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Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt möglich?

SYiriu)sNone hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin gerade dabei, die Wulst von Gesundheitsfragen meines BU-Antrags zu bewältigen und habe so das Gefühl, bereits jetzt auf verlorenen Posten zu sein ...

Warum?

Nun, ich habe extreme Angst, eine Kleinigkeit bei der Beantwortung zu vergessen und dann jahrelang nur scheinversichert zu sein ...

Ich hatte in den letzten Jahren diverse Dinge wie Magenprobleme, Tinnitus, urologische Probleme, bin aber sonst kerngesund. Magenprobleme waren sehr spontan, einen wirklichen "Zeitraum" gab es nicht, beim Tinnitus das gleiche ... Dazu war ich insgesamt bestimmt bei insgesamt knapp 15 Ärzten und Krankenhäusern ...

Wie zur Hölle soll man das alles peinlichst genau zusammenbekommen? Das geht los bei irgendwelchen medizinisch korrekten Bezeichnungen und endet bei irgendwelchen Zeiträumen einer Behandlung, die man eigentlich gar nicht definieren kann. Ich bin mir zum Beispiel relativ sicher, dass trotz meiner jetzigen Ruhephase vor meinen Magenproblemen ich irgendwann mal wieder Magenprobleme bekommen werde und ich dieses mal Helicobacter mit Antibiotika bekämpfen werde ... verschweigt man sowas? Sagt man sowas?

Und wenn man draufschreibt, dass man eine Dosis von 2x40mg Baldrian genommen hat und es aber ausversehen 2x50mg waren, dann können sich die Versicherungen rauswinden und man hat im schlimmsten Fall mehrere 1000 EUR Beiträge gezahlt und wird nie einen einzigen Euro sehen ...

Wie habt ihr das gemacht? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich der einzige bin, der eine BU mit dem ein oder anderen kleineren Wehwehchen hat ...

Ich habe irgendwo gelesen, dass die Versicherung einem 50 jährigen keine BU zahlen wollten, weil er 10 Jahre zuvor ein Rezept eines Kräuterbads verschwiegen hatte, er aber mit 50 an Rheuma erkrankte und berufsunfähig wurde ... andererseits soll man auf keinen Fall die Krankenakte anfordern, weil da teilweise Sachen drin stehen, von denen man besser nicht gelesen haben sollte, weil man sie sonst angeben müsste ...

Wie mach ich's denn nun richtig und vor allem Hieb und Stichfest?

Grüße

Antworten
wrhat atra\gedy


BU ist - gerade in Deutschland - wohl eine der sinnlosesten Versicherungen überhaupt, weil sie extremst selten zahlen - und dann nur einen Bruchteil.

Warum willst du überhaupt eine?

S*iriuYsNponxe


Ich lese überall genau das Gegenteil :(

Gerade als Bürohengst soll es wohl Sinn machen, da de Prämien wohl noch bezahlbar sind und es relativ wahrscheinlich ist, vor seiner Rente irgendwie mal BU zu werden ...

Was macht man sonst, um sich finanziell abzusichern? ??? ??? ???

sAunnSy_8x4


BU ist - gerade in Deutschland - wohl eine der sinnlosesten Versicherungen überhaupt, weil sie extremst selten zahlen - und dann nur einen Bruchteil.

Wie kommst du zu dieser Annahme? Ich sehe bisher nur Vorteile, diese Versicherung abgeschlossen zu haben, vielleicht liegt es auch an der Berufssparte?

@ SiriusNone

Triff dich doch mit einem Vertreter deiner Versicherung zu einem Beratungsgespräch. Vielleicht möchte er dir was aufzwingen, vielleicht berrät er dich auch nur gut. Ich habe bisweilen nur positive Erfahrungen bei Beratungsgesprächen gemacht (habe mir Bedenkzeit eingeräumt, er ließ mich in Ruhe, eigene Entscheidungen treffen...)

SWiriusBNoxne


huhu ... ich habe meinen "haus-makler" bereits involviert. Dieser hat mir eben besagte Zusatzfragebögen geschickt, weil ich Dinge wie "Magen" und "Tinnitus" erwähnt habe ... aber ausfüllen kann er das trotzdem nicht, er ist ja nun auch kein arzt ...

stun~nyZ_84


Hast du einen Hausarzt? Fülle ihn mit seiner Hilfe aus. Ich habe meinen auch um Einschätzung gebeten

wuhatfatr,agejdxy


Wie kommst du zu dieser Annahme? Ich sehe bisher nur Vorteile, diese Versicherung abgeschlossen zu haben, vielleicht liegt es auch an der Berufssparte?

[[http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article122190022/Bei-Berufsunfaehigkeit-wird-Zahlung-oft-verweigert.html]]

Und viele leidvolle Geschichten aus dem Bekanntenkreis.

Eines ist vielen erstaunlich unklar: Wenn man berufsunfähig wird, zahlt die BUV idR nur, wenn man auch keinen anderen Beruf mehr ausüben kann. Und das ist oftmals nicht der Fall - so dass man statt in den Genuss der Versicherungsprämie zu kommen, eher in obskuren Umschulungen landet.

Und selbst wenn das klappt, werden rund 30% aller Anträge abgelehnt, was imho erschreckend viel ist.

Aber ich bin da selber kein Experte - in sofern wünsche ich dir/euch einfach nur, dass etwas passendes gefunden wird und der Grund für die Versicherung nicht eintritt.

T_heblaDckponxy


Ich habe eine BU ohne Risikofragen abgeschlossen (für Juristen gibt's sowas - vielleicht auch für andere Berufsgruppen?). Nicht nur, dass ich die Risikofragen anderer BUs ziemlich schwer zu beantworten und teilweise auch zu privat, um sie vor meinem Versicherungsvertreter auszubreiten, fand - ich hatte auch keine Lust, mich später mit der Versicherung rumzustreiten, falls ich irgendeine winzige Kleinigkeit vergessen hätte anzugeben (und ich glaube, solche Streitigkeiten sind nicht selten). So war das für mich die beste Lösung.

S%iriusxNone


Guten Morgen,

das witzige an der Sache ist: Ich komme genau aus der Branche. Ich mache die IT zu diesen Versicherungen für diverse Firmen und weiss, wie die Versicherungen ablaufen. Nur jetzt wo ich selber eine brauch, wird mir erstmal klar, wie dämlich beschissen das ganze zu beantragen ist, vor allem wenn man hier und da mal kleine WehWehchen hatte.

Hier ein kleiner Exkurs zum Thema "Man wird doch sowieso in einen anderen Beruf geschickt", um mal die falschen Tatsachen beiseite zu schaffen ...

Man kann/muss prinzipiell davon ausgehen, dass der Versicherer Schaden von sich abwenden will ... da gibt es ganze Abteilungen die sich darum kümmern, denn wenn es um eine Auszahlung einer BU geht, sind oft mehrere hundertausend EUR im Spiel.

Insofern ist die Angst schon berechtigt, dass man diese Versicherung erstmal als riskant (für den Versicherungsnehmer) einstuft.

Aber ...

Erstens, zahlt die BU genau dann, wenn ich meinen Beruf eben nicht mehr ausüben kann. Darum nennt die sich "Berufsunfähigkeitsversicherung" ... das was whatatragedy meint ist eine "Erwerbsunfähigkeitsversicherung". Diese zahlt erst dann, wenn man gar nichts mehr kann. Wenn einem Arme und Beine fehlen, kann man immer noch Briefmarken anlecken (so ungefähr^^), und hätte immer noch einen "Erwerb". Sowas schließt heute keiner mehr ab, aus dem von whatatragedy benannten Grund.

Zweitens: In einer BU wiederum bestünde aber dennoch die Gefahr, dass man seinen aktuellen Beruf nicht mehr so wie gewohnt ausführen könnte, die Versicherung aber trotzdem nicht zahlt.

Beispiel: Ein Tischler sägt sich die Hand ab. Dann kann er nicht mehr Tischlern. Aber er könnte beratend in einer Tischlerei tätig sein. Dann ist er immer noch Tischler, und die Versicherung zahlt nicht. Ob es dafür überhaupt einen Stellenmarkt gibt, ist uninteressant. Hautpsache die Tätigkeit gibt es in irgendeiner anerkannten Form.

Das nennt man "abstrakte Verweisung". Man sucht dem geschädigten eine ähnliche Tätigkeit in seinem Beruf und sagt "basta! das können sie ja trotzdem noch machen". Und schon ist die Versicherung raus.

Dann gibt es noch die "konkrete Verweisung", das ist sehr ähnlich der abstrakten Verweisbarkeit, allerdings sind hier die Rahmenbedingungen wesentlich höher. Der Versicherer darf nicht einfach auf irgendeine Tätigkeit verweisen, sondern man darf nicht wesentlich schlechter dastehen, was Lohn/Gehalt, Arbeitszeit usw. anbelangt.

Heutzutage ist es höchst dumm, den "Verzicht auf abstrakte Verweisbarkeit" aus den besagten Gründen nicht mit einzuschließen. Die meisten Versicherungen haben das mit drin.

Der "Verzicht auf konkrete Verweisbarkeit" ist so eine Sache ... besser ist, man hat sie mit drin, aber meist ist die wirklich teuer und man sollte sich die Frage stellen, ob die Existenz wirklich bedroht ist, wenn man seinen Beruf zu ähnlichen Bedingungen ausüben kann.

Die BU sollte dazu da sein, seine Existenz zu sichern, nicht sich daran zu bereichern, sodass man zwei Einkommensquellen hat. Wäre zwar schön, ist aber eigentlich nicht Sinn und Zweck und deshalb auch so teuer, wenn man es mitversichert.

Am Beispiel des Tischlers wäre es zum Beispiel nicht existenzbedrohend, wenn er beratend zur Seite steht und die gleichen Arbeitszeiten und den gleichen Lohn bekommt und keine Schulungen etc. dafür machen muss. Wenn er wesentlich weniger Geld bekäme, dann wäre das schon beschissener als seine vorherige Situation.

Ich finde, die einzige Angriffsfläche, die eine Versicherung dann noch hat, ist eben die Beantwortung der Gesundheitsfragen.

Wenn man hier vergisst, einen Husten vor 4 Jahren anzugeben und man kann nicht mehr Arbeiten, weil man Atemprobleme hat, dann steht man schnell mal ohne Rente da.

Deswegen meine Angst und die Frage an die Gemeinde hier :)

o}nxodisxep


ich kann dazu nur sagen, dass ich von meiner privaten BU lebe. Sie hat ab dem Moment gezahlt, als meine gesetzliche Arbeitsunfähigkeitsversicherung gezahlt hat. Und dazu hat meine "liebe" Krankenkasse den Antrag gestellt wegen langer Krankzeiten. Rückfragen an mich gab es keine.

SQirjiusaNoxne


Ja, man kann auch "Glück" haben ... obwohl das immer nur den Umständen entsprechend so genannt werden darf ... jemand der berufsunfähig ist, wird sich kaum im körperlich besten Zustand befinden.

Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, alle Ärzte abzuklappern, die ich besucht habe, damit ich die Krankheitsgeschichte komplett aufarbeiten kann. Nervig, dafür aber relativ sicher ...

_rParvMati_


Ich kann dir nur raten, und ich habe es auch schon häufig gelesen, die Formulare für die Versicherung mit Hilfe eines Anwaltes auszufüllen, welcher sich mit der Thematik auskennt.

Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, alle Ärzte abzuklappern, die ich besucht habe, damit ich die Krankheitsgeschichte komplett aufarbeiten kann. Nervig, dafür aber relativ sicher ...

Du könntest es auch über die Krankenkasse versuchen. Die können dir bestimmt auch die entsprechenden Datensätze ausdrucken, wo und weshalb du beim Arzt warst. Ich würde zumindest mal nachfragen.

Und noch eine persönliche Erfahrung: Ich habe als Jugendliche ebenfalls eine BU-Versicherung abgeschlossen. Nach über 10 Jahren trat bei mir der Leistungsfall ein. Ich kann aufgrund chronischer Schmerzen nicht lange sitzen, gehen und stehen. Dazu hatte ich noch lange Zeit an einer PTBS zu knabbern. Mein Antrag bei der Versicherung wurde abgelehnt. Laut medizinischen Gutachter bin ich für das Büro (habe einen Bürojob gelernt) voll einsatzfähig - nur nicht für Bereiche mit hohem Konfliktpotential. Durfte mir vom Gutachter sogar noch dumme Sprüche anhören, wie z.B., dass eine PTBS eine Modeerscheinung sei :(v

Gerade als Bürohengst soll es wohl Sinn machen

Ja, aber mal ehrlich: Wie wahrscheinlich ist es, dass du als Bürohengst berufsunfähig wirst? Das Risiko ist extrem gering, daher sind auch die Beiträge so niedrig. Und in den Berufen, wo die Beiträge so hoch sind, dass man sie nicht mehr bezahlen kann, bräuchte man eigentlich eher eine BU, weil die Wahrscheinlichkeit z.B. als Pflegekraft, Bauarbeiter, Förster usw. berufsunfähig zu werden, wesentlich größer ist. Zudem ist man als Bürokraft vielfältig einsetzbar. Da musst du anscheinend echt schon bettlägerig sein, um eine BU-Rente zu erhalten.

Syirxius(None


Ja, wenn ich das so lese, dann kommt in mir auch wieder der Konflikt hoch ... nichts ist so streitig wie der Sinn einer BU, hat man das Gefühl ... die einen sagen ganz klar ja, die anderen ganz klar nein ...

Ich tendiere auch eher zu nein, aber viele meiner Bekannten und Verwandten schauen einen mit großen Augen an, wenn man sagt, dass man keine BU hat ...

Ich habe gelesen, dass gerade bei Bürojobs nicht der physische Faktor entscheidend ist sondern des psychische ... ein drittel der BU Anträge geht wegen psychischer Ursache einher.

Da könnte man wieder diskutieren, ob diese Quote geradezu normal sei, weil nur Leute mit geistiger Arbeit sich eine BU leisten können und diese nun mal nicht wegen körperlicher Gebrechen BU werden, sondern eher wegen psychischer Probleme ...

Ach man sieht, komisches Thema.

Auf Anhang A,B,C,D und F der BU zu den Gesundheitsfragen habe ich wochenlang Rennereien bei Ärzten, bei denen ich mal war ... darauf habe ich momentan überhaupt keine Lust.

_mPa2rvgatnix_


Ja, wenn ich das so lese, dann kommt in mir auch wieder der Konflikt hoch ... nichts ist so streitig wie der Sinn einer BU, hat man das Gefühl ... die einen sagen ganz klar ja, die anderen ganz klar nein ...

Die Meinungen sind in dem Fall sehr gespalten, das stimmt. Aber nach der Erfahrung die ich gemacht habe und was ich bisher von anderen Betroffenen gehört oder gelesen habe, würde ich keine BU mehr abschließen. Dann lieber andere Wege der Vorsorge für eventuelle Notsituationen finden oder eben im Falle des Falles von Sozialhilfe leben. Aber ich werfe Versicherungen bestimmt nicht mehr Geld als nötig in den Rachen.

Ich tendiere auch eher zu nein, aber viele meiner Bekannten und Verwandten schauen einen mit großen Augen an, wenn man sagt, dass man keine BU hat ...

Dann sollen sie halt mit großen Augen schauen. Welche Versicherungen du abschließt, geht deine Verwandten und Bekannten nix an ;-) Ich kenne übrigens kaum jemand, der eine BU abgeschlossen hat. Von zwei Verwandten weiß ich auch, dass sie die Versicherung nach ein paar Jahren wieder gekündigt haben, weil sie keinen Sinn mehr darin sahen aufgrund von Negativberichterstattungen über die BU.

Ich habe gelesen, dass gerade bei Bürojobs nicht der physische Faktor entscheidend ist sondern des psychische ... ein drittel der BU Anträge geht wegen psychischer Ursache einher.

Du siehst ja, ich war/ bin auch psychisch krank und habe nix von aus der BU-Versicherung erhalten. Meine chronischen Schmerzen sind ja auch nicht körperlich, sondern psychosomatisch.

Suheylby_ T.


BU ist - gerade in Deutschland - wohl eine der sinnlosesten Versicherungen überhaupt, weil sie extremst selten zahlen - und dann nur einen Bruchteil.

Haha.....und dann postest Du einen Link, wo sogar der schlechteste Anbieter bei 2 von drei Fällen zahlt. Wobei hier davon ausgegangen wird, eine Ablehnung ist immer unberechtigt.

Und dann kommst Du mit sowas um die Ecke

Eines ist vielen erstaunlich unklar: Wenn man berufsunfähig wird, zahlt die BUV idR nur, wenn man auch keinen anderen Beruf mehr ausüben kann.

%:|

Und bei dem hier

Aber ich bin da selber kein Experte

sollte man sich doch jegliche Empfehlungen verkneifen.

Aber SiriusNone ist Gott sei Dank selbst auf dem Gebiet etwas bewandert. ;-)

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