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Gebärmutterentfernung bei Atypien in der Schleimhaut ?

SJi&mmi2456 hat die Diskussion gestartet


Guten Tag,

ich bin 50 Jahre alt (keine Kinder, noch regelmäßig Periode) und hatte bis Ende 2012 keinerlei Blutungsprobleme.

Ab Jan 2013 hatte ich teilweise verlängerte, auch schwache Periodenblutungen sowie zusätzliche Zwischenblutungen/Schmierblutungen vor allen Dingen nach anstrengendem Sport.

War im Feb/März bei FA, wo nach der Periodenblutung ein vaginaler US gemacht wurde – Endometrium 6 mm. Eine anschließende Gabe von 6x 2 mg Chlormadinonacetat führte nicht zur Abbruch-Blutung. Es hieß man sollte es beobachten (kein Handlungsbedarf).

Die Blutungs-Probleme bestanden aber weiterhin und haben mich sehr gestört.

Neuer FA im Juli 2013, wo vor und nach der Periodenblutung je ein vaginaler US gemacht wurde – Endometriumdicke 11 mm vorher wie nachher.

Ausschabung + Gebärmutterspiegelung erfolgte am Anfang August 2013

Kinischer Befund laut Ärztin: kleiner Schleimhautpolyp (Größe wie kleiner Fingernagel)

Pathologie: teilweise polypöse Endometriumhyperplasie mit Atypien. Kein Nachweis eines endometrioiden Carcinoms. Empfehlung des Pathologen prophylaktische Hysterektomie.

(das ist der komlette Bericht)

Frage A): Ist eine Hysterektomie für mich unumgänglich ? Ich habe sehr große Probleme damit, aufgrund des großen/einschneidenden Eingriffs...eher ablehnend.

Frage B): Welcher der Ansätze zur Hysterektomie (siehe unten) macht am meisten Sinn ?

Ich habe verschiedene Meinungen (alles Operateure) eingeholt – leider sehr unterschiedlich:

1) Totale Hysterektomie (Ovare bleiben) – rein vaginale Durchführung (Vorschlag der Ärztin der 1. Abrasio) – auf meine Frage sagte sie 'das kriegen wir schon hin'

2) Totale Hysterektomie (Ovare bleiben) – laparoskopisch + vaginale Durchführung, + Spülzytologie, + Betrachtung innerer Organe + Betrachtung Großes Netz

3) Totale Hysterektomie (Ovare bleiben) – laparoskopisch + vaginale Durchführung, rein vaginal aufgrund der Enge/keine Senkung vermutlich nicht möglich, evtl. intraoperative Entscheidung

4) Totale Hysterektomie (Ovare bleiben) – Bauchschnitt, da Malignität nicht ausgeschlossen werden kann

5) Abwarten, Gestagenpille (0,075 mg Desogsetrel durchgeghend) oder Gestagen-Spirale, alle 3 Montate US, keine Abrasio-Kontrollen, (falls OP: rein vaginal aufgrund der Enge/keine Senkung nicht zu empfehlen – überambitioniert)

Bin seither völlig fertig mit den Nerven.

Zu einer OP konnte ich mich bislang nicht durchringen...möchte es erst einmal konservativ behandeln lassen.

Daher Vorschlag der 1. FA angenommen:

seit dem Mitte August 2013 nehme ich die Pille (0,03 mg Ethinylestradiol/2 mg Dienogest) im Langzyklus 3 Monate/7 Tage Pause/3 Monate, damit das Endometrium sich nicht mehr so hoch aufbaut. Fange aktuell mit der 3. Packung an.

Vorgesehen ist nach ca. 4-6 Monaten eine erneute Ausschabung zur Kontrolle (Dez., Jan. ?).

Aktuelle Endometriumdicke am Mitte September 2013: ca. 4 mm (1,5 Monate nach Ausschabung inkl. 1 Monat mit Pille)

Frage C): Ist die Medikation ausreichend/sinnvoll bis zur 2. Ausschabung ? Bilden sich dabei auch evtl. die Atypien zurück?

Wer hat ein ähnliches Problem wie ich ? Wie verläuft die Therapie ?

Bin für jede Hilfe dankbar...

Antworten
A1leoxnor


Ich würde mir vor einer Gebärmutterentfernung grundsätzlich eine Zweitmeinung einholen. Gerade dieser Eingriff wird, gerade in Deutschland, oft unnötigerweise durchgeführt.

s(ilbZerbraxut


Aleonor, die TE hat bereits 5 Meinungen zu ihrem histologischen Befund ;-) Als unnötig würde ich eine HE bei diesem histologischen Befund nicht gerade betrachten.

Simmi, ich möchte dich nicht mit statistischen Zahlen beunruhigen. Aber dir haben 4 Ärzte zur HE geraten. Einer sprach sogar davon, dass Malignität nicht ausgeschlossen werden kann, was bei Hyperplasien mit Atypien leider nicht unwahrscheinlich ist!

Du kannst natürlich der Empfehlung des unter 5. genannten Arztes folgen, wirst dann aber immer unter dem Zwang sein, alle paar Monate zur Kontrolle zu müssen und dir evtl. ständig den Kopf zerbrechen, ob sich da nichts Neues entwickelt.

Jetzt wäre es "nur" eine Hysterektomie. Wenn daraus wirklich ein Karzinom ensteht, ist der Eingriff um einiges umfassender.

Zur Pilleneinnahme kann ich dir nichts sagen. Hormone sind für mich aus objektiven Gründen tabu.

:)*

SXunfnyy55


Hallo Simmi

Ich hatte mich 2011 auf anraten meines Arztes zur OP entschlossen und es bis heute nicht bereut. Mein Befund lautete

1.-2. Regelrechtes Plattenepithel und mäßig floride Zervizitis. Anteile fibroglandulärer endometrieller Schleimhautpolypen mit fokaler komplexer Hyperplasie mit leichtgradigen Atypen. Im vorliegenden Material kein Karzinom.

Ich hatte vor der OP auch zwei Ausschabungen, wobei die erste ohne Befund und in der zweiten schon Atypen gefunden wurden. Mein Arzt sagte damals das nach seinen Erfahrungen in der dritten Ausschabung oft dann ein wirkliches Karzinom gefunden werden könnte.

Alles Gute!

Sunny

sRilbe|rbrauxt


Simmi, was mich sehr verwundert, ist die Therapie mit einer Kombipille. Wenn du schon hormonell behandelt wirst, sollte es eine reine hochdosierte Gestagentherapie sein, siehe [[http://www.krebsgesellschaft.de/download/ll_endometriumkarzinom.pdf Leitlinien]].

Hallo Sunny *:) schön mal wieder von dir zu lesen.

S?unnyx55


Hallo Silberbraut, *:) Dankeschön

Ich lese öfter als ich schreibe :)z

Skimmix456


Vielen Dank für eure Beiträge..

an Silberbraut:

Ich hatte mir die Entscheidung für eine Hysterektomie einfacher vorgestellt...vermutlich die sinnvollere Kopfentscheidung....

Aber wie operieren – 5 verschiedne OP-Techniken wurden vorgeschlagen...aus Panik habe ich viele Meinungen eingeholt..nun bin ich auch nicht viel schlauer..

Wenn OP tendiere ich zu: rein vaginal (soll die schonenste Methode sein) – Ovare bleiben, Eileiter entfernen, komplette Gebärmutter und Hals entfernen

Problem hier: rein vaginale OP – nur 1 Ärztin meint kein Problem (1. Ausschabung durchgeführt), 2 Ärzte meinten nach der Untersuchung, dass rein vaginal schwierig werden könnte, da eng gebaut und keine Senkung vorhanden....

Was also tun ?

Ich habe mir im Netz das Video zur vaginalen OP angeschaut – grauenhaft ]:D ....da blieb mir fast der Atem stehen....

Vielen Dank für die Leitlinie..

Warum ich mit Kombi-Pille behandelt werde und nicht mit hoher Gestagendosis, ist mir auch nicht ganz klar – vermutlich hat die Gestagenbehandlung mehr Nebenwirkungen ?

Die 1. FA ist schrecklich, man muss ihr alles aus der Nase ziehen (war erst 4x da wegen der OP) – sie hatte, da ich die Pille anfangs nicht vertrug, alternativ Duphaston (täglich 10 mg Gestagen, 3 Monate) als Rezept ausgestellt....das habe ich aber nicht genommen, da keinerlei Rücksprache bezügl. der Therapie/der Nebenwirkungen mit ihr möglich war...

Und den OP-Bericht zur 1. Ausschabung (Anfang August) habe ich trotz Anforderung immer noch nicht !

Ich fühle mich in ihrer Anwesenhait unwohl wie ein Bittsteller...obwohl sie gut untersucht und mit dem OP-Verlauf bin ich auch zufrieden.

Mitte Oktober habe ich nochmal einen Termin bei 1.FA..versuche nochmal die Therapie abzuklären...aber kaum ist man im Sprechzimmer scharrt sie schon mit den Füssen....da ist man ganz schön unter Druck...sie agiert wenig unterstützend (zeigt Null Mitgefühl).

Ich bin dort Patientin geworden, weil mir eine gute Freundin sie uneingeschränkt (auch für OP) empfohlen hat !

an Sunny55:

Du schreibst, dass du 2 Ausschabungen vor der OP hattest...wie wurdest Du vor der OP behandelt ?

Wie waren die Nebenwirkungen deiner (Hormon)-Behandlung ?

Wie wurde die OP durchgeführt und was wurde alles entfernt ?

Gab es bei dir Komplikationen, Verwachsungen ?

Ich glaube, dass ich es erst mal mit der konservativen Therapie versuchen möchte und die 2. Ausschabung im Dez. 2013 oder im Jan 2014 machen lasse....und entscheide mich je nach Befund dann.

Kennt jemand Selbstilfegruppen für mein Problem (wohne Nähe Frankfurt).

Freue mich über alle Diskussionsbeiträge....

s)ilb;erbrAaut


@ Simmi,

OP-Videos habe ich mir vor meiner rein vaginalen HE gar nicht angeschaut. Damals war die Hemmschwelle einfach zu hoch. Erst nach dem Eingriff konnte ich mit der Gelassenheit der Erfahrung die Videos angucken.

Um die OP vaginal durchführen zu können, sollte man als Patientin einige Voraussetzungen "erfüllen" – ausreichende Dehnbarkeit der Scheide, die Größe der GM darf ein bestimmtes Maß nicht überschreiten und sie sollte gut beweglich sein (also keine Verwachsungen durch Vor-OPs oder Endometriose vorliegen). Zur Dehnbarkeit sei gesagt, dass man nicht zwingend eine Spotangeburt im Vorfeld aufweisen muss. Ich habe schon von mehreren Frauen gelesen, bei denen der Eingriff auch ohne vorangegangene vaginale Geburten möglich war.

In deinem Fall hat wohl die Ärztin, die die Ausschabung durchführte den Vorteil, die Beweglichkeit des Organs und die Dehnbarkeit der Vagina unter der Narkose (bei erschlaffter Muskulatur) besser einschätzen zu können als alle anderen Ärzte, die dich ja nur bei vollem Bewusstsein untersucht haben.

Bei mir stand nach meiner Abrasio zu 99% fest, dass die HE vaginal erfolgen kann. Ich habe allerdings eine Spontangeburt aufzuweisen.

Trotz der favorisierten vaginalen OP wurde ich im Aufklärungsgespräch auf die Optionen der laproskopischen Assistenz bzw. des Bauchschnitts vorbereitet. Es kann sich unter der OP immer etwas ergeben, das die Erweiterung des Eingriffs notwendig macht.

Wenn du mit der wortkargen Ärztin sprichst, mach dir vorher einen Spickzettel mit all deinen Fragen! Arbeite ihn systematisch ab! Es kann dir egal sein, ob sie mit den Füßen scharrt. Sie muss dir Rede und Antwort stehen. Sie ist dazu verpflichtet. Es geht um dich und deinen Körper und letztendlich unterschreibst du, wenn du der OP zustimmst, dass du ausführlich informiert wurdest. Es ist also die Pflicht der Ärztin, dir alles so zu erklären, dass du auch verstehst, wovon sie da redet.

sie agiert wenig unterstützend (zeigt Null Mitgefühl).

Ich denke, es ist eine schwierige Sache mit dem Mitgefühl. Es geht mir als Laie schon selbst so. Je länger und intensiver ich mich mit der Materie beschäftige, umso mehr treten Emotionen in den Hintergrund. Eigentlich konzentriert man sich dann nur noch auf Fakten. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das für die Ärzte noch einen ganzen Zacken schwieriger ist. Sie haben jeden Tag damit zu tun. Es ist für sie also nichts Besonderes mehr, während man als Betroffene und dazu noch Laie mit einer solchen Entscheidung eben auch emotional überfordert sein kann.

Übrigens sind die wortkargen Arzte in vielen Fällen die besten "Handwerker".

Ich selber bin ein Kopfmensch und habe bei meiner Entscheidung zur HE die emotionale Ebene völlig ausgeblendet. Klar kreisten zwischen meinem "Ja!" und dem OP-Termin die Gedanken und Gefühle. Die Warterei war, rückblickend betrachtet, das Schlimmste.

Sdun\ny5x5


Vor der OP fand keine Behandlung statt. Ich hätte auch keine Hormone nehmen wollen. Da sind mir dann die Nebenwirkungen zu riskant.

Ich hatte eine rein vaginale Hysterektomie. Gebärmutter und Eileiter wurden entfernt, Eierstöcke sind geblieben.

Verwachsungen von einem früheren Kaiserschnitt wurden gleich mit entfernt. Meine Blase war mit der Gebärmutter und dem Darm verwachsen. Da bei mir schon vor der OP eine Stressinkontinenz bestand und diese nach der OP nicht besser wurde, musste ich mich drei Monate nach der Hysterektomie einer TVT Band OP unterziehen.

Beide OP's hat mein Gynäkologe selbst durchgeführt. Mir geht es heute sehr gut und ich habe keinerlei Probleme. Meine Blase ist wieder 100 % dicht und auch sonst habe ich keine Beeinträchtigungen. Ich würde heute wieder genauso handeln und bin froh, das ich mich zu dieser OP durch gerungen habe. Meine Oma starb schon an Gebärmutterkrebs und somit fühle ich mich nun viel sicherer.

Ach ja, ich hatte mir auch vorher das Video angesehen. Das war keine sooo gute Idee :-o Allerdings hatte ich mir die OP viel schlimmer vorgestellt, als sie dann wirklich war :)z

S>unnyX55


Der Beitrag geht an *Simmi* . Habe die Anrede vergessen |-o

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