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Bauchspiegelung mit Komplikationen - kennt das noch jemand?

L'ämm&chexn3 hat die Diskussion gestartet


In einem anderen Beitrag ging mein Anliegen leider etwas unter, darum mache ich einen eigenen Beitrag auf und hoffe auf Erfahrungsberichte und Tipps.

Ich bin erstaunt, dass hier anscheinend alle ganz ohne Komplikationen eine Bauchspiegelung machen konnten, und entsetzt, warum es bei mir nicht so "easy" lief. Bei mir wurde ein Tumor festgestellt und per Bauchspiegelung entfernt. Ich musste einwilligen, im Fall der Bösartigkeit komplett per großem Bauch-Längs-Schnitt ausgeräumt zu werden (Eierstöcke, Gebärmutter, Netz, Blinddarm, Lymphknoten). Es war vorher nicht klar, ob Eierstöcke und Gebärmutter selbst bei Gutartigkeit erhalten bleiben, und es war unklar, ob alles per Spiegelung würde entfernt werden können oder ob nicht doch -mindestens- ein Bikinischnitt her müsste.

Während der zweistündigen OP wurde ich (in Vollnarkose am Beatmungsgerät) an den Kniekehlen aufgehängt Kopf über nach hinten gehängt. Durch das Aufpumpen mit Gas ist meine Lunge nahezu kollabiert und durch die Lagerung über Kopf die Atemwege zugeschwollen. Ich wachte Stunden nach OP-Ende auf der Intensivstation auf, wo ich auch 24 Stunden blieb.

Von den Opiaten (Schmerzmittel nach der OP) habe ich - ebenso wie vom Gas - heftigste Nebenwirkungen bekommen. Mir war während meines einwöchigen Krankenhausaufenthaltes sterbensschlecht, ich konnte nichts essen, wurde allein gelassen und dann entlassen:

- Mit unversorgten Wunden, die noch immer eitern und Gänge gebildet haben, die drohen, in den Bauchraum durchzubrechen,

- mit ausgerenktem Kiefer (vom Intubieren),

- mit ausgeschlagener blutiger Lippe (vom Intubieren),

- mit nur halbem Lungenvolumen

- mit heftigen Schmerzen in Luftröhre/Kehlkopf,

- mit sehr starken Rückenschmerzen (Lagerungsschaden intra und post OP)

- mit Gasansammlungen im Körper

- mit taubem Unterleib, teilweise Inkontinenz, Überlaufblase, Verdacht auf Bandscheibenvorfall intra OP

- benommen und ohne Konzentrationsfähigkeit

Die OP ist inzwischen zwei Wochen her und ich "renne" (naja schleiche gebückt) von Arzt zu Arzt und versuche, wieder auf die Beine zu kommen. Bis auf die Rückenschmerzen, die Wunden und den Kiefer habe ich alles wieder in den Griff bekommen.

Der Operateur hat sich nach der OP nie wieder blicken lassen, der Anästhesist hat nur auf der Intensivstation reingeschaut, ansonsten kam auf der Station täglich zwischendurch mal irgend eine Assistenzärztin kurz ins Zimmer. Der Arztbrief las sich wie eine Lobhudelei auf das Krankenhaus, von den vielen Komplikationen keine Spur. Nur weil ich zufällig meine Akte in die Finger bekam vor der Entlassung, weiß ich, dass die OP nicht glatt lief sondern zB die Sauerstoffsättigung dramatisch runter war.

Ich würde mich wirklich freuen, wenn sich hier auch Leute melden könnten, die nicht am nächsten Tag schon wieder Marathon gelaufen sind und Olympia gewonnen haben... bzw. mir sagen können ob ich ein Recht auf Kopien aus meiner Akte, Infos über den Anästhesie- und OP-Verlauf und zB Mitteilung meiner Blutgruppe usw. habe gegen das Krankenhaus? Und die sonstige Ideen haben für mich oder Anregungen was ich tun soll... Und vielleicht kann ja jemand aus Erfahrung berichten, ob das Drumherum so normal war oder nicht (24h Intensiv, keine offizielle Visite des Facharztes, keine Hilfe bei Nebewirkungen, kein Konsil mit Anästhesie wegen der Nebenwirkungen, Entlassung als "Invalide" und man muss dann auf sich allein gestellt zusehen wie man fertig/gesund wird...).

Antworten
s8allJy\hesPsen


Hallo, das hört sich ja alles wirklich schlimm an. Erfahrungen habe ich in dieser Richtung keine, um Dir da einen Rat geben zu können. Jedoch hast Du immer ein Recht auf eine Kopie Deiner Daten, Krankenakten usw. Die Klinik/ der Arzt können jedoch einen Betrag für die Kopierkosten verlangen. Wünsche Dir alles Gute!!!

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