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Cerazette bei Endometriose- Erfahrungen?

EDrdbeMerWe23 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

sagt mal: Nimmt einer von Euch die Cerazette?

Ich hatte ja vor 3 Wochen eine BS und es wurde Endometriose entdeckt und entfernt. Seitem muss ich die Cerazette nehmen, weil die ja viele Gestagene hat, die vorbeugend wirken sollen.

Wie war das bei euch unter Cerazette mit dem Zyklus? Man nimmt sie ja durch....kriegt man da überhaupt noch eine Blutung? Und wenn ja, wann ungefähr?

Hat evtl auch noch jemand Endometriose und nimmt Cerazette und hat Erfahrungen damit, wie die da hilft? Ich habe nach der OP nun schon wieder Unterleibschmerzen und Angst, dass da schon neue Endometriose ist...weiß aber auch nicht, ob das so schnell sein kann. Werde nun erstmal 3 Monate die Cerazette nehmen und dann muss ich zur Kontrolle zur Gyn.

Wäre über Erfahrungsberichte sehr froh ;-)

Liebe Grüße!

Antworten
JceanK D}oxw


Myome und Cerazette

Ich hatte starke Blutungen wegen zwei Myomen. Mit der Cerazette hörten wenigsten die Blutungen auf - hatte nur noch Schmierblutungen. Damit konnte ich wenigstens meinen "körper finden" und registriert, welche Zusammenhänge von Bewegung /Verstopfung und Blutungen bestehen.

Ich hab jetzt zwar eine Myom-OP, aber wenn diese nicht möglich wäre, dann würde ich die Cerazette eben durchnehmen, den endlich hab ich wieder Lebensqualität und einen normalen Eisenwert.

Ich hab lange Diane und Valette genommen. Ich höre noch meine alte FÄ sagen... sie haben zwar einen hohen Östrogenspiegel, aber ich möchte nicht, daß Sie so viele Eisprünge haben, wenn Sie noch keine Kinder haben möchte.... dass Myome damit wachsen hat sie wohl nicht gewußt.

Den Zusammenhang mit Endometriose kenne ich nicht - aber soviel ich weiß ist es wenigstens nicht negativ, diese Pille einzusetzen.

E,rd8beexre23


Danke ;-)

Ja, ich warte mal ab, nehme die cerazette jetzt seit 2 wochen, bisher habe ich immer noch die gleichen schmerzen, aber mal schauen, vielleicht tut sich da ja noch was. ich mag einfach die hoffnung nicht aufgeben und mich nicht damit abfinden, dass ich jetzt auf dauer schmerzen haben soll, bis ich mal irgendwann in die wechseljahre komme....das kann doch nicht sein!

S8ucet)te


Es ist leider nicht vorhersehbar, wie sich die Cerazette auf die Blutungen auswirken wird. Die Cerazette kann helfen, allerdings nicht wegen der vielen Gestagene, sondern wegen dem fehlenden Östrogen. Kombinationspräparate enthalten eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Östrogene fördern den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, Gestagene hemmen ihn. Dafür sorgen Östrogene in Kombinationspräparaten für eine bessere Zyklusstabilität, also ein geregeltes Blutungsverhalten, so dass man nur dann blutet, wenn man eine Pillenpause einlegt. Die Cerazette muss dagegen durchgehend genommen werden.

Der Gestagengehalt der Cerazette ist übrigens nur halb so hoch, wie bei entsprechenden Kombinationspräparaten mit dem gleichen Gestagen. Unter Einnahme der Cerazette hat man immer noch einen geringen natürlichen Östrogenspiegel, so dass man nicht ausschließen kann, dass sich gar keine Gebärmutterschleimhaut mehr aufbaut, das ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

Wenn man Glück hat wird durch die Cerazette der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut so stark gehemmt, dass gar keine Blutungen mehr auftreten. Das kann aber auch viele Monate dauern. Was sonst auch häufig vorkommt ist, dass häufig schwache Schmierblutungen auftreten, die teilweise mehrere Wochen anhalten können.

Das sind jetzt zwar keine Informationen speziell zur Endometriose, aber das ändert nichts daran, dass die Wirkung der Cerazette auf das Endometrium nicht wirklich vorhersehbar ist.

ENrUdbeerxe23


danke, sucette...ja, mir wurde auch mittlerweil egesagt, dass das nicht vorhersehbar ist und es optimal wäre, wenn ich durch die cerazette gar keinen eisprung mehr kriegen würde. na ja, momentan hab ich aber einen und deshalb schmerzen, ist also noch/wieder endometriose da. werde das wohl mal ein paar monate beobachten müssen, mehr bleibt mir da ja leider nicht übrig...

Ssu-ce*ttxe


Woher weißt du denn, dass du einen Eisprung hattest? Die Cerazette unterdrückt Eisprünge normalerweise sehr zuverlässig. Dass es dennoch zu Blutungen kommen kann hat andere Ursachen.

E]r6dbeerex23


Na ja, ich merke, dass ein Eisprung da ist, daran, dass ich ca 2 Wochen nachdem ich meine Tage hatte stärkere Stiche im Bauch kriege und dann 1-2 Tage durchsichtigen Ausfluss...habe immer angenommen, das ist der Eisprung...woher kennst du dich eigentlich so gut aus - arbeitest du in dem bereich *neugierigbin*?

na ja, auf jeden fall hab ich immer dann, wenn meine tage gerade vorbei sind, ein paar tage keine schmerzen, dann kommen sie aber wieder und jetzt hab ich wieder täglich welche. bin echt genervt, das kann doch nicht normal sein...ist es aber scheinbar. obwohl ich ja erst vor 3 wochen die OP hatte und die herde entfernt wurden....die können aber angeblich gerade nach der OP wieder schnell nachwachsen...? ich weiß es auch nicht, will auch nicht jede woche bei der gyn auf der matte stehen wegen schmerzen. und man sieht die herde eh nur in einer bauchspiegelung und die hatte ich ja eben gerade erst. hoffe so sehr, dass die cerazette wenigstens auf dauer etwas hilft!

S9uc\e%ttxe


Das sind zwar Anzeichen, die auf einen Eisprung hindeuten können, aber sicher bestimmen kannst du ihn so nicht. Die einzige sichere Methode zur Bestimmung des Eisprungs ist die symptothermale Methode, bei der zusätzlich zum Zervixschleim eine Temperaturkurve geführt und ausgewertet wird.

Ich würde nicht zu 100% ausschließen, dass man mit der Cerazette keine Eisprünge mehr hat, aber es ist doch sehr unwahrscheinlich. Zudem verändert die Pille den Zervixschleim, so dass dieser keine Aussagekraft mehr hat. Ich habe mit Pille immer mehr oder weniger Ausfluss von unterschiedlichster Konsistenz.

Ich kenne mich so gut aus, weil ich schon länger hier im Forum Fragen beantworte, und mir gewisse Informationen zur Pille selbst im Internet rausgesucht habe. Beruflich mache ich ganz was anderes.

Du wirst noch etwas Geduld haben müssen, bis du beurteilen kannst, ob die Cerazette dir Besserung verschafft. Die Neigung zu völlig ausbleibenden Blutungen nimmt mit längerer Einnahme der Cerazette zu. Das bedeutet, dass sich die hemmende Wirkung der Cerazette auf den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut evtl. erst in einigen Monaten richtig bemerkbar macht.

E'rdbZeerKe23


Das klingt ja doch, als könnte ich noch hoffen!!! Wünsche mir wirklich, dass das hilft.

Danke dir :-)

slocske74


Endometriose und Cerazette

Hallo !

Ich bin selbst an Endometriose erkrankt, und nach Aussages meines FA ist die Cerazette (oder sonst eine Pille) KEINE wirksame Therapie der Endometriose. Dies liegt daran, dass der Gestagen-Gehalt in der Cerazette zu niedrig ist, um den körpereigenen Östrogenspiegel so weit zu drücken, dass die Endo-Herde nicht mehr wachsen. Bzw., der Östrogengehalt in anderen (Kombi-)Pillen (z.B. Valette) kann die Herde auch weiter wachsen lassen.

Nach Aussage meines Arztes gibt es zwei wirksame Hormon-Therapien: 1) Behandlung mit GnRH-Analoga (z.B. Enantone-Gyn; "Wechseljahrs-Spritzen", 1 Spritze pro Monat) für max. 6 Monate (am besten nach operativer Sanierung [Entfernung der Endo-Herde durch BS]); 2) Behandlung mit Androcur-Depot-Spritzen (Gestagene; eine Spritze pro Monat); mit Androcur ist auch eine Langzeitbehandlung (länger als 6 Monate; so lange, bis Kinderwunsch eintritt) möglich.

Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Pille bei Endo oft nur deshalb verordnet wird, weil sie erstens billiger ist als die anderen Behandlungen und auch weniger Aufand für die Patientin bedeutet (keine monatliche Vorstellung wegen der Spritzen nötig).

Bei Verdacht auf Endo sollte immer eine BS gemacht werden: 1) um die Diagnose durch Untersuchung von Gewebeproben abzusichern; 2) weil die Endo-Herde auch andere Organe befallen können (z.B. Blase, Darm, Harnleiter etc.); wenn diese dann in ihrer Funktion beeinträchtigt werden, drohen weitreichende Gesundheitsschäden (z.B. Nierenstau wg. Harnleiterumwachsung und-verengung durch Endo-Gewebe). Außerdem wird es in solchen Fällen immer schwieriger, die Endo zu operieren (ggf. sogar belastender Bauchschnitt nötig, weil Laparoskopie nicht mehr möglich). Also besser im Frühstadium mit geringem Aufwand operativ sanieren und dann (wirksam) hormonell nachbehandeln als die Sache verschleppen.

Viele Grüße

Socke74

E4rdIbee-re2x3


Hallo Socke ;-)

danke für deinen Beitrag...ja, dass die Cerazette evtl nicht wirkt, vermute ich auch schon. Ich hatte ja vor 6 Wochen die BS, danach bekam ich die Cerazette. Leider sind die schmerzen noch (oder wieder?) genau wie vorher, ich fühl mich rund um die uhr mies und alles tut weh.

meine gyn meinte nun aber, unter der cerazette kann das eigentlich nicht sein, in der untersuchung sieht man auch keine endoherde (die sah man vorher auch nur in der BS) und so schnell können die nicht nachwachsen. sie sieht jetzt eine zyste (4 mal 4 cm), die aber angeblich auch keine schmerzen macht, und nochmal operieren will sie auch nicht.

sie hat mir jetzt statt dessen eine darmspiegelung aufgedrückt um zu gucken, ob da noch was ist......da bin ich ja mal gespannt. bin relativ frustriert, nun ja, ich find es schon gut, dass sie mich mit 23 noch nicht in die wechseljahre versetzen will, aber diese dauerhaften schmerzen können ja auch nicht sein, oder?

s_oc%ke74


Hallo Erdbeere,

leider gibt es mehrere Gründe, warum Schmerzen auch nach einer BS bzw. unter einer Hormonbehandlung weiter bestehen können. 1) Es wurden nicht alle Herde entfernt. Der Operateur muss sehr mit Endo erfahren sein, um die vielfältigen Erscheinungsformen der Herde genau zu kennen und so "vor Ort" identifizieren zu können. Oft werden Herde übersehen. 2) Die Endometriose führt zu entzündlichen Reaktionen in der Umgebung der Herde, was wiederum zur Narbenbildung des entsprechenden Gewebes und zu Verwachsungen führen kann. Diese können auch Schmerzen verursachen, reagieren aber überhaupt nicht auf Hormone. 3) Wie schnell die Enodmetriose wieder nachwächst, kann man so generell nicht sagen. Es gibt sehr aggressive Formen, die ganz schnell wieder wuchern, vor allem, da die Pille ja keine wirksame Unterdrückung darstellt. 4) Falls noch Endo-Gewebe verblieben ist, muss dies nicht unbedingt auf die Hormontherapie ansprechen. Dies liegt daran, dass nicht alles Endo-Gewebe gleich ist und manchmal nicht über die entsprechenden Rezeptoren verfügt, die für ein Ansprechen auf die Hormongabe von Bedeutung sind. Dies kann aber nur die feingewebliche Untersuchung des herausoperierten Gewebes klären.

Generell ist es bei der Endometriose wohl so, dass man nur die Wahl hat zwischen "Pest und Cholera": entweder man nimmt die (u.U. auch belastenden) Hormonbehandlungen in Kauf, oder man geht das (nicht geringe) Risiko ein, dass es zu einem Rezidiv kommt. Dann muss man auch bedenken, dass man nicht unendlich oft solche Rezidive wieder operativ sanieren kann, da jede OP zu Narbenbildung und Verwachsungen führt, die dann auch wieder schmerzen und nicht mehr medikamentös zu beeinflussen sind.

Meiner Meinung nach werden die "Wechseljahrsspritzen" etc. oft aber auch "dämonisiert". Sicher bedeuten sie einen erheblichen Eingriff in den Hormonhaushalt und können auch zu Nebenwirkungen führen, aber man muss, denke ich, auch klar abwägen, welche Folgen eine ungeeignete Behandlung bzw. ein Verzicht auf Nachbehandlung nach der BS auf die Gesundheit und das Wohlbefinden hat.

Insgesamt würde ich Dir sehr raten, Dich an einen Spezialisten für Endometriose zu wenden (z.B. in einer Poliklinik einer Uni-Klinik, die auch eine Endo-Sprechstunde anbieten). Nur dann kannst Du sicher sein, dass die Ärzte diese etwas komplizierte Krankheit wirklich nach dem neuesten Stand der Kenntnisse behandeln.

Alles Gute für Dich,

Socke

Ecrdmbeedre23


Ich geh ja zur Oberärztin der Uni-Frauenklinik, diese ist meine Gyn, und die behandeln da auch speziell Endometriose....nun ja, mal abwarten. heute hab ich nen termin bei einer internistin im Krankenhaus zur Mitbeurteilung und evtl vorbesprechung zur darmspiegelung.....danke dir auf jeden fall!

Ggirlqsweetvy


Hallo Erdbeere,

mit der Cerazette kann man gute Erfolge bei Endometriose erreichen, genauso mit der Valette. Die Pille muss durchgängig genommen werden, damit keine Regelblutung auftritt und sich die Gebärmutterschleimhaut nicht aufbaut und auch nicht abbluten kann, denn Endometriose ist nichts anderes. Endometriose ist eine gutartige, aber schmerzhafte chronische Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb des vorgesehenen Ortes vorkommt. Endometrioseherde können stecknadelkopfgroß oder auch größer sein und befallen den Bauchraum und Beckenraum, können auch Organe befallen.

Mit der Cerazette kann man Endometriose nicht heilen, man dämmt die Schmerzen ein und verhindert das Auftreten weiterer Herde bzw. eine Ausbreitung der Endometriose. Der Beginn der Wechseljahre ist noch nicht das Ende der Cerazette-Pilleneinnahme, dass heißt man muss die Pille ziemlich lange schlucken....

M^edinhrxa


*zuflüster* Der Faden ist inzwischen zwei Jahre alt. ;-) @:)

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