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"Untersuchung" – War das sexueller Missbrauch?

M"olbl<iencghen


Ich habe so etwas (zum Glück) selbst noch nicht erlebt, aber ich habe schon so oft gehört, dass Menschen, denen so etwas passiert, Zweifel an sich haben, ob sie nicht doch auch "Schuld" haben, und dass sie in so einer Lage ganz anders reagieren als sie vorher gedacht hätten, dass sie es würden.

Insofern könnte ich mir vorstellen, wenn ich hier als Außenstehende denke "das hätte man doch gleich merken müssen", "wieso hat sie denn nicht (ihm sofort die Meinung gegeigt o.ä.)", dass das ganz anders aussähe, wenn ich plötzlich selbst mitten drin wäre in so einer Lage. Und schon immer, wenn man erst 17 ist! Man ist ja auch schlicht baff und überfordert; die meisten peilen erst im Nachhinein, was da eigentlich grad abgelaufen ist.

P6iMa~0x509


du warst dann ganz nackig ? Unmöglich, macht kein Arzt !

Das würde ich so nicht unterschreiben.

Hier in der Stadt gibt es einen Frauenarzt, da darfst du dich bis auf die Socken nackig auf den Stuhl packen. Dann untersucht er erst unten und dann oben.

Mein allererster Frauenarztbesuch lief auch so, daß ich auf dem Stuhl saß und als er unten fertig war sollte ich mich oben frei machen. Durfte mich auch nicht vorher anziehen. Und die Sprechstundenhilfe stand dann auch noch dabei. Ich kam mir vor wie auf der Schlachtbank und war dann erstmal jahrelang nicht mehr beim FA, weil ich mir so erniedrigt vor kam.

m]smwhixska


Sorry, ich hatte gestern viele Prüfungen und konnte gar nicht antworten, daher mein Riesenpost jetzt.

Vielen Dank für eure vielen lieben Antworten!!! Es hilft mir echt sehr, das einfach abzuschließen... man fühlt sich einfach nicht mehr so... selbst schuld. Wisst ihr, was ich meine? Immer dachte ich ein bisschen: "Du hast es ja nicht anders verdient."

Und danke auch an alle, die mich in Schutz genommen haben :)

Es berührt mich, wieviele hier selbst Erlebnisse schildern... Über vieles spricht man nie, und erst, wenn das Thema aufkommt, kann es raus. Das hört sich alles echt furchtbar an :°_ Ich glaube sowas kommt viel öfter vor, als man gemeinhin denkt.

Also was das Abschließen angeht:

Es ist jetzt nicht so, dass ich jede Nacht Albträume davon hätte. Aber tatsächlich hat das Ganze mein Sexleben, denke ich, schon beeinflusst. Ich habe erst sehr spät, mit dem richtigen Partner, gemerkt, dass ich nicht alles mit mir machen lassen muss und auch mal an mich denken sollte. Und dass Sex nichts ist, was man einfach nur über sich ergehen lässt. Vielleicht ist das auch Quatsch und Küchenpsychologie. Aber irgendwie verkrampft war ich danach schon. Und man grübelt natürlich immer mal wieder darüber nach... Vor Allem die Reaktion meiner Mutter hat mich so verunsichert... Mittlerweile weiß ich, dass es ihr generell schwer fällt, mich in solchen Situationen in Schutz zu nehmen, was in anderen Situationen nicht der Fall ist. Weiß nicht, ob sie da selbst schlechte Erfahrungen gemacht hat...

Sie waren doch Kumpels, und ich dachte damals, meine Mutter wäre dann bestimmt arg enttäuscht von den beiden, würd mich vielleicht nicht mehr mit denen rauslassen, und es war mir auch einfach total unangenehm. Und dann hab ich mich auch gefragt, ob es vielleicht gar nicht so schlimm war, wie ich das empfunden hab...

Das ist ja total übel... Solche Freunde wünscht man keinem... Im direkten Umfeld ist sowas sicher noch viel schwieriger, weil man die Person dann immer wieder sehen muss, oder?

Insofern könnte ich mir vorstellen, wenn ich hier als Außenstehende denke "das hätte man doch gleich merken müssen", "wieso hat sie denn nicht (ihm sofort die Meinung gegeigt o.ä.)", dass das ganz anders aussähe, wenn ich plötzlich selbst mitten drin wäre in so einer Lage.

Das ist es eben. Ich sags mal so, wenn dir ein Fremder in der Öffentlichkeit ganz klar an den Po greift, dann fängt er sich eine, das ist mir auch schon passiert. Aber besonders weit kommen solche Kerle ja nicht. (Oder Frauen, solche soll es ja auch geben)

Erfolgreich sind solche Typen dann, wenn sie einen Vorwand haben, was auch erklärt, warum viele Missbrauchstäter aus dem engeren Umkreis kommen... Da kennt man sich halt und so weiter, ist befreundet oder verwandt, und auf einmal scheinen die Grenzen zu verschwimmen.

Ich bin zwar auch so erzogen worden: "Wenn ein böser Mann kommt und was will, was du nicht willst, sag nein, und steig nie zu Fremden ins Auto." Aber das deckt eben nicht das ab, was wesentlich wahrscheinlicher ist... Weil es nicht unbedingt immer Fremde sind und weil diese Sichtweise ja voraussetzt, dass die Situation für einen klar zu beurteilen ist. Und das ist sie meist nicht und genau diesen Zwiespalt nutzen Täter ja aus.

Und Jahre später fällt einem das dann unter Umständen ein und man denkt sich... ok, das war echt komisch. Solche Sachen kann ich auch von Freundinnen und Freunden (!) berichten.

Häufig ist es doch leider so, dass ein tabuisierter Umgang mit sexuellen Themen innerhalb der eigenen Familie einen sexuellen Missbrauch erst möglich macht bzw. ihn begünstigt, da die mit ihren Fragen zur Sexualität alleingelassenen Mädchen und Jungen sich der Bedeutung ihrer sexuellen Selbstbestimmung gar nicht bewusst sind.

Ja das stimmt und in meiner Familie und meinem Umfeld war das tatsächlich auch ein Tabu. Eine Mischung aus Prüderie und falsch verstandener Religiosität. Das war ja auch der Grund, warum ich zum Arzt gegangen bin und nicht mit meinen Eltern geredet habe... Erst Jahre später sind sie auf den Trichter gekommen, dass ich wohl doch keine Jungfrau mehr sei ":/ Aufklärung findet in der Schule dann statt, wenn es noch nicht so akut ist, also zwischen 7 und 11 Jahren, und selbst dann geht es v.a. um Anatomie usw... Als ich dann anfing, mir Fragen zu stellen, habe ich das mit mir, dem Internet (das damals noch nicht so informativ war wie heute) und meinen jeweiligen Partnern ausgemacht...

Keine Rechnung kann bedeuten: Keine nachweisbare Dokumentation, dass du überhaupt je in der Praxis gewesen bist.

Das denke ich mir langsam auch... Ob der meine Karte wollte, das weiß ich jetzt gar nicht mehr.

Wir haben den Brief damals LEIDER nicht abgeschickt.

Schade, das wäre eigentlich ne super Sache gewesen. Mann, der hätte sicher Panik gekriegt, wenn er den gelesen hätte! :)=

Daher wäre es schon interessant ob er noch praktiziert...

Ich glaube nicht, dass er noch praktiziert, der war damals schon optisch sehr nah am Rentenalter... Jetzt ist da auch nicht mehr sein Name an der Tür, sondern ein Logo von einem arbeitsmedizinischen Dienst. Kann sein, dass er da noch dazugehört – oder auch nicht. Ich weiß leider auch nicht mehr, wie der Mann hieß. Sonst wäre zumindest ein fieses Briefchen dringewesen, was mir auch irgendwie gutgetan hätte :=o

S}ma2ragMdaugxe


Also was das Abschließen angeht:

Es ist jetzt nicht so, dass ich jede Nacht Albträume davon hätte. Aber tatsächlich hat das Ganze mein Sexleben, denke ich, schon beeinflusst. Ich habe erst sehr spät, mit dem richtigen Partner, gemerkt, dass ich nicht alles mit mir machen lassen muss und auch mal an mich denken sollte. Und dass Sex nichts ist, was man einfach nur über sich ergehen lässt. Vielleicht ist das auch Quatsch und Küchenpsychologie. Aber irgendwie verkrampft war ich danach schon. Und man grübelt natürlich immer mal wieder darüber nach... Vor Allem die Reaktion meiner Mutter hat mich so verunsichert... Mittlerweile weiß ich, dass es ihr generell schwer fällt, mich in solchen Situationen in Schutz zu nehmen, was in anderen Situationen nicht der Fall ist. Weiß nicht, ob sie da selbst schlechte Erfahrungen gemacht hat...

Ich glaube weniger, dass dieses eine hässliche Erlebnis jetzt dazu geführt hat, dass Dein Sexleben beeinflusst ist, ich denke, dass das Ganze vielleicht auch anerzogen wurde, also viel früher. Dass man sich zu viel gefallen lässt. Meine Mutter hat mich auch nie in Schutz genommen, wenn mir was passiert ist, war ich praktisch erst mal grundsätzlich selbst dran schuld.

Auch wenn mein Erlebnis nicht so gravierend war wie Deins (es hat sich aber auch mal ein Freund meiner Mutter an mich rangemacht und mich angefasst und befummelt, da war ich 13, später hat meine Mutter ihn rausgeschmissen und mir Vorwürfe gemacht). Trotzdem habe ich eine sehr gesunde Sexualität, Spaß am Sex und nie Probleme mit Männern gehabt. Denn als ich in ein Alter kam, wo man sexuell erfahren wird, war mir klar, dass das damals eben Männer waren, die respektlos und übergriffig sind, solche gibt es leider überall, aber das hat nichts mit mir zu tun. Also beschäftigt mich das nicht weiter, es ist ja zum Glück nichts Schlimmeres passiert. Schuldgefühle habe ich deswegen nie gehabt, ich war ein Kind und später eben eine schüchterne Jugendliche, dafür muss man sich nicht schämen.

S-. wa0ll=i,siIi


man fühlt sich einfach nicht mehr so... selbst schuld. Wisst ihr, was ich meine?

absolut, und das ist leider wirklich total üblich dass man so fühlt/fühlte

Ich habe erst sehr spät, mit dem richtigen Partner, gemerkt, dass ich nicht alles mit mir machen lassen muss und auch mal an mich denken sollte. Und dass Sex nichts ist, was man einfach nur über sich ergehen lässt. Vielleicht ist das auch Quatsch und Küchenpsychologie.

ne, kein Quatsch. Generell kannst du wohl sämtliche Zweifel an deinen Schlussfolgerungen zum Thema streichen :)^

SH.; waollixsii


Auch wenn mein Erlebnis nicht so gravierend war wie Deins (es hat sich aber auch mal ein Freund meiner Mutter an mich rangemacht und mich angefasst und befummelt, da war ich 13, später hat meine Mutter ihn rausgeschmissen und mir Vorwürfe gemacht).

die Bagatellisierung des Erlebten ist übrigens auch total normal – da gibt's nur keine sinnvollen Vergleiche, davon abgesehn ist das ganz objektiv betrachtet ganz und gar nicht ungravierend :-o Sehr cool dass es keine Folgen hatte :)z jemand anderes hätte davon durchaus welche haben können.

messwh?i*s8ka


es hat sich aber auch mal ein Freund meiner Mutter an mich rangemacht und mich angefasst und befummelt, da war ich 13, später hat meine Mutter ihn rausgeschmissen und mir Vorwürfe gemacht

Also, das finde ich persönlich viel übler, als das, was mir passiert ist... Aber immerhin hat sie ihn überhaupt rausgeschmissen!

:-o Sehr cool dass es keine Folgen hatte :)z jemand anderes hätte davon durchaus welche haben können.

Seh ich genauso. Ich wäre wohl nicht so stark.

S+mara!gda=uge


Also, das finde ich persönlich viel übler, als das, was mir passiert ist...

Also ich finde Dein Erlebnis mit dem Arzt viel schlimmer, da warst Du ausgeliefert, ich konnte mich dem Typen immerhin entziehen. Was mich, neben dieser Aktion, verstört hat war das Verhalten meiner Mutter, sie war wahnsinnig wütend und ich glaube auch gekränkt, naja, und da ist sie eben auch auf mich losgegangen, obwohl ich absolut nichts provoziert hatte. Ich bagatellisiere dabei nichts, aber ich möchte es nicht überbewerten, es hat mir nicht geschadet.

Jedenfalls möchte ich Dir Mut machen, dieses hässliche Erlebnis einfach als das abzuhaken, was es war: Ein ekeliger Übergriff eines Arztes auf einen unerfahrenen Teenager. Solche widerlichen Typen gibt's leider immer wieder, aber Du würdest Dir das nicht mehr gefallen lassen, weil Du jetzt eine sexuell erfahrene junge Frau bist, die so etwas schnell erkennen und und entsprechend handeln könnte. Nur Mut @:)

SA. walQlisxii


aber ich möchte es nicht überbewerten

das ist schon auch richtig so, das muss man aber natürlich individuell entscheiden – und wenn das emotionale abhaken geht sollte man das definitv tun, die Gefahr mehr draus zu machen ist sicher nicht von der Hand zu weisen, die Gefahr es herunter zu spielen ist dagegen leider eher der Standard.

Ich hab früher oft über das Thema geschrieben und das "also bei mir war's nicht so schlimm wie bei dir" usw kam da übrigens (bei mir und anderen) wirklich total oft vor, insofern hab ich was dazu gesagt, weil's halt wirklich klassisch ist.

Nur Mut @:)

da schließ ich mich an!

SVmarag$daugxe


@ wallisii

Ja, ich verstehe gut, was Du meinst. Es kommt sicherlich auf den Einzelfall an. Aber für mich war der Vorwurf meiner Mutter schlimmer als das Rumgetatsche und Befummeln. Und wenn ich mir mal vorstelle, irgend so ein alter Sack befummelt eine 13jährige im Fahrstuhl und die kann es aber mit ihren Eltern abhaken mit "Pfui, so ein oller Fummel-Opa, wenn der wieder in den Fahrstuhl mit Dir steigt, steige einfach schnell wieder aus", oder selbes Beispiel, die 13jährige erzählt es ihren Eltern, die schleppen sie zu einem Psychologen, der dann - vielleicht noch mit Puppen - dann zeigen oder nachspielen lässt, wo genau der böse Mann denn angefasst hat, was genau er gesagt hat und ob man jetzt Angst vor allen Männern hat etc pp.... ganz ehrlich, da finde ich - in diesem Beispiel - doch die erste Abhandlung der Sache gesünder für das Kind.

Ich möchte unser TE einfach Mut machen, die Sache als das zu sehen, was es ist, und sie als nicht relevant für die eigene Sexualität zu betrachten. Es war ein ekeliger alter Lustmolch, der die Chance gesehen hat, ein junges, unerfahrenes Mädel auszunutzen und zu betatschen. Solche Säcke gibt's leider immer wieder.

Sn. wpa#llis9ii


Aber für mich war der Vorwurf meiner Mutter schlimmer als das Rumgetatsche und Befummeln.

kann ich sehr gut verstehen, meine Mutter hat mir (Jahre später) im Affekt erstmal nicht geglaubt, nur kurz und dann doch, aber selbst so kurzes Nichtglauben hat schon extrem reingehaun, da kann ich mir gar net vorstellen was dann sogar Vorwürfe noch mit mir gemacht hätten.

Ich möchte unser TE einfach Mut machen, die Sache als das zu sehen, was es ist, und sie als nicht relevant für die eigene Sexualität zu betrachten.

inzwischen scheint das ja so zu sein, was sich mswhiska aber halt erst erarbeiten musste. Ich auch aber ich hab mir nach dem Missbrauch auch gedacht, ach ist ja gar nichts passiert juhu^^ das war nur weit gefehlt (was aber u.U. auch seinen Sinn haben kann weil man noch nicht zur Auseinandersetzung bereit ist) Aber naja, das hat mit dem Faden an sich alles nicht so viel zu tun und ich neig zur Zeit wohl zum labern^^

S%mar!aTgdauXge


Na mir war schon klar, dass das irgendwie "komisch" war, was da ein erwachsener Mann mit mir gemacht hat, das war eben nicht väterlich sondern "komisch". Und ich habe das meiner Mutter gesagt, weil ich es irgendwie nicht richtig fand, sie flippte völlig aus, hat ihn rausgeschmissen mit den Worten, sie wäre kein altes Handtuch, das man einfach so benutzen und wegwerfen könnte und zu mir meinte sie, ich hätte ihm keinen Alkohol anbieten dürfen, dann wäre das auch nicht passiertpassiert, aber Verkehr hätte er sich sicherlich nicht getraut, höchstens Petting. Klang für mich damals logisch, ich hatte also eine Teilschuld, und mehr als Fummelei war auch nicht passiert, bloß gut so. Aber so im Laufe der Zeit ist mir klargeworden, dass Alkohol keine Entschuldigung ist und ich selbst zu dieser Zeit überhaupt nicht einordnen konnte, was er da tat, ich war ein körperlich voll entwickeltes, aber naives Kind.

Ich habe darüber nicht grübeln müssen, sondern die Lebenserfahrung hat es einfach mit sich gebracht, ganz automatisch. So, wie man Dinge erst im Nachhinein richtig versteht und einordnen kann. Und ich wünsche der TE, dass sie es auch gut verarbeiten kann als ein hässliches, aber sicher einmaliges Erlebnis, an dem sie absolut keine Schuld hat. @:)

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