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Brust-OP wegen Krebsangst: Angelina Jolie macht es öffentlich

cqlairxet


Tests finde ich fragwürdig, wenn man mit der Information nicht viel anfangen kann. Z.B. Tests auf Veranlagung für Demenz.

Ein negativer Test auf BRCA oder ein positiver und dann Amputation bedeutet natürlich nicht, dass man vor anderen Krebsarten gefeit ist. Mit dem allgemeinen Lebensrisiko muss man weiterhin leben. Aber das 90%-Damoklesschwert schwebt nicht mehr über dem Kopf. Das ist schon eine deutliche Verbesserung der Situation der Betroffenen und ihren Familien.

w`hite} magic


Bluecatta

keine Frau kann sich einfach so, aus allgemeiner Angst vor Krebs, die Brüste oder Eierstöcke entfernen lassen. Schon der Test wird nur bei Frauen gemacht, wo es eine familiäre Häufung gibt. Bevor die Amputation dann durchgeführt werden kann, gibt es auch noch etliche Hürden zu überwinden. Unter anderem mussten wir zur Begutachtung durch einen Psychiater, mussten mehrere Gespräche mit einem Psychologen über mind. sechs Monate hinweg nachweisen und mussten die OP dann durch die Ethikkommission genehmigen lassen. Eine solche OP wird ganz sicher nicht vorschnell vorgeführt und die Gefahr, dass das zu einem Massen-Phänomen wird, halte ich persönlich für nicht-existent.

Ich hoffe, ich konnte einiges klarstellen. Ich habe mich extra hier angemeldet, da ich das jetzt einfach loswerden musste.

Danke für deinen offenen Bericht. Und ich finde dieser Art der Herangehensweise super. Das es eben nicht leicht ist, an solche OP’s zu kommen. Denn in dem Artikel wird es als soooo leicht hingestellt.

Ich wünsche dir alles Gute!!

Lola

Ich finde die Kommentare von dir, liebe TE, im Eingangsposting absolut unangebracht. Nur, weil andere/wir uns nicht vorsorglich die Lunge, den Darm, das Hirn etc. entfernen lassen können, sollten wir doch aber nicht missgünstig sein, dass es eben bei anderen Krebserkrankungen möglich ist, das Risiko daran zu erkranken, minimieren zu können.

Mich hat nicht genervt das sie es kann. Sonder das so eine OP möglich ist und auch von der KK bezahlt wird, aber ich als RisikoPatientin (Mutter hatte Brustkrebs) alle Vorsorgeleistungen selber zahlen muss. Und meine FA mich nicht mal auf die Möglichkeit eines solchen Testes hinweist. Da muss erst eine Schauspielerin kommen, damit man als Otto-Normal-Patientin so was erfährt.

Ich bin ehrlich gesagt gerade dabei zu überlegen, wann ich diesen Test machen kann. Da ich das Glück habe, in einer Stadt zu wohnen wo eine darauf spezialisierte Klinik ist.

Natürlich sollte der Post auch etwas provozierend sein, aber in keiner Weise abwertend gegenüber Angelina Jolie, sondern ein Anprangern unseres seltsamen Gesundheitssystems. Wo Vorsorge Sache des Patienten ist, aber wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, zahlt die KK.

*{Steff6iHerzx*


Und meine FA mich nicht mal auf die Möglichkeit eines solchen Testes hinweist. Da muss erst eine Schauspielerin kommen, damit man als Otto-Normal-Patientin so was erfährt.

Da hat ja A J mit ihrer "Offenbarung" wirklich etwas bewegt, wie gesagt ich wusste bisher auch nichts von diesen Tests und jede Frau (die erblich bedingt eben ein Risiko in sich trägt) sollte wissen welche Möglichkeiten es gibt.

Die Mutter einer Freundin von mir ist auch vor zwei Jahren an Krebs erkrankt, ihre Oma hatte es mit 50 und ihre Tante auch. Sie wusste bis vorgestern nichts von diesen Tests und auch den Möglichkeiten. Ihr Gyn hat es irgendwie nie groß interessiert, hat ihr immer weiter schön die Pille aufgeschrieben und eben die Brüste abgetastet.

Erst durch den Bericht von von AJ hat sie sich mit dem erblich bedingten BK Risiko auseinander gesetzt ihr war das nämlich garnicht so bewusst.

Eine Risikopatientin sollte eben die Möglichkeiten haben diesen Schritt zu wagen – aber dafür muss sie ihn kennen und sie sollte dafür nicht verurteilt werden.

Spätestens wenn jemand erkrankt fragt man sich: was hätte ich anders machen können, wie hätte ich das verhindern können? Diese Fragen stellen sich ja viele Krebspatienten.

Eihemaliger! Nutzer (l#149187q)


Wirklich blöde bei uns ist, dass viele – oder die meisten? – Ärzte nicht von sich aus auf ihre Patienten zukommen und sagen, was ab welchem Alter vorsorgeuntersuchungswürdig und -fähig ist.

Euhe,malige]r Nutxzer i(#28287x7)


Wirklich blöde bei uns ist, dass viele – oder die meisten? – Ärzte nicht von sich aus auf ihre Patienten zukommen und sagen, was ab welchem Alter vorsorgeuntersuchungswürdig und -fähig ist.

Also ich hab von meinem Hausarzt ne Einladung zum Hautscreening bekommen und beim Frauenarzt wurde, obwohl ich unter 30 bin, immer die Brust mit abgetastet.

Man kann sich da auch selber hinterhängen und informieren.

Vor allem weil manche Patientinnen es ja auch als "übergriffig" empfinden wenn sie wegen der Vorsorgen so belagert werden.

Ethemayliger Nu+tze5r 1(#14c9187x)


Also auf mich bezogen, muss ich sagen, dass bislang bei mir nur einmal die Prostata abgetastet wurde, und zwar, weil ich es wollte. Daneben habe ich vor ca. 14 Tagen einen Termin zum Hautscreening ausgemacht, der Mitte August stattfinden wird, weil vorher nix frei war.

Wo kann man sich eigentlich verbindlich informieren, ab welchem Alter welche Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind?

DEibeKruLem}i


Wer in seiner Familie schon mehrere Brustkrebsfälle hatte, hat sicher Anlass, einen solchen Test machen zu lassen. Aber für die meisten wird er wahrscheinlich eher Angst und Schrecken verbreiten und die Entscheidung nicht leichter machen.

Nur derjenige mit einer familiären Häufung von Brustkrebs hat in unserem land überhaupt den kassenfinanzierten Zugang zu diesem Test. Natürlich ist es unsinnig, wenn jede Frau sich testen lassen würde, nur weil eine einzige Tante 3ten Grades aus der Familie mit 75 Jahren BK hatte.

Als sinnvoll wird die Durchführung des Tests angesehen, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft:

mindestens zwei Frauen in der Familie sind oder waren an Brustkrebs erkrankt, davon mindestens eine vor dem 51. Lebensjahr

drei Frauen mit Brustkrebs in der Familie (unabhängig vom Erkrankungsalter)

eine Erkrankung in der Familie mit einseitigem Brustkrebs und einem Erkrankungsalter vor dem 31. Lebensjahr

ein Fall von beidseitigem Brustkrebs in der Familie, wobei die erste Erkrankung im Alter von 41 Jahren oder früher aufgetreten ist

ein Fall von Eierstockkrebs in der Familie, wenn die Erkrankung vor dem 41. Lebensjahr aufgetreten ist

ein Fall in der Familie mit Brust- und Eierstockkrebs

zwei oder mehr Fälle von Eierstockkrebs in der Familie.

Und der Test verbreitet keine Angst und Schrecken oder erschwert Entscheidungen. Entweder ist das Ergebnis eine mords-Erleichterung und man kann sich als junge Frau dann auch die jährlichen Mammographien schenken, oder man hat eine belastbare Entscheidungsgrundlage.

E\hemyaliger NutAzer (t#282x877)


Wo kann man sich eigentlich verbindlich informieren, ab welchem Alter welche Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind?

Bei deiner Krankenkasse.

DpieKruexmi


Vor allem weil manche Patientinnen es ja auch als "übergriffig" empfinden wenn sie wegen der Vorsorgen so belagert werden.

ganz genau. wie oft beschweren sich Patienten, dass der Doc ihnen Vorsorgeleistungen gegen Geld aufschwatzen wollte--"der will doch nur Kohle machen"

Und je nach mentaler Verfassung würden manche Patienten den Hinweis auf die BRC1-Testung als "Panikmache" sehen.

A(ntigoxne


Wo kann man sich eigentlich verbindlich informieren, ab welchem Alter welche Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind?

Im Internet und auch bei deiner Krankenkasse.

E6hemAali7gerR Nutzer> (#282877)


Wo kann man sich eigentlich verbindlich informieren, ab welchem Alter welche Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll sind?

[[https://www.tk.de/tk/tk-vorsorgeleistungen/frueherkennung-fuer-erwachsene/krebsfrueherkennung/35606 Krebsfrüherkennung Frauen/Männer]]

[[https://www.tk.de/tk/tk-vorsorgeleistungen/frueherkennung-fuer-erwachsene/check-up/35610 Gesundheits Check Up]]

KGlbe%io


Mich hat nicht genervt das sie es kann. Sonder das so eine OP möglich ist und auch von der KK bezahlt wird, aber ich als RisikoPatientin (Mutter hatte Brustkrebs) alle Vorsorge-leistungen selber zahlen muss. Und meine FA mich nicht mal auf die Möglichkeit eines solchen Testes hinweist. Da muss erst eine Schauspielerin kommen, damit man als Otto-Normal-Patientin so was erfährt.

Ich bin ehrlich gesagt gerade dabei zu überlegen, wann ich diesen Test machen kann. Da ich das Glück habe, in einer Stadt zu wohnen wo eine darauf spezialisierte Klinik ist

Ich denke mit dem Namen Jolie hat das weniger als mit den finanziellen Möglichkeiten und ihrer Stellung in der Öffentlichkeit zu tun. Hast Du mal beim selben Arzt einen Kassatermin und einen Privattermin gehabt? Oder nur bei einem Arzt und beim anderen und hast Dich dann gefragt, wo der eine seine Zulassung her hat? Gute Ärzte zu finden ist zumindest aus meiner Sicht die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Oft ist es tatsächlich so, dass ein Arzt, der für den Termin bezahlt wird auch einer ist, der etwas von seinem Handwerk versteht und nicht auf den Patienten wartet (sicher nicht alle, aber die Wahrscheinlichkeit steigt, dass derjenige auch fachlich top ist). Dazu ist oft Glück nötig. Jedes mal, wenn ich mit jemandem rede und der mir von einem Arzttermin erzählt, frage ich sofort nach, wie denn dieser Arzt ist. Mittlerweile habe ich vier Ärzte (Zahnarzt, Gynäkologe, praktischer und für meine Schilddrüse), denen ich vertraue. Ich suche händeringend nach einem Orthopäden. Hätte ich damals in meiner Verzweiflung (+ Glück) nicht die 70,-- Euro in einen Privattermin investiert, dann würde ich wahrscheinlich immer noch mit meiner Schilddrüse zum KH mittlerweile wahrscheinlich kriechen, weil alle Ärzte bis dahin nur "gestapelt" gehören. Mein Gyn geht mir fast eher auf die Nerven mit seinen Untersuchungen, aber lieber so, als umgekehrt. Hier zumindest ist es schwer einen fachlich kundigen Facharzt zu finden, ohne für ihn zu zahlen. Dasselbe Marthyrium habe ich mit den Augenärzten hinter mir und bin dabei herauszufinden, ob die neue, die ich habe, etwas kann. Das ist nur mühselig.

Die Jolie hat natürlich die Mittel sich einen guten Arzt leisten zu können. Ein guter Arzt schlägt eben auch die Untersuchungen vor, die subjektiv Sinn für seinen jeweiligen Patienten machen, aber so läuft es ja nicht, denn das, was ein Arzt oft als notwendig erachten würde, wird oft von den Krankenkassen nicht gnehmigt. Juhuuu! (Ironie aus) Die wenigsten Menschen, die ich kenne, sind in der Lage sich Privattermine bei sämtlichen Ärzten zu leisten und manche brauchen mehr als einen Arz. Dann kommen tatsächlich noch die Stimmen, welche Verantwortung nun wer hat und das ist doch nicht nur beim Krebs so. Es ist ja schon gesellschaftsfähig, sich über Übergewichtige, Raucher, Alkoholkranke aufzuregen, weil man die ja "mitträgt". Es ist doch schon in den letzten Jahren zu beobachten, dass diese Schere größer wird und ich erwarte, dass das noch viel schlimmer wird. In großen KHs gibt es Menschenmassen und sie werden wie auf dem Laufband abgefertigt, ohne jegliche Zusatzfragen. Aus meiner Erfahrung sind nicht einmal 10 % dieser Ärzte wirklich auch fähig.

Patienteneigenverantwortung schön und gut – wenn es eine Krankheit betrifft. Trotzdem erwarte ich, dass der Arzt auf mich zukommt, denn schließlich ist er der Arzt und nicht ich, sprich er weiß ja, welche Infos er braucht. Das klingt oft so einfach, wenn man nichts hat oder nur eine Sache. Klar kann man sich dann auch selbst etwas informieren. Das war für mich auch alles kein Problem. Hatte mal hier ein bisschen mit dem Rücken und da. Dann aber hat es zugeschlagen und ich durfte von einem Arzt zum anderen (einer unfähiger als der andere). Unter anderen war auch meine Psyche angeschlagen und ich hatte null Energie mir zusätzlich Infos zu holen. Das war doch mal eine schöne Zeit.

z]ueAnd sStoOff


Das ist mir zuviel Klage über "unfähige" Ärzte, Kleio. Kann es sein, dass du zuviel bzw. Falsches erwartest?

Natürlich gibt es Ärzte, die nur Privatpatienten behandeln, aber die sind – vom Bereich der Lifestyle-Medizin abgesehen – selten. Normalerweise behandelt ein Arzt Kassen- und Privatpatienten und die Kompetenz eines Arztes ist sowohl bei privat als auch bei gesetzlich Versicherten identisch. Gut, bei den Privaten kann er Untersuchungen und Tests ohne großes Nachfragen vornehmen, die die Kassenpatienten u.U. selbst bezahlen müssen. Dennoch wird ein Arzt (schon im eigenen finanziellen Interesse) solche Untersuchungen und Therapien vorschlagen, wenn er sie für nötig hält.

Ich arbeite selbst in einer fachübergreifenden Praxis für Gynäkologie, Psychotherapie und Naturheilkunde und weiß von daher, wie unwillig Patienten auf die Aufforderung zur Eigenverantwortung für ihr Leiden und dessen Heilung reagieren. Da wird bei "Rücken" selbstverständlich ein Rezept für Massage erwartet; Krankengymnastik? Igitt, das ist ja anstrengend! Und statt schlechte Werte durch Abnehmen und den Verlust auf liebgewonnene Sünden zu bekämpfen, soll es lieber der tägliche Medikamentencocktail sein.

mcnexf


Mich hat nicht genervt das sie es kann. Sonder das so eine OP möglich ist und auch von der KK bezahlt wird, aber ich als RisikoPatientin (Mutter hatte Brustkrebs) alle Vorsorgeleistungen selber zahlen muss. Und meine FA mich nicht mal auf die Möglichkeit eines solchen Testes hinweist. Da muss erst eine Schauspielerin kommen, damit man als Otto-Normal-Patientin so was erfährt.

So doof das jetzt klingt, aber dass die Mutter Brustkrebs hatte reicht nicht unbedingt aus, um von einer familiären Häufung zu sprechen. [[http://genetik.charite.de/diagnostik/klinische_genetik_genetische_beratung/spezialsprechstunde_familiaerer_brustkrebs/ Kriterien]] für den Gen-Test.

K!lei;o


zuendstoff

Das ist mir zuviel Klage über "unfähige" Ärzte, Kleio. Kann es sein, dass du zuviel bzw. Falsches erwartest?

Mein Beitrag war nicht als Klage gemeint, im Gegenteil und meine Erwartungen halten sich in Grenzen. Ich habe ja schon in meinem ersten Beitrag geschrieben, dass die Gesundheitssysteme überall anders sind und wir hier sicher noch ein besseres haben, auch wenn es sich in den letzten Jahren verschlechtert hat und es meiner Meinung nach auch wird. Das sind einfach meine Erfahrungen. Irgendwo müssen ja auch die fähigen Ärzte sein, wobei ich das immer noch nicht als besonders Schlimm werte, auch meine Erfahrung die Realität spiegeln würde. Es gibt Ländern, da muss mann prinzipiell jede ärztliche Leistung bezahlen und wenn die Leute ins Krankenhaus müssen, müssen sie alles bereitstellen, angefangen von der Bettwäsche und Nahrung für den Aufenthalt.

Normalerweise behandelt ein Arzt Kassen- und Privatpatienten und die Kompetenz eines Arztes ist sowohl bei privat als auch bei gesetzlich Versicherten identisch.

Eben und genau da gibt es auch Unterschiede, ob bei ein und demselben Arzt ich als Kassenpatientin oder Privatpatientin gehe. Tatsächlich würde ich auch davon ausgehen, dass ein Arzt immer dieselben Kompetenzen zeigt.

Gut, bei den Privaten kann er Untersuchungen und Tests ohne großes Nachfragen vornehmen, die die Kassenpatienten u.U. selbst bezahlen müssen. Dennoch wird ein Arzt (schon im eigenen finanziellen Interesse) solche Untersuchungen und Therapien vorschlagen, wenn er sie für nötig hält.

Tatsächlich ist schon einmal die Zeit eine tragende Rolle, denn wenn ich für den Arzt privat bezahle, nimmt er sich ganz einfach schon mehr Zeit für mich. Es ist sehr selten, dass der Kassenarzt sich mit mir 30 – 60 Minuten auseinandersetzt. Das ist auch nicht nur meine Erfahrung, darum gehen ja viele privat zum selben Arzt, wenn er gut ist. Wie schon erwähnt, so halte ich die Ohren immer auf, wenn es um Ärzte geht. Auch die Behandlung ist bei vielen Ärzten sofort anders, wenn ihre Zeit von den Patienten bezahlt wird. Mein Gyn z. B. ist nach 30 Minuten in Verzug mit den Terminen, weil er einfach diese 10-15 Minuten Behandlungszeit nicht einhält, seine Assistentin aber die Termine so macht - da bein ich keine Privatpatientin, genausowenig wie bei meiner Augenärztin, etc.

Ich arbeite selbst in einer fachübergreifenden Praxis für Gynäkologie, Psychotherapie und Naturheilkunde und weiß von daher, wie unwillig Patienten auf die Aufforderung zur Eigenverantwortung für ihr Leiden und dessen Heilung reagieren. Da wird bei "Rücken" selbstverständlich ein Rezept für Massage erwartet; Krankengymnastik? Igitt, das ist ja anstrengend! Und statt schlechte Werte durch Abnehmen und den Verlust auf liebgewonnene Sünden zu bekämpfen, soll es lieber der tägliche Medikamentencocktail sein.

Genau das ist dieses abgehobene Getue, das ich nicht abhaben kann und ein guter Arzt steht auch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger da und verurteilt seine Patienten. In der Regel kennt er die Lebensumstände des Patienten gar nicht und auch ist das die Entscheidung des Patienten, ob er in seinem Leben mit dem Medikamentencocktail besser zurecht kommt, als mit anderen Maßnahmen. Ich kann mich erinnern, als mein Vater einmal vom Lungenfacharzt gekommen ist und erzählt hat, dass dieser ihn gefragt hatte, seit wann er denn rauche. Er sagte ihm, dass er das seit 50 Jahren tut. Kein Zeigefinger, nichts. Er hat verständnisvoll gesagt, dass er ihm dann wohl nicht zu sagen brauche, dass er aufhören sollte. Er hat also seine Pflicht als Arzt getan und ihm gesagt, dass er besser aufhören sollt, hatte aber auch genug Erfahrung, um ihn einschätzen zu können. Der nimmt seinen Patienten so an, wie er ist, gibt ihm entsprechenden fachlichen Rat und akzeptiert die Grenzen seiner Patienten. Jeder lebt in einer anderen Welt, hat unterschiedliche Einstellungen und soll auch aufgrund seiner Bedürfnisse entscheiden.

Wenn mir allerdings ein Arzt als Patientin gar nicht sagt, dass er gewisse Tests anrät, mir den Sinn dieser Test erklärt, dann kann ich nicht entscheiden ob ich mir nun die Brust entfernen lasse oder nicht. Da hat doch auch jede Frau andere Kriterien und es ist ihnen etwas anderes wichtig. Die eine wird es so lange herauszögern, wie es nur geht, weil sie sich über ihre Brust als Frau definiert, andere sagen sich, dass ihnen ihre Verantwortung für die Kinder wichtiger ist, als zur Not zwei hässliche Narben am Oberkörper zu haben und dazwischen gibt es noch viele andere Kriterien, wie es Frauen sehen können. Aber bekanntlich ist der Facharzt ja kein Psychologe und ich zumindest erwarte von ihm nicht, dass er alles drum herum versteht. Warum auch – 10 Minuten seiner Zeit werden daran nichts ändern, seine Patientin auch nur annährend zu verstehen.

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