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Androgenämie - Zu viele männliche Hormone und Libidoverlust

swixt?a84 hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

vor gut einem Jahr bin ich wegen schlechter (werdender) Haut, Schuppen, schmerzender Haut und vor allem (!!!) schlimmen Stimmungsschwankungen zu meiner Hausärztin gegangen. Diese hat mich dann zu meiner Gyn überwiesen, um einen Hormonspiegel machen zu lassen. Meine Gyn teilte mir dann mit, dass ich trotz Pille (zu dieser Zeit die Leios) zu viele männliche Hormone produziere. Ich sollte dann zunächst für 6 Monate die Valette nehmen, da diese Pille zur Behandlung der Androgenämie bekannt sei. Nach diesen 6 Monaten sollte ich dann Pille absetzen, 2-3 Monate gar keine Hormone nehmen, um zu schauen, ob sich die Hormone durch diese Therapie möglicherweise selbst reguliert haben.

Während der 6 monatigen Einnahme ist dann jedoch meine Libido völlig verschwunden und meine Scheide blieb komplett trocken. Das habe ich dann bei einem Termin meiner Gyn geschildert und die sagte dann nur, dass das nun einmal so sei und es keine andere Möglichkeit der Behandlung gäbe. Ich sollte die 6 Monate in jedem Fall erst einmal abwarten. Das habe ich dann getan. Leider hat sich nun nach einer erneuten Blutabnahme herausgestellt, dass mein Hormonhaushalt sich nicht reguliert hat und ich nun die Valette weiternehmen soll. Ich habe dann erneut meine Bedenken bezüglich der Nebenwirkungen geäußert, woraufhin meine Gyn sagte, dass es halt keine andere Möglichkeit gäbe. Entweder geregelter Hormonhaushalt durch Valette oder die männlichen Hormone zerstören meine Eierstöcke nach und nach, sodass ich irgendwann keine Kinder bekommen könnte!!!

Da ich aber leider auf Grund von einer anderen Geschichte nie auf nur eine Meinung vertrauen kann, vor allem nicht, wenn man mir sagt, es gäbe keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten, habe ich mir eine Überweisung zu einer Endokrinologin geben lassen. Dort war ich letzte Woche. Mir wurde ebenfalls Blut abgenommen. Die Ergebnisse bekomme ich nächste Woche. Als ich der Endokrinologin die ganze Sache schilderte und ich vorallem mein Bedenken bzgl. der weiteren Einnahme der Pille äußerte, war auch Ihre Meinung, dass ich die Pille (zwar nicht unbedingt die Valette, da müsste ich halt ausprobieren...) weiternehmen müsste.

Jetzt bin ich völlig verwirrt, verunsichert und verzweifelt. Es muss doch auch andere Möglichkeiten geben... Ich habe mich noch nicht vollständig mit dem Thema auseinandergesetzt aber hier im Forum auch von der Einnahme von Metformin gelesen. Wäre das in meinem Fall vielleicht auch sinnvoll? Kann/ Soll ich das bei meinem nächsten Termin anmerken und wieso wird mir keine alternative Behandlung vorgeschlagen ???

Was mich zunächst auch ein wenig irritiert hat: Die Endokrinologin fragte mich, ob ein Elternteil Diabetis mellitus Typ 2 hätte. Da das bei meinem Vater der Fall ist, sagte Sie, dass die Hormonstörung durch die genetische Vorbelastung durch meinen Vater kommen könnte. Mein Blutzuckerwert war in Ordnung. Nun werden noch sämtliche andere Werte gemessen (z.B. Blutfette etc.). Man hat mir dann auch geraten weniger Kohlehydrate zu essen und mehr Sport zu treiben, da das alles Einfluss auf meine Androgenämie hätte...

Hat hier jemand eine Androgenämie oder Erfahrung damit? Ich kenne niemanden mit dem ich mich darüber austauschen könnte und die Ärzte scheinen meine Sorgen nicht zu verstehen.

Viele Grüße

Anna

Antworten
M=onxiM


Mein Ratschlag:

Pille absetzen, 6 Monate warten, dann einen Hormonstatus beim Endokrinologen

Unter der Pille ist ein Status der Sexualhormone sowieso relativ sinnlos-die Pille greift extrem in diesen Kreislauf ein und verfälscht alles. Nach dem Absetzen dauert es ca 6 Monate, bis sich das wieder gefangen hat.

Solltest du wirklich zuviele Androgene haben, so sollte erst mal die Ursache dafür herausgefunden werden-und nicht einfach die Pille verschrieben werden (typisch Gyn, das liest man hier ständig).

Der Endo hat nach Diabetes gefragt, weil diese häufig in Zusammenhang mit einer Hyperandrogenämie steht.

Ein potentieller Vorläufer des Diabetes, die Insulinresistenz, ist relativ häufig für zuviele Androgene verantworltlich. Da sie unbehandelt einen Diabetes verursachen kann, ist es ganz wichtig, sie zu erkennen. Die Therapie wäre dann eben Metformin.

MXon.iM


Der Libidoverlust ist übrigens mit hoher Wahrscheinlichkeit eine NW der Valette- Androgene fördern nämlich eigentlich die Libido.

szixqtxa84


Hallo MoniM,

die 6 Monatige Pillenpause habe ich ja nun fast hinter mir. Blut wurde mir gerade bei der Endokrinologin (da war ich letzte Woche) abgenommen. Die Ergebnisse bekomme ich nächste Woche.

Aber ich verstehe einfach nicht, warum mir Gyn und Endokrinologin, obwohl sie von meinen Libidoproblemen und den anderen NW wissen, weiterhin die Valette (bzw. andere Pillen) verschreiben wollen. Ich habe klar und deutlich gesagt, dass das nicht in meinem Sinne sei. Behauptet wird aber, dass das die einzige Möglichkeit einer Behandlung sei?!?

MuonixM


Je nachdem, was der Hormonstatus sagt, könnte man darüber diskutieren.

Wie sieht es denn mit deinen Zyklen aus, kommen die regelmäßig?

s%ixtxa84


Ja, mit und ohne Pille ist mein Zyklus sehr regelmäßig. Kann mich ziemlich drauf verlassen.

M/oxniM


Merkst du die Hyperandrogenämie sonst? Vermehrter Haarwuchs, Akne usw?

Wenn deine Zyklen regelmäßig sind, so scheinen hier die Androgene nicht zu stören-und das ist häufig eines der ersten Symptome, wenn man zuviel Androgene hat.

ssixta8x4


Im Moment (nehme ja seit ca. 6 Monaten die Pille nicht) habe ich keine starke Akne oder vermehrten Haarwuchs. Die Endokrinologin hat mich auch etwas komisch angeschaut und sagte mir, dass man bei mir beim bloßen Ansehen ja keine Androgenämie vermuten würde. Aber sie hatte es ja schwarz auf weiß... und nun ist ja ein weiterer Bluttest gemacht worden!

Ich hoffe bloß sehr, dass ich nicht wieder die Valette nehmen muss. Es wird doch wohl andere Möglichkeiten geben?! Denn zum einen wäre es schön, wenn meine Libido intakt bliebe. Zum anderen möchte ich ja auch irgendwann Kinder... Das war übrigens auch etwas, was mich sehr irritiert hat. Auf dem Untersuchungsergebnis stand (sinngemäß): Da die Patientin keine Kinder haben möchte, wird die Behandlung mit einer anti-androgenen Pille empfohlen. - Wie kommen die bitte darauf, dass ich keine Kinder haben möchte ??? Danach wurde ich nieee gefragt!

MZoniM


Damit ist wohl gemeint "momentan kein Kinderwunsch"-wenn einer besteht, dann protestiere gegen die Valette. Das kannst du natürlich sowieso machen.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so wirklich, warum eine symptomlose Hyperandrogenämie bei dir behandelt werden soll??

Hast du deine Werte?

Und bevor die da mit der Pille anrücken, könnte man wenigstens etwas nachforschen, wo die Ursache liegt-darauf würde ich in jedem Fall bestehen!

SzilberGmoZndauge


@ sixta84

MÜSSEN musst du schonmal gar nix ! Ich hab das auch gehört, "man müsse die Eierstöcke stillegen weil frau sonst später keine Kinder bekommen kann"

Mir wurde die Valette auch "ans Herz gelegt" die sei sooo toll...höhö, trotz Valette hatte ich Haarausfall (also vor Einnahme, währenddessen und hinterher). Weg ging er durch was anderes. Und bei mir war der Haarausfall auch als der Testosteronspiegel normal war.

Und dann gehört eine gescheite Diagnostik her. Wie alt bist du denn ? Rein theoretisch könnte es auch ein "late onset AGS (ags=andreogenitales syndrom) sein". Das ist eine Störung der Nebennieren, da produzieren die Nebennieren zuwenig Cortisol und statt dessen zuviel Testosteron. Und das "late onset" heißt, dass es nicht von Geburt an ist.

Aber ich verstehe einfach nicht, warum mir Gyn und Endokrinologin, obwohl sie von meinen Libidoproblemen und den anderen NW wissen, weiterhin die Valette (bzw. andere Pillen) verschreiben wollen

Warum Gyns die Pille verschreiben wollen ist klar ]:D - aber bei Endos, vor allem bei einer FRAU wie in deinem Fall verstehe ich das NICHT !!!

Ich hatte sogar mal einen (männlichen) Endo, der meinte, am besten Androgene gegen 0.

Ja, klar...*vogelzeig*

LG Silbermondauge

scix-ta84


Meine Werte habe ich. Aber leider momentan nicht zur Hand, da ich im Büro bin. Allerdings werde ich nächste Woche ja die neuen Werte von meiner Endokrinologin bekommen.

Behandelt werden muss die Androgenämie bei mir, weil sie sich (ohne die Einnahme der Pille) ja mit starken Stimmungsschwankungen, schlechter und schmerzender Haut äußert (im Moment geht es noch aber es fängt schon wieder an). Nehme ich die Pille (speziell die Valette) jedoch, habe ich das Problem mit der Libido. Deshalb möchte ich gerne eine alternative Therapie machen, sofern sie tatsächlich nötig ist.

Was mich ebenfalls gewundert hat, ist, dass meine Gyn gar nicht meine Eierstöcke geschallt hat. Sie und ich wissen also gar nicht, ob ich bereits Zysten an den ES habe. Danach fragte mich nämlich die Endokrinologin...

SXil~belrmonydauxge


edit: AGS heißt natürlich adrenogenitales Syndrom,

ich selber habe das nicht, ich habe das hier häufig vorhandene PCO-Syndrom

(also da wo die Eierstöcke spinnen)

Und: Wie siehts mit deiner Schilddrüse aus ?

s6ixtxa84


Hallo Silbermondauge (sehr schöner Name übrigens :)^)

also, ich bin 24.

Was mich echt momentan tierisch fertig mach, ist, dass ich mich von den Ärzten irgendwie unverstanden und ignoriert fühle. Und dass, obwohl ich mir extra schon eine zweite Meinung eingeholt habe...

Meine Schilddrüse ist bisher noch nicht untersucht worden. Kann sowas nicht auch über die Blutabnahme bei der Endokrinologin untersucht werden? Und welcher Zusammenhang könnte da bestehen?

S{ilberm4ondxauge


Ja, ich kenne das...ich selber "durfte" auch die Erfahrung machen "Kein Kinderwunsch -> Pille"

Hat die Kasse sogar bezahlt. Gut, ich hätte die Pille auch genommen, habe Depressionen davon bekommen und auch aus anderen Gründen hab ich keine Lust darauf, mehrere Sorten auszuprobieren.

Ich hasse diese "Aufdrängerei" von Medikamenten.

Metformin hilft nicht immer und wenn man kein Diabetes hat, muß man es selber zahlen, obwohl es Ärzte gibt, die es trotzdem verschreiben, auch wenn man "nur" eine Insulinresistenz hat.

Ja, das kann der Endokrinologe auch machen. Guck mal hier: [[http://www.top-docs.de]]

Das sind zwar die "Schilddrüsenspezialisten" aber ein guter Endo erkennt die Zusammenhänge ! (Und du willst ja irgendwann Kinder, nur nicht jetzt, habe ich das richtig verstanden ?)

Es gibt auch PCO-Syndrom OHNE PCO (also ohne die "Zysten" an den Eierstöcken und wie ich schon geschrieben habe, es könnte auch das adrenogenitale Syndrom sein. Meine Haus(!)ärztin hat mir das so erklärt, der Cortisolspiegel kann normal sein aber bei Streß wird dann zuwenig Cortisol ausgeschüttet. Ich gehe mal davon aus, das stimmt so...

Stimmungsschwankungen und Schmerzen der Haut als Zeichen einer Hyperandrogenämie ? Interessant... Und durch die Pille ging das weg ?

LG Silbermondauge

s$idxt9a84


Hallo Silbermondauge,

super, danke für die Seite.

Ja, Du hast richtig verstanden. Ich möchte Kinder, nur jetzt noch nicht. Eher in 4-5 Jahren.

Ich werde jetzt erstmal die Ergebnisse der Blutabnahme abwarten und hoffen, dass die Endokrinologin mir weiterhelfen kann, in dem sie mir sagt, was nun Sache ist, und wie ich behandelt werden kann (und zwar ihne Pille!).

Ja, schmerzende Haut und starke Stimmungsschwankungen waren bei mir die stärksten Symptome und das hat sich durch die Pille reguliert...

Viele Grüße

Anna

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