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Ärztliche Schweigepflicht und die Pille

Hceart~b3eat1x9 hat die Diskussion gestartet


Hallo *:)

Ich habe heute etwas erlebt, was ich nie im Leben erwartet hätte!

Um 08:30 Uhr hatte ich einen Frauenarzttermin. Meine Mutter riet mir erst von der Praxis ab, da sie mit ihre schlechte Erfahrungen sammelte, aber jeder muss ja seine eigenen Erfahrungen machen. Hätte ich bloß auf meine Mutter gehört!

Als ich in den Behandlungsraum gerufen wurde, durfte ich erst mal eine gute Stunde warten. Ist kein Problem, aber so war ich natürlich noch angespannter. Als dann endlich mein Gynäkologe den Raum betreten hatte, machte er gleich einen unsympathischen Eindruck, aber sowas kann sich ja immer mal täuschen. Nicht mal ein Händeschütteln, kein Blickkontakt (eher Blickkontakt mit meinem Ausschnitt, ich weiß nicht, ob ich einen Fleck hatte, aber mein Gesicht ist jedenfalls weiter oben :=o ) und eben die üblichen Fragen wie Geschlechtsverkehr, Gebärmutterhalskrebsimpfung, Allergien, Krankheiten usw. Als wir dann auf die Pille zu sprechen kamen, meinte er, er müsse dafür meine Mutter anrufen :-o Ich habe erst mal ein wenig gelacht (ich bin 16! ":/ ) doch dann meinte er das wirklich im Ernst! Weil ich nicht volljährig sei, dürfte er mir kein Rezept für die Pille verschreiben. Totaler Schwachsinn. Ich habe dann gefragt, was wäre, würde meine Mutter das verbieten:''Dann würde ich sie Ihnen nicht ausstellen.'' ''Naja, dann werde ich eben schwanger..'' war meine Reaktion, während ich mich wieder angezogen habe. Leider war dann auch wirklich das Haustelefon besetzt und ich bin nach Hause gefahren. Ohne Rezept. Nach 4 Stunden hat das Telefon geklingt. ''Mein'' Frauenarzt. Meine Mutter hat natürlich gesagt, dass er mir gern das Rezept verschreiben darf.

Aber mal im Ernst: Der war vielleicht 40, Sex ist ab 14? und mit 16 muss ich doch wohl selbstständig die Pille kriegen. Fällt sowas nicht unter ärztliche Schweigepflicht wenn ich sage, ich möchte nicht, dass er meine Mutter anruft? Wer weiß, was er ihr sonst noch erzählt, wovon sie nichts wissen sollte (natürlich weiß sie davon, aber bei anderen Familien ist das ja nicht so!) Hätte meine Mutter nein gesagt, würde ich dann also ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Außer natürlich mit Kondomen. Meiner Meinung nach zeigt es schon Verantwortung, wenn man überhaupt zum Verhüten zum Frauenarzt geht. Totaler Schwachsinn, da gehe ich nie wieder rein, was ich bei der Frage ''Wollen Sie noch einen Termin?'' auch gesagt habe ;-)

Achja: Nach 4 Stunden hat er angerufen. Ich hätte mich also genauso gut als meine Mutter ausgeben können, oder nicht?

Antworten
A0lCeonxor


Da haste wirklich ins Klo gegriffen. ^^ Hör ich das erste mal das sich ein Frauenarzt bei ner 16 jährigen so ziert wenn es um die Pille geht.

würde ich dann also ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Außer natürlich mit Kondomen.

Kondome sind, richtig angewandt, übrigends ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Und sie schützen praktischerweise auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. ;-)

HVeartb0eatx19


Naja, so meine ich das eben nicht. Aber ich hole mir ja die Pille, um möglichst auf Kondome verzichten zu können.

Da war ich auch erst mal geschockt, als ich gemerkt habe, dass er das ernst meinte ;-D

H%eart.beat1x9


Mich macht das mit der Schweigepflicht ziemlich nachdenklich, die hat er doch damit gebrochen, oder?

AEleonxor


Schwierig, ist auf jedenfall ne haarige Sache. Er hat deine Mutter ja nur um Zustimmung gebeten dir ein potentiell gefährliches, aber nicht zwingend notwendiges Medikament zu verschreiben.

Er hat ihr ja keine Diagnose mitgeteilt oder ihr gesagt ob du noch Jungfrau bist oder nicht.

HbeaCrtbeant1A9


Ich kann's schon verstehen, aber er hat gemerkt dass ich das total überflüssig, unnötig und aufwändig fand, hat mich aber trotzdem im Prinzip vor die Wahl gestellt. :|N

A7leonioxr


Nunja, wenn er nicht leichtfertig die Pille verschreiben mag kann ich das schon nachvollziehen. Das sind ja keine Smarties und er kann ja auch nicht einschätzen wie verantwortungsbewusst du damit umgehst.

HeearptbSeaxt19


Wär ich 14, würde ich ihn auch verstehen^^

fTettnaep*fche~nhuep&fer


Ich kann's schon verstehen, aber er hat gemerkt dass ich das total überflüssig, unnötig und aufwändig fand, hat mich aber trotzdem im Prinzip vor die Wahl gestellt. :|N

ich finde das gar nicht überflüssig, unnötig und aufwendig ;-)

Mit der Pille nimmst du keine Smarties und vor Krankheiten schützt die Pille sowieso nicht..

Du bist noch in der Pubertät, da finde ich es schon sehr vernünftig von dem FA ;-)

m]oonYnighxt


Ab wann darf die Pille verschrieben werden?

Bei Verschreibung der Pille an Jugendliche unter 14 Jahren, kann der Frauenarzt die Pille ohne die Einwilligung eines Elternteils nicht verschreiben, ansonsten macht er sich strafbar.

Jugendliche zwischen dem 14 und 16 Lebensjahr brauchen im Prinzip keine Einwilligung der Eltern mehr. Viele Ärzte möchten sich jedoch absichern, so dass sie oft eine Einwilligung eines Elternteils einholen.

Ab dem 14. Lebensjahr ist der Arzt allerdings an seine ärztliche Schweigepflicht gebunden und sollte sie auch beachten.

[[http://www.dr-gumpert.de/html/pille.html]]

War das einzigste was ich gefunden hab.

Sntun!d,en)uebe:rvololzeixt


Da sollten verschiedene Dinge nicht miteinander verwechselt werden.

Grundsätzlich ist die Handhabung Folgende und entspricht denn allgemeinen Richtlinien: Ab 16 Pille ohne Zustimmung der Eltern auf jeden Fall, zwischen 14 und 16 abhängig von der Reife, ob der Arzt dich für einsichtsfähig hält, bis 14 nur mit Zustimmung der Eltern. Ähnlich ist es beim Schwangerschaftsabbruch geregelt.

Das ist aber kein Gesetz, bei jeder Minderjährigen kann der Arzt die Zustimmung der Eltern einholen. Dies kann bei der Pille auch sinnvoll sein, wenn er daran zweifelt, ob die minderjährige Patientin die Risiken der Pille auch richtig bewerten kann. Daran ist nichts auszusetzen und eigentlich weniger schlimm, als die Pille wie Smarties zu verteilen, was viel häufiger geschieht. Du kannst also nicht, weil es die anderen Ärzte anders handhaben, es anders zu tun. Übrigens darf ein Arzt auch einer erwachsenen Frau die Pille verweigern, wenn er die Nebenwirkungen nicht für kalkulierbar hält, wenn zum Beispiel die Frau starke Raucherin ist. Es gibt keinen Rechtsanspruch die Pille. Zwar halte ich die Anti-Stimmung vieler Userinnen hier für übertrieben, in der Praxis wird aber wirklich die Pille zu bedenkenlos verschrieben.

Der Arzt darf aber in keinem Fall deine Mutter gegen deinen Willen informieren. Wenn du ihm gesagt hast, daß auf keinen Fall einen Kontakt mit deiner Mutter wünschst, hätte er sie nicht anrufen dürfen. Wie seid Ihr verblieben?

Ein Frauenarzt kann sicher gut unterscheiden, ob am Telefon eine 16 oder 40jährige ist, wenn es sich nicht gerade um Britney Spears handelt.

HLeartZbe\ath19


Dass ich keine Smarties nehme, sondern hormonell verhüte, ist mir bewusst. Ich hätte das auch gern mit ihm durchgesprochen, ihm aufmerksam zugehört, meine Sorgen mit ihm besprochen, mich untersuchen lassen usw. Aber ich find es unnötig, meine Mutter zu fragen, ob ich die Pille einnehmen darf ...

l^eZ sangx real


Ich finds ok und auch wichtig.

H=ear>tbeat1x9


Wie seid Ihr verblieben?

Er hat, als ich zu Hause war, meine Mutter angerufen und sie gefragt, ob ich die Pille nehmen darf.

Ein Frauenarzt kann sicher gut unterscheiden, ob am Telefon eine 16 oder 40jährige ist, wenn es sich nicht gerade um Britney Spears handelt.

Wir hören uns ziemlich gleich an, meine Mutter hat eine ziemlich helle, freundliche und junge Stimme, also kann ich oft auch gar nicht unterscheiden, ob meine Schwester am Telefon ist oder meine Mutter.

A|lLeon!or


Ich werde am Telefon auch oft für meine Mutter gehalten.

Und mich hat ein Lehrer mal angepflaumt das ich meine Klassenarbeiten nicht selber unterschreiben soll ... wir haben auch ein recht ähnliches Schriftbild.

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