

Das ist unter anderem auch einer der Gründe, warum sich manche Studenten, unabhängig der Fachrichtung, nicht als solche zu erkennen geben, wenn sie mit Fachleuten zu tun haben.

Dann wird eventuell nichts/weniger erklärt, einfach deswegen, weil dass Gegenüber denkt, dass der Sachverhalt ohnehin schon bekannt sei.

emrdb*eerlaunxge


@ Kramuri

Ich studiere in Wien und das ganze war in Österreich - wir haben kein Physikum, aber im 2. Jahr ist die Klinik noch im Hintergrund und wir sind noch mehr mit Pharmakologie, Sezierkurs und Ähnlichem beschäftigt. Dementsprechend war meine Selbstdiagnose "Stirnhöhlenentzündung" eher aus Erfahrungswert (hatte ich schon mal und fühlte sich ziemlich gleich an) und nicht aus dem Studiumswissen.

B|eni taBx.


Selbst mit NULL Wissen von Medizin kann ich einem Arzt STOPP sagen. Und ich finde auch nicht, dass es relevant ist, wieviel Semester Medizin hier studiert wurden.

Es dreht sich darum, man ist als Medizinstudent doch nicht minderbemittelt im Hirn sondern man ist doch was. Und sich deshalb so zulabern zu lassen, das geht gar nicht.

Das wollte ich damit sagen. Und Schüchternheit kann man mit Training ablegen, man könnte in der Volkshochschule mal einen Rhetorikkursus mitmachen, da lernt man, sich sprechend durchzusetzen.

Kann für eine Laufbahn im medizinischen Bereich sehr nützlich sein.

L!ucic32


Und ein Nebenjob ist nicht verkehrt. Du lernst sehr viel praktisches dadurch was nicht besonders im Studium abgedeckt wird. Hilft auch bei die Prüfungen. Für manche muss du dann gar nicht mehr so viel lernen. Ja du hast ein praktisches Jahr aber auch das fällt einfacher, wenn man Vorerfahrung hat. Und mit Patienten umzugehen und durchsetzungsfähig zu sein zu lernen, sollte man nicht unterschätzen.

Direkt ein Antibiotikum kann mehr schaden als helfen. Die meisten Sinusitis sind durch Viren verursacht.

T^ragEi2schertC0lmownfis*ch


Wenn so'n Ommchen sich da vollquatschen läßt, weil sie brav nem Weißkittel zu Füßen liegt, ok, aber für ne Medizinstudentin ist das Selbstbewußtsein null.

BenitaB.

Wie kommst du auf die seltsame Idee, dass Selbstbewußtsein was mit dem Medizinstudium zu tun hat?

Klar, Medizinstudenten haben vollautomatisch auch Selbstbewußtsein oder wie...während "Ommchen" (was auch immer mit diesem dümmlichen Begriff gemeint ist)...hmm z.B, Lehrer, Beamte, Verkäufer, Informatiker usw...sich natürlich automatisch vollquatschen lassen. %-|

L1uck;12x8


Dumm - plump - unangemessen - Benita.B!!!

{:(

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