» »

Hausarzt nimmt keine Patienten mehr auf

Ahtom6ic.1980 hat die Diskussion gestartet


Ja, ich weiß das Thema wurde schon oft diskutiert ...

Aber ich habe in meinem Fall gerade keine Idee was ich machen soll.

Genauer gesagt geht es nicht um mich, sondern um meine Freundin.

Diese Wohnt allerdings zu allem Glück nicht in der Gegend, sondern 780km entfernt.

Nächste Woche sehen wir uns endlich wieder.

Nun das Problem, sie hat seit längerem Hustenanfälle bei denen sie nicht mehr atmen kann, Schwindelanfälle und wie sie sagt, "ein komisches Blubbern" im, am oder beim Herzen.

Und sie klagt häufig über Übelkeit.

Für mich klingt das relativ dramatisch.

Und sie schleppt diese Beschwerden schon eine Weile mit sich herum.

Jetzt kommt noch erschwerend hinzu dass sie nicht selbst zum Arzt geht.

Das heißt, ich muss mitkommen (bis ins Sprechzimmer hinein).

Bei 780km Distanz nicht gerade einfach.

Am Montag in einer Woche wäre Gelegenheit dazu, da sie da bei mir in Hamburg (nicht direkt HH, sondern S-H) ist.

Jetzt habe ich hier einige Hausärzte angerufen und nur Ablehnungen erhalten.

"Keine Neupatienten."

Auf den ersten Blick ist es ja nicht Akut.

Wenn es allerdings eine Herzmuskel-Entzündung ist könnte es jede Sekunde zu spät sein.

Um das genau beurteilen zu können müsste man aber zumindest mal ein Ultraschall oder ähnliches machen.

Es ist also als Patient schwer seinem Hausarzt mit dem Argument zu kommen es sei ein dringender Fall, ohne dies vorher genau zu wissen.

Was machen wir denn jetzt?

Auf Grund der Entfernung und unserer begrenzten gemeinsamen Zeit ist es halt schwer das Terminlich genau zu planen. Würde sie alleine zum Arzt gehen wäre das deutlich flexibler. Geht aber leider nicht. Sie hat panische Angst.

Sie war ihr Leben lang (Anfang 40) bisher kaum bei Ärzten.

Ich würde jetzt einfach mit ihr in's nächste Krankenhaus gehen.

Was sicher in Stress und Diskussionen ausarten wird, weil die sich zunächst weigern werden sie zu untersuchen / behandeln, mit dem Verweis auf den Hausarzt.

Hat jemand dazu einen Tipp oder ähnliche Erfahrungen?

Man hört ähnliche Geschichten an allen Ecken ...

Ich kenne keine "armen" Ärzte, die Pharmaindustrie verdient mit einem relativ kleinem Personalaufwand Milliarden ... Wo bleibt das ganze Geld? Ich verstehe dieses System nicht mehr. Zum Glück haben wir jetzt alle eine eGK die viel Geld gekostet hat und nun scheinbar wertlos ist wenn einen die Ärzte nicht mehr aufnehmen. >:(

Antworten
PslüsVchbWiesxt


Wenn sie Akuthilfe benötigt, würde man sie vermutlich einmalig in jeder Praxis behandeln.

Ärzte haben einfach Angst neue Patienten aufzunehmen.

Ein Hausarzt erhält pro Patient und Quartal ca. 35 Euro, egal wie oft der Patient in den 3 Monaten kommt.

Da kann man sich ausrechnen, wie oft ein Patient im Quartal höchstens kommen darf

damit der Arzt nicht draufzahlt.

Gibt es bei euch eine Notfallpraxis, wo man am Wochenende hingehen kann?

AUt omi=c1x980


Ja, das mit den Patienten je Quartal ist mir bekannt. Und dennoch ist es völlig krank.

Ich weiß nicht ob es hier eine Notfallpraxis gibt. Aber könnten die ihr am Wochenende überhaupt helfen? Ich denke da wird eh ein Ultraschall, CT oder MRT nötig sein. Evtl. auch Bluttests oder Gewebeproben.

Das ist nämlich meine zweite Sorge. Wir gehen gemeinsam zum Arzt und der schickt uns, nachdem wir 4 Stunden gewartet haben, nach 2 Minuten wieder raus mit einer Überweisung. Dann fährt sie wieder nach BaWü und 8 Wochen Später machen wir den nächsten Termin bei einem Facharzt. Und in der Zeit hat sie jeden Tag Schwindelanfälle. Irgendwie müssen wir es schaffen dass das alles möglichst Zeitnah hintereinander über die Bühne geht. Sie ist Frisörin und schneidet anderen die Haare. Ich finde das mit den Schwindelanfällen viel zu gefährlich mit einer Schere in der Hand, aber was soll sie machen?

_sPaprvatXix_


Nun das Problem, sie hat seit längerem Hustenanfälle bei denen sie nicht mehr atmen kann, Schwindelanfälle und wie sie sagt, "ein komisches Blubbern" im, am oder beim Herzen.

Und sie klagt häufig über Übelkeit.

Also Hustenanfälle + Atemnot gehen durchaus als Notfall durch. Damit würde ich einfach (ohne anrufen) in eine Praxis (oder gar in Krankenhaus) gehen und den Fall schildern. Dann ist der Arzt verpflichtet zu behandeln. Das klingt nämlich, ohne mich jetzt zu weit aus den Fenster lehnen zu wollen, nach Allergie/Asthma. Übelkeit passt zwar da nicht so dazu und auch nicht dieses Blubbern am Herzen, aber letzteres kann auch von Lunge oder Bronchien kommen.

_QParva'ti_


Ich weiß nicht ob es hier eine Notfallpraxis gibt. Aber könnten die ihr am Wochenende überhaupt helfen? Ich denke da wird eh ein Ultraschall, CT oder MRT nötig sein. Evtl. auch Bluttests oder Gewebeproben.

Ein CT und MRT kann man weder in einer Notfallpraxis noch beim Hausarzt durchführen lassen, selbst Ultraschall könnte schwierig werden, da nicht jeder Arzt ein Ultraschallgerät besitzt. Ein wenig Rennerei ist immer nötig, wenn es notwendig ist etwas bestimmtes abklären zu lassen. Das geht nicht alles von heute auf morgen. Es sei denn, der ambulante Arzt hält es für nötig, dass eine schnelle Abklärung erfolgt, dann wird er auch eine Einweisung für die Klinik ausstellen.

mMari-posxa


Ich kenne keine "armen" Ärzte, die Pharmaindustrie verdient mit einem relativ kleinem Personalaufwand Milliarden ... Wo bleibt das ganze Geld? Ich verstehe dieses System nicht mehr. Zum Glück haben wir jetzt alle eine eGK die viel Geld gekostet hat und nun scheinbar wertlos ist wenn einen die Ärzte nicht mehr aufnehmen. >:(

Was hat das mit der Tatsache zu tun, dass Deine Freundin einfach nicht zum Arzt gehen will?

Nächste Woche sehen wir uns endlich wieder.

[...]

Jetzt kommt noch erschwerend hinzu dass sie nicht selbst zum Arzt geht.

Das heißt, ich muss mitkommen (bis ins Sprechzimmer hinein).

Bei 780km Distanz nicht gerade einfach.

Am Montag in einer Woche wäre Gelegenheit dazu, da sie da bei mir in Hamburg (nicht direkt HH, sondern S-H) ist.

Jetzt habe ich hier einige Hausärzte angerufen und nur Ablehnungen erhalten.

"Keine Neupatienten."

Auf den ersten Blick ist es ja nicht Akut.

Das Problem liegt doch bei Deiner Freundin, nicht bei den Ärzten. Außerdem ist es schon etwas merkwürdig, einen Akutfall für die kommende Woche anzukündigen.

Wenn es allerdings eine Herzmuskel-Entzündung ist könnte es jede Sekunde zu spät sein.

Warum sollte es denn überhaupt eine Herzmuskelentzündung sein? Die tritt bevorzugt bei/infolge einer unbehandelten Virusgrippe auf, was bei Deiner Freundin wohl nicht der Fall ist.

SZuinfloGweTr_7]3


1. Notfallpraxen gibt es überall. Denn sie stellen die "Vertretung" zwischen Hausärzen und Notaufnahmen dar. D.h. sind auch nur abends und am Wochenende besetzt.

Ein Notfall für eine Notaufnahme ist Deine Freundin sicherlich nicht mit den schon länger bestehenden Beschwerden. Wenn Ihr in HH sucht: Ruft doch mal einige Ambulanzzentren/Medizinische Versorgungszentren an. Die beschäftigen etliche Ärzte und haben dadurch terminell mehr Spielraum. Denn die Weigerung, neue Patienten aufzunehmen, resultiert auch schlichtweg aus der Überlastung einiger Ärzte. Was nützt die konstante Neuaufnahme von Patienten, wenn man die dann nicht angemessen versorgen kann?

Konkrete Tipps:

1. [[http://www.kvhh.net/kvhh/pages/index/p/222/0/t/Notfallpraxen]]

2. [[http://www.uke.de/kliniken-institute/zentren/ambulanzzentrum-medizinisches-versorgungszentrum-%28mvz%29/fachbereiche/allgemeinmedizin/index.html]]

3. [[http://www.schoen-kliniken.de/ptp/kkh/mvz-hamburg/]]

Srunflowxer_73


Wenn es allerdings eine Herzmuskel-Entzündung ist könnte es jede Sekunde zu spät sein.

Damit würde sie nicht seit längerem herumlaufen.

AdtWomicS1980


Mir fällt auf dass man in diesem Forum scheinbar oft falsch verstanden werden will. [...]

Meine Kritik am Gesundheitssystem hat natürlich nicht direkt damit zu tun. Nur dass es systembedingt eben sehr schwer geworden ist. Und ein Akutfall ankündigen hat niemand vor gehabt. Diesen braucht niemand ankündigen, denn er liegt bereits vor. Umso schlimmer dass man keinen Termin bekommt obwohl nicht mal einer gemacht werden müsste. Die Herzmuskelentzündung war nur ein Beispiel, da sie in's Bild passt. Woher weist du dass dies bei ihr NICHT zutrifft? Sie hatte tatsächlich vor einiger Zeit eine Grippe mit der sie nicht beim Arzt war.

Also langsam mit solchen Mutmaßungen. Helfen tut dein Beitrag leider überhaupt nicht. [...]

O]pt/imi-smsuxs


Atomic1980

Wenn ich richtig gelesen habe, machst Du Dir sehr grosse Sorgen um Deine Freundin. Das kann ich gut nachvollziehen.

Sie möchte bei einem Arztbesuch begleitet werden. Könnte das auch eine andere Vertrauensperson machen? Vielleicht hätte sie ja bessere Chancen beim Hausarzt ihrer Eltern. Bei uns ist es so, dass wenn die Arztpraxen Aufnahmestop haben, Angehörige in der Regel doch noch Einlass finden. Das könnte vielleicht eine Möglichkeit sein.

Du beschreibst Husten, "Blubbern" in der Brust und Atemnot. Hat sie Fieber? Für mich klingt das eher nach eine Bronchitis, maximalstens nach einer Lungenentzündung. Ich möchte hier aber keine Diagnose stellen - für mich klingt es einfach eher nach Atemwegsinfekt. Das kann durchaus Schwäche/Schwindel auslösen.

Mich erinnert Deine Beschreibung an mich, als ich mit 40 tatsächlich noch eine Kinderkrankheit - Keuchhusten - bekommen hatte. Deine Freundin ist sicher eine Ecke jünger als ich. Wäre sowas vielleicht möglich?

Wenn alle Stricke reissen und sie wirklich kurz vor dem Abklappen ist, würde ich wohl doch bei einem Krankenhaus vorstellig werden.

Was mir Hilfreiches noch zu einem Atemwegsinfekt einfällt, ist dampfen/inhalieren - mit Kamille, Thymian, evtl. 1 Tröpfchen Teebaumöl. Das ist entzündungshemmend und schleimlösend. Thymiantee dürfte ebenfalls helfen. Eine aufgeschnittene Zwiebel neben das Bett "desinfiziert" die Luft etwas und hilft die Atemwege frei zu machen (ja, ich weiss, es stinkt...) Man kann ja das eine tun und muss das andere nicht lassen.

Langfristig gesehen, wäre es sicher hilfreich, wenn Deine Freundin irgendwo einen Hausarzt hätte, den sie im Krankheitsfall auch erreichen könnte, ohne erst eine halbe Weltreise machen zu müssen.

Ich wünsche Deiner Freundin gute und baldige Besserung. :)*

c1laixret


@ Atomic1980

Ein Akutfall ist ein neu aufgetretenes Symptom, das sofort behandelt werden muss. Die Beschwerden deiner Freundin sind aber schon länger da.

Du wirst es halt schwer haben einem Hausarzt in Hamburg zu verklickern, dass deine Freundin von außerhalb unbedingt nächste Woche einen Termin als Akutfall braucht.

Ein Arztbesuch in 800km Entfernung von ihrer Heimat wird vermutlich auch nicht so viel bringen, denn eine ordentliche Diagnose (z.B. Auswertung von Blutwerten, weitergehende Untersuchungen) oder medikamentöse Einstellung kriegt man nicht sofort.

Ich würde jetzt einfach mit ihr in's nächste Krankenhaus gehen.

Dort wird man ihr bei akuter Atemnot helfen, aber für ausführliche Diagnostik und Behandlung an einen niedergelassenen Arzt verweisen.

Könntest du nicht zu ihr fahren und dort mit ihr einen Arzt besuchen?

SEenxse


Ich kenne keine "armen" Ärzte, die Pharmaindustrie verdient mit einem relativ kleinem Personalaufwand Milliarden ... Wo bleibt das ganze Geld? Ich verstehe dieses System nicht mehr. Zum Glück haben wir jetzt alle eine eGK die viel Geld gekostet hat und nun scheinbar wertlos ist wenn einen die Ärzte nicht mehr aufnehmen. >:(

Die Pharmaindustrie, die GKV und die Ärzte sind als Institutionen ganz strikt zu trennen. Die Ärzte sind sozusagen die letzten in der Kette und als "selbständige Unternehmer" in der Situation, ihre Leistungen ab einem gewissen Aufkommen des Einsatzes schlichtweg nicht mehr vergütet zu bekommen. Beiläufig an dieser Stelle.

Nimmt Deine Freundin Medikamente, ACE-Hemmer zum Beispiel? Es gibt Wirkstoffe in Medikamenten, die zu Husten der übelsten Art führen können, der sich mit Dauer der Einnahme ansteigend verschlimmern kann. Da hilft überhaupt gar nichts dagegen, außer diese abzusetzen oder auszutauschen. :)*

mQiri8x0


Vielleicht hilft ein Anruf bei der Krankenkasse weiter? Einige Krankenkassen bieten telefonische Beratung durch Fachpersonal und/oder einen Arztterminservice.

S}unflowrer_73


Die Ärzte sind sozusagen die letzten in der Kette und als "selbständige Unternehmer" in der Situation, ihre Leistungen ab einem gewissen Aufkommen des Einsatzes schlichtweg nicht mehr vergütet zu bekommen. Beiläufig an dieser Stelle.

Ebenso beiläufig: Und bei zu starkem Überschreiten des Budgets gibt es ggf. sogar Regressforderungen, wo der Arzt dann Gelder ZURÜCK zahlen muss).

Und auch wenn unser System nicht perfekt ist: Man sollte auch mal beleuchten, wie kompliziert die Freundin das Thema selber gestaltet!

Mporitzs2&71


Wenn es dir vornehmlich um Hilfe geht (und nicht daraum, über unser ach so schlechtes Gesundheitssystem zu reden), von mir Folgendes:

1. Ich würde jemand, bei dem ich was Schlimmes befürchten muss, nicht 800 km mit Bahn oder Bus fahren lassen. Wenn du schon Angst hast, dass sie als Friseurin umfällt, wie dann erst bei den Strapazen einer 10 stündigen Fahrt.

2. Ich würde dringend mit ihr an ihrer Arztscheu arbeiten. Sie kann ja nicht bei einem tatsächlichem echten Notfall jedes Mal zu dir fahren.

3. Sie hatte neulich eine Grippe, ohne zum Arzt zu gehen? Das ist sehr gefährlich, denn dann ist ja zu vermuten, dass auch niemand da war, um sie krank zu schreiben. Und mit Grippe so einen Beruf wie Friseurin, wo man viel steht, auszuüben, das mußt du dringendst verhindern.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Gesundheitswesen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH