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Mein Tipp: Pille ausschleichen!

spunbmehau hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen! Ich möchte gerne mit allen, die die Pille absetzen möchten, meine Erfahrungen teilen. Ich bin 33 Jahre alt und habe über 15 Jahren Belara genommen. Zwischendurch habe ich ein günstigeres Präparat ausprobiert, von dem meine Frauenärztin sagte, es habe eine identische Zusammensetzung. Das ging leider nach hinten los, meine Haut hat verrückt gespielt und der Wechsel hat sich negativ auf meine Psyche ausgewirkt. Einige Zeit später habe ich auch noch mal den Nuvaring ausprobiert (meine Freundin kommt sehr gut damit zurecht und ich fand die Idee gut, dass die Hormone nur an Ort und Stelle wirken) und habe ebenfalls unter starken Stimmungsschwankungen gelitten. Ich habe mich gar nicht mehr wiedererkannt, ich war ständig den Tränen nah und übersensibel. Wegen dieser Erfahrungen bin ich immer wieder zu Belara zurückgegangen und muss auch sagen, dass ich sie gut vertragen habe. Meine Haut war immer relativ okay, die Periode regelmäßig (bis auf Zwischenblutungen ab und zu, die meist die Reaktion auf etwas verspätete Pilleneinnahme waren).

Schon länger wollte ich die Pille nicht mehr nehmen, da ich die dauerhafte Wirkung von Hormonen auf meinen Körper mittlerweile skeptisch sehe. Ich habe dann viel in Foren gestöbert und Horrorberichte von Haarausfall, Hautproblemen, Depressionen und Gewichtszu- oder Abnahme nach dem Absetzen gelesen. Da ich aus Erfahrung weiß, dass mein Körper empfindlich auf hormonelle Umstellungen reagiert, habe ich meine Frauenärztin gefragt, ob es Sinn machen würde, die Pille auszuschleichen. Diese Idee stieß bei ihr auf Unverständnis. Ihrer Meinung nach ist die Belara so niedrig dosiert, dass ich sie problemlos einfach absetzen kann und alles ist okay. Meine Theorie ist aber, dass es sehr viel wahrscheinlicher ist, dass der Körper bei einem abrupten Entzug verrückt spielt als bei einer langsamen Entwöhnung. Also habe ich mir auf eigene Faust einen 2-Monats-Ausschleich-Plan gemacht.

Die kleinen Pillen lassen sich mit einem glatten Messer leicht zerteilen (und siehe da, sie sind nur außen rosa und innen weiß). Ich habe mir ein Tütchen mit 21 Hälften und eins mit 21 Vierteln vorbereitet und diese dann im selben Rhythmus wie sonst auch eingenommen. 3 Wochen täglich immer zur gleichen Tageszeit eine halbe Pille, dann eine Woche Pause. Dann 3 Wochen täglich eine Viertelpille. Ich habe in beiden hormonreduzierten Monaten keine Veränderung feststellen können. Haut und Stimmung stabil.

Nach der letzten Viertelpille hätte am Montag, spätestens Dienstag eigentlich die Periode einsetzen sollen. Diese kam aber nicht. Ich hatte aber öfters ein leichtes Ziehen im Unterleib, das normalerweise die bevorstehende Periode ankündigt. Ich hatte schon Sorge, dass meine Periode erst einmal ausbleibt, das habe ich auch schon öfter gelesen. Am Samstagabend kam sie dann aber, und das um einiges stärker als vorher. Starke Blutung und stärkere Schmerzen als sonst. So wie ich es aus der Zeit vor der Pilleneinnahme noch kenne. Ich werte das als Zeichen, dass der Körper sich wieder auf seinen Urzustand umstellt. Die zweite pillenfreie Periode kam genau 4 Wochen nach der ersten und auch hier hatte ich einen Tag lang stärkere Schmerzen. Der Verlauf danach war ganz normal. Haut, Psyche und Gewicht sind gleichbleibend (gut). Die Haut hat es mir erstaunlicherweise nicht übel genommen. Auch die darauffolgenden Zyklen waren sehr regelmäßig, keine Zwischenblutungen, alles gut. Der Zyklus hat sich auf 26 Tage eingependelt und ich kann auf den Tag genau vorhersehen, wann ich meine Periode bekomme. Ich muss allerdings sagen, dass die Regelschmerzen am ersten Tag der Periode ziemlich belastend sind. Ich habe richtige Krämpfe, dazu Schweißausbrüche und manchmal auch noch Rückenschmerzen, dazu fühlen sich meine Augen und der Hals fast jedes Mal am ersten Tag geschwollen an. Das ist definitiv ein negativer Begleiteffekt. Buscopan hilft mir dabei nur in Maßen und Frauenmanteltee leider auch nicht so richtig. Für dieses Problem suche ich noch nach wirksamen Gegenmitteln!

Alles in allem kann ich sagen, dass das Ausschleichen für mich sehr gut funktioniert hat. Ich vertrete nach wie vor die These vom sanften und kontrollierten Entzug und ich glaube, dass ich dadurch meinen Körper vor dem Verrücktspielen bewahrt habe. Nun ist mein Körper 6 Monate pillenfrei und alles hat sich sehr sanft eingependelt. Ich weiß natürlich nicht, wie es mit einem radikalen Absetzen der Pille von einem Tag auf den anderen gelaufen wäre, aber ich bin bis auf die Regelschmerzen sehr zufrieden, wie es gelaufen ist. Insofern empfehle ich es jedem, es ebenfalls so zu versuchen! :)z

Antworten
cehi


Das Problem ist gleich am Anfang, dass die Pille im Ganzen genommen werden muss. Der Überzug über dem Wirkstoff ist nicht aufgebracht worden, damit es hübsch ausschaut. Nein, die Pille soll heil durch den Magen Richtung Dünndarm gebracht werden. Du hast durch das Teilen und Vierteln den Überzug beschädigt. So wurden die Pillen ziemlich sicher bereits im Magen komplett zersetzt und die Wirkbestandteile sind vermutlich nicht mal mehr im Dünndarm angekommen. Somit ist der ganze Ausschleich-Plan hinfällig. Es gibt Tabletten, die geteilt werden dürfen - die haben dann aber auch ein anderes Wirkprinzip. Wenn in der Packungsbeilage "unzerkaut einnehmen" steht, bedeutet das, dass sie nicht geteilt werden dürfen, weil sie dann eben nicht mehr korrekt wirken können. Die sanfte Methode klingt ansich gut, aber praktisch kann man es halt so, wie du es getan hast, nicht umsetzen. Man bräuchte komplette Tabletten mit weniger Wirkstoff und dem unbeschädtigten Überzug, um es reproduzierbar umzusetzen.

mwawli=ka8x2


habe ich meine Frauenärztin gefragt, ob es Sinn machen würde, die Pille auszuschleichen. Diese Idee stieß bei ihr auf Unverständnis.

Ich hab keine medizinischen Kenntnisse, aber auf so eine Idee wäre ich auch nicht gekommen...

Warum ausschleichen? Du hast doch auch am Anfang die Dosis nicht allmählich gesteigert oder?

Ich hab mit 31 nach 16 Jahren die Pille abgesetzt, als die Packung leer war, mein Körper hat sich danach auf einen 28-30 Tage Zyklus eingependelt und alles ist gut.

ich glaube, dass ich dadurch meinen Körper vor dem Verrücktspielen bewahrt habe

ich glaube, dass Dein Körper in der Zeit mit verringerter Hormongabe auch nicht so recht wußte was los ist... Ob das jetzt gut oder schlecht für Deinen Körper war - Deine Entscheidung.

Das hier als Tipp zu verbreiten - finde ich nicht unbedingt gut oder nachahmenswert. Wer weiß wie andere Körper auf solche Spielchen reagiern... :[]

Hat man in der "Schleichzeit" dann überhaupt Verhütungsschutz ??? %-|

P=o$r4tla3nxd


Die "Pille" nicht einfach - so wie üblich und ärztlich empfohlen - abzusetzen sondern nach einem selbstgebastelten Schema auszuschleichen halte ich für einen medizinischen Feldversuch und somit für mehr als bedenklich.

Dies sollte somit auch nicht den Lesern dieses Forums hier geraten werden.

Sonst gibt es eventuell ja Nachahmer.

Ich habe diesen Faden deshalb gemeldet.

Nichts für ungut - aber .. %:|

mca1lika8C2


Dies sollte somit auch nicht den Lesern dieses Forums hier geraten werden.

:)^

Ich habe diesen Faden deshalb gemeldet.

:)^ :)=

KhleiCneHxexe21


Es hat tatsächlich berechtigte Gründe, warum eine Pille nicht ausgeschlichen werden darf. Die Hormondosis der Pillen sind schon so niedrig wie nur möglich dosiert um die Balance zwischen erwünschter Wirkung und unerwünschter Wirkung zu halten.

Wenn man die Dosis dann selber verringert, kann das verheerende Auswirkungen auf den Körper haben, die man zunächst teilweise nicht bemerkt. Da wären einerseits Blutungen, aber auch Zysten.

Ich würde wirklich davon abraten, gerade mit Hormonen solche Experimente zu betreiben. Denn gerade bei Hormonen ist es wichtig, dass die Dosis stimmt.

NHalSa785


Entweder ich hab grad ein Mords-Dejà-vu oder es gab so einen Beitrag hier schonmal ":/

cxhi


Mir ist so einer noch nicht aufgefallen. War das erst kürzlich, oder scho länger her, Nala?

Ndalax85


Mir kamen einige Formulierungen sooo bekannt vor. Aber war in einem anderen Forum ;-)

PdanadLora


Wenn man die Dosis dann selber verringert, kann das verheerende Auswirkungen auf den Körper haben, die man zunächst teilweise nicht bemerkt. Da wären einerseits Blutungen, aber auch Zysten.

Vom Vergessen, Wechselwirkungen, Durchfall etc. bekommt man auch keine verheerenden Blutungen oder Zysten, deshalb halte ich das doch für eine sehr sehr gewagte Aussage. Hast du dafür eine Quelle?

Das würde bedeuten, dass wechselwirkende Medikamente immense Beschwerden auslösen würden - was sie nicht tun. Hier wird nämlich ein Großteil des Wirkstoffs schneller verstoffwechselt - damit landet weniger im Blut. Wie es beim Ausschleichen der Fall wäre.

Es hat tatsächlich berechtigte Gründe, warum eine Pille nicht ausgeschlichen werden darf.

Das Dürfen hat aber einen anderen Grund, der im ersten Beitrag bereits erläutert worden ist. Man kann sie nicht teilen, weil sie sonst nicht im Darm kommt und damit auch nicht im Blut und im Gehirn landet. Sie zu teilen, bedeutet, sie wirkungslos zu machen.

Liebe TE, du hast deine Pille ganz normal abgesetzt wie jede andere Frau auch. Ausschleichen geht wie gesagt nicht, da du den Schutzmantel zerstört hast. Damit wirkt die Pille nicht mehr. Ob du sie nimmst oder nicht, macht damit keinen Unterschied.

B7atekr xW.


Man kann sie nicht teilen, weil si sonst nicht im Darm kommt

Bist Du dir da sicher?

Eine Pharmazeutin hatte hier mal genau Gegenteiliges geschrieben. Die Hormone überleben den Magensaft. Sonst müsste man ja auch keine Angst vor Hormonrückständen im Trinkwasser haben.

Was stimmt denn nun?

cnheIekyan#gelx81


Die Ummantelung der Pille schützt vor Magensaft und daher gelangen die Hormone in den Darm und von dort aus weiter ins Blut und mit dem Urin auch ins Abwasser. Durch das zerbröseln wird die Schutzhülle zerstört und die Hormone überleben den Magensaft nicht. Daher sollte man auch sicher sein, dass die Hülle intakt ist wenn man die Pille nimmt.

A<leo4n.oxr


Ich würde zumindest nicht davon ausgehen, das die gewollte Menge da ankommt, wo sie hin soll. Es gibt nunmal Medikamente die man Teilen kann und solche, bei denen man es lassen sollte.

B;ater] VWx.


Die Ummantelung der Pille schützt vor Magensaft

Ja, so wird es hier immer geschrieben.

Doch die Apothekerin hat widersprochen, der Pillenüberzug enthalte keinen Schutz vor Magensaft, die Hormone überleben den Saft. Vielleicht finde ich ja den Faden hier und kann verlinken.

Teilen sollte man die Pille natürlich dennoch nicht. Ich frage mich ohnehin, wie man so ein kleines Dragee teilen kann?

P%anaHdorxa


der Pillenüberzug enthalte keinen Schutz vor Magensaft

Das steht aber in jeder Packungsbeilage im unteren Abschnitt wie die Pille aussieht. Nur weil die Dame Pharmazeutin ist, muss sie ja nicht das Wissen gepachtet haben und unfehlbar sein. Schwarze Schafe gibts in jeder Branche.

Teilen sollte man die Pille natürlich dennoch nicht. Ich frage mich ohnehin, wie man so ein kleines Dragee teilen kann?

Die Balara ist kein Dragee sondern eine Filmtablette. Dadurch kann man sie sehr gut teilen.

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