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Angst, dass die FÄ entdeckt, dass ich nicht mehr Jungfrau bin

Q+ualDerNIamenswxahl


@ Virtuosa

Ja, ich teile deine Einschätzung.

Der Familie Paroli zu bieten ist in keiner Kultur einfach, und erst recht in keiner wo die Familie einen hohen Stellenwert hat.

Und die Angst liest man aus jedem Beitrag der TE raus.

Ich habe auch meinen ersten Beitrag, welcher direkt an sie ging nicht grad sensibel geschrieben, weil wenn ich sowas lesen muss Emotionen bei mir hervorgerufen werde, ich hasse es wenn Menschen unterdrückt werden.

Ich wünsche mir nur das sie versteht das sich nichts falsch gemacht hat, das ihre Freiheit ihr gutes Recht ist.

Und wie sehr sie auch an ihrer Familie hängt, nicht wird sie so sehr durch ihr Leben begleiten als ihr eigener Wunsch sich zu entfalten.

Es ist daher einfach nur der logische Schritt, nicht der Einfache, das sie auf kurz oder lang mit ihrer Familie brechen muss, wenn sie ihr Recht auf Selbstbestimmung durchsetzen will.

Wenn ich sowas lese geht mir das einfach an die Nieren. Würde sie aus Berlin kommen könnte ich ihr spontan Adressen nennen aus meiner Vergangenheit als linker Aktivist wo man sie gleich in Obhut nehmen könnte, ob mit oder ohne Hilfe des Staates, diese Leute haben sogar US Soldaten versteckt damit sie nicht in den Irak mussten.

Ich finde es einfach nur übel sowas lesen zu müssen, wenn Menschen nicht ihr eigener Herr sein dürfen.

Freiheit ist ja ein Wort womit viel Schindluder getrieben wird. Aber hier, in dem Fall jemanden abzusprechen sich entfalten zu dürfen passt es einfach.

Ich würde mir wie gesagt nur wünschen das sie begreift das sie keinen Fehler gemacht hat, und das es aus ihrer Situation einen Ausweg gibt.

In den Städten hat man sich auf solche Schicksale mittlerweile eingestellt.

SjuseelcXhen


Es ist nicht unüblich das in der Hochzeitsnacht die Familie des Mannes wartet bis der Akt vollzogen ist um das Bettlaken zu überprüfen, teilweise wird es abgezogen und dem Rest der Familie gezeigt.

Vielleicht klingt das sau-blöd, aber wenn ich mich mal versuche, in diese Lage zu versetzen, also sowohl in die jetzige Frauenarzt-Geschichte, als auch später dann in so ein mögliches Hochzeitsnacht-Dilemma, würde ich es so machen:

Also ich würde meine Mutter konfrontieren und sie "mit ihren eigenen Waffen" schlagen:

Ich würde ihr sagen, dass ich, wie Virtuosa meinte, den Ultraschall machen werde, die Scheide anschauen zu lassen wäre mir zu peinlich und ich würde wollen, dass der Erste, der mich so sieht, mein (späterer) Mann ist.

Fängt Muttern dann an zu diskutieren, würde ich ganz direkt sagen:

"Hey, ich weiß, dass es hier doch eigentlich um was ganz anderes geht. Du willst wissen, ob ich noch Jungfrau bin und ich sage: Ja, das bin ich! Du verletzt mich in meiner Ehre, wenn du mir nicht vertraust. Wenn du mir trotz allem nicht vertraust – mein (späterer) Mann wird es dir beweisen."

Kommt es dann irgendwann zur Hochzeitsnacht, würde ich Theaterblut benutzen und eben etwas davon an der richtigen Stelle auf dem Bettlaken verteilen – eine Blut-Analyse wird doch sicherlich nicht gemacht :-D ?!

Und dann hat Muttern und der Rest der Familie ja ihren Beweis und ich und mein Freund/Mann unsere Ruhe.

Es geht ja nicht um die Wahrheit, denn die Wahrheit ist, dass das Jungfernhäutchen auch einfach fehlen kann oder beim Sport reißen – es geht um eine Art Ehren-Kodex, worum ein großer Tanz aufgeführt wird, und wenn ich mich nicht dagegen wehren will, muss ich halt mittanzen, sei es durch das Einhalten des Kodex oder durch geschicktes Lügen.

Vielleicht klingt das Alles etwas abgebrüht oder auch verrückt, aber schwierige Situationen erfordern kreative Lösungen, schätze ich.

S'useNelchxen


Ach ja... und was ich noch sagen wollte:

Ich finde diese Diskussion um die Freiheit Unterdrückter wirklich toll, weil auch ich es richtig fände, würde sich da etwas ändern.

Allerdings glaube ich auch, dass es der TE wenig hilft, wenn die eine Seite "Freiheit über Alles!" ruft und die andere "Du hast die Ehre deiner Familie beschmutzt! Jetzt schäme dich!"

Das ist Alles sooo... theoretisch und für jede Seite auch idealistisch. Ich glaube aber, dass der TE etwas Pragmatismus mehr helfen würde.

Denn Fakt ist ja:

Sie will nicht von ihrer Familie los, sonst wäre sie ja schon weg.

Ja, vielleicht hat sie Angst, ganz sicher sogar, und es ist auch gut, ihr zu zeigen, an wen sie sich wenden kann, eskaliert die Situation.

Aber... ich denke... es hilft ihr nicht so wirklich, sie von den eigenen Idealen überzeugen zu wollen – sei es das Ideal der Freiheit des Individuums oder das der Glaubens- und Ehrbeschmutzung und der dafür "gerechten" Strafe.

Denn wie du auch ganz richtig sagst, QualDerNamenswahl, ist das eine ganz andere Kultur, und auch wenn man selbst viel darüber weiß... so richtig verstehen kann man das, glaube ich, nicht.

Bzw. jeder Mensch ist verschieden und der eine möchte sich gegen die Regeln seiner Familie und Kultur wehren, der andere eben nicht.

Dass Beautymelly nichts Schlimmes getan hat, weiß sie hoffentlich, sonst hätte sie es nicht getan, denke ich.

Die Frage ist halt, ob sie jetzt ein Ideal der Freiheit leben will, was auch viele Entbehrungen mit sich bringt (Verlust der Familie, evtl. ein ständiges Leben in Angst) – und die Antwort darauf kann ja durchaus "ja" sein!

Oder will sie lieber eine pragmatische Lösung, die ihre Familie befriedet und mit der sie ihre Ruhe hat.

imo @:)

RXogerR_abbit


Das ist doch nur die allerletzte Alternative, die hier überhaupt nicht erwünscht ist.

Mal eben mit der Familie brechen?

Eben. Und zwar mit der Ganzen. Ich habe den Eindruck, dass einige hier den kulturellen Hintergrund einfach ausblenden und sich nicht vorstellen können, was das für ein 19jähriges Mädel bedeutet.

Ich staune immer wieder... einerseits Todesangst vor Eltern und Konsequenzen und sich nicht wehren können/zu Feige dazu sein, andererseits trotzdem Sex haben. Geht nicht in meinen Kopf. Wenn man vorher weiß was kommt und damit nicht umgehen kann, warum lässt man es nicht gleich bleiben?

Weil das Bedürfnis nach Sex nicht verschwindet, nur weil vorehelicher Geschlechtsverkehr von der Familie geächtet wird. Das Bedürfnis nach Freiheit war auch nicht weg, obwohl an der Mauer geschossen wurde.

KQl*eixo


Die Ärztin DARF es nicht sagen oder auch nur andeuten.

Ja und? Seit wann hält sich jeder daran, was er nicht darf?

Hier gilt deutsches Recht.

Worauf die TE freiwillig verzichtet.

Und falls die Ärztin es doch sagt oder andeutet, dann sollte beautymelly schnurstraks zur Polizei laufen und die Ärztin anzeigen. Den Rest übernimmt dann der Staatsanwalt.

Darum geht es ihr doch gar nicht. Es ist ihr völlig egal, was ihr zusteht, was nicht. Sonst würde sie doch nicht versuchen die Gesetze Ihrer Eltern zu erfüllen.

Dann wäre die Sache wenigstens publik und vielleicht erklärt jemand auf "höherer Ebene" der Mutter, was Religionsfreiheit hierzulande bedeutet.

Aber darauf ist sie auch nicht aus.

Vielleicht bekommt sie ein Einsehen und die Mutterliebe zählt letztlich mehr, als die Angst vor Allah.

Hier geht es aus meiner Sicht weniger um Allah, als die Traditionen ihrer Eltern zu erfüllen.

Sie wollte Ratschläge.

Ja, unter ihrem vorgegebenen Rahmen. Das hat sich oft genug wiederholt.

Was ich vorschlage, ist vernünftig und rechtsstaatlich. Quasi der Versuch, sie aus der Parallelgesellschaft herauszuholen, die sie offenbar im eisernen Griff hält.

Absolut – was Du vorschlägst ist vernünftig, selbstverantwortlich, etc. – alles Eigenschaften, das die TE nicht anstrebt. Auch das macht die Situation noch schwerer, weil sie die Situation nicht einschätzen kann. Das einzige, das aus meiner Sicht aussagekräftig ist, ist ihr Gefühl, dass die Ärztin ihrer Mutter sagen würde, was Sache ist, weil die beiden dieselben Vorstellungen haben. Darum würde ich mich hier auf mein Gefühl anstelle der TE halten.

Wenn sie noch weiter gehen würden, Gewalt, Zwangsehe, ins Herkunftsland schicken etc, gibt es auch Hilfe, auch von Leuten die sich auf muslimische Frauen spezialisiert haben.

Die TE ist ja nun nicht die erste mit diesem Problem. Ihr Problem ist ganz einfach, dass sie dann einfach ihre ganze liebevolle Familie verlieren würde. Das mag ja für den einen eine durchaus passable Lösung sein, aber das ist doch der Grund, warum sich viele muslimische Frauen mehr oder minder strengen Traditionen unterordnen – weil sie sonst ihre ganze Familie verlieren und sie das einfach nicht wollen. Auch fehlt es einfach auf vielen Gebieten an Bildung und das macht es noch einmal schwerer sich dann plötzlich alleine durchzuschlagen.

Einfach schlimm das eine Frau deswegen Angst haben muss ich verstehe diese Kultur nicht.

So schwer ist das nun wirklich nicht. Als ob es in christlichen oder Familien mit anderen Glaubenseinstellungen keine Konflikte gäbe, die zu einem entschiedenen Schluss führen würden, wenn es "die Kinder" sagen würden. Wäre ich lesbisch und hätte es meinem Vater gesagt, dann hätte der sicher nie wieder mit mir geredet. Auch glauben in christlichen Familien immer noch genug, dass ihre Töchter/Enkel als Jungfrauen in die Ehe gehen. Warum? Weil ihre Kinder sie einfach anlügen. Traurig? Aber ja. Sollten Eltern ihre Kinder so akzeptieren, wie sie sind? Aber ja. Sollte es so sein, dass Eltern ihre Kinder physisch oder psychisch unterdrücken? Zumindest in meinen Augen nicht und trotzdem ist es in vielen Familien so.

Manchmal geht es nicht anders.

Na sicher geht es manchmal nicht anders. Aber hier gibt es z. B. keine physische Gewalt, das in vielen anderen muslimischen Familien der Fall ist. Es geht "nur" um diesen Punkt und wenn er unbemerkt bleibt, sie den jungen Mann tatsächlich heiratet, dann bleibt alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Wie beschissen muss das für die Frau sein.

Gar nicht unbedingt, wenn sie nichts anderes kennt und durchaus dann auch stolz in so einem Moment ist. Deswegen ergeben sich ja auch diese Konflikte, weil Menschen nun einmal Menschen sind und die eine oder andere "den Fehler" begeht, vor der Eheschließung Sex zu haben. Ein schwacher Moment um den Preis die Familie zu verlieren? Das wollen viele gerne "auslöschen" und wenn es nicht anders geht, durch Lügen.

Und wehe es ist kein Blut drauf, das kann sogar zur Aufhebung der Ehe führen.

Klar, wenn aber beide mitspielen, dann passiert nichts. Es ist ja nun nicht schwer ein bisschen Blut herbeizuzaubern. Die TE vertraut ja ihrem Freund und wenn der hier überall mitziehen würde, wäre das eben auch kein Problem. Wenn der aber jetzt doch anders denkt, sie vielleicht doch gar nicht mehr heiraten will, auch wenn er sie entjungfert hat, dann würde die TE in einem noch größerem Dilemma stecken.

Saandr0a20x06


Kleio: "Liebevolle" Familie? Wo?!

Meinst du die, die ihre Tochter verstoßen würden, weil sie es gewagt hat, völlig natürlichen Bedürfnissen nachzukommen? ???

E>leeoxnora


@ Sandra2006

Ich find' Kleio ist sehr gut und ausführlich auf die Thematik eingegangen.

Kleio: "Liebevolle" Familie? Wo?!

Meinst du die, die ihre Tochter verstoßen würden, weil sie es gewagt hat, völlig natürlichen Bedürfnissen nachzukommen? ???

In ihren Augen ist dieses 'natürliche Bedürfnis' aber eben etwas anderes. Daran ändert sich nichts, weil wir es anders sehen. Und die TE wird ja nun kaum aus ihrem Problem heraus eine Revolution für muslimische Frauen starten, sondern versuchen ihr eigenes Problem zu lösen.

Efleoxnora


Mit 'in ihren Augen' meine ich 'in den Augen der Eltern'.

m|arip{osa


Wenn der aber jetzt doch anders denkt, sie vielleicht doch gar nicht mehr heiraten will, auch wenn er sie entjungfert hat, dann würde die TE in einem noch größerem Dilemma stecken.

Während diese gynäkologische Untersuchung plötzlich geschehen soll, wird eine Hochzeit langfristig geplant – da kann noch einiges rekonstruiert werden.

c#andy^2509


Es gibt aber auch eine ärztliche Schweigepflicht vor allem wenn die Patientin volljährig ist!!!

SLanjdr}a200x6


In ihren Augen ist dieses 'natürliche Bedürfnis' aber eben etwas anderes.

Na und? Deswegen ist es trotzdem keine liebevolle Familie. Liebevolle Eltern lieben ihre Kinder bedingungslos. Eltern, die ihre Kinder verstoßen, sind nicht liebevoll. Schon gar nicht, wenn das Kind niemandem einen Schaden zugefügt hat.

Ich finde es erschreckend, welches Appeasement hier betrieben wird.

So haben wir noch 5 Generationen lang diese mittelalterlichen Denkweisen in den Köpfen, wenn nicht mal endlich jemand sagt, dass Schluss sein muss mit diesen unsinnigen frauenverachtenden religiösen Zwängen!

Am schlimmsten sind die Frauen, die zuerst darunter leiden und dann ihren Töchtern dasselbe antun.

m>aZripVos>a


Es gibt aber auch eine ärztliche Schweigepflicht vor allem wenn die Patientin volljährig ist!!!

candy2509

Das hatten wir schon. Ausgiebig. ;-)

wfho_&mad6ek_xwho


Ich staune immer wieder... einerseits Todesangst vor Eltern und Konsequenzen und sich nicht wehren können/zu Feige dazu sein, andererseits trotzdem Sex haben. ??? Geht nicht in meinen Kopf. Wenn man vorher weiß was kommt und damit nicht umgehen kann, warum lässt man es nicht gleich bleiben?

Nö, nicht unbedingt. Es geht ja auch um Triebe und Bedürfnisse. Haben schon ganz andere "verbotenen" Sex gehabt.

Mich wundert auch, wie leicht das hier viele nehmen. Die Konsequenzen in gläubigen muslimischen Familien können sehr viel schlimmer sein als in unseren Familien, wie wir sie kennen. Oftmals geht es dort auch um Befleckung der Familienehre, was mitunter sehr streng geahndet wird. Ich kann die Angst der TE von daher sehr gut verstehen. Es ist eben keine eigenständige, junge Frau, der die Meinung der Familie mal eben am Allerwertesten vorbeigehen kann.

Außerdem glaube ich nicht, dass mal eben jemand von Euch von der Familie verstoßen werden möchte. Für die ist man dann faktisch tot, kenne keinen, dem das nichts ausmacht.

wGho_ma7de_1who


Sandra,

Eltern, die ihre Kinder verstoßen, sind nicht liebevoll. Schon gar nicht, wenn das Kind niemandem einen Schaden zugefügt hat.

Nach unserem Verständnis hast Du natürlich recht, nach deren aber nicht. Das Mädchen hat dann Schande über die Familie gebracht und das ist für die sehr wohl ein Schaden.

Gredank_engef0leKchtxe


Es geht ja auch um Triebe und Bedürfnisse.

Denen man nicht sklavisch unterworfen ist. Sonst wären wir Opfer unserer Natur. Ich würde der TE die Methode "mit eigenen Waffen bekämpfen" vorschlagen, die Suseelchen hier vorgestellt hat.

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