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Myome - Hifu (MRgFus) und Myomenukleation per Laparotomie

bind_3 hat die Diskussion gestartet


Liebe Leute,

nach monatelangem, stillen Mitlesen, möchte ich meine Erfahrungen bei der Behandlung von Myomen mit euch teilen. Gerade über die beiden Behandlungsmethoden, die bei mir (zeitlich versetzt) angewandt wurden, habe ich bisher leider kaum Erfahrungsberichte gefunden:

Bei mir wurde zum ersten Mal 2008 ein Myom (damals 4 cm groß) festgestellt. Das blieb einige Jahre unter Beobachtung, wobei das Myom immer größer und die begleitenden Beschwerden (starke Periode) immer stärker wurden.

2013 wurden die Beschwerden dann so stark, dass ich trotz Eisen-Aufnahme (Tardyferon) meist nur einen Hämoglobin unter 10g/dl hatte. Die entsprechenden Symptome (Leistungsverlust, Schwindel, Müdigkeit usw) haben natürlich nicht auf sich warten lassen. Das Myom war zu dieser Zeit ca. 9cm groß.

Im Herbst 2013 habe ich mich nach langer Recherche im Internet für eine Hifu (MRgFUS)-Behandlung entschieden. Vor der Behandlung wurde ein MR durchgeführt, um die genaue Lage der Myome (mittlerweile hatte ich noch zusätzlich drei kleinere Myome) und um zu entscheiden, ob die Behandlungsmethode bei mir angewandt werden kann. Sie konnte ;-).

Heilfroh, dass ich um eine operative Entfernung herumkomme, konnte die Behandlung im November 2013 starten. Aufnahme erfolgte am Tag vor dem Eingriff (inkl. Blutabnahme, Gespräch mit Anästhesisten usw). Am Tag der Behandlung bekam ich zuerst eine Beruhigungstablette und wurde in die Radiologie gebracht. Dort wurden mir ein Narkose(?)-Mittel über den Venflon verabreicht, damit ich während der Behandlung irgendwo zwischen Wachsein und Schlafen dahindämmerte. Man wird mit dem Bauch auf eine Glasplatte (darunter befindet sich das Ultraschallgerät) gelegt und wird "festgeschnallt". keine Sorge, war halb so schlimm. Anschließend bekommt man einen Alarmknopf in die Hand. Dann beginnt auch schon die Behandlung. Bei mir dauerte sie ein paar Stunden, kommt einen aber aufgrund der Narkotisierung deutlich kürzer vor. Jedes Mal wenns ein bisschen unangenehm (leichtes Brennen) wird, soll man den Alarmknopf drücken und die Behandlung wird sofort unterbrochen. Danach geht es an einer anderen Stelle des Myoms weiter. Nach der Behandlung ist das Myom quasi weggeschmolzen und das abgestorbene Gewebe sollte vom Körper im Laufe der nächsten Monate abgebaut werden.

Wie gesagt: SOLLTE. Bei mir war das leider nicht ganz der Fall. Nach 9 Monaten war das Myom zwar im Innenbereicht (abgestorbener Teil) geschrumpft, aber in der gleichen Zeit ist das Myom außen weiter gewachsen. Mittlerweile habe sich die Beschwerden aufgrund des Blutverlustes auch wieder deutlich verstärkt ("Highlight" war dabei ein Hömoglobin von 7,2 g/dl).

Daher habe ich mich im Sommer dazu entschlossen, die Myome mittels Myomenukleation entfernen zu lassen. Aufgrund der Größe (9 cm beim großen Myom, drei Myome mit ca. 4cm) war eine Laparoskopie leider nicht mehr möglich, daher wurde die Entfernung mittels Laparotomie durchgeführt.

Die OP dauert insgesamt 3 Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Es wird ein Bauchschnitt durchgeführt, der dem eines Kaiserschnitts sehr ähnlich ist. Man wacht im Aufwachraum auf und wird auf die Station zurückgebracht, versorgt mit Drainage und Katheter. Ich konnte erst am nächsten Tag wieder aufstehen und der Katheter wurde entfernt. An den ersten Tagen tut die Narbe beim Aufstehen und bei jeder Bewegung höllisch weh (hab mich ständig gefragt, wie man so verrückt sein kann sich einen Wunschkaiserschnitt freiwillig antun kann). Keine Sorge, man wird ausreichend mit Schmerzmitteln versorgt. Nur Husten kann ich absolut nicht empfehlen (hab mich dann mit Hustensaft versorgen lassen). Die Schmerzen und auch die Beweglichkeit wird dann sehr rasch von einem Tag zum nächsten deutlich besser. Ich konnte nach 6 Tagen das Krankenhaus verlassen und war danach noch 2 Wochen zu Hause im Krankenstand. Da ich im Büro arbeite und nur einen kurzen Arbeitsweg habe, war ein so kurzer Krankenstand möglich, ansonsten werden 6 Wochen vorgeschlagen. Bei sehr anstrengender körperlicher Tätigkeit auch länger.

Mittlerweile sind vier Wochen nach der OP vergangen und die Wunde verheilt super, die Gebärmutter heilt auch super zusammen. Einer möglichen Schwangerschaft sollte nichts entgegen stehen (ich habs da noch nicht so eilig, aber nach der OP ist eine Wartezeit von einem Jahr vom Arzt empfohlen).

Ich hoffe ich konnte einige offene Fragen bzw. Ängste zerstreuen, falls eine der beiden oben genannten Behandlungen bei euch bevor steht.

LG

bn_3

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