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Östrogene. Ich blicke nicht mehr durch!

AFnita.E. hat die Diskussion gestartet


hallo Ihr Lieben!

Nach einer totalen Gebärmuttersoperation hat mir mein Arzt Presomen 1,25 verschrieben. Nun weiß ich aber nicht ob dieses Präparat wirklich für mich geeignet ist weil ich so viel gelesen habe darüber das es ja aus den Harn trächtiger Stuten hergestellt wird. Ist dieses Östrogen wirklich vergleichbar mit menschlichem Östrogen? Ist dieses Gut für mich? Ich bin 44 Jahre alt und nehme nebenbei noch wegen meiner Schilddrüse Thyroxin 100.

Eure Anita

Antworten
ang=nexs


Stört es Dich, daß es aus Pferdeurin hergestellt wird?

A{ni=taEx.


hallo Agnes,

Nein, da stört mich weniger, ich wundere mich halt nur weil zwischen Tieren und Menschen ja doch in der Chemie ein gewisser Unterschied liegt. Und ich frage mich halt auf das tierische Östrogen zu 100% deckungsgleich ist mit der menschlichen Östrogen.

S<on?ja7d6x211


stört es dich, dass die stuten unter tierquälerischen bedingungen gehalten werden? stehen tag und nacht ihr leben lang angebunden in der scheiße. die stute bekommen gerade mal so viel zu trinken, dass sie knapp überleben.warum? damit der urin konzentrierter ist.

jedes masttier hat es besser. diese stuten können sich nichtmal hinlegen, sich nicht wälzen, nichts. die hufe faulen im mist, werden nie geschnitten vom schmied. die stuten werden immer wieder befruchtet, damit sie schwanger werden und östrogen vermehrt produzieren.

warum nimmst du diese tierquälertabletten? es gibt östrogenpräparate, für die keine stuten gequält wurden. sprich deinen arzt darauf an.

na dann mal bon apetit mit deinen tabletten.

Eine gute Nachricht besteht darin, daß Frauen als Östrogen-Ersatz therapeutische Verordnungen wählen können, die kein solch extremes Leiden mit sich bringen. Es gibt viele geeignete Östrogen-Präparate zur Behandlung von Hitzewallungen, nächtlichen Schwitzanfällen und Scheidentrockenheit, an denen Frauen im Verlaufe der Menopause leiden können. Diese Östrogene sind auch hinsichtlich der Prävention von Osteoporose und der Verringerung des Risikos einer Herzerkrankung genauso wirksam wie Presomen. Viele davon sind pflanzlichen Ursprungs. Keins von diesen Mitteln beutet Tiere in einer Weise aus, wie dies bei Presomen der Fall ist. Eine Änderung der Lebensweise, wozu auch regelmäßige Belastungsübungen und Aerobic gehören, und eine entsprechende Ernährung, z. B. mit Tofu und Soja, die einen natürlich hohen Gehalt an Östrogen haben, können ebenfalls hilfreich sein.

[[http://www.pferde-schutz.de/presomen/index.html]]

Zehntausende schwangerer Stuten verbringen ihr ganzes Leben zusammengepfercht in Massentierfarmen in Kanada und den USA für die Herstellung des begehrten Medikamentes Presomen das aus dem Urin schwangerer Stuten gewonnen wird. Ihre Fohlen sind ein unerwünschtes "Nebenprodukt" dieser grausamen Praxis, und viele von ihnen enden in den Todesreihen der Schlachthäuser. Presomen ist das in Deutschland am häufigsten verschriebene Östrogenpräparat und wird zur Zeit von ca. 1 Million Frauen eingenommen. Presomen wird von der Firma Kali-Chemie Pharma GmbH in Hannover hergestellt.

Der östrogenreiche Urin schwangerer Stuten (PMU = Pregnant Mare Urine) stellt eine lukrative Einnahmequelle für die 480 PMU-Farmen dar, die mit Ayerst Organics Verträge unterhalten, dem kanadischen Zweig der Wyeth-Ayerst. Bei einem Preis von 4-5 Dollar pro Liter erzielen die Farmer in North Dakota, Manitoba, Alberta und Saskatchewan leicht einen jährlichen Nettobetrag von 100.000 bis 200.000 Dollar aus dem Urinverkauf.

Leider sieht es für die 75.000 Stuten, die auf diesen Farmen leben müssen, weniger rosig aus. Jahr für Jahr verbringen sie den überwiegenden Teil ihrer langen Schwangerschaft angebunden in kleine Boxen, 24 Stunden täglich an eine Vorrichtung angeschlossen, die ihren Urin sammelt und wie eine Bettpfanne funktioniert und dabei fest an den Hinterteil des Pferdes gepreßt ist.

Tierschutzorganisationen haben ihre Betroffenheit hinsichtlich der sehr beschränkten Bewegungsfähigkeit vorgebracht, denn die Stuten können nicht mehr als einen Schritt oder zwei Schritte in irgendeine Richtung machen, können sich nicht bequem hinlegen, noch sich auf die Seite rollen oder ihren Kopf auf den Boden legen und ruhen. Pflege, insbesondere Hufpflege wird auf vielen PMU-Farmen nur mit einem minimalen Zeitaufwand betrieben.

Hauptgrund für das Schlachten von Stuten, die zu entfernen sind, ist Lahmen, verursacht durch Bewegungsmangel. Auf einigen PMU-Farmen kümmert man sich so wenig um die Stuten, daß diese praktisch wieder zu Wildtieren und so scheu geworden sind, daß sie Menschen, die sich ihrer Box nähern, ausweichen.

Im amerikanischen Werbematerial der Firma wird behauptet, daß die "Stuten hochgeschätzt sind und gut versorgt werden" und man zitiert den Empfohlenen Praxiskodex für die Pflege und Handhabung von Pferden in PMU-Betrieben als Beweis für die ausgezeichnete Pflege. Leider verfügt der Praxiskodex über geradezu rührend niedrige Standardanforderungen, ist rein freiwillig und wird bestenfalls ganz locker gehandhabt bzw. umgesetzt. Im Jahre 1970 sah sich die PMU-Industrie mit gewissen Vorschriften in Ontario konfrontiert, woraufhin Ayerst sein Urin-Sammel-Geschäft einfach nach Manitoba verlegte.

Wesentliche veterinärmedizinische Schriften stimmen darin überein, daß Pferde täglich Bewegung benötigen; davon hat man in der PMU-Branche noch nie etwas gehört. Auf diesen Punkt hin befragt, antwortete ein Sprecher der Wyeth-Ayerst für Öffentlichkeitsarbeit, daß "einige Pferde sehr faul und bewegungsunfreudig sind." Der Praxiskodex gibt den PMU-Farmen lediglich bedeutungslose Anweisungen, indem er besagt, daß "alle Pferde soviel Bewegung erhalten sollen, wie für ihr Wohlbefinden erforderlich ist." Ein paar PMU-Farmer bewegen ihre Stuten wöchentlich, andere versuchen, sie alle 3 bis 4 Wochen einmal rauszulassen, und wieder andere geben zu, daß sie ihre Stuten während der gesamten 6 Monate nicht rauslassen.

Die Versorgung mit Trinkwasser ist ein anderes besorgniserregendes Thema. Der Gebrauch von Wasser ist auf einer PMU-Farm streng limitiert. Nur wenige Stuten erhalten die in Wyeth's Praxiskodex angegebene Menge Trinkwasser. Nach Aussagen der Inspektoren des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums "ermutigt Ayerst offensichtlich zur Limitierung des Trinkwassers, um dadurch den ausgeschiedenen Urin zu konzentrieren, damit eine geringere Menge verarbeitet werden muß. Dies entbehrt jedoch jeder Logik, denn die Firma hat offensichtlich weder in einer Untersuchung den Östrogen-Gehalt des Urins von Pferden mit freiverfügbarem Trinkwasser gegenüber solchen mit begrenzter Wasserzufuhr gemessen, noch haben sie die ausgeschiedene Urinmenge dieser beiden Gruppen festgestellt". Ein Veterinär, der mit mehreren PMU-Farmen zusammenarbeitet, gibt an, daß er eine Zunahme an Nieren- und Leberproblemen feststellen mußte, seit Wyeth-Ayerst die Farmer zu einer begrenzten Wasseraufnahme der Stuten anhielt.

SKonja,762x11


climopax enthält genau dieselbe menge an östrogen. dafür mussten keine stute leiden UND das mittel ist sogar noch billiger als presomen.

würde mich als stutenbesitzerin sehr freuen, wenn du ggf. auf dieses mittel ausweichen würdest.

lg, sonja

S&onja76!21x1


mist, entschuldige, habe falsch geguckt. also hier noch mal:

sehr gute infos, da steht noch viel mehr, lesen lohnt sich:

[[http://www.ptaheute.de/93E344DFD8014997AD3F63A642797234.htm]]

[...]

Vielfältige Anwendungsformen

Die in der Hormonersatztherapie eingesetzten Östrogene sind entweder synthetisch hergestellt (z.B. in Kliogest N, Activelle, Klimonorm), oder werden aus dem Harn trächtiger Stuten gewonnen (konjugierte equine Östrogene, z.B. in Presomen, Climopax). Hinzu kommt eine Gestagenkomponente. Lediglich bei hysterektomierten Frauen, die also keinen Uterus mehr haben, kann darauf verzichtet werden. Hier ist die alleinige Östrogengabe (z.B. Estrifam, Estronorm) ausreichend.

An Bedeutung gewinnt die transdermale Hormonanwendung. So haben z.B. Pflaster den Vorteil, dass der First-pass-Effekt in der Leber umgangen wird. Allerdings ist das Pflaster meist sichtbar, und gelegentlich treten Hautreaktionen auf. Pflasterkombinationspräparate sind z.B. Tradelia und Estragest TTS. Nur Östrogen enthalten u.a. die Pflaster Estramon, Estradot, Estraderm TTS und Cutanum.

Eine weitere transdermale Anwendungsform sind Östrogen-Gele (Sandrena, Sisare Gel mono, Gynokadin Gel, GynPolar Gel). Ein Gestagen muss ggf. zusätzlich eingenommen werden. Die Gele sind nach der Anwendung nicht sichtbar, erfordern jedoch eine kurze Einwirkungszeit. Mit dieser Anwendungsform ist ein langsames Ausschleichen der Hormonsubstitution gut möglich.

Studienergebnisse weisen darauf hin, dass die transdermale Östrogenzufuhr besonders bei Frauen mit Übergewicht hinsichtlich des Thromboserisikos sicherer ist als die orale Einnahme. Mit Aerodiol steht auch ein Östrogen-Nasenspray zur Verfügung.

Möglicherweise hängt das Risiko einer HRT auch vom Typ des Gestagenpartners ab. So verweist die Dr. Kade/Besins Pharma GmbH auf Studienergebnisse, nach denen sich das natürliche, mikronisierte Progesteron (Utrogest) im Vergleich mit synthetischen Gestagenen hinsichtlich des Brustkrebsrisikos als vorteilhafter erwiesen hat.

[...]

SuonjaB7621x1


hast du denn noch einen oder zwei eierstöcke? dann hast du alle hormone und brauchst gar nichts nehmen.

Afn3itaaE.


Hallo Sonja,

Vielen Dank für diesen umfangreichen Infotext. Nein, ich habe auch keine Eierstöcke mehr. Dass die Stuten so gehalten werden wusste ich nicht.

Ich denke so etwas kann man auch nicht wissen, wenn man zum Arzt geht und der einem ein Präparat verschreibt dann nimmt man das halt zunächst einmal. Man hat ja als Laie keine Ahnung. Er sagte zu mir nur das Präparat ist gut und ich soll alle halbe Jahre zur Blutabnahme kommen. Nun ja, das war bisher mein Wissensstand.

Liebe grüße

Anita

mgel8070


Wurde bei ir denn ein Östrogenmangel festgestellt? Wenn ja kann man ja auch Estradiolvalerat nehmen. Ich nehme das seit zwei Wochen zusätzlich zur Pille und habe einen guten Eindruck davon bekommen. Es wirkt sich positiv auf Haut und Haare aus.

das mittel ist sogar noch billiger als presomen.

Hast Du das presomen etwa selbst zahlen müssen?

S'onja?76211


anita: woher soll an das auch wissen.

du kannst ja nichts dafür, wenn der arzt dir das nicht sagt @:)

kannst ja nach einem anderen präparat fragen, das ohne stutenharn hergestellt wurde.

ansonsten kenne ich mich leider nicht aus.

alles gute, sonja

AfnnitFaE.


hallo Mel800 *:)

ja, da mir wurde circa ein halbes Jahr nach der OP ein recht dramatischer Abfall von Östrogen festgestellt. Dann sagte man mir klipp und klar, wenn ich keine Östrogene nehme während die Spätfolgen für mich dramatisch. Nun ja, als wäre man nicht schon genug gestraft dadurch, jetzt hat man auch noch den Ärger und die Angst bezüglich dieser Östrogene. Der menschliche Körper ist eine Katastrophe!Nein, aufgrund meiner Krankengeschichte wurde/wird natürlich das Presomen von der Krankenkasse bezahlt.

Liebe grüße

AWnpnita^E_.


liebe Sonia @:)

vielen lieben dank.

Anita

axgnexs


Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk. Wenn 1% davon nicht funktioniert, zumal, wenn das Teil funktionell "ersetzt" werden kann, ist das selten eine Katastrophe.

Hast Du irgendwelche 44 Jahre alten Maschinen in Haus, die alles tun können, was Du kannst, und ohne jegliche Reparatur immer noch funktionieren?

Freut Euch an Eurem Körper, daran, daß Ihr gehen, lachen und gstreichelt werde könnt!

AGnn'itaxE.


Hallo Agnes

Naja, Agnaes, in der Tat habe ich 40 Jahre alte Maschinen die immer noch toll laufen.

Aber zum Körper zurück muß ich sagen das in meinem Augen der mesnchliche Körper eine primitive "Maschine" ist, noch dazu zu anfällig und lästig.

:-|

aignxes


Wenn jemand den menschlichen Körper eine primitive Maschine nennt, ist das eine traurige Fehleinschätzung. Wie gut kennst Du denn den Bau und die Funktion Deines Körpers? Die tausende der chemischen Reaktionen die da ablaufen? Die Signale, die zwischen Organen und im Hirn in Bruchteilen von Sekunden hin-und hergehen? Die komplizierten Ausgleichmechanismen, die uns erlauben, die "Maschine" mit Salzbrezeln, Äpfeln oder Steak zu betreiben?

Tausende von Wissenschaftlern arbeiten seit langen daran, das alles zu enträtseln - und es gibt immer noch so viele Dinge, die wir nicht wissen. Im Gegenteil, je mehr wir herausfinden, desto komplizierter wird es.

Wenn einen das alles nicht interessiert, ist das eine Sache. Etwas wegen des eigenen Unwissens als "primitiv" abzustempeln, ist etws anderes.

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