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Gesprächspauschale als Neupatient?

Mjali)lxja hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ist es üblich bzw. überhaupt erlaubt, dass ein Arzt einem neuen Patienten zusätzlich eine Gesprächspauschale berechnen darf? Ich wollte diese Woche bei einem Arzt, der für meine Erkrankung einer der Spezialisten in Deutschland ist, einen Termin vereinbaren und per Mail teilte man mir mit, dass ich als Neupatient "beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt eine Gesprächspauschale von 65 Euro" entrichten muss mit der Begründung "den Standard der Sprechstunde zu halten".

Ist sowas erlaubt? Ich habe das Gefühl, dass er da doppelt abkassiert. Einmal bezahlt die Krankenkasse für das Gespräch und ich soll dann zusätzlich auch nochmal für das Gespräch bezahlen. ":/

Antworten
A\uf"DerArbei%t


Vielleicht bietet er das von Dir gewünschte Gespräch nur als [[https://de.wikipedia.org/wiki/Individuelle_Gesundheitsleistung IGeL]] an. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse sind ja leider oft nur sehr pauschal und auch niedrig - eine umfangreiche Beratung kann man darüber manchmal gar nicht abrechnen.

Einen guten Arzt zu finden ist oft schwierig. Viele gute Praxen nehmen auch gar keine neuen Patienten auf. Von daher wäre es mir die 65 Euro Wert, wenn ich wüsste das ich dafür einen Spezialisten habe. Aber es ist natürlich schon viel Geld.

S[ch~midt'i070


Hat er denn sonst eine normale Kassenzulassung?

Im Grunde gibt es für den Arzt bei gesetzlich versicherten Patienten ja nur eine Pauschale pro Quartal. Und je öfter Du im Quartal zu diesem Arzt gehst, desto weniger bekommt er für den Besuch.

Wenn es ein echter Spezialist ist, der sich für das Erstgespräch dann entsprechend viel Zeit nimmt, wäre mir das diesen Betrag wert.

Und ich gehe davon aus, dass er das darf, aber vielleicht bin ich auch naiv, was solche Vereinbarungen angeht. ;-)

dLanae8x7


könnte ich mir auch vorstellen, also das es sich bei ihm immer um eine IGEL leistung handelt weil der Rahmen dessen, was die Krankenkassen zahlen, bei komplexeren Problemen eigentlich nie ausreichen. Vielleicht ist es halt auch als Ergänzung zu verstehen. [[http://www.wdr.de/tv/applications/fernsehen/wissen/quarks/pdf/Q_Arzt.pdf Hier]] steht zum Beispiel das sämtliche Gespräche über eine Pauschale abgerechnet werden und quasi nicht bezahlt werden, von den Kassen. Ich könnte mir vorstellen, dass es einfach bei komplexen Sachen dann kaum möglich ist gründlich zu untersuchen, wenn man ja die Kosten sonst reinbekommen muss.

Lruc&i+32


Vermutlich ist das Erstgespräch sehr lang und ausführlich und würde von die Kasse sonst nur mit 15€ vergütet.

Meine Neurologin vergibt Termine sortiert nach Erstgespräch (30 Minuten) und Wiedervorstellung (10 Minuten).

Für mein Privatarzt (Neurochirurg) bezahle ich 46€ für 30 Minuten (er nimmt die einfache Kassensatz mit zusätzliche Gebühr für Telefonat, da er sonst nur 16€ kriegen würde).

M6allailjxa


Vielleicht bietet er das von Dir gewünschte Gespräch nur als [[https://de.wikipedia.org/wiki/Individuelle_Gesundheitsleistung IGeL]] an. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse sind ja leider oft nur sehr pauschal und auch niedrig - eine umfangreiche Beratung kann man darüber manchmal gar nicht abrechnen.

Das von mir gewünschte Gespräch ist ja nur ein Erstgespräch. Und in der Mail stand nichts von IGeL. Es wurde lediglich gesagt, dass denen zum 1.1.2008 sämtliche Zeitziffern gestrichen wurden und er somit beim ersten Gespräch entsprechenden Betrag verlangt.

Hat er denn sonst eine normale Kassenzulassung?

Ja.

Im Grunde gibt es für den Arzt bei gesetzlich versicherten Patienten ja nur eine Pauschale pro Quartal. Und je öfter Du im Quartal zu diesem Arzt gehst, desto weniger bekommt er für den Besuch.

Er verlangt diesen Betrag ja auch "nur" beim ersten Gespräch.

Wenn es ein echter Spezialist ist, der sich für das Erstgespräch dann entsprechend viel Zeit nimmt, wäre mir das diesen Betrag wert.

Naja, Spezialist insofern, dass er halt nur Patienten mit entsprechender Erkrankung behandelt. Dafür ist aber keine Weiterbildung erforderlich. Im Grunde ist er ein "normaler" Orthopäde.

dfanae\87


Es wurde lediglich gesagt, dass denen zum 1.1.2008 sämtliche Zeitziffern gestrichen wurden und er somit beim ersten Gespräch entsprechenden Betrag verlangt.

Das bedeutet das er halt keine Möglichkeit mehr hat da lange Erstgespräch anders als ein "oh, Massage" Termin abzurechnen. Will heißen, auch wenn der eine Stunde da mit dir rumdoktort, kriegt der nur maximal 15 Euro und die auch nur, wenn du in dem ganzen Quartal nicht nochmal kommst, sonst teilen die sich noch auf.

Will heißen: die krankenkasse zahlt eine vernünftige Erstuntersuchung schlicht nicht, also bittet er die Patienten zur Kasse, weil sie das sonst nicht rechnet.

RxHW


Hallo,

hier sind die aktuellen Abrechnungssätze für Orthopäden auf Seite 64 angegeben:

[[http://www.kbv.de/html/arztgruppen_ebm.php]]

- Erwachsene bis 59 Jahre: 18,99 Euro Grundpauschale (ab 60 Jahre: 21,92 Euro)

- in bestimmten Fällen Zuschlag von 3,24 Euro

- ggf. Behandlungspauschale von 22,54 Euro (wenn es nicht nur ein Gespräch ist)

Pauschalen haben immer die Eigenschaft, dass es Fälle gibt, in denen sie für den Leistungserbringer ungünstig sind (und in anderen Fällen sehr lukrativ sind). Das ist bei jeder Pauschale, die ein Handwerker ansetzt auch so (z.B. Anfahrtspauschale).

Ein Privathonorar für eine Leistung, die schon mit der Krankenkasse über eine Pauschale abgerechnet wird, ist m.E. nicht korrekt. Am besten die Krankenkasse und/oder die Kassenärztliche Vereinigung kontaktieren.

Gruß

RHW

A?le5on@oxr


Ich tippe hier auf "ärztliche Notwehr". Da er von der Kasse für seine Arbeit nicht ordentlich entlohnt wird rechnet er die Leistung privat ab.

Es ist ja ein Kritikpunkt das viele Ärzte am Fließband arbeiten, nicht gründlich zuhören und viele Patienten sich abgefertigt fühlen. Das ist Folge dieser Pauschalen.

Eine Bekannte von mir ist Heilpraktikerin. Sie nimmt für die Homöopathische Erstanamnese 160€. Die dauert 1,5-2 Stunden. Besagte Dame hat aber dafür nicht jahrelang Medizin studiert und eine anspruchsvolle Facharztausbildung absolviert ...

cNriecahar9lixe


... Also ich kenne das von Spezialisten, vor allem, wenn es um ganzheitliche ansaeetze geht. Finde das nicht so ungewöhnlich und aufgrund der Gebührenordnung bei gesetzlichen eigentlich ziemlich korrekt. Keiner sollte umsonst arbeiten und die gesetzlichen Krankenkassen zwingen die ärzte fast dazu.

KFloctjzamBeiUn


Also 65 Euro finde ich schon sehr happig, Kontakt per Email finde ich auch sehr unseriös.

Ich habe mal auf meine Rechnungen geschaut:

Die ersten 10 Minuten beim Arzt kosten immer 10,72 Euro für ein Gespräch/Beratung beim 2,3 fachen Satz der GOT. Jedes weitere Gespräch a 10 Minuten kostet 20,11 Euro.

Für 65 Euro müsstet du also 35 Minuten mit dem Arzt sprechen können.

Er verlangt diesen Betrag ja auch "nur" beim ersten Gespräch.

Sagt er jetzt....

daanae|87


Für ein kompliziertes Problem sind 35 Minuten Gespräch ein Witz. Wenn der Mann was taugt, wovon ich mal ausgehe, dann wird er den ganzen Körperbau begutachten, de HAltung, tests machen und fragen stellen. Und da ist schnell mal eine Stunde rum. Und Kontakt per mail finde ich super, da hat der arzt nämlich sicher zeit vernünftig zu antworten.

Malija, schreib doch einfach eine Mail hin und frage was mit diesen 63 Euro bezahlt werden soll.

M;ali%ljxa


Ein Privathonorar für eine Leistung, die schon mit der Krankenkasse über eine Pauschale abgerechnet wird, ist m.E. nicht korrekt. Am besten die Krankenkasse und/oder die Kassenärztliche Vereinigung kontaktieren.

Ja, genau das war mein Gedanke. Der Arzt berechnet bei der Krankenkasse das Arztgespräch und mir stellt er zusätzlich nochmal eine private Rechnung aus. Da bekommt er zweimal Geld für die selbe Leistung.

Ich werde interessehalber mal bei der Krankenkasse oder kassenärztlichen Vereinigung nachfragen, ob man das darf.

Mein Physio sah eher das Problem darin, dass der Arzt kein "einfaches" Gespräch ohne diese Zusatzleistung/Kosten anbietet und das wohl nicht rechtens wäre. Also er nimmt mich nur als Patient, wenn ich aus eigener Tasche drauf zahle, ansonsten behandelt er mich nicht.

Ich tippe hier auf "ärztliche Notwehr". Da er von der Kasse für seine Arbeit nicht ordentlich entlohnt wird rechnet er die Leistung privat ab.

Dann soll er sich auf Privatpatienten beschränken. Ich frag mich halt, wofür ich Kassenbeiträge bezahle, wenn ich bei einem Arzt mit Zulassung für Kassenpatienten doch privat dazu zahlen soll.

Also ich kenne das von Spezialisten, vor allem, wenn es um ganzheitliche ansaeetze geht.

Nein, in die Richtung geht es nicht.

Also 65 Euro finde ich schon sehr happig, Kontakt per Email finde ich auch sehr unseriös.

Ich persönlich mag es per E-Mail auch nicht. War auch das erste Mal, dass ich das in Anspruch genommen habe, da ich telefonisch nie jemanden erreicht habe. Es lief immer nur ein Band, dass gerade kein Mitarbeiter zur Verfügung steht und danach war die Verbindung weg.

Für ein kompliziertes Problem sind 35 Minuten Gespräch ein Witz.

Naja, so ein kompliziertes Problem habe ich nicht bzw. ist es jetzt keine dramatische Krankheit. Nur dachte ich mir halt, dass es nicht schaden kann bei einem Arzt in Behandlung zu sein, der sich lediglich auf meine Krankheit spezialisiert hat.

Dieser Arzt bietet auch, gemeinsam mit einem weiteren Arzt, eine Sprechstunde an, wo es dann um speziellere Probleme geht, insbesondere wenn es in Richtung OP geht. Da könnte ich dann verstehen, dass er eine extra Gesprächspauschale erhebt.

Und Kontakt per mail finde ich super, da hat der arzt nämlich sicher zeit vernünftig zu antworten.

Die Mail kam nicht vom Arzt selber, sondern von seiner Empfangsdame.

dQanae8x7


Dann soll er sich auf Privatpatienten beschränken. Ich frag mich halt, wofür ich Kassenbeiträge bezahle, wenn ich bei einem Arzt mit Zulassung für Kassenpatienten doch privat dazu zahlen soll.

Na, die Frage stellt sich doch schon lange oder? Also wenn man bedenkt das die Krebsvorsorge beim Frauenarzt inzwischen selbstzahlerleistung ist, genau wie zahlreiche andere medizinische Leistungen. Hier hat ein Orthopäde ein Verfahren bekommen, von der Krankenkasse, er hat zu oft KG verschrieben, dass ist denen zu teuer.

Und wenn der da 13,- für das Gespräch bekommt, ist das halt auch nichts. Und was die Privatpatienten angeht, ja, meine Möglichkeit, aber dann musst du halt auch x% Privatpatienten reinnehmen und das lässt dann die Wartezeiten aller Kassenpatienten explodieren und das ist auch niemandem recht, wenn man dann als Kassenpatient x Wochen warten muss während der Privatpatient gleich dran kommt.

Also, versteh mich nicht falsch, ich versteh deinen Ärger und seh das ein wenig wie dein Physio, aber ich kann auch den Arzt verstehen.

S@chmi'dti.70


Immerhin weisst Du es vorher. Ich bin da ja eher pragmatischer veranlagt: entweder Du bist dazu bereit, gehst hin und zahlst...und weisst dann natürlich erst hinterher, ob es das wert war.

Oder Du verzichtest drauf und gehst halt zu einem anderen Orthopäden. Gibt ja freie Arztwahl (zumindest im Großen und Ganzen).

Ich glaube, wir werden uns in Zukunft darauf einstellen müssen, immer mehr als Extraleistung zahlen zu müssen.

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