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Risse und Brennen am Scheideneingang und Damm

Ktleebslatxt89 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Also ich bin 22 Jahre alt, habe seit dem ich 16 bin Sex und bin mit meinem Freund knapp über 2 Jahre zusammen.

Ich habe bis vor 3 Monaten, die Pille Jasminelle (ca. 5 Jahre) genommen.

Mein Problem:

Immer wenn mein Freund in mich eindringen möchte reisst bei mir der Scheideneingang ein und es tut höllisch weh. Der Heilungsprozess dauert bis zu einer Woche und auf die Toilette gehn ist eine Qual. Es brennt, als wenn man eine Wunde desinfizieren will und das jedes mal wenn man Pipi macht. Ich habe dieses Problem jetzt 10 Monate, seit mir meine Frauenärztin gesagt hat ich hätte einen Scheidenpilz. Sie hatte mir Vaginaltabletten verschieben und "Gynflor" zur anschließenden normalisierung der Flora. Seit dieser Behandlung habe ich die Schmerzen. Ich war sehr oft bei meiner Frauenärztin und habe immer was gegen Pilze oder Bakterien bekommenn. Ich glaube, dass würde den Rahmen sprengen, wenn ich jetzt jedes Medikament aufzählen würde. Meine Fraunärztin sagte nach dem einigen Besuchen zu mir "da hilft nur ausprobieren". Das sagt doch alles oder? Mein letzter Versuch war es die Pille abzusetzten. Das war vor 3 Monaten und ich dachte vorgestern jetzt könnten wir es doch nochmal ausprobieren, aber... es hat natürlich nicht funktioniert.

Ich habe schon drei Seiten fefunden wo dieses problem diskutiert wurde und auch einige Lösungsvorschläge eingegangen sind aber nichts hat geholfen. Wie gesagt meine letzte Hoffnung war es nun die Pille abzusetzten aber naja...

So langsam gehen mir die Ideen und auch Zeit aus. Mein Freund ist sehr verständnisvoll. Nur muss ich leider sagen, nach fast einem Jahr ohne normalen Sex, glaube ich nicht, dass mein Freund noch lange bei mir bleibt (ich kanns ehrlich gesagt verstehen). Ich halte das langsam nicht mehr aus. ich bin öfters am weinen aus Angst, dass ich nie wieder sex haben kann und vorallem meinen freund verlieren werde, wo wir doch sonst glücklich sind. Selbst wenn ich einen neuen Partner finden würde, glaube ich nicht, dass dieser lange unter den Umständen mit mir zusammen bleiben würde und eine leben ohne sex möchte. Ich weiß das hört sich alles so an als wenn ich depressiv wäre aber das bin ich eig. nicht. Ich gebe zu, dass mich das physisch sehr mitnimmt. Nur nach 10 monaten und 12 verschiedenen Behandlungen noch nicht ansatzweise eine Lösung zu finden nimmt einen echt mit.

Ich hoffe mir kann hier jemand helfen.

Danke und sorry für diesen Roman

Antworten
M1edihxra


Hallo,

drei Monate sind noch keine lange Zeit nach der Pille. Manchmal zieht sich das Problem über mehrere Monate, bis sich ein Schritt zur Heilung gemacht wird.

Du kannst dem etwas mit Olivenöl gemischt mit etwas Wasser helfen, das macht die Haut in dem Bereich wieder geschmeidig.

SBte9lla8x0


Ich würde mich Medihra anschließen. Drei Monate ohne Pille sind im Vergleich zu 5 Jahren mit Pille doch extrem wenig, oder?

Vaginaltherapeutika greifen die Haut/Schleimhaut im Intimbereich extrem an und machen sie dünn und trocken. Der Körper braucht Zeit, um das zu reparieren. Drei Monate ohne Pille können da leider nicht besonders viel bewirken. Erstmal muss sich dein normaler Zyklus wieder einpendeln und genügend Östrogen vorhanden sein, um die Haut im Intimbereich wieder aufzubauen. Nach 6 Monaten ohne Pille kannst du einen Hormonstatus machen lassen, falls sich dein Problem bis dahin nicht gebessert hat.

Olivenöl ist sehr gut, alternativ dazu kann man auch Nachtkerzenöl aus der Apotheke in Bioqualität nehmen. Ich würde parallel dazu noch ein Produkt nehmen, um die Scheidenflora wieder aufzubauen, z.B. das Multigyn Actigel oder die Milchsäurekur von Kadefungin.

Ansonsten solltest du sämtliche Reizfaktoren von deinem Intimbereich fernhalten (Duschgel, buntes oder feuchtes Toilettenpapier, parfümierte Slipeinlagen, extrem enge Hosen, Intimwaschlotionen und was es da so gibt). Falls du wieder eine (durch Abstrich nachgewiesene) Infektion haben solltest, sollte diese nicht mit Lokaltherapeutika sondern systemisch behandelt werden!!! Sonst erholt sich deine Haut nämlich nie.

Sezt dich nicht unter Druck, wenn dein Freund dich liebt, wird er dich wg. so etwas nicht verlassen und falls doch, ist das vielleicht auch nicht DIE Beziehung. Man muss den Partner auch in den schlechten Zeiten unterstützen und Sex ist nicht alles in einer Beziehung. Ich lese aus deinem Beitrag allerdings eher, dass DU dir viele Sorgen darüber machst, ER das aber in keiner Weise geäußert hat...oder? Sprich mit ihm darüber!

Für den nächsten "Versuch" würde ich dir allerdings ein Gleitgel auf wasserbasis empfehlen (z.B. Aquaglide), ein ausreichend langes Vorspiel und eine entspannte Atmosphäre. Wenn du dich unter Druck setzt ist das nur kontraproduktiv!

Vhabenxe1*


Wenn sie bei Dir gar nichts finden, und Du ansonsten gesund bist, hast Du vielleicht das Gleiche entwickelt, was ich hatte:

Bei mir war es eine Mischung aus Angst vor einer Infektion (meistens fängt es mit einer richtigen Infektion an), Angst vor Schmerzen beim Sex und der Angst, nicht zu funktionieren.

Ich habe sehr lange meinen ganzen Intimbereich immer zusammengezogen, und das hat bei mir diese ganzen Symptome hervorgerufen. Seitdem ich bewusst ständig locker lasse, und mir einrede, dass meine Haut gesund ist und dort nichts Falsches, Störendes ist, hat es aufgehört.

Manchmal brennt es noch, aber ich frage mich kurz, ob es wirklich so schlimm ist, und es hört auf.

Habe keine Angst davor!

Sag Dir, dass Du vollkommen normal bist!

Und wenn es mal ziept, dann vielleicht, weil Dein Körper sich daran erinnert, was Du für Schmerzen hattest.

Mach Dich mal über Vaginismus schlau. Bei mir war es eine leichte Form davon. Gerade wenn das Eindringen erstmal schwierig ist, und Dein Freund dabei eine Art Barriere spürt, hast Du es vielleicht auch entwickelt. Dass mus nicht heißen, dass Du ein Psychowrack bist, oder Eure Beziehung nicht ok ist.

Ich sage mir jetzt, dass ich "dort unten" einfach übertrainiert war (ich musste zum Beispiel ganz selten auf Toilette). Wir sind also stärker als Andere, nicht schwächer!

Stell es das einfach mal vor! Und berichte!

S1pri!ngcxhild


@ Vabene:

Nichts für ungut, aber ich find es hört sich nicht nach Vaginismus an, sondern eher nach einer Reaktion auf den Pilz / die Medikamente / die Pille.

Und dass es bei Dir wirklich Vaginismus war bezweifle ich auch. Denn eines der Hauptsymptome ist, dass man die Anspannung des Muskels eben nicht willentlich steuern kann. Vielleicht war Dein Beckenboden angespannt, das glaube ich Dir sofort, aber Vaginismus ist es deswegen noch lange nicht.

@ Kleeblatt:

Ich halte das langsam nicht mehr aus. ich bin öfters am weinen aus Angst, dass ich nie wieder sex haben kann und vorallem meinen freund verlieren werde, wo wir doch sonst glücklich sind. Selbst wenn ich einen neuen Partner finden würde, glaube ich nicht, dass dieser lange unter den Umständen mit mir zusammen bleiben würde und eine leben ohne sex möchte.

Da brauchst Du keine Angst zu haben. @:) Ich leide unter primärem Vaginismus und konnte bis vor zwei Jahren überhaupt keinen penetrativen Sex haben; dennoch habe ich lange und erfüllte Beziehungen gehabt. Dass es bei Dir so weit kommt wage ich doch sehr zu bezweifeln, gib Deiner Scheidenflora noch ein wenig Zeit, sich nach der Pille zu regenerieren. @:)

Ansonsten kommt es darauf an, wie offen und mit wie viel Selbstakzeptanz man an das Thema rangeht. Und in einer Beziehung find ich es auch wichtig, ebenso wie die Höhen zusammen die Tiefen durchzustehen und solche Probleme gemeinsam zu meistern.

Aber ich glaube ganz fest daran, dass es bei Dir bald besser wird, und Du nie in diese Situation kommst.

Gute Besserung! :)*

VqabHenex1*


Naja, glaub ich auch, dass ich wenn überhaupt einen leichten Fall von Vaginismus hatte. Und das man es selbst kontrollieren kann ist sicher nicht immer der Fall. Ich habe nur keinen anderen Namen dafür. Ich will niemanden verhöhnen und mein Tipp ist ganz sicher nicht: Entspannt doch einfach mal.

Glaubt mir bitte einfach, dass auch ich ganz schlimme Beschwerden hatte und dass ich auch ganz lange keinen Ausweg mehr sah (hatte dieses Problem mindst. 12 Jahre). Und bei mir fing es auch mit Pilzbehandlungen, ständigen Besuchen bei verschiedenen Ärzten und den ganzen Sorgen an, ich bin nicht normal, vielleicht zu eng, hätte einen "falschen" Hormonspiegel, vielleicht vertrage ich die Pille nicht, oder ich habe eine ganz andere unentdeckte Krankheit.

Nur allein das Bewusstsein über meinen "Haltungsschaden" hat mir so weitergeholfen! Und ich möchte es gerne weitergeben. Vielleicht bin ich doch nicht die einzige, die das "Kneifen" kontrollieren kann?

Svprin!gch-ild


Ich wollte Dir nicht zu nahe treten. :)*

Nur allein das Bewusstsein über meinen "Haltungsschaden" hat mir so weitergeholfen! Und ich möchte es gerne weitergeben.

Sicher ist das auch ein sehr hilfreicher Tipp gewesen, das möcht ich überhaupt nicht in Frage stellen.

Nur wird hier gerne der Begriff "Vaginismus" in den Raum gestellt, ohne dass die Leute wirklich wissen, was sich dahinter verbirgt (was ich Dir nicht unterstellen wollte, sorry nochmal).

Vielleicht bin ich doch nicht die einzige, die das "Kneifen" kontrollieren kann?

Naja, bewusst locker lassen kann ich auch bzw. ich praktiziere das auch so, wie Du es beschreibst. Dazu war ein bißchen Training nötig, bzw. eher ein "Bewusst-Werden", wo die Anspannung denn nun eigentlich genau sitzt. Es ist sicher immer gut, sich seines Beckenbodens bewusst zu werden und die bewusste An- und Entspannung zu trainieren. Ein "Heilmittel" für Vaginismus ist das jedoch leider nicht, sondern höchstens Unterstützung.

Es hörte sich für mich erst so an, als ob Du es als rein psychisches Problem betrachtest, und auch andere Aussagen fand ich eher fragwürdig, deswegen hab ich überhaupt was dazu geschrieben, ehe hier Missverständnisse entstehen. Das hatte ich hier nämlich leider schon ganz oft.

Vwab1ene1x*


Okay, dann haben wir uns wohl echt ein bisschen missverstanden. Und es ist total okay für mich, dass Du so reagiert hast. Ich bin mir ja noch selbst nicht ganz darüber im Klaren (obwohl mir auf einmal alles so klar erscheint), aber ich habe so ein starkes Mitteilungsbedürfnis im Moment. Und wenn ich mir vorstelle, wie viele von uns von einem Arzt zum anderen Rennen und die extremsten Theorien entwickeln, weil sie nicht weiter wissen (so wie ich) dann denke ich, dass vielleicht viele diesen sekundären Vaginismus haben, der wie bei mir so viele Symptome verursachen kann.

Ich war ja eben froh, dass ih nicht in meiner Psyche kramen muss, dass ich nicht das Übel in meiner Beziehung oder meiner Kindheit suchen muss, sondern es scheinbar eine wenn überhaupt "psychosomatische" Reaktion auf gewisse körperliche Ängste und auf zu wenig Vertrauen in meine – wenn Du so willst – vaginalen Fähigkeiten war.

Für die Aussagen möchte ich mich entschuldigen. Das habe ich nicht so gemeint. Tut mir leid!

K3leebl`att8x9


Danke für die super schnellen Antworten :-)

im nachhinein betrachtet muss ich sagen, dass ich an den Sex wirklich nicht locker rangehe. Zu groß ist die Angst :-(

Also an das Vorspiel gehe ich schon entspannter ran. Mein Freund gibt sich wirklich alle Mühe damit ich mich wohlfühle. Ich bin dann auch locker aber kurz bevor mein freund in mich eindringen möchte, denke ich nur ununterbrochen "bitte lass es klappen, bitte". Das macht natürlich alles wieder kaputt. Ich stelle mich da vllt. etwas blöd an aber der Gedanke kommt einfach... Ich glaub ich sollte mich nochs mehr enstpannen und weiterhin versuchen den Moment zu genießen.

Beim nächsten Versuch werde ich es dann auch mal mit Gleitgel probieren und etwas für meine Flora werde ich mir auch wieder besorgen. Ich hatte schon öffter "RepHresh". Werde es jetzt aber mal mit Multigyn Actigel versuchen und hoffen, dass es was hilft (Danke für die Namennennung der Produkte). Ich will wirklich nichts unversucht lassen. Ich hoffe nur, dass sich das absetzten der Pille auch bewährt.

Dass mus nicht heißen, dass Du ein Psychowrack bist

ja, aber manchmal komm ich mir echt so vor ;-D

ich wünsche euch alles auch Gute und Danke :-)

K)leebClat0t8x9


ich weiß nich ob ich das schon vorher mal hätte erwähnen sollen, aber ich habe schon immer ( also seit der Pubertät) einen starken Ausfluss. Meine Ärztin meinte darauf nur, dass es von Frau zu Frau unterschiedlich ist. Habe das so hingenommen aber es kann ja sein das es da irgendwelche Zusammenhänge gibt.

S]pr;ingc$hild


Habe das so hingenommen aber es kann ja sein das es da irgendwelche Zusammenhänge gibt.

Das glaub ich nicht. Dieser "Ausfluss" bzw. Zervixschleim ist ganz normal und variiert – wie Deine Ärztin sagte – von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus in Stärke und Qualität.

V[albenxe1*


Naja, damit kenne ich mich nicht aus. Brennt er denn? Schämst Du Dich dafür?

Ich bin echt kein Freund von Frauenärzten, aber vielleicht hat sie recht.

Ich weiß, man klammert sich an jeden Strohhalm. Wenn Du keine Pilze oder Bakterien mehr hast, versuche, nicht so viel zu draufzuschmieren. Einen sehr guten Tip (woanders hier im Forum) fand ich, das Öl aus den Vitamin E Kapseln aufzutragen. Bei mir war es allerdings so, dass ich jede Art von Feuchtigkeit, vor allem fetthaltige Cremes als unagenehm empfand (wahrscheinlich weil sich allein das schon für mich wie eine "Besiedelung" anfühlte). Dieses Multigyn Gel fand ich super, es brennt am Anfang, wenn Du gereizt bist. Aber dann wird es besser.

Die Verkrampfung trat bei mir nicht nur vor dem Sex auf, sondern eigentlich ständig, vor allem beim Gehen. Versuch mal darauf zu achten! Es ist, als wenn sich der Bereich komplett einzieht, ich kann es nicht anders erklären, aber Du musst es ein bisschen nach unten drücken.

Wie gesagt, dies alles nur unter Vorbehalt, ich will Dir nichts einreden, was auf Dich nicht zutrifft und ich will das Thema Vaginismus nicht bagatellisieren.

Viel Glück!

SBpringjchilSd


Wie gesagt, dies alles nur unter Vorbehalt, ich will Dir nichts einreden, was auf Dich nicht zutrifft und ich will das Thema Vaginismus nicht bagatellisieren.

Danke. @:)

Diese "Scheu" vor dem Eindringen ist zwar typisch für Vaginismus, aber wer hätte solche Gedanken nicht, wenn er ständig Schmerzen dabei hätte? Find ich eigentlich eine recht normale Reaktion.

Es ist, als wenn sich der Bereich komplett einzieht, ich kann es nicht anders erklären, aber Du musst es ein bisschen nach unten drücken.

Ich find Atemübungen ganz gut, um den Beckenboden und Anspannungen desselben zu lokalisieren (und auch zu lösen). Der Beckenboden bewegt sich nämlich mit dem Zwerchfell; beim Einatmen entspannt er sich, und beim Ausatmen spannt er sich an. Wenn man ganz tief in den Bauch hineinatmet und sich auf den Scheideneingang konzentriert, kann man es spüren.

Die Verkrampfung trat bei mir nicht nur vor dem Sex auf, sondern eigentlich ständig, vor allem beim Gehen. Versuch mal darauf zu achten!

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Vaginismus. Lies mal den Wikipedia-Artikel, den hab ich nämlich vor einiger Zeit aktualisiert, also die meisten Infos stammen von mir (dann muss ich nicht allles nochmal hier schreiben): [[http://de.wikipedia.org/wiki/Vaginismus]]

Ansonsten empfehle ich einen Besuch der Webseite [[www.vaginismus-awareness-network.org]] für weiterführende Informationen.

V7abe^ne1/*


Ja, vor allem die Webside hat mir die Augen geöffnet. Und ich erinnere mich, dass ich sie vor ein paar Monaten schon einmal besucht habe, und mich darin überhaupt nicht wieder fand. Und vor allem waren meine Beschwerden ja vor allem Juckreiz und Brennen, ich habe auch die Schmerzen beim Sex darauf zurückgeführt.

Schon komisch!

Deswegen finde ich das Bewusstsein darüber so wichtig. Und bei mir war es einfach die Erkenntnis, dass ich mich ständig "falsch" halte. Das mit dem Ein- und Ausatmen ist mir noch nicht aufgefallen, aber ein super Tipp. Ich bin ja auch erst am Anfang.

Und das mit den Dilatoren ist so eine Sache. Ich hatte mir vor einiger Zeit auch einen kleinen Exercizer gekauft (emigi, also eher was aus der Erotik-Ecke). Ich dachte, meine Muskulatur sei zu schwach. Ich konnte ihn einführen, obwohl gerade am Eingang immer ein Wiederstand war. Wenn der überwunden war, saß er aber. Das Gleiche beim Rausziehen.

Seitdem ich die Verspannung lokalisiert habe, konnte ich das Gleiche ganz vorsichtig machen, ohne diesen Wiederstand zu spüren. Deswegen schreckt es mich so ab, dass das Ganze wie so eine Art Dehnungs-Training angeworben wird. Würde mich interessieren, was Du dazu sagst.

Nur bitte lass uns die Arme Kleeblatt nicht mit unserem "Fachgesimpel" noch verrückter machen!

Ssprin7gchxild


@ Vabene:

Deswegen finde ich das Bewusstsein darüber so wichtig.

Es ist auch sehr wichtig. Ich finde es krass, dass es nahezu überhaupt keine und noch weniger aussagekräftige Studien zum Thema Vaginismus gibt. Ich hab neulich mal einen ausgezeichneten medizinischen Artikel gelesen, der das vorhandene Material zum Thema Vaginismus zusammengefasst hat. Fazit war, dass man eigentlich überhaupt nichts über Vaginismus weiß.

Besonders interessant fand ich z. B., dass Vaginismus ja immer als "Scheidenkrampf" dargestellt wird – etwas wie einen Krampf habe ich persönlich nie gespürt, und in einer Studie, bei der das getestet wurde, wurde keine Verkrampfung nachgewiesen.

Unter anderem deswegen habe ich den Wikipedia-Artikel schließlich bearbeitet, weil zuerst nur da stand, dass es sich um eine schmerzhafte Verkrampfung handelt, und er hier öfters verlinkt wurde, und sich kaum jemand davon angesprochen fühlte. Auch auf dem Forum des Vaginismus Awareness Networks hat nie jemand so etwas geschildert.

Es kommt mir wirklich eher vor wie Dir, also dass es sich um eine dauerhafte Anspannung handelt.

Noch diffuser wird die Sachlage, wenn man nach den Ursachen für den Vaginismus sucht. Bei sekundärem Vaginismus geht das noch teilweise, aber bei primärem Vaginismus wie bei mir wird es sehr schwierig.

Ich konnte ihn einführen, obwohl gerade am Eingang immer ein Wiederstand war. Wenn der überwunden war, saß er aber. Das Gleiche beim Rausziehen.

Das liegt daran, dass der Beckenbodenmuskel wie ein Ring um den Scheideneingang liegt (meistens in ein bis zwei Zentimetern Tiefe), und nicht die komplette Vagina umschlingt. Es ist wirklich ein "Boden" – vereinfacht gesagt, denn eigentlich besteht er aus drei Schichten, aber das würde hier wohl zu weit führen. Man spürt ihn also am oder kurz hinter dem Scheideneingang als Widerstand, der aber nach wenigen Millimetern wieder aufhört (weil er sich eher horizontal ausdehnt als vertikal – vereinfacht gesagt, denn theoretisch gibt's drei Schichten und nicht nur eine).

Seitdem ich die Verspannung lokalisiert habe, konnte ich das Gleiche ganz vorsichtig machen, ohne diesen Wiederstand zu spüren. Deswegen schreckt es mich so ab, dass das Ganze wie so eine Art Dehnungs-Training angeworben wird. Würde mich interessieren, was Du dazu sagst.

Wenn Du den Beckenboden bewusst entspannt hast, weil Dir die Verspannungen bewusst geworden sind, war der Muskel dann vielleicht einfach locker genug, um den emigi ohne Probleme einzuführen (welchen Durchmesser hat das Ding denn?).

Theoretisch "dehnt" man das Gewebe beim Training mit Dilatoren nicht, denn besonders der Scheideneingang ist aus offensichtlichen Gründen von Natur aus sehr dehnbar. Man "lockert" es eher, indem man einen Dilator oder beliebigen glatten Gegenstand wie z. B. einen kleinen Dildo einführt und diesen sanft hin- und her bewegt, oder kreisende Bewegungen macht. Still in Position halten tut man eigentlich nur, wenn man Probleme damit hat, die Berührung zu tolerieren – so gewöhnt sich das Gewebe an die Berührung, entspannt sich und ist für die Lockerung durch sanfte Bewegungen bereit.

In sehr leichten Fällen von Vaginismus oder bei Fortgeschrittenen bietet sich Beckenbodentraining eher an, also das Erlernen vom bewussten An- und Entspannen des Muskels, was wir ja beide z. B. mit unseren Entspannungsübungen versuchen. Ich finde das aber ohne Anleitung sehr schwierig bzw. habe Angst, dass ich eine Übung falsch mache und sich der Muskel noch mehr anspannt. Deswegen werde ich demnächst eine längere Physiotherapie bei einer Beckenbodenspezialistin beginnen.

Eine Kombination von Dilatoren und Beckenbodentraining halte ich persönlich für sehr sinnvoll, da braucht man keine Angst zu haben, dass man den Muskel durch "Dehnung" zu sehr schwächt (auch wenn ich nicht glaube, dass das überhaupt möglich ist).

@ Kleeblatt:

Nur bitte lass uns die Arme Kleeblatt nicht mit unserem "Fachgesimpel" noch verrückter machen!

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