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Vagina-Dialoge

S;prin,gchixld


Hauptsächlich hat sie an meinem Handgelenk rumgefummelt und mit sich selbst gesprochen. ??? Dann meinte sie die Ursache für meinen Vaginismus wäre etwas, das passiert ist, als ich zwei Jahre alt war (aha?) und ob ich mich da an etwas erinnern würde. Tat ich aber nicht. Dann musste ich einen Text laut vorlesen und sie hat dabei die Hand auf meinen Kopf gelegt, und dann nochmal dasselbe Spiel von vorne, bis sie einen Text gefunden hatte, den ich jetzt zuhause vier Wochen lang jeden Tag einmal laut und einmal leise lesen soll (irgendwas über ein bestimmtes Chakra). Dann würde sich der Vaginismus "auflösen".

":/ ":/ ":/

V?abenxe1*


Huibu, das hört sich ja echt crazy an. ":/ Und hat Sie Dir etwas zu Ihrer Methode erklärt? Oder einfach so losgelegt? Hat sie das etwa an Deinen Händen gespürt, dass Du mit 2 Jahren etwas Komisches erlebt haben sollst? Hat sie was darüber gesagt, dass sie von solchen Spontanheilungen durch "einen Spruch aufsagen" schonmal gehört hat? Und 4 Wochen sagt sie? So genau? Ich will Dir keinen Floh ins Ohr setzen, aber Du scheinst ja auch eher skeptisch zu sein. Mir hat Herr Mendling (scheinbar eine Koriphäe auf dem Gebiet Vulvodynie, ich musste ihm einfach berichten) allerdings geschrieben, dass Recht hat, wer heilt und nicht, wer am meisten darüber weiß. Also, versuch es einfach. Wenn sie recht hat würde die Wirkung ja ziemlich genau zu Deiner Geburt einsetzen. ;-)

Sopringcxhild


Ausprobiert wird es auf jeden Fall, sonst weiß man ja nicht ob es was gebracht hätte. Manchmal führen auch merkwürdige Wege zum Ziel, aber für mich muss sowas auf irgendeine Weise nachvollziehbar oder wenigstens erfahrbar sein. Wenn mir jemand sowas einfach erzählt bin ich einfach skeptisch. Und wirklich nachvollziehbar ist das Ganze gerade nicht für mich – was soll das bringen, wenn ich mir einen Text vorlese? ??? Aber wie gesagt, ich werd es mal machen, einfach um zu sehen, ob was passiert.

Und hat Sie Dir etwas zu Ihrer Methode erklärt?

Sie meinte zuerst, sie würde einen Muskeltest machen und dann würde sie eine passende Übung aussuchen, die ich dann jeden Tag machen soll, bis das Problem weg ist. So weit hörte es sich ja noch ganz normal an.

Hat sie das etwa an Deinen Händen gespürt, dass Du mit 2 Jahren etwas Komisches erlebt haben sollst?

Ja, sie hat immer Fragen gestellt und hat die Antworten dann irgendwie aus dem Handgelenk "herausgespürt". ":/

Hat sie was darüber gesagt, dass sie von solchen Spontanheilungen durch "einen Spruch aufsagen" schonmal gehört hat?

Sie meinte, sie hätte schon Leute so geheilt, z. B. von Bulimie. Man darf gespannt sein...

ABntoKnia5&072


Hallo hallo Vabene, hallo Springchild,

nachdem ich mir Euren Dialog durchgelesen habe, kann ich diesen vielleicht mit ein paar Antworten erweitern:

1.Ich leide seit 50 Jahren mit einigen Unterbrechungen an Schmerzen in Vagina und Harnröhre (mit erheblichen Drang zum Wasserlassen).

2.Ich habe meine ersten Beschwerden im Alter von ca. 7 Jahren gehabt, das war nach der Geburt meines kleinen Bruders. Heute denke ich, dies war die Antwort meines Körpers darauf, dass ich plötzlich nicht mehr der Mittelpunkt der Familie stand. Nach etwa einem Jahr ging es mir wieder besser bis zum 20. Lebensjahr.

3.Ich habe es mit Selbstbefriedigung versucht (und das funktionierte gut), bevor ich das erste Mal mit einem Mann geschlafen habe. Schließlich hatte der Mann Erfolg, der mich vor dem Eindringen manuell stimuliert hat.

4.Ich habe selbst 2 Kinder ohne Probleme auf natürlichen Weg (ohne irgendwelche Betäubung) und nach meinem Empfinden mit dem "normalen Geburtsschmerz" geboren.

5.Nach den zwei Geburten ging es mir 15 Jahre lang blenden. Auch der Sex war perfekt.

6.Eine Blasenspiegelung war bei mir immer schmerzhaft. Die letzten habe ich mit Tilidin in Tropfenform einigermaßen gut überstanden. Ich weiss, dass viele Frauen auch ohne Vulvodynie dabei Schmerzen haben. Das hat etwas mit Angst und Scham zu tun.

7.Ich halte Verspannungen im Körper für eine Ursache der Vulvodynie und des Vaginismus. Jeder hat schon mal etwas vom Spannungskopfschmerz gehört. Scheinbar plötzliche Heilungen entstehen vermutlich dadurch, dass es dem Körper und dem Gehirn gelingt, eine Dauerverspannung zu lösen.

8.Ursachen für Dauerverspannungen können emotionaler Stress, Entzündungen (z. B. durch Pilze oder Bakterien), Verletzungen oder einfach nur sogenannte dumme Angewohnheiten sein (z. B. das Wasser bis zum sprichwörtlichen Überlaufen halten). Leider kann man mit dem Sich-gut-Zureden nicht sehr viel erreichen. Oft ist eine gezielte Entspannungstherapie notwendig, die u. U. auch mit Schmerzmedikamenten begleitet werden muss. Das Problem sind hier tatsächlich die unwissenden und ignoranten Ärzte, die zusätzlich auch nicht über das eigene Fachgebiet hinaus schauen wollen oder können.

9.Nach monatelangen Recherchen in Foren Betroffner und auf medizinischen Seiten bin ich der Meinung, dass die Ursachen und Auslöser der Vulvodynie und des Vaginismus sehr vielfältig sind und deshalb eine breitgefächerte Diagnostik und ein multimodaler und Therapieansatz nötig sind. Es wäre sicher sehr interessant all das zusammenzutragen und zu ordnen, aber soweit sind die Mediziner und die Pharmaindustrie offenbar noch nicht. Meine Vermutung ist, dass es das Heilmittel gar nicht gibt. Schmerzmittel können je nach Stärke hilfreich sein, beseitigen jedoch allein die Ursache nicht. Psychologie allein aber genau so wenig.

Ich hoffe, Ihr seid nicht böse, dass ich nicht auf jeden Beitrag von Euch im Einzelnen eingegangen bin, aber Ihr habt so fleißig geschrieben, dass ich fast den Faden verloren hatte.

Vvaben$ex1*


Hey, das ist ja schön, dass unsere Dialoge gelesen werden. :)=

@ Antonia

Und Du kennst Dich ja extrem gut aus. Ich danke Dir, dass auch Du diesen Zusammenhang siehst und bestätigst. Es gibt nämlich viele Foren, wo sich betroffene von den beiden Gruppen (also Vuvodynie bzw. Vestibulitis und Vaginismus) sehr stark voneinander abgrenzen.

Im "Vestibulitis Forum Schweiz" habe ich folgende Definition gefunden. Ich finde diese starke Abgrenzung falsch und kontraproduktiv:

Vulväre Vestibulitis: Betrifft nur die Vulva, also die Haut direkt am Scheideneingang. Betroffene verspüren ein starkes Brennen bei Berührung des Scheideneingangs.

Vulvodynie: Chronischer Schmerzzustand im äusseren Geschlechtsbereich. Hier ist oft nicht nur der Scheideneingang betroffen und die Personen haben auch ohne Berührung Schmerzen. Vulvodynie-Betroffene haben oft so starke Schmerzen, dass sie selbst Unterwäsche nicht mehr tragen können.

Vaginismus bzw. verspannte Muskulatur: Viele hier im Forum sprechen von Schmerzen WÄHREND dem Sex, aber wenn sie die Vulva mit dem Finger berühren haben sie keine Schmerzen und nach dem Sex haben sie auch keine Schmerzen. Bei dieser Symptombeschreibung handelt es sich auch NICHT um vulväre Vestibulitis sondern oft um eine verspannte Scheidenmuskulatur und Beckenbodenmiskulatur. Dies ist behandelbar, viel einfacher behandelbar als Vestibulitis oder Vulvodynie! @Springchild: Gerade Du wirst diese (falsche) Formulierung sicher nicht gerne lesen.

Es ist nicht sinnvoll, dass die einen den anderen sagen: "Ja, aber Ihr könnt immerhin etwas in Euch einführen." Und die anderen: "Ja, aber Ihr habt wenigstens nicht den ganzen Tag Beschwerden, sondern nur, wenn es "zur Sache" geht." Springchild und ich haben uns ja auch viel zu sagen, was uns vielleicht weiterhilft.

Nur die unterschiedlichen Symptome lassen uns einfach nicht zueinander finden. :-(

soweit sind die Mediziner und die Pharmaindustrie offenbar noch nicht

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass zumindest die Pharmaindustrie daran interessiert wäre.

Und ich bin gespannt, wie mein Gynäkologe reagieren wird, wenn ich ihm von meinen Erfahrungen berichten werde. Wahrscheinlich wird er es als Einzelfall abtun und weiter an seine "kleine" Erfahrungswelt glauben.

Man müsste Erhebungen bei "Geheilten" machen, was ihnen letzten Endes geholfen hat, nur Geheilte sind sind so schwer zu erreichen.

@ Springchild:

Was macht das rezitieren?

LG

SEpringwchilxd


Hallo Vabene und willkommen Antonia! *:)

Ich finde diese starke Abgrenzung falsch und kontraproduktiv:

Das find ich allerdings auch...

Gerade Du wirst diese (falsche) Formulierung sicher nicht gerne lesen.

Das tue ich in der Tat nicht. Es stimmt höchstens, dass die Schmerzen bei Vaginismus nicht dauerhaft sind, also wenn ich nichts mache tut mir auch nichts weh, aber natürlich können auch Berührungen bzw. Versuche etwas einzuführen mit dem Finger, mit Tampons, sogar mit Q-Tips schmerzhaft sein, wenn der Vaginismus stark ausgeprägt ist (und das war/ist er bei mir leider). Und was mir manchmal die Scheide gebrannt hat nach dem Sex, weil das verspannte Gewebe natürlich gereizt wird...

Mir geht es sowieso auf die Nerven, dass Vaginismus oft auf ein sexuelles Problem reduziert wird. Was ist mit den Problemen mit gynäkologischen Untersuchungen, oder Tampons, oder mit invasiven Verhütungsmethoden? Ich werde bald ein Kind gebären und niemand wird nach meinem Muttermund tasten können.

Das Problem ist also viel komplexer, als es dort dargestellt wird. Und ich weiß nicht, wie gut behandelbar Vestibulitis oder Vulvodynie sind, aber zumindest die Selbstbehandlung meines Vaginismus ist bisher sehr langwierig und mühsam. Aber ich bin auch von einem Punkt aus gestartet, an dem ich schon anzweifelte, dass da überhaupt eine Öffnung ist...

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass zumindest die Pharmaindustrie daran interessiert wäre.

Du sprichst doch von Deinem Schrank voller Salben... klar sind die interessiert. Aber was will man Vaginismus-Patientinnen verabreichen? Ich hab schon von Behandlungen mit Antidepressiva oder Botox gehört; sogar mit Lokalanästhetika. Aber das ist ja höchstens symptomatische Behandlung, und keine Therapie der Ursache, also der Verspannung selbst.

Nur die unterschiedlichen Symptome lassen uns einfach nicht zueinander finden.

Das empfinde ich gar nicht so... mir tut der Austausch mit Dir gut. @:)

Was macht das rezitieren?

Ich hab das Buch ehrlich gesagt noch gar nicht besorgt, werd aber gleich mal schauen.

V'abpenex1*


Huiuiui,

Ich hab das Buch ehrlich gesagt noch gar nicht besorgt, werd aber gleich mal schauen.

Ich meinte Deinen Chakra-Spruch.

Das empfinde ich gar nicht so... mir tut der Austausch mit Dir gut.

Mir auch, sogar sehr. Das war eher an die verfeindeten Lager gerichtet.

Und die Pharma-Industrie ist eben an meinem Schrank voll Salben interessiert und vor allem daran, dass er immer voller wird, weil ich so verzweifelt bin. Auf keiner Seite von Kanifug oder Ähnlichen steht, dass Pilzcremes wenn überhaupt nur bei einer nachgewiesenen Infektion verwendet werden sollten. Immerhin sind diese Mittel ja sogar frei verkäuflich.

Warum um alles in der Welt sollte eine junge, gesunde Frau eigentlich eine trockene Vaginalschleimhaut entwickeln? (auch dagegen hatte ich Mittel) Und warum sollte sich diese Schleimhaut nicht von selbst sehr schnell regenerieren? (wie man es z.B. bei einem Pickelchen im Mund der Fall ist)

Und was mir manchmal die Scheide gebrannt hat nach dem Sex, weil das verspannte Gewebe natürlich gereizt wird...

Das kann ich mir sehr gut vorstellen, und ich fühle mit Dir. Wie lange hat diese Reizung bei Dir nach dem Sex eigentlich angehalten?

Ach und übrigens, als ich von Deiner Beschreibung Deiner traumatischen Blutabnahme gelesen habe, ist mir etwas später eingefallen, dass ich es auch überhaupt nicht leiden kann, wenn mich jemand festhält. Auch wenn es im Spaß passiert, kippt bei mir relativ schnell die Stimmung. Auch festhalten und kitzeln finde ich fast unerträglich. >:(

A4ntoni]a507x2


Hallo Ihr Zwei,

also ich habe Euren Dialog gefunden, weil ich bei Google den Alert-Service zu Vulvodynie und Urethralsyndrom abonniert habe. Ich finde ihn sehr interessant, weil ich der Meinung bin, schon wenn man oder besser Frau über seine Ängste und Probleme mit Gleichgesinnten oder Mitleidenden reden kann, fühlt man sich besser. Ja, ich glaube auch, dass von der Pharmaindustrie außer neuen oder scheinbar neuen Schmerzmitteln nichst zu erwarten ist, weil Medikamente, die heilen für die Bilanzen der Pharmabosse eine Katastrophe sind (man kauft sie ja nur einmal). Außerdem haben wir ja schon bemerkt, dass Physiotherapie zur Entspannung gut helfen kann. Für mich stellt sich die Frage, warum leiden manche Frauen dauerhaft unter Schmerzen und andere haben sie nur bei Infektionen oder richtigen Verletzungen. Das wäre für mich ein Ausgangspunkt für die Forschung. Eine Diskussion, welche Form der Vulvodynie wer hat und wer besser dran ist halte ich auch für kontraproduktiv. Die Mediziner können von mir aus öfter anders klassifizieren, Hauptsache sie bemühen sich um ihre Patienten. Das bedeutet für mich auch, dass sie sich ständig informieren, was es in ihrem Fachgebiet neues gibt und ihre Patienten im Zeithalter des Internets nicht für blöd erklären.

AZnYtonia<5x072


Hallo Springchild,

mach Dir wegen der Entbindung keine Sorgen. Eine gute Hebamme muss nicht sehen, wie weit sich der Muttermund geöffnet hat, um eine Geburt problemlos zu begleiten. Das sieht sie auch an anderen Zeichen.

Lass Dich da von niemand verrückt machen. :)_

SEpri2ngcxhild


Warum um alles in der Welt sollte eine junge, gesunde Frau eigentlich eine trockene Vaginalschleimhaut entwickeln?

Da könnten vielleicht Nährstoffmängel eine Rolle spielen, oder Medikamenteneinfluss (z. B. hormonelle Verhütung, das hab ich hier schon oft gelesen)... ":/ Vielleicht auch Veranlagung? ???

Wie lange hat diese Reizung bei Dir nach dem Sex eigentlich angehalten?

Das kam immer darauf an. Normalerweise ließ die Reizung schon relativ bald nach, wenn keine Berührung mehr stattfand. Bei der Verwendung von Kondomen oder bestimmter Gleitgele war die Reizung meist ausgeprägter und dann konnte es sein, dass es noch am nächsten Tag gebrannt hat, besonders beim Wasserlassen. Also zum Glück nicht besonders lange.

Für mich stellt sich die Frage, warum leiden manche Frauen dauerhaft unter Schmerzen und andere haben sie nur bei Infektionen oder richtigen Verletzungen. Das wäre für mich ein Ausgangspunkt für die Forschung.

Vor allem frage ich mich, wieso es nicht in Zusammenhang mit Neuralgien gesetzt wird... ? Oder wird es das? ??? Ich habe immer den Eindruck, dass das alles gerne in die Psychosomatik-Schublade gesteckt wird, aber die organischen Ursachen keinen interessieren. Da fragt man sich doch echt was das soll.

@ Vabene:

Achso, der Chakra-Spruch... gut, dass Du mich dran erinnerst. ;-D

Und ja, wenn ich festgehalten werde seh ich rot, weiß auch nicht woran das liegt. Ich mag auch diese gynäkologischen Stühle gar nicht, wo die Knie über diesen Bügeln liegen und man sich folglich gar nicht bewegen kann. Es gibt ja auch welche, wo man die Füße auf Halterungen abstellen kann, und nochmal ein kleines bißchen besser fühl ich mich, wenn ich gar nicht auf den Stuhl muss, sondern die Untersuchung auf der Liege probiert wird.

@ Antonia:

Danke für die Aufmunterung. @:) :)_

Die Ärzte mit denen ich gesprochen habe bzw. auch meine Hebamme haben mir erklärt, dass sie irgendwann nach dem Muttermund gucken MÜSSEN. Wir haben uns aber darauf geeinigt, dass mir eine PDA gesetzt wird, und selbst dafür musste ich noch rumlamentieren, weil wie gesagt erst ein Kaiserschnitt gemacht werden sollte. Mit dem Kompromiss kann ich aber ganz gut leben.

V]abenVe1*


Leider kann man mit dem Sich-gut-Zureden nicht sehr viel erreichen.

In meinem Fall eben doch. Begleitet durch Sich-Bewusst-Werden und Umdenken.

Für mich stellt sich die Frage, warum leiden manche Frauen dauerhaft unter Schmerzen und andere haben sie nur bei Infektionen oder richtigen Verletzungen.

Ja, aber das ist ja der Punkt. Viele fühlen sich ja irgendwie infiziert, jahrelang. Sie spüren etwas, was dort nicht hingehört und sie suchen jahrelang nach der Ursache. Man liest so viel von chronischen Pilzinfektionen, von Blasenentzündungen, die sich mit Pilzinfektionen abwechseln, weil durch die Antibiotika-Einnahme die Vaginalschleimhaut verändert und anfällig ist, und dann von Frauen, die nach eigentlich ausgeheilten Infekten weiterhin Beschwerden habe, die einfach nicht weggehen wollen, die sich immer wieder untersuchen lassen, immer neue Abstriche machen lassen, die ohne Befund bleiben und am Ende zu Operationen, Injektionen und anderen üblen Dingen bereit sind, nur um wieder ein bisschen Lebensqualität zu gewinnen.

Vor allem frage ich mich, wieso es nicht in Zusammenhang mit Neuralgien gesetzt wird... ? Oder wird es das? Ich habe immer den Eindruck, dass das alles gerne in die Psychosomatik-Schublade gesteckt wird, aber die organischen Ursachen keinen interessieren. Da fragt man sich doch echt was das soll.

Also in den Vulvodynie-Foren wird viel über neuralgische Ursachen geschrieben. Es gibt wohl den sog. Pudendus-Nerv, obwohl ich darüber nicht viel weiß. Manche erwägen sogar, ihn durchtrennen zu lassen. Auch spielt so etwas wie Schmerzgedächtnis eine Rolle. Desweiteren vermuten einige, eine Pilzinfektion zu haben, die nicht mehr durch Abstriche nachzuweisen ist, bei der sich der Pilz irgendwie unter der Haut festgesetzt hat. Manche haben eine Histamin-Unverträglichkeit, die diese Symptome verursacht hat. Aber alles in allem sind die Betroffenen ziemlich ratlos, denn die Diagnose Vulvodynie ist eine Ausschlußdiagnose. Wenn also keine Erklärung für die Beschwerden gefunden wird, dann nennt man es Vulvodynie. Viele von den Betroffenen sehen sich auch damit konfrontiert, dass sie irgendwann zur Psychotherapie geschickt werden oder einfach als hysterisch abgestempelt werden. Sie sehen ihre Beschwerden als Ursache für ihre psychische Labilität und für ihre Probleme mit der Sexualität und nicht umgekehrt. Genauso ging es mir auch. Und es ist auch so. Trotzdem weiß ich heute, dass ich aufgehört hatte, auf meinen Körper zu hören und meinem Körper zu vertrauen.

Die Vestibulitis verstehe ich noch nicht so ganz. Scheinbar haben die Betroffenen bestimmte Schmerzpunkte, die der Arzt durch einen Wattestäbchentest lokalisieren kann. Dabei ist das Gewebe irgendwie angegriffen und bei einem Test mit Essig erscheinen weißliche Stellen, dort wo das Gewebe entzündet ist. Ich bin froh, dass dieser Test bei mir nicht gemacht wurde, sicherlich hätte ich reagiert. Und in diesem Fall wird dann halt gerne auch mal rumgeschnippelt. Ich glaube, man klammert sich an jeden noch so kleinen Strohhalm, und ist froh, wenn man (endlich) eine Diagnose, ein Wort dafür hat.

In Bezug auf die Psychosomatik verstehe ich, was Du meinst. Und ich kann verstehen, dass es Dich nervt. Aber irgendwie glaube ich trotzdem, dass das bei vielem des Pudels Kern ist.

Ich meine nicht, dass man durch einfache Psychotherapie von seinen körperlichen Schmerzen geheilt wird, aber ich glaube, dass es einem Denkanstöße geben kann, jedenfalls, wenn der Therapeut gut ist, und nicht auf Teufel komm raus etwas in der Vergangenheit finden will. Man kann sich vielleicht darüber bewusst werden, warum man auf eine bestimmte Art handelt und reagiert und ob dies für einen selbst eigentlich gut ist.

Meine Mutter war letztes Jahr depressiv und hatte starke psychosomatische Beschwerden. Ich weiß, wie sehr einem dies Angst machen kann, irgendwann besteht man nur noch aus Angst. Und man kann einfach nicht glauben, dass man gesund sein soll.

Aber Geist und Körper sind eben nicht getrennt voneinander, dazu habe ich irgendwo einen guten Text gelesen, in dem stand, wir Menschen sind und reagieren von Anfang an psychosomatisch. Ich müsste den Text nochmal raussuchen.

Wir haben uns aber darauf geeinigt, dass mir eine PDA gesetzt wird, und selbst dafür musste ich noch rumlamentieren

Das höre ich immer wieder, ich weiß nicht, warum das in Deutschland so schlechtgemacht wird. Wahrscheinlich noch ein Überbleibsel von unserer "Blut und Boden"-Vergangenheit.

Liebe Grüße

Asnt^onia50x72


Also, wer es noch nicht weiß, ein geplanter Kaiserschnitt bringt für eine Klinik den größten Gewinn, es geht schnell (die Gehälter sind ja meist der größte Posten bei den Kosten), man muss eben nicht erst warten, bis die Geburt einen bestimmten Stand erreicht hat, frühmorgens kann genau geplant werden, um welche Uhrzeit das Kind "geholt" wird und alle haben pünktlich Feierabend. Bei einer PDA muss der richtige Zeitpunkt abgewartet werden, d. h. die Geburt dauert eben. Ich glaube auch nicht, dass Frauen mit welchen Schmerzen vorher auch immer die Geburt schlechter bewältigen als Frauen ohne VD oder VVS. Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich Angst vor dem Katheter nach der Geburt hatte (wird gemacht, da sich die Blase nach dem Geburtsvorgang meist nicht spontan leeren lässt und man einer Blasenentzündung vorbeugen will), ich habe das aber überhaupt nicht gemerkt, obwohl das bei mit normalerweise sehr schmerzhaft ist.

S$pri2ncg9chilxd


Aber Geist und Körper sind eben nicht getrennt voneinander

Genau das wollte ich sagen; ich wollte nicht ausschließen, dass die Psyche teilweise eine sehr große Rolle spielen kann (merk ich ja bei meinem Gynäkologen-Problem), sondern ich wollte bemängeln, dass die physische Seite oft außer Acht gelassen wird, und eben ALLES auf die Psyche geschoben wird. Dass eine Psychotherapie unterstützend sehr wirkungsvoll sein kann will ja überhaupt niemand abstreiten. Aber es muss meiner Ansicht nach immer auch körperlich therapiert werden., zumindest wenn wir von (schwerem) Vaginismus sprechen. Bei Vulvodynie überlass ich das Deinem fachmännischen Urteil.

Und was Psychotherapie angeht wage ich zu behaupten, dass ich mich recht gut auskenne, da ich aus anderen Gründen schon sowohl stationäre als auch ambulante Therapien hinter mir habe (und den Austausch mit anderen Betroffenen ebenso gesucht habe wie beim Vaginismus).

Die Vestibulitis verstehe ich noch nicht so ganz. Scheinbar haben die Betroffenen bestimmte Schmerzpunkte, die der Arzt durch einen Wattestäbchentest lokalisieren kann. Dabei ist das Gewebe irgendwie angegriffen und bei einem Test mit Essig erscheinen weißliche Stellen, dort wo das Gewebe entzündet ist. Ich bin froh, dass dieser Test bei mir nicht gemacht wurde, sicherlich hätte ich reagiert. Und in diesem Fall wird dann halt gerne auch mal rumgeschnippelt. Ich glaube, man klammert sich an jeden noch so kleinen Strohhalm, und ist froh, wenn man (endlich) eine Diagnose, ein Wort dafür hat.

Vestibulitis ist soweit ich weiß eine chronische Entzündung der Scheide, und der "Test mit Essig" (und Jod) nennt sich Kolposkopie. Das wurde bei mir auch gemacht, also so wurde ja die Gebärmutterhalsentzündung festgestellt. Da wurde das Gewebe auch entfernt & gelasert, und seitdem hatte ich null Beschwerden mehr. Deswegen würde ich das nicht verteufeln.

Das höre ich immer wieder, ich weiß nicht, warum das in Deutschland so schlechtgemacht wird. Wahrscheinlich noch ein Überbleibsel von unserer "Blut und Boden"-Vergangenheit.

Wohingegen komischerweise Wunschkaiserschnitte kein Problem darstellen. Wenn man dann kommt und natürlich gebären möchte wird man komisch angeguckt. ???

S:pri5njgchixld


@ Antonia:

Na dann wäre das Rätsel ja gelöst. ;-D Wobei ich mit meiner Wunschklinik Glück habe, denn da sind die nicht so wild auf's Schnippeln, sondern natürlichen Geburten wird sogar bei BEL innerhalb der Möglichkeiten der Vortritt eingeräumt. Aber deswegen ist es ja auch meine Wunschklinik.

Dass ein Katheter gesetzt wird hat mir niemand gesagt und ich hab es auch noch nie gehört, ich glaub nicht dass das standardmäßig gemacht wird? Ist das Ziehen denn schmerzhaft?

VbabeeneJ1*


Naja, wie Antonia schon schreibt: Die Kaiserschnitte sind für die Kliniken ertragreicher, besser kalkulierbar und wahrscheinlich irgendwie unkomplizierter. Aber eine Frechheit ist es trotzdem.

Wenn es indiziert ist, gerne. Aber ansonsten? Das ist wohl auch ein bisschen in mode. Aus anderen Ländern weiß ich, dass alle, die es sich leisten können einen Kaiserschnitt machen. Ist wohl irgendwie feiner. Naja, da bin ich dann wohl ein bisschen konservativ.

Und das Lasern wollte ich nicht verteufelt, aber es sollte doch irgendwie Ultima Ratio sein. Vor allem, wenn man wie ich ständig das Gefühl hat, dass die Haut dort nicht richtig gesund ist und überempfindlich wenn nicht sogar überreizt ist, dass sie nicht richtig regeneriert, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass es helfen würde.

Und was Psychotherapie angeht wage ich zu behaupten, dass ich mich recht gut auskenne, da ich aus anderen Gründen schon sowohl stationäre als auch ambulante Therapien hinter mir habe

Du hattest es ja schonmal angedeutet, da bin ich nun wirklich ein Laie. Ich habe halt nur die Erkrankung meiner Mutter hautnah miterlebt und mich deswegen ein bisschen damit beschäftigt. Aber den psychosomatischen Ansatz finde ich nach wie vor überzeugend.

Bei Vulvodynie überlass ich das Deinem fachmännischen Urteil.

So ein Fachmann bin ich nun auch nicht. Und ich habe den Begriff ja erst entdeckt, als ich es hinter mir hatte. Ich glaube, eine Psychotherapie wäre für die meisten nicht hilfreich. Sie würde sie noch mehr unter Druck setzen, doch nun endlich die Ursache in ihrer Psyche zu finden. Sie würden vielleicht erst recht alles in Frage stellen, ihre Partnerschaft, die Beziehung zu ihren Eltern und ihr eigenes Verhalten. Was sicherlich helfen würde wäre eine Art Verhaltenstherapie, in der man lernt, mit Spannungen anders umzugehen, und ein anderes Verhältnis zu seinem Körper aufzubauen, auf seine Bedürfnisse zu hören und seine Schmerzen zu verstehen.

Und Physiotherapeuten dürften Beckenbodentraining nicht einfach als ein Stärken des Muskels praktizieren, sondern ein Gespür dafür kriegen (naja, sie müssen ja nicht hineinfassen, aber vielleicht durch Befragen?), ob eine Patientin ihn schon sehr stark einsetzt oder nicht. Zum Beispiel ich war mir dessen überhaupt nicht bewusst, es war einfach normal für mich.

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