» »

Gehören Schulnoten ins Anamnese-Gespräch beim Gynäkologen?

DWumaxl


-Crazyleni-

En detail braucht da niemand zu gehen.

Fragen zu beantworten ist genauso freiwillig wie jede Behandlungen.

Das geht den Arzt/die Ärztin einen Scheißdreck an und schrammt zudem ganz ordentlich an dem Faktor Datenschutz vorbei.

Genau genommen geht den Arzt gar nichts an. Was haben konkrete Fragen zu Stressoren mit Datenschutz zu tun? Finanzen sind nicht gerade weit unten auf der Liste, wenn es darum geht...

-zCrazIyleni-


Nein, es geht darum, dass diese Fragen erst gar nicht zu stellen sind. Das liegt weit außerhalb des Aufgabenbereiches. Und ich möchte erst gar nicht in die Situation gebracht werden, nicht antworten zu wollen. Denn was schliesst der Fragensteller daraus-aha, da gibt es einen blinden Fleck. So locker, wie manche sehe ich das nicht. Aber offenbar geben die bereitwillig bis zum letzten Pups über alles Auskunft.

-DCradzylLeni+-


Genau genommen geht den Arzt gar nichts an. Was haben konkrete Fragen zu Stressoren mit Datenschutz zu tun? Finanzen sind nicht gerade weit unten auf der Liste, wenn es darum geht...

Dann geh ich zum Finanzberater aber nicht zu einem Scheiß Arzt-weiß nicht was daran so schwer zu verstehen ist. Oder breiten hier alle ihr ganzes Leben vor dem Gynäkologen aus? Sind das auch die, die auf Facebook posten, sitz gerade am Scheißhaus....

c!hi


Naja, man kann andere Menschen halt nicht ändern. Wenn ein Arzt meint, sowas fragen zu müssen und mich das in eine unangenehme Situation brächte, würde ich halt einen anderen suchen. Manchmal erlebt man halt unangenehme Situationen, das ist für mich zumindest nichts ungewöhnliches. Ich reg mich nur nicht mehr drüber auf... Auf Fragen, die niemanden etwas angehen, antworte ich nicht und ich finde auch nicht, dass das jetzt irgendeine bestimmte Aussagekraft hat. Fragen zu meiner finanziellen Situation mit "diese Fragen sind sehr privat, das möchte ich nicht beantworten" zu beantworten hinterlässt meiner Meinung nach keinen schlechten Eindruck, egal wer sie mir gestellt hat. Wobei ich mich nicht erinnern könnte, ob ein Arzt mal danach gefragt hat. Wie gesagt, nach Beruf, Arbeitgeber, Hobbys – ja, da waren immer mal wieder Fragen. Aber auch da kann ich mir ja aussuchen, was ich beantworten will und was nicht.

Seeve1n.o6f.Nixne


Ich bezweifle, dass es auf diesem Planeten einen Arzt gibt, der explizit die Schulnoten erfragt.

Genau so wie ich bezweifle, daß es einen Frauenarzt gibt, der bei der Untersuchung der Brust 'kneift', denn das tut man üblicherweise [[http://comps.canstockphoto.com/can-stock-photo_csp10592509.jpg mit Daumen und Zeigefinger]].

Deshalb denke ich eher, daß sich es sich bei all diesen Formulierungen eher um Übertreibungen einen uneinsichtigen und zornigen jungen Menschen handelte.

EKhema1liger gNut~zer (#46x7193)


Dann geh ich zum Finanzberater aber nicht zu einem Scheiß Arzt-weiß nicht was daran so schwer zu verstehen ist

Wow, soviele Satzverstärkungswörter. :)=

Ich habe es in einem anderen Beitrag von mir bereits geschrieben – in die persönliche Anamnese können viele Faktoren einfließen. Dass da jetzt so ein Riesentrara um einzelne Faktoren wie die finanzielle Situation, Noten etc. gemacht wird, ist für mich persönlich nicht nachvollziehbar. Jeder Patient hat natürlich das gute Recht zu sagen :'Auf diese Frage möchte ich nicht eingehen'. Man sitzt hier ja nicht beim Verhör sondern die Auskunft erfolgt auf freiwilliger Baasis – wobei ich sicher bin, dass ein Arzt ein 'Nein' oder 'Darüber will ich nicht sprechen' akzeptiert.

Verschiedene Ärzte verschiedener Fachrichtungen haben unterschiedliche Kriterien bei der persönlichen Anamnese. Bei einem Gynäkologen mag die finanzielle Situation vielleicht kein großes Kriterium sein, aber um den Bogen wieder zurückzuspannen, zu der Patientin mit Adipositas und Diabetes ... da war der auslösende Faktor Stress – verursacht durch eine äußerst angespannte soziale und finanzielle Lage der Familie.

Ärztliches Personal wird sich in solchen Gelegenheiten nicht einmischen, kann hier aber eindeutig Hilfestellungen bieten, sprich Kontaktadressen von Hilfseinrichtungen mitgeben – damit man das ursächliche Problem in den Griff kriegt.

S(ilbehrmoyndxauge


Also wenn mich mein Gyn (nicht Hausarzt !) nach meinen Schulnoten, meinem Verdienst oder so fragen würde dann würde ich zumindest wissen wollen, was diese neugierige Frage soll.

Bekommt frau eher Krebs wenn die Schulnoten schlecht waren ?

Etwas anderes ist es wenn man den Arzt auch mal was privateres fragen darf (gibts ja auch)

Frage nach früheren Schwangerschaften, Abtreibungen, Partnerschaft das ist wieder was anderes, das gehört in den Gyn-Bereich.

SxilbeAr{mond-auxge


Was dagegen zur Anamnese gehört (vor allem wenn frau die Pille will):

- rauchen Sie ?

- hatten Sie oder jemand in der Verwandtschaft mal eine Thrombose ?

Hab mir mal sagen lassen, dass das eher selten gefragt wird...

c}h&i


Lustigerweise hat sich die TE, um die es hier geht, auch darüber beschwert, dass "genau gefragt wurde, wieviel sie raucht". ^^

Ich denk auch, manche Dinge waren einfach übertrieben dargestellt.

D-u<maxl


-Crazyleni-

Oder breiten hier alle ihr ganzes Leben vor dem Gynäkologen aus?

Ich für meinen Teil gehe gar nicht zu einem Gynäkologen.

Du hast dich auf einen Beitrag bezogen, in dem [[http://www.med1.de/Forum/Gynaekologie/683331/20859350/ Grognor]] kurz umrissen hat, wieso manche Fragen ggfls. gestellt werden.

Ejhemaligeyr5 NutzJer (#4b671x93)


Ich schreib es hier vielleicht nochmal mit Quelle auf, sprich Punkte oder Fragen die bei einer Anamnese gefragt werden können. Es wird im Dokument explizit nochmal darauf hingewiesen, dass das eine Möglichkeit der allgemeinen Gesamtanamnese ist – die aber je nach Erkrankung, Fachrichtung etc. natürlich anders aussehen können.

Anamneseformen gibt es per se recht viele... aber mittlerweile lassen auch viele in ihre Anamnese eben einen psychosozialen Part einfließen. Warum? Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, um ein möglich ganzheitliches Bild vom Patienten und seiner Situation erhalten zu können.

Wie so etwas aussehen kann findet man zum Beispiel hier:

[[http://www.uke.de/studierende/downloads/zg-studierende/anamnese-schema_041003_a5.pdf]]

L3iverxpool


Im Medizinstudium wird mittlerweile expliziet gelehrt, die Patienten nicht nur als Erkrankung wahrzunehmen sondern den ganzen Menschen zu erfassen, der dahinter steckt und sich ein möglichst komplettes Bild von der Person zu machen. Gerade ein Fachgebieten, in denen man davon ausgehen kann, dass man die Patienten über Jahre immer wieder sieht. Und sei es nur zur Kontrolluntersuchung. So kann man einfach die Menschen besser einschätzen, wie sie mit Problemsituationen umgehen oder eben auch bei Beschwerden schonmal abschätzen, ob nicht etwas psychosomatisches Ursächlich sein könnte.

Wir haben ganze Kurse darüber, wie solche Gespräche aussehen sollen und was alles zur einer ausführlichen Sozialanamnese gehört.

Mal davon abgesehen, kann ich mir kaum vorstellen, dass die Ärztin detaillierte Aufstellungen aller Schulnoten verlangt hat. Ich nehme an, das ging eher so in die Richtig "und wie läufts in der Schule? Hast du gute Noten?". Smalltalk halt. Genausowenig wird ein Arzt Kontoauszüge oder Steuererklärungen sehen wollen sondern einfach nur einschätzen können ob der Patient täglich ums finanzielle Überleben kämpft oder keine Sorgen in dieser Richtung hat. Und wie bereits erwähnt ist man immer noch bei Arzt und nicht vor Gericht. Man kann jederzeit sagen, dass man nicht bereit ist, diese Fragen zu beantworten und es steht einem immer noch frei, sich einen Arzt zu suchen, der nicht so viel Wert auf Sozialanamnese legt.

Man wird es nie allen Leuten recht machen können. Es gibt genug Leute, die sich darüber beschweren, dass der Arzt nur die Krankheit sieht und nicht die Person dahinter. Und dann einfach ohne große Diskussion Behandlungen ansetzt und Medikamente verschreibt. Und eben auch Menschen, die genau diese Art von Behandlung haben wollen und gar keine Lust haben, dem Arzt mehr als zwingend nötig zu erzählen.

Und genug Leute wollen eben auch ihr Leben und ihre Sorgen ausbreiten. Im Rettungsdienst haben ich selten länger als 15 Minuten Zeit, um mich mit dem Patienten zu unterhalten nachdem die medizinisch relevanten Fakten geklärt sind und trotzdem weiß ich hinterher bei manchen Leuten mehr über ihr Privatleben als von manchen meiner Freunde nach vielen Jahren.

Erhem!aligerZ Nutzer8 (#5d302x18)


@ chi

Ih möchte mal kurz betonen, dass ich nicht behauptet habe, dass gute Noten ein Zeichen für geistige Reife sind. Ich sagte, dass die Fragen und die Antworten zur Beurteilung wichtig sein könnten.

Ja so hatte ich dich auch verstanden; also dass das nicht deine persönliche Haltung dazu ist, sondern eine generelle Idee dazu. Weil die Idee von dir kam, wollte ich mich in meinem anderen Beitrag nicht mir fremden Federn schmücken und habe dich genannt – aber als Ideengeber, nicht als Vertreter dieser Denke.

S<ilbbermonkdauge


Sozialanamnese gehört zu Hausärzten, Psychiatern und dann wenn sich ein Beschwerdebild auftut wo das soziale Umfeld eine Rolle spielen KÖNNTE.

E0hemaligTer# NutzQer (#530]218x)


@ all

Vielen Dank für eure weiteren Gedanken, Ideen, Einblicke in euren "Berufsalltag" und Stellungnahmen dazu. Ich finde die unterschiedlichen Sichtweisen dazu sehr interessant.

Wenn Konsens darüber besteht, dass die Beschreibung der TE völlig unglaubwürdig ist, dann macht dieser Thread wohl keinen Sinn mehr (wobei ich die Frage gleichwohl interessant fand). Persönlich denke ich nicht, dass jemand, in der Situation und mit den Begleitumständen wie die TE aus dem anderen Thread, deshalb in keinem Erzähl-Punkt ernstzunehmen ist, aber nun gut.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Gynäkologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Kinderwunsch · Schwangerschaft · Sternenkinder · Verhütung · Wechseljahre · Infektionen · HIV und Aids · HP-Viren und Feigwarzen · Blasenentzündung · Sexualität


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH