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Selbstzahler, Privatpatient, Kassenpatient - Unterschiede?

yAessfesn\eee hat die Diskussion gestartet


Hallo,

was ein Kassenpatient ist ist schon klar. Aber was Unterscheidet einen Privatpatienten vom Selbstzahler? Ok, Selbstzahler zahlt selbst, klar. Aber der Privatpatient legt ja auch schon mal selber vor. Also muss es doch der Abrechnungsmodus sein der den Unterschied ausmacht. Irgendwie war da doch was mit den Sätzen, die die Ärzte abrechnen dürfen?

Kann mich netterweise jemand aufklären? Stichpunktartig reicht völlig.

Antworten
E]lafRefmichx0815


Im Grunde gibt es keinen Unterschied für den Arzt zwischen einem Selbstzahler und einem Privatpatienten. Denn beide müssen erstmal selber zahlen. Der Privatpatient hat nur anschließend die Möglichkeit (aber nicht die Pflicht) die Kosten der Versicherung einzureichen, die ihm diese dann zurück erstattet. Der einzige Unterschied liegt manchmal nur in der Art der Abrechnung.

Während ein Selbstzahler die Arzt-Rechnung selber bekommt und selber bezahlen muss und im Falle des Falles selber angemahnt würde, ist es bei Privatpatienten oft so, dass der Patient eine Abtretungsvereinbahrung unterzeichnen muss und der Arzt dann nicht mit dem Patienten direkt abrechnet, sondern seine Kosten gegenüber Dritten geltend macht. Dieses Unternehmen stellt dann die Arztrechnung dem Patienten in Rechnung und würde sich im Falle des Falles um Mahnverfahren usw. kümmern. Das heißt hier wird dem Arzt nur Verwaltungsaufwand erspart.

Lediglich Kassenpatienten stellen einen großen Unterschied dar. Diese müssen - grob gesagt - nichts zahlen, der Arzt rechnet direkt mit der Krankenkasse ab und muss Budgets usw. beachten, damit die Kassen auch ja nicht zu viel pro Patient und insgesamt bezahlen müssen.

yOess$esneee


Es ist also nicht teurer als Privatpatient oder als Selbstzahler zu gehen. Das gibt sich dann nix. Richtig?

L(isaxM85


Nein, der Arzt darf die gleiche Leistung nicht unterschiedlich berechnen, nur weil der Patient unterschiedlich versichert ist - alles andere wäre Betrug.

y"essmesnexee


War das nicht mal so? Ich meine mich zu erinnern. Privat darf er das dreieinhalbfache abrechnen? Muss wohl dann schon lange her sein. Naja, war ja seit bestimmt 18 Jahren bei keinem Arzt mehr.

yBessvesnxeee


Ausser Zahnarzt.

CTomrxan


Ein Privatpatient heißt Privatpatient, weil er privat versichert ist. Ein Selbstzahler heißt Selbstzahler, weil er die Rechnung aus irgendwelchen Gründen selbst zahlen muss oder will (über die Versicherung sagt das nichts aus).

Nein, der Arzt darf die gleiche Leistung nicht unterschiedlich berechnen, nur weil der Patient unterschiedlich versichert ist - alles andere wäre Betrug.

Äh, wie bitte? Dann vergleich mal die Erstattungssätze einer PKV (GOÄ) und die einer GKV (EBM), die der Arzt anwenden muss. Das ist ein massiver Unterschied für die gleiche Leistung.

SCc6hwHed(en2x009


Äh, wie bitte? Dann vergleich mal die Erstattungssätze einer PKV (GOÄ) und die einer GKV (EBM), die der Arzt anwenden muss. Das ist ein massiver Unterschied für die gleiche Leistung.

so sieht es aus, Ärzte haben dort ordentlich Spielraum.

yYesse]snxeee


d gefunden:

Kostenerstattungsprinzip

Beim Kostenerstattungsprinzip wird die Behandlung des GKV-Patienten wie bei einem Privatpatienten (Selbstzahler) nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), bei Zahnärzten (GOZ) abgerechnet.

Er bezahlt seine Rechnung direkt an den Arzt und lässt sich den erstattungsfähigen Anteil durch seine Krankenkasse erstatten.

Erstattungsfähig ist nur der Teil, der beim Sachleistungsprinzip ebenfalls angefallen wäre, abzüglich einer Verwaltungsgebühr von ca. 5-10 Prozent.

Da ein Patient so die Budgetierung der GKV umgeht, erhält er so eine Behandlung, die er als "Normal-Patient” höchstwahrscheinlich nicht erhalten hätte.

Da der Arzt eine Reihe zusätzlicher Behandlungen anbieten kann und außerdem durch eine Vervielfachung des GOÄ-Satzes einen höheren Betrag in Rechnung stellen darf, wird der Betrag die die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nicht ausreichen, diese bessere medizinische Versorgung zu finanzieren.

ytessesnxeee


Ich hoffe so ein Link ist erlaubt:

[[https://www.versicherung-online.net/kostenerstattungsprinzip-informationen-140/]]

Spunfl,ower_7x3


Kassenpatient: Basis für die Gebührenhöhe ist der EBM-Katalog. Abrechnung erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung (Arzt sendet Daten an die KV; KV zahlt Honorar aus). Honorare (mit Ausnahme von Abschlagszahlungen) weden quartalsweise und i.d.R. mt 6 Monaten Verzögerung ausgezahlt.

Privatpatient: Grundlage für die Honorarhöhe ist die GOÖ bzw. GOP (Gebührenordnung Ärzte/Psychotherapeuten). Die Honorare sind höher als als im EBM und es können sog. Steigerungssätze berechnet werden ("schwierige Behandlung"). Patienten haben eine private Krankenversicherung; bekommt i.d.R. eine Rechnung, die sie bei der Kasse einreichen und die ihnen das Geld rückerstattet.

Beihilfeberechtigt: Honorar gemäß GOÄ/GOP; gezahlt wird von der Beihilfe und der Rest von einer privaten Krankenversicherung (bspw. 70% Beihilfe, 50% PKV).

Selbstzahler: Zahlen unter Umgehung einer Krankenkasse selber; Honorargrundlage ist auch die GOÄ. Wird bspw. gerne im Bereich Psychotherapie gemacht, wenn eine Verbeamtung ansteht (damit nichts aktenkundig ist...(.

Kostenerstattung: Gesetzlich Versicherte nehmen eine Leistung als Privatpatient in Anspruch. Können dann den EBM-Teil der Rechnung erstattet bekommen; die Differenz zur GOÄ zahlen sie selber.

S chla[bberxmaul


Zunächst einmal gibt es weder "Privat-Patienten" noch "Kassen-Patienten". Es gibt höchstens Mitglieder eine gesetzlichen Krankenkasse und solche einer privaten Krankenversicherung.

Ein gesetzlich versicherter Patient legt beim Arzt seine Krankenversicherungs-Karte vor, der Selbstzahler bekommt eine Rechnung nach der GOÄ oder GOZ, die er, falls er privat versichert ist, seiner Versicherung vorlegt oder, wenn er keine Versicherung hat, aus eigener Tasche zahlt. Beamte, die Beihilfeanspruch haben, können sich zu 50% privat versichern und erhalten die andere Hälfte des Rechnungsbetrages über die Beihilfestelle zurück. Im Gegenzug bekommen sie aber keinen Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung ausgezahlt.

Im Krankenhaus rechnen die meisten privaten Krankenversicherungen die Fallpauschalen direkt mit der Versicherung ab, nicht aber die Rechnungen der liquidationsberechtigten Ärzte.

S7chlaYbbPermauHl


Beihilfeberechtigt: Honorar gemäß GOÄ/GOP; gezahlt wird von der Beihilfe und der Rest von einer privaten Krankenversicherung (bspw. 70% Beihilfe, 50% PKV).

Letzteres ist ausdrücklich untersagt, da die Erstattung nicht höher sein darf als der Rechnungsbetrag. Hier hat immer die PKV Vorrang, und die Beihilfestelle zahlt nur den Restbetrag. Der Beihilfeberechtigte muss die Tarife seiner Krankenversicherung offenlegen.

d`ummsIchmarrrexr74


Es ist also nicht teurer als Privatpatient oder als Selbstzahler zu gehen. Das gibt sich dann nix. Richtig?

vielleicht rechnet ein Arzt damit, dass ein selbstzahler härter verhandelt und setzt den steigerungssatz lieber etwas vorsichtiger an? ;-)

Stunfl=owerx_73


Sorry, das war ein Tippfehler mit den 70/50! Meinte natürlich die Aufteilung des Gesamtbetrages von 100% in 70% Beihilfe und 30% PKV. Oder mit anderen Anteilen; 70% Beihilfe ist ja auch nicht immer der Fall (soweit ich weiß, bin aber nicht wirklich sicher).

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