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Endometriose ? Pille auf Rezept ? Achtung lang

R$ieseneschnuLffel hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

kurz meine Vorgeschichte: seit ich 20 bin, nehme ich die Pille. Hab zwischendrin mal gewechselt, da ich aufgrund von Bluthochdruck die alte Pille nicht mehr nehmen durfte und bin bei der Cerazette hängengeblieben. Die hab ich genommen, bis ich schwanger werden wollte, damals war ich 25. Kind Nummer 1 kam zur Welt, Verhütung erfolgte per NFP und Persona, da noch ein zweites Kind angedacht war, das kam dann auch 1.5 Jahre später zur Welt. Nach dieser Geburt hab ich wieder die Cerazette genommen und eigentlich nie Probleme gehabt (bin jetzt 31). Die Periode blieb komplett aus, was ich gar nicht übel fand

Letztes Jahr im September war ich beim Gyn, zum einen zur Krebsvorsorge, zum andern weil ich abklären wollte ob meine hormonelle Situation in Ordnung ist oder ob einfach die Hormone verrückt spielen. Ich hab seit meine Tochter zur Welt gekommen ist, mehr Haare (tja, wenn die auf dem Kopf wären, wärs ja toll :-/), eben einen Flaum über der Oberlippe, stärkere Behaarung an den Beinen und Bikinizone und auch das ein oder andere Haar auf der Brust (die sehen aus wie Schamhaare |-o). Ausserdem hab ich seit mindestens einem dreiviertel Jahr schon keinen Sex mehr gehabt, mir fehlt einfach die Lust dazu, ich bin dauermüde, was mich natürlich sehr belastet, denn ich liebe meinen Mann über alles und finde, sowas gehört eben auch zu einer funktionierenden Beziehung dazu.

Die FÄ meinte, da ich sehr helle Haare hätte würde sie jetzt den Flaum gar nicht wahrnehmen, sie geht davon aus ich hätte wohl Depressionen von der Cerazette und würde deshalb so reagieren, sprich wegen der Behaarung genervt sein und auch der Rest käme davon. Ich solle die Pille ab heute absetzen, würde die wohl nicht mehr vertragen und mir Gedanken machen, wie ich sonst verhüten will. Ausserdem würde sie mir mal pflanzliche Glücklichmacher verschreiben. Einen Hormonstatus fand sie jetzt nicht notwendig.

Ok, ich bin der Meinung, ich hatte keine Depressionen, hab aber des lieben Friedens Willen das hochdosierte Johanniskraut eingenommen und die Pille abgesetzt. Über Verhütung hab ich mir nicht wirklich Gedanken gemacht (alles mit Hormonen darf ich nicht nehmen, soviel bleibt da eh nicht übrig), ich war ja eh zu kaputt, um noch irgendwelchen Aktivitäten dieser Art nachzukommen :=o

Danach fing das Chaos an. Mein Zyklus ist total im Eimer, zwischen 15 und 40 Tagen ist alles drin. Und wenns dann kommt, dann kann ich die Multipackung Binden ordern und die Klinikpackung Schmerzmittel {:(

An den ersten beiden Tagen muss ich wirklich alle 1,5-2 Stunden die Binde tauschen, tierische Bauchkrämpfe und Rückenschmerzen sind auch dabei. Buscopan und Ibuprofen zeigen irgendwie nicht die gewünschte Wirkung, es läuft einfach und tut sauweh.

Nun ist es so, daß die Bauchkrämpfe/ Unterleibsschmerzen und auch die Rückenschmerzen schon Tage vor der Periode auftreten, teilweise so heftig, daß ich mit den freiverkäuflichen Schmerzmitteln nicht über die Runden komme, dabei bin ich echt kein empfindlicher Mensch. Das erste mal war Anfang Dezember.

Meine Hausärztin hat sowohl die Blutwerte als auch den Urin untersucht, ohne irgendwelche Auffälligkeiten, denn ihr Verdacht war die Blasenentzündung. Beim Ultraschall vom Bauch ist ihr nur aufgefallen, daß ich mich sehr knubbelig anfühle (hab das aber auf die beiden Kaiserschnitte zurückgeführt). Sie hat mir dann Schmerzmittel aufgeschrieben, die ich im äussersten Notfall einnehme. Zwei Tage vor Weihnachten kamen dann die Tage und danach wars wie weggeblasen- bis zum letzten Samstag, wo ich wieder vor Bauchschmerzen heulend mit meiner Wärmeflasche auf der heimischen Couch residiert hab :-(

Also wieder zum Arzt, wieder Urin- und Blutuntersuchung, US vom Bauch. Ohne irgendwelche Ergebnisse. Sie hat mir ne Überweisung zum Gyn geschrieben, meint es könne bei meinem Beschwerdebild durchaus eine Endometriose sein, darauf würde auch der Rest (schmerzhafte Tage etc. ) deuten.

Die AOK hat auch einen Dienst (clarimedis) dort hab ich nachgefragt, was ich so gegen meine starke und vor allem schmerzhafte Blutung machen kann (hab eigentlich an Globuli gedacht), da hat mich der Gynäkologe von Clarimedis zurückgerufen und mir einige Fragen gestellt. Der tippt auf jeden Fall bei der Symptomatik auch auf Endometriose und meint, mit der Pille oder einem künstlichen Einsetzen der Wechseljahre sollten die Probleme verschwinden. Er meinte, wenn beim US und der Tastuntersuchung nichts zu sehen ist, würde man warscheinlich trotzdem auf die Erkrankung behandeln und erst eine Bauchspiegelung machen, wenn die Schmerzen wiederkommen,ausserdem würde es die Pille in einem solchen Fall auf Kassenrezept geben da med. Indikation.

Weiss jemand, ob das wirklich so ist (Pille auf Rezept) ? Muss ne Diagnose auf dem Rezept stehen ?

Hat jemand Erfahrung mit der Sache ansich ? Oder mit den künstlichen verfrühten Wechseljahren ? Wenn ich mir vorstelle, daß ich noch viele Jahre die Tage habe *aua* und ich will ja auch nicht den halben Monat über Schmerzmedis einwerfen, weils anders nicht mehr geht.

Möchte mich morgen beim FA nicht wieder mit der Psychoschiene abwimmeln lassen und weiter vor mich hinleiden.

Danke fürs Zulesen

Riesenschnuffel

Antworten
R>iese\nsNchnuffel


Nachtrag:

achso...wenns ich dann die Tage habe, kommen richtig große Brocken (nehme an es ist die abgestossene Gebärmutterschleimhaut) mit raus, das hab ich zu den Zeiten als ich mit NFP verhütet hab, auch nicht gehabt. Ne Schwangerschaft kann ich definitiv ausschliessen und die Schilddrüsenwerte sind auch Top.

S\teltla8x0


Hallo,

also, zu Endometriose kann ich dir leider nichts sagen. Ich würde mich aber vor dem Arztbesuch mal noch darüber informieren, nicht dass du so überrumpelt wirst....

Aber solche Schmerzen können auch von einem Hormonungleichgewicht kommen. Außerdem nehmen die Schmerzen vor der Regel (PMS) nach Geburten und mit steigendem Alter wohl zu.

Die Pille Cerazette hat deinen Hormonhaushalt mit Sicherheit kräftig durcheinander gebracht. Ich hatte mal ein Implanon (gleicher Wirkstoff) das ich nicht vertragen habe (ständige Müdigkeit, Depressionen, Libidoverlust...) ich habs dann vorzeitig entfernen lassen. Mein Hausarzt hat damals kräftig mit mir geschimpft. Er meinte, dass diese Pille/das Implanon eher für Frauen kurz vor den Wechseljahren geeignet wäre und dass sie im Körper eine ganz unnatürliche Hormonsituation verursachen würde. Herzlichen Glückwunsch zu deiner Gyn, die meisten Frauenärzte wollen nämlich gar nix davon wissen, dass solche Beschwerden (Libidoverlust, Müdigkeit...) auch von der Pille verursacht werden können.

Nach dem Absetzen der Pille braucht der Körper erstmal eine Weile Zeit zum erholen. Deshalb macht ein Hormonstatus auch erst nach etlichen Monaten ohne Pille Sinn. Ich habe die Pille vor 10 Monaten endgültig abgesetzt und mein Zyklus ist immer noch nicht wieder normal.

Wie lange nimmst du die Pille denn schon nicht mehr, erst seit Herbst 2009?? Ich würde dem Körper erst mal ein Paar Monate Zeit geben, außerdem schreibst du ja eh, dass du die anderen Pillen nicht verträgst /nicht nehmen darfst also ist eine andere Pille ja wohl keine Alternative.

Ich habe übrigens auch schlimme Bauchschmerzen (schon seit meiner ersten Periode) und brauche Schmerzmittel. Ich nehme gerade Naproxen (mit Magenschutz), das hilft mir ganz gut, brauche aber jeden Monat zwischen drei und acht Tabletten. Und die Schmerzmittel helfen auch nur, wenn ich sie beim ersten Ziepen im Bauch nehme, wenn ich zu lange warte wird mir schlecht, dann hilft gar nichts mehr und ich kann ich gleich zwei Tage im Bett bleiben.

Lass dich nicht mit dem Hinweis auf die Psyche abwimmeln. Die Schmerzen werden nicht davon verursacht, allerdings merke ich bei mir, dass es deutlich schlimmer ist, wenn ich viel Stress habe. Wenn ich regelmäßig Sport mache und Entspannungsübungen (Yoga oder so was für den Bauch) komme ich normalerweise mit drei Tabletten aus. Sport kann übrigens auch grundsätzlich dabei helfen, dass die Hormone wieder ins Lot kommen. Vielleicht würde dir auch Mönchspfeffer gegen die Schmerzen und den unregelmäßigen Zyklus helfen. Frag den Arzt mal danach.

Alles Gute und herzliche Grüße

RJiesenlschnuPffel


Hallo Stella,

danke für deine Antwort. Ich meine, mit krampfartigen Bauchschmerzen während der Regel könnte ich ja eventuell noch leben, aber schon Wochen vorher ?

Das Problem ist, daß die frei verkäuflichen Schmerzmittel absolut nicht mehr helfen und ich wirkliche Brummer einnehmen muss, um über den Tag zu kommen. Pi mal Daumen bin ich 2 Wochen pro Monat wirklich krank, da geht nicht viel. So ist das leider kein Zustand, schon gar nicht, wenn man Selbständig ist %-|

Abgesetzt habe ich im Herbst 2009 und unter normalen Umständen würde ich meinem Körper gerne mehr Zeit geben.

SQtel0la8x0


Hallo,

ich kann dich gut verstehen, ich hätte halt ein Problem damit, die Pille in deiner Situation ohne gesicherte Diagnose einzunehmen. D.h. ich würde schon erstmal wissen wollen ob ich jetzt Endometriose habe oder nicht.

Wenn du das definitiv hast ist es was anderes. Aber vielleicht bis du nach deinem Arztbesuch ja klüger.

Herzliche Grüße

B"r,idg4et_HxH


Hallo,

ich leide selbst seit Jahren unter Endometriose im höchsten Grad. Leider kann man die Endo NUR mit einer Bauchspiegelung nachweisen und am besten auch in einer Klinik, die damit Erfahrung haben, dann können nämlich die schmerzhaften EndoHerde gleich entfernt werden. Diese Krankheit ist leider sehr komplex und es gibt sowohl hier als auch im Netz einiges darüber zu lesen. Aber Deine Beschwerden sprechen tatsächlich schon sehr dafür.

Ich nehme mittlerweile die Pille durchgehend, damit ich so gut wie keine Blutung mehr habe, da diese die Endo immer wieder aufblühen lässt. Die zwei gängigen Pillen hierfür sind die Cerazette, die Du ja leider nicht vertragen hast und die Valette.

Ich nehme die Valette und bekomme sie nicht auf Rezept, obwohl sie nachgewiesener Maßen bei dieser Krankheit hilft. Die Kassen sagen aber, es muss auf dem Beipackzettel erwähnt sein, dass die Indikation hierfür besteht, ansonsten übernehmen sie keine Kosten. Da ich den Beipackzettel der Cerazette nicht kenne, weiß ich nicht, ob das dort erwähnt ist, aber ich denke mal eher nicht.

Lass am besten eine Bauchspiegelung machen, dann weißt Du mehr - ohne wirst Du kein endgültiges Ergebnis bekommen, sondern nur Vermutungen!

Alles Gute für Dich! :)*

R`iese_nschMnuffexl


Hallo,

danke euch erstmal für eure Antworten. Ich hatte heute morgen meinen Termin bei der Gynäkologin.

Also....die momentane Diagnose lautet Dysmenorrhoe, sie hat mir jetzt wieder die Cerazette aufgeschrieben (auf Rezept) und meinte, wenn sich am Zustand nix geändert hätte nach dem Absetzen dann wäre da auch nicht auf eine Unverträglichkeit zu schliessen (diese Diagnose hatte damals ihre Kollegin gestellt). Mit der Cerazette bleibt nun warscheinlich die Blutung wieder aus und die Schmerzen verschwinden - so die Hoffnung. Im Ultraschall konnte sie nur erkennen, daß extrem viel Gebärmutterschleimhaut da ist, ich aber vom Zyklus her erst in der Mitte sein müsste, also sich die Schleimhaut noch um einiges weiter aufbaut. Und wenn der Körper dann eben versucht, diese Unmengen Gebärmutterschleim "rauszubringen", entstehen eben diese Schmerzen, bei manchen Frauen auch schon Tage oder bei Einzelfällen Wochen vor der eigentlichen Periode.

Wenn nach der Einnahme der ersten beiden Blister Cerazette diese zyklischen Bauchschmerzen immer noch da sind, wird sie eine Bauchspiegelung veranlassen, sind die Bauchschmerzen nicht aushaltbar, soll ich vorher vorbeikommen, damit sie die Einweisung fürs Krankenhaus ausstellt und man schaut. Endoherde oder auch Zysten konnte sie im Ultraschall jetzt keine erkennen, allerdings meinte sie, das hätte nichts zu heissen weil sich die Übeltäter auch an der Blase oder Darm ansiedeln können und je nach Größe beim Ultraschall nicht sichtbar sind. Wegen der Rückenschmerzen hat sie mich an den Orthopäden verwiesen, da auch eine Bandscheibenproblematik mit im Spiel sein könnte (hab schon immer ein wenig Probleme mit dem Kreuz).

Jetzt heisst es, auf die nächste Periode warten, Pille wieder einnehmen und hoffen, daß es besser wird.

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