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Brust-OP wegen Krebsangst: Angelina Jolie macht es öffentlich

S$weext85


Vielleicht sollte man sich den Artikel von A.Jolie durchlesen, vielleicht werden dann einigen ihre Beweggründe klar, sich für die Amputation entschieden zu haben. [[http://www.nytimes.com/2013/05/14/opinion/my-medical-choice.html?src=mv&_r=0 Jolie Artikel]]

Ich kann es jedenfalls nachvollziehen.

m0arinpo sa


Im ZDF geht es gerade um das Thema – sehr interessant [[http://markuslanz.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/e6945324-1cb6-3c02-8b90-3874ee0f4b2d/20155867?doDispatch=1 diesmal]].

Eine 'Normalo' (= deutsche Kassenpatientin) spricht über das Gen und den Vorwurf von ignoranten Zeitgenossen, die ihr tatsächlich vorgeworfen haben, sie wolle sich doch nur auf Kosten der Krankenkasse 'große Titten' machen lassen.

K4lxeio


Brust-OP wegen Krebsangst: Angelina Jolie macht es öffentlich

Bis gestern war ich der Meinung, dass das ein gängiger Eingriff bei bestimmten Brustkrebsrisikopatientinnen ist und dass dass auch allgemein bekannt ist. Es steht ja jeder Frau zu für sich zu entscheiden, ob sie es darauf ankommen lässt Brustkrebs zu bekommen, wenn sie zu dieser speziellen Risikogruppe gehört oder nicht. Da ist sowieso nur noch die Entscheidung zwischen Pest und Cholera, denn wenn sie es nicht tut, hat sie einen anderen Stress, der ständigen Beobachtung, Angst, Untersuchungen, etc. Welchen Zusammenhang die Entscheidung nun mit einer bekannteren Persönlichkeit oder einer unbekannten zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Dass A. J. natürlich materielle Möglichkeiten hat, die viele Frauen nicht haben, ist naheliegend und schön für sie. Manche scheinen zu vergessen, dass Gesundheit generell oft auch einen finanziellen Aspekt hat. Dass sie ein Interesse mehr als viele andere Frauen hat, dass ihre Brüste entsprechend aussehen ist natürlich logisch, schließlich gehört ihr Aussehen in ihrem Beruf zu ihrem Kapital. Dir restlichen Sorgen wird sie mit den meisten anderen Betroffenen teilen. Alle Betroffenen haben aber eines Gemeinsam - die Diagnose und damit die Sorge um ihre Gesundheit.

Umgekehrt zu sagen, dass sie doch damit nicht in die Öffentlichkeit gehen soll, halte ich für mehr als naiv, da es ganz klar ist, dass solche Menschen null Privatsphäre haben und durch Paparazzi sowieso alles früher oder später an die Öffentlichkeit kommt. Da macht sie doch einen vernünftigen Schritt, wenn sie den ersten macht.

Nachdem es doch für viele ein Diskussionsbedarf zu geben scheint, so denke ich, dass es gar nicht schlecht ist, dass es durch dieses Beispiel geschieht. Trotzdem würde es helfen, wenn sich manche UserInnen hier etwas informiert hätten.

Was das mit Werbung zu tun haben soll, verstehe ich auch nicht, denn die OP ist doch schon Monate her und falls es diesen Hype gibt, dann doch wegen der Nachfrage (wie man es ja auch hier lesen kann), weil scheinbar viele erst jetzt mit diesem Thema konfrontiert wurden oder sich gerne über anderer Verhalten echauffieren oder beides und dies teilweise auch nicht auseinander halten können. Vor allem scheinen sie entsprechende Medien zu konsumieren. Ich habe genau einmal eine kurze Meldung gesehen und lese jetzt hier den Faden. Voila.

Inwieweit sich nun Frauen dazu bemüht sehen überhaupt mal eine Vorsorgeuntersuchung zu machen, liegt doch an ihnen. Es ist ihr Leben.

Ganz ehrlich: Würde man mir sagen ich könnte von 87% Brustkrebsrisiko auf 5% runterkommen ... ich würde schneller auf dem Tisch liegen als der Arzt "narkoserisiko" gesagt hat.

:)^ Gilt für mich genauso.

bUluRecattxa


Ich kann auch den heutigen Beitrag von SternTV zu dem Thema sehr empfehlen.

Eine 'Normalo' (= deutsche Kassenpatientin) spricht über das Gen und den Vorwurf von ignoranten Zeitgenossen, die ihr tatsächlich vorgeworfen haben, sie wolle sich doch nur auf Kosten der Krankenkasse 'große Titten' machen lassen.

Ich musste mir, als ich auf der Station der plastischen Chirurgie lag, auch solche Kommentare anhören – von Mitpatientinnen, die für kosmetische OPs dort waren, von Angehörigen und sogar von einem Mitglied des Pflegepersonals. Es ist wirklich unglaublich, wie unsensibel manche Menschen sein können.

Für alle, die hier von geldgeilen Ärzten sprechen, die voreilig einfach alles wegschneiden, was Probleme machen könnte und für alle, die schreiben, dass die Medizin von Genetik noch viel zu wenig versteht:

Es ist eindeutig in mehreren Studien nachgewiesen, dass von 10 Frauen, die dieses mutierte Gen in sich tragen, 8 bis 9 an Brustkrebs und etwa 5 an Eierstockkrebs erkranken, und zwar meistens noch vor dem 40. Lebensjahr! Es ist sicher richtig, dass wir über die Entstehung von Krebs noch viel zu wenig wissen, aber für diese spezifische Erkrankung ist der Zusammenhang zweifelsfrei nachgewiesen. Deshalb werden auch nicht vorsichtshalber die Gebärmutter oder sonstige Organe entfernt, denn diese eine spezielle Genmutation bezieht sich nur auf Brust- und Eierstockkrebs.

Und so schnell wird hier nicht operiert. Bis es zur OP kommt, dauert es in der Regel mehrere Jahre, in denen unter anderem auch ein ganzes Programm an psychologischen Tests und Beratungen zu absolvieren ist, ähnlich wie vor einer geschlechtsangleichenden Operation.

Wie gesagt, für mich stellte sich nicht die Frage, ob amputiert wird, sondern nur wann. Und ich bin froh, dass ich mich bewusst für einen Zeitpunkt entscheiden konnte und psychisch darauf vorbereitet war. Da ich mich auch seit Jahren in einer Selbsthilfegruppe engagiere und schon viele brustamputierte Frauen gesehen habe, kann ich auch sagen, dass das kosmetische Ergebnis einer vorbeugenden Operation dem einer notfallmäßigen Amputation in der Regel haushoch überlegen ist. Aber scheinbar verdient man den Respekt anderer ja eh nur dann, wenn man sich die Brust nicht rekonstruieren lässt. Zudem erspart man sich natürlich die wahnsinnigen Nebenwirkungen einer Strahlen- und Chemotherapie, der man sich in der Regel unterziehen muss, wenn man erst operiert, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist.

Zuletzt noch: Kontrolle ist gut und schön, aber diese Krebsart ist einfach extrem aggressiv! Erst vor 4 Wochen lernte ich im Hospiz eine betroffene Frau kennen. Sie war jedes halbe Jahr wie vorgeschrieben zur Kontrolle gegangen. 1 Monat vor dem nächsten Kontrolltermin ertastete sie einen Knoten – Biopsie ergab einen bösartigen Tumor. Im Ganzkörper-Scan zeigten sich Metastasen im Gehirn und in fast allen Bauchorganen. 6 Wochen nach Diagnose-Stellung, zwei Tage vor ihrem 36. Geburtstag, starb sie. Sie hatte die Amputation immer wieder geplant und doch immer wieder hinausgeschoben, aus den bekannten Gründen: Angst, nicht mehr "Frau" zu sein, Angst, dass der neue Freund sie verlässt etc.

Wenn das "Outing" von Angelina Jolie nur einer Frau irgendwo auf der Welt beweist, dass diese Zweifel nicht begründet sind; beweist, dass man auch nach Amputation eine tolle Frau sein kann; wenn dadurch Frauen einen genaueren Blick in ihre Verwandtschaft werden und sich bei einer Krebs-Häufung testen lassen; wenn dadurch irgendwo ein Menschenleben gerettet wird und Menschen nicht Frau, Mutter, Schwester oder Tante verlieren – dann gebührt Fr. Jolie mein tiefster Dank und meine allergrößte Hochachtung!

NuaideEe


mal andere Situation: du, deine Mutter und deine Oma haben BK, würdest du deiner Tochter raten, die tumorgenetische Beratung in Anspruch zu nehmen?

Ist es in deinen Augen verantwortungslos, wenn Frauen generell nicht zur Vorsorge gehen? oder eben "ihre eigene Entscheidung, die für sie richtig sein kann".

eine genetische Untersuchung und eine Vorsorgeuntersuchung sind zwei verschiedene Dinge. Ich gehe regelmäßig zu allen Vorsorgeuntersuchungen (Gebärmutterhals, Mammographie, Sonographie – alles 1 x Jahr). Wenn man etwas entdecken würde, würde ich mich sofort einer Behandlung unterziehen. Aber ich möchte nicht wissen, ob ich zu 43 % an Krebs erkranken werde. Was soll ich mit so einer Zahl anfangen?

DQie^KruNemxi


Wenn man etwas entdecken würde, würde ich mich sofort einer Behandlung unterziehen. Aber ich möchte nicht wissen, ob ich zu 43 % an Krebs erkranken werde. Was soll ich mit so einer Zahl anfangen?

Manche möchten diese Zahl wissen als Basis für eine Entscheidungsfindung. Und es ist ja eben nicht 43%, sondern 80-90%.

Es ist einfach eine sehr individuelle Entscheidung. Warte ich auf einen sehr aggressiven Krebs, der trotz engmaschiger Untersuchung häufig zu spät entdeckt wird (ich meine hier den BRC1-mutationsinduzierten Krebs, der nachgewiesenermaßen sehr schnell invasiv wird), der zu 80-90% mich erwischen wird oder will ich es garnicht wissen und mache den gentest nicht-oder handle ich vorbeugend und lasse amputieren bei pos. Gentest, obwohl ich ggf zu 10-15% nie Krebs bekommen hätte.

Ich selbst würde 1. Testen lassen bei familliärer Disposition und 2. bei positivem Test amputieren lassen.

p!hoexbe


PR-Geilheit würde ich ihr auch auf keinen Fall vorwerfen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die OP immer so gut läuft und ob eine normale Frau eine ähnlich gute plastische OP zum Aufbau der Brust erhält. Ich habe Bedenken, das Angelinas Schritt verharmlosend ist. Kurz nach der OP ist sie in der Öffentlichkeit zu sehen, so schön wie immer. Ich befürchte, so leicht ist es nicht.

genau das befürchte ich auch!

Ich gehöre auch zu den Risiko Patienten. Fast ein jeder in meiner Familie ist an irgendeinem Krebs verstorben und Brustkrebs ist es in drei Generationen. Mir hat noch niemand so ein gentest vorgeschlagen...ich heiße ja auch nicht Jolie !! Sicher, ich darf jedes Jahr anstatt alle zwei Jahre zur Vorsorge - aber das war es auch schon!

Elhemalige^r Nu?tzer 3(#2828I77)


Mir hat noch niemand so ein gentest vorgeschlagen...ich heiße ja auch nicht Jolie !! Sicher, ich darf jedes Jahr anstatt alle zwei Jahre zur Vorsorge – aber das war es auch schon!

Das wird aber in Deutschland durchaus auch gemacht wenn man nicht Jolie heißt.

pEhoexbe


Du meinst ich bräuchte nur nachfragen? :-/

EThema5liger Nu$tzer (|#282x877)


DÄ: In Deutschland werden betroffene Frauen an 15 spezialisierten Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs betreut. Wie viele Patientinnen werden dort beraten? Und wie hohe ist die Auffindungsrate von Genveränderungen?

Rhiem: Seit Gründung der Zentren im Jahre 1996 sind mehr als 28.000 Menschen beraten worden. Die durchschnittliche Auffindungsrate von Veränderungen in den beiden Hochrisikogenen BRCA1 und BRCA2 in belasteten Familien beträgt circa 21 Prozent. Von allen Brustkrebspatientinnen tragen rund 5 Prozent eine BRCA-Mutation. Der weitaus größere Anteil der Brustkrebserkrankungen ist "sporadisch" und ohne eine familiäre Häufung von Erkrankungen.

[[http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54396/Vorsorgliche-bilaterale-Mastektomie-Individuelle-Entscheidung Quelle]]

Du könntest mal schauen welches dieser Zentren bei dir in der Nähe ist und deinen Arzt bitten dich für eine Beratung dorthin zu überweisen.

-xMäushle-


Ich habe ja dein Eindruck viele Ärzte kennen sich damit einfach null aus und haben es mit der Vorsorge nicht so.

Ich musste meinen doc auch erst darauf ansprechen dann meinte er – klar natürlich. Mein Arzt möchte, dass die Frauen auf ihn zu gehen..er wil ihnen nichts aufschwätzen, ist ja doch eine persönliche Entscheidung.

Das hat also garnichts damit zu tun ob man berühmt ist oder nicht...man muss eben nur selbst fragen und gerade da finde ich das von Frau Jolie gar nicht mal so schlecht... nicht jede Frau weiß, dass es diese Möglichkeiten gibt!

DJieKruexmi


Du meinst ich bräuchte nur nachfragen?

ja, genau. Wenn du weibliche Verwandte hast, die BK haben/hatten (andere Krebsarten spielen keine Rolle), lass dich von deinem Gyn in ein Brustzentrum mit Tumorgenetischer Beratung überweisen. Dort bekommst du Gespräche mit einem Gyn und einer Humangenetikerin oder Zell-und Molekularpathologin und wirst unfassend aufgeklärt.

Es ist schade, dass dein Gyn da offenbar nicht so Bescheid weiß bzw dich initiativ anspricht. Aber du hast auf jeden fall das Recht auf Information, also frag danach. Im Zweifelsfall bei deiner Krankenkasse @:)

Juuli3anxia


Wenn du weibliche Verwandte hast, die BK haben/hatten (andere Krebsarten spielen keine Rolle)

Ovarialkrebs wäre ebenfalls relevant/erwähnenswert in diesem Fall. Der Gendefekt betrifft ja die Wahrscheinlichkeiten von sowohl Brustkrebs wie auch Eierstockkrebs.

NnaLidexe


Meine Schwester ist an Brustkrebs gestorben. Sie ist die einzige Verwandte, die Brustkrebs hatte. Die Chancen, dass es nicht vererbt wird in meiner Familie, stehen also ganz gut. Ich gehe zu engmaschigen Vorsorgeuntersuchungen, aber ich möchte keine genetische Untersuchung. Ich finde es auch völlig in Ordnung und verständlich, wenn jemand einen Gentest macht. Aber ich verstehe die hier zum Teil absolut unsachlichen Vorhaltungen wegen angeblicher Verantwortungslosigkeit oder Nachlässigkeit nicht. Schöne neue Welt, in der Gentests und Radikalbehandlungen vorgeschrieben werden! Vielleicht gibt es auch bald Stimmen, dass die Behandlung einer Patientin von der KK nicht mehr bezahlt werden soll, weil sie sich die Brust nicht rechtzeitig amputieren lassen hat. Dazu wird es hoffentlich nie kommen. Jeder kann theoretisch an einer genetisch bedingten Krankheit leiden. Man kann sein Leben einfach leben und das beste hoffen oder sich von Zahlen verrückt machen lassen. Wer in seiner Familie schon mehrere Brustkrebsfälle hatte, hat sicher Anlass, einen solchen Test machen zu lassen. Aber für die meisten wird er wahrscheinlich eher Angst und Schrecken verbreiten und die Entscheidung nicht leichter machen.

p\hoUexbe


Danke, werde berichten wenn ich da war. @:) @:)

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