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Gehören Schulnoten ins Anamnese-Gespräch beim Gynäkologen?

MIonDikaj6x5


Ein Gynäkologe hat doch solche Fragen gar nicht zu stellen. Bei einem ganz jungen Mädchen verstehe ich es noch eher, aber eine erwachsene Frau ist selbst in der Verantwortung, was sie erzählt und was nicht.

Davon abgesehen haben die meisten Ärzte auch gar keine Zeit dafür.

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Ich habe gestern auch in dem Faden reingeschaut von dem ich vermute, dass er dich zu diesem hier inspiriert hat. Der erste Gedanke, der sich mir da aufdrängt - kann es sich vielleicht einfach um einen - zugegeben etwas gezwungenen - Versuch handeln, etwas ins Gespräch kommen zu wollen, um die Stimmung aufzulockern ? Also quasi Smalltalk ?

Mein Diabetologe quatscht auch immer mit mir, fragt mich, wie es mir so geht, wie es im Studium und bei der Arbeit läuft, etc pp. Und früher eben nach der Schule.

Hinzu kommt dann natürlich noch dad hier bereits angedeutete - Im Zuge des Bestrebens, sich ein ganzheitliches q der Lebensumstände der Patienten machen zu wollen, kommen dann eben solche Fragen. Wobei ich zugeben muss, dass die Frage nach Schulnoten direkt schon recht spezifisch ist ":/

Eqhemali2ger nNut.zer (\#4671L93x)


so massiven Stress im schulischen oder beruflichen Umfeld erlebt, sollte man doch in der Lage sein, dass dann nötigenfalls selbst anzusprechen

Hast du das Fallbeispiel gelesen, das ich vorher niedergeschrieben habe? Von der Patientin mit Adipositas und beginnenden Diabetes Mellitus. Für sie war damals dieser Zusammenhang aus ihren Erkrankungen und Stress bzw. Ernährung nicht nachvollziehbar ... weil sie sich nur auf das pathologische Symptom (eben hier Körpergewicht und vermehrte Urinausscheidung) konzentriert hat.

Warum sollte ein Patient von sich aus etwas erwähnen, was für ihn seiner Meinung nach keine kausalen Zusammenhang mit seiner jetzigen Problematik darstellt?

Nochmal. Warum fixierst du dich so auf die Noten? Die können ein Kriterium von vielen sein. Vor allem ist es nunmal ein Kriterium das man bei Schülern leicht anwenden kann. Man kann den Knirps, der in die Grundschule oder ins Gymnasium geht schlecht fragen wie sein Arbeitgeber zu ihm ist.

Aus mehreren Kriterien, eben auch den Noten, ergibt sich ein Bild für die persönliche Anamnese... da fallen viele andere Dinge auch noch mit rein – die Noten oder schulischen Leistungen allein bilden keine alleinige Grundlage für die persönliche Anamnese.

Für dich steht das Behandlungsverhältnis im Vordergrund. Okay, ist ja auch gut so. Aber das ist deine eigene Präferenz und lässt sich nicht auf alle Patienten übertragen. Dank der persönlichen Anamnese ist es möglich unter Umständen ein fachliches Konsil, z.B. von einem Psychologen einzuholen... Bekannte von mir ist COPDlerin und hat massive Probleme mit ihrer Erkrankung, was sie aber noch mehr belastet sind die psychischen Folgeerscheinungen die sich daraus ergeben.

Wenn sich ihre behandelnde Ärztin damals nicht auch auf die persönliche Anamnese konzentriert hätte, wäre nie ein psychologisches Konsil und eine dementsprechende Betreeuung erfolgt – die dann auch erfolgreich (!) die subjektiv auftretenden Beschwerden der Patientin gelindert haben.

Das unterschiedliche Fachbereiche unterschiedliche Anamneseverfahren haben bestreite ich nicht – aber in alle sollte bis zu einem gewissen Grad eine persönliche Anamnese auch einfließen.

Mit der Zeit fließen da natürlich auch Präferenzen des Arztes mit ein und er nimmt Dinge dazu oder streicht welche, die ihn nicht so wichtig erscheinen.

Für die "ganzheitliche Betrachtung" finde ich es völlig ausreichend, wenn der Arzt das Gespräch effizient und lösungsorientiert gestaltet anstatt Zeit mit irrelevanten Fragen zu verschwenden.

Das stimmt so einfach nicht. Auf die für ihn relevanten Dinge legt der Arzt ohnehin im Gespräch wert... der Patient hat immer noch die Möglichkeit, Dinge die ihm relevant erscheinen, dabei zu äußern.

Das was du hier schilderst ist deine persönliche Meinung, die kann und soll dir auch keiner nehmen. Ich kann dir an dieser Stelle aber nur sagen, dass ich das, was ich hier schreibe mir nicht einfach aus den Fingern sauge, sondern das wiedergebe, worüber sich klinische Psychologen seit Jahren den Kopf zerbrechen.

Nämlich wie man ein allgemeines Anamneseschema für Patienten erstellt, das ein ganzheitliches Patientenbild liefert ... sowohl was eben pathologische Faktoren als auch psychosoziale Faktoren miteinschließt – ohne das man dabei in Gefahr läuft eventuell Dinge, die vielleicht nur eine Randnotiz sind, aber essentiell für die Diagnostik / Behandlung sein könnten, übersieht.

c$heeky2an)gelx81


Mein Gyn fragt mich auch das ein oder andere, das ergibt sich aber meist aus der Situation. Wenn ich z.B. mit voller Tasche Freitags direkt von Arbeit komme.

Ob das für die Anamnese jetzt wichtig weiß ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass bestimmte Dinge Hinweise geben können.

Wie dem auch sei, ich seh es als Smalltalk und lenkt etwas ab. Grade beim Gyn muss es für mich nicht schweigsam zu gehen und ein guter Arzt merkt schon (oder sollte es zumindest merken) ob es der Patientin unangenehm ist oder nicht.

E,hemalig&er Nu_tz+erh (#5730218)


@ Dumal

Ich bezweifle, dass es auf diesem Planeten einen Arzt gibt, der explizit die Schulnoten erfragt.

In dem anderen Thread hier im Unterforum wurde das so angegeben: [[http://www.med1.de/Forum/Gynaekologie/683280/]]

Und dass ein gewisses privates Interesse (gerade nicht fachliches!) bestehen kann zumindest nach dem Notendurchschnitt, weiß ich aus persönlicher Erfahrung.

Manchen ist aber auch gar nicht klar, dass sie sich gerade in einer stressigen Situation befinden, manche schämen sich auch, dass sie Stress empfinden – Stichwort "Jammern" – und wieder andere finden, dass es ja eh nichts zur Sache tut. Was soll es also schaden, wenn ein Mediziner abklopft, ob es "rund" läuft?

Aber dann würde man doch anders fragen, als sich explizit nach den Noten zu erkundigen? Z.B. sowas wie, ob in der Schule alles auf Stand ist; oder ob einem die Schule gefällt, man sich dort wohl fühlt ... aber dass dann auch weniger beim Gynäkologen, sondern eher beim Allgemeinmediziner.

@ Grognor

Nochmal. Warum fixierst du dich so auf die Noten?

Nicht ich tue das, der Arzt hat das in dem anderen Fall getan. Deshalb ja dieser Thread.

Nochmal. Warum fixierst du dich so auf die Noten? Die können ein Kriterium von vielen sein.

Eben. Warum dieses Nachfragen zu diesen, wenn die gewünschte Information doch eigentlich eine ganz andere ist? Danach könnte man doch direkt fragen bzw. es abklopfen mit allgemeiner gehaltenen Fragen, vgl. meine Beispiele an Dumal?

Vor allem ist es nunmal ein Kriterium das man bei Schülern leicht anwenden kann. Man kann den Knirps, der in die Grundschule oder ins Gymnasium geht schlecht fragen wie sein Arbeitgeber zu ihm ist.

Naja – ob der Schüler lieber über sein Zeugnis und seine Noten spricht? Zumal dem Schüler bei halbwegs vorhandener Intelligenz auch klar sein wird, dass seine Noten in das Bild mitreinspielen, dass der Arzt sich von ihm macht. Hier wurde auf der ersten Seit ja das Stichwort mit der Einschätzung der geistigen Reife genannt von chi.

Wenn es darum gehen sollte in Wirklichkeit, sollte man nicht so tun als wenn man "einfach so" mal danach fragen würde und das als small-talk zu tarnen versuchen. Wobei es zugegeben als Test klappen könnte ...

Dank der persönlichen Anamnese ist es möglich unter Umständen ein fachliches Konsil, z.B. von einem Psychologen einzuholen... Bekannte von mir ist COPDlerin und hat massive Probleme mit ihrer Erkrankung, was sie aber noch mehr belastet sind die psychischen Folgeerscheinungen die sich daraus ergeben.

hmm – ich weiß nicht was COPD ist, hat das was mit Gynäkologie zu tun? Denn um diesen Fachbereich geht es vorliegend ja.

Hast du das Fallbeispiel gelesen, das ich vorher niedergeschrieben habe? Von der Patientin mit Adipositas und beginnenden Diabetes Mellitus.

Ja habe ich; aber abgesehen, dass mir als Laie das nicht nach einem gynäkologischem Problem klingt, geht es doch darum, dass man nach den Schulnoten fragt, obwohl eine andere Nachfrage zum Thema Schule/Wohlbefinden doch viel effektiver wäre.

Die Frage nach den Noten geht an möglichen Problembereich des Schülers vorbei. Ausnahme wäre, wenn der Patient bei der Frage nach seinen Noten einen Heulanfall bekommt oder sowas in der Art. Aber sonst? Der nennt seine Noten und fertig. Sehr aufschlussreich.

Das unterschiedliche Fachbereiche unterschiedliche Anamneseverfahren haben bestreite ich nicht – aber in alle sollte bis zu einem gewissen Grad eine persönliche Anamnese auch einfließen.

Mit der Zeit fließen da natürlich auch Präferenzen des Arztes mit ein und er nimmt Dinge dazu oder streicht welche, die ihn nicht so wichtig erscheinen.

An sich finde ich es (aus Patientensicht quasi) völlig legitim, dass ein Arzt seinen persönlichen Behandlungs- und Gesprächsstil hat. Aber ich fände es gleeichwohl seltsam, wenn der Arzt umbedingt Details zu meinem PKW wissen möchte. Letzteres könnte ja auch Anhaltspunkte für meinen psycho-sozialen Status quo geben oder Anlass für psychische Belastungen meinerseits sein (also das Thema Auto, Straßenverkehr -> Unfälle, Traumata; oder Finanzierung des PKW; Kaufpreis bezahlen, Unterhaltskosten -> finanzielle Situation des Patienten). Trotzdem fände ich die Frage als generelle Anamnesefrage unangemessen, bestenfalls seltsam.

@ enigmatic1606

Ich habe gestern auch in dem Faden reingeschaut von dem ich vermute, dass er dich zu diesem hier inspiriert hat. Der erste Gedanke, der sich mir da aufdrängt – kann es sich vielleicht einfach um einen – zugegeben etwas gezwungenen – Versuch handeln, etwas ins Gespräch kommen zu wollen, um die Stimmung aufzulockern ? Also quasi Smalltalk ?

Ich glaube du vermutest richtig bzgl. des anderen Threads ;-). hmm ... als simple small-talk-Frage ist sie aber doch schon sehr gezielt und persönlich, oder? Ich wüßte wirklich nicht, dass Schüler lockerer werden, wenn sie über ihre Schulnoten reden "müssen" :-/

EPhem[aliger* NutLzerG (#530x218)


@ cheekyangel81

Mein Gyn fragt mich auch das ein oder andere, das ergibt sich aber meist aus der Situation. Wenn ich z.B. mit voller Tasche Freitags direkt von Arbeit komme.

Das klingt für mich soweit normal und ist, wie du selbst sagst, situationsbezogen/ergibt sich spontan aus der konkreten Situation. Außerdem ist dass ja nicht euer Erstgespräch.

EphemaliSger Nu4tzer ^(#5302x18)


@ Monika65

Ein Gynäkologe hat doch solche Fragen gar nicht zu stellen.

Ja das denke ich auch. Mir fällt jedenfalls – wie dargelegt – kein Grund ein, der diese Frage medizinisch ernsthaft nahelegen würde. Selbst wenn es wie hier gesagt wurde lediglich um ein Abklopfen des Themas Schule & Co gehen soll, um sich ein ganzheitliches Bild vom Patienten zu machen, finde ich die Frage speziell nach den Noten im Erstgespräch – noch dazu beim Gynäkologen - schlicht verfehlt.

Dfumaxl


Snaiperskaja [VSS]

Ich kannte den Faden. Wie gesagt:

Ich bezweifle, dass es auf diesem Planeten einen Arzt gibt, der explizit die Schulnoten erfragt.

Vielleicht war es undeutlich: Ich denke nicht, dass ein Arzt fragt, wie die einzelnen Schulnoten aussehen. Das ein Arzt fragt, wie es in der Schule läuft, ob die Noten in Ordnung sind/man damit zufrieden ist; ja. Deutsch-, Englisch-, Mathe-, Kunst-, Bio-, Chemie-,Geschichte-, usw.usf. Note; nein. Frage nach der Note im Lieblings- und/oder Hassfach; sicher.

Aber dann würde man doch anders fragen, als sich explizit nach den Noten zu erkundigen?

Ich habe auf deinen Einwand geantwortet, dass man den Stress als Patient ja selber ansprechen kann.

E#hema>ligerp Nutze3r (#53021\8)


@ Dumal

Denkst du die TE aus dem anderen Thread hat gelogen? Nach einem Missverständnis klang es weniger:

Man frage sachen wie hobbys wie viel genau ich rauche was ich in meiner freizeit mache und nach meinen schulischen noten.

M`oni:ka6x5


"Frage nach Schulnoten" kann ja auch einfach heißen, dass sie gefragt hat, ob sie gute Noten hat. Ich würde jetzt diesen einen Satz auch nicht auf die Goldwaage legen. Möglicherweise wars auch wirklich nur der Versuch, ein bisschen Smalltalk zu machen, um ihr die Angst zu nehmen.

u nko!mpliZzierxt


Ich hatte vor Kurzem mit einem Arzt genau so eine Diskussion. Früher waren Ärzte die Halbgötter (jawohl, Herr Doktor..., vielen Dank Herr Doktor...), heute spielt das Arzt-Patientenverhältnis eine weitaus größere Rolle. Nur gibt es eben sehr unterschiedliche Patienten. Die einen gehen zum Arzt so wie sie ihr Auto in die Werkstatt bringen - gleich zur Sache kommen, effizient und lösungsorientiert. Bei den anderen muss man "die Geigen auspacken" ( Zitat des Arztes), also Vertrauen aufbauen, die Hand halten usw. Gerade bei einem neuen Patienten muss der Doc im ersten Moment entscheiden zu welchem Klientel der Patient gehört. Daher wohl die Frage nach Schule, Freundeskreis usw. Persönliche Neugier kann mit 100%iger Sicherheit ausgeschlossen werden.

S.evenA.of.sNine


Ich denke nicht, dass ein Arzt fragt, wie die einzelnen Schulnoten aussehen.

Dieser Thread ist ein gutes Beispiel dafür, daß man eine Frage nicht aus dem Zusammenhang reißen darf, denn ursprünglich ging es um ein junges Mädchen, welches von seiner Mutter gezwungen wurde, zum Frauenarzt zu gehen.

Wir wissen nicht, ob die Ärtzin vielleicht eher den Zwang, der hinter diesem Besuch steckte, spürte und einfach versuchte, ihre junge Patientin mit wasauchimmer einfach nur zum Reden zu bringen. Denn was soll man schon fragen, wenn man jemanden das erste Mal sieht und auf Grund des Alters darauf schließt, daß dieses Mädchen zur Schule geht?

Deshalb kann ich Snaiperskajas Frage mit einem eindeutigen jenachdem beantworten.

*:)

c|h~i


Ih möchte mal kurz betonen, dass ich nicht behauptet habe, dass gute Noten ein Zeichen für geistige Reife sind. Ich sagte, dass die Fragen und die Antworten zur Beurteilung wichtig sein könnten. Jemand, der sagt "es läuft grad nicht so gut, in ein paar Fächern bin ich richtig abgesackt" kann mehr geistige Reife aufweisen, als jemand, der antwortet "alter, scheisse man, das geht dich zwar nix an, aber ich bin voll gut!"... Ich denke, das ist logisch nachvollziehbar.

-HCr7azyle(ni-


Schlafverhalten, finanzielle Situation etc. gehören da unter Umständen genauso dazu.

Bitte? Ich hab mich wohl verlesen. Das geht den Arzt/die Ärztin einen Scheißdreck an und schrammt zudem ganz ordentlich an dem Faktor Datenschutz vorbei. Genauso haben ihn oder sie die jeweiligen Noten einfach Null zu interessieren. Legitime Frage wäre für mich die nach eventuellen Stressfaktoren, aber damit hat es sich auch schon. En detail braucht da niemand zu gehen.

cVhi


Naja Leni, du musst ja auch nichts antworten, man sitzt da ja nicht auf der Anklagebank^^ Jeder kann doch sagen "ich möchte darüber keine Auskunft geben" und gut isses.

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